Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2016

Arien für den Kaiser

von Johann Georg Reutter (1708-1772), Antonio Caldara (1670-1736), Francesco Bartolomeo Conti (1681/82-1732), UA: Kaiserhof in Wien ab 1701

Leitung: Michael Dücker, Nuovo Aspetto

Solisten: Valer Sabadus (Countertenor)

Besuchte Aufführung: 19. Juli 2016 Spanischer Saal, Schloß Ambras

Il matrimonio segreto

von Domenico Cimarosa (1749-1801), Melodramma giocoso in zwei Akten nach einem Libretto von Giovanni Bertati, UA: 1792, Wien

Regie: Renaud Doucet, Bühnenbild und Kostüme: Andre Barbe

Dirigent: Alessandro De Marchi, Academia Montis Regalis

Solisten: Renato Girolami (Graf Robinson), Donato Di Stefano (Geronimo), Loriana Castellano (Fidalma), Klara Ek (Elisetta), Giulia Semenzato (Carolina), Jesus Alvarez (Paolino)

Besuchte Aufführung: 16. August 2016, Tiroler Landestheater

Musik für den Sonnenkönig

von Marc-Antoine Charpentier (1643-1704), Marin Marais (1656-1728), François Couperin (1668-1733)

Dirigent: Christophe Rousset, Les Talens Lyriques

Besuchte Aufführung: 20. August 2016, Spanischer Saal im Schloß Ambras

Le nozze in sogno

von Pietro Antonio Cesti (1623-1669), Dramma civile nach einem Libretto von Pietro Susini, Kritische Neuausgabe von Alan Curtis und Alessandro Bares, Adaption von Alessio Pizzech, UA: 06. Mai 1665, Florenz

Regie: Alessio Pizzech, Bühnenbild/Kostüme: Davide Amadei

Dirigent: Enrico Onofri, Ensemble Innsbruck Barock

Solisten: Rodrigo Sosa Dal Pozzo (Flammiro), Arianna Vendittelli (Lucinda), Yulia Sokolik (Emilia), Francisco Fernandez-Rueda (Filandra), Bradley Smith (Lelio), Ludwig Obst (Fronzo), Konstantin Derri (Scorbio), Rocco Cavalluzzi (Pancrazio), Jeffrey Francis (Teodoro/Ser Mose)

Besuchte Aufführung: 21. August 2016 Aula der Sozialwissenschaftlichen Fakultät

Alceste

von Christoph Willibald Gluck (1714-1787), Tragedia per musica in drei Akten, Libretto: Ranieri De‘Cazabigi, konzertante Aufführung,

UA: 26. Dezember 1767 Wien

Dirigent: Rene Jacobs, B’Rock Orchestra, Chor: Musicaeterna Perm, Choreinstudierung: Vitaly Polonsky

Solisten: Brigitte Christensen (Alceste), Thomas Walker (Admeto), Kristina Hammarström (Ismene), Anicio Zorzi Giustiniani (Evandro), Georg Nigl (Herold, Priester, Gottheit, Apollo), Alicia Amo (Aspasia), Joshua Kranefeld (Eumelo), Viktor Shapovalov (Orakel)

Besuchte Aufführung: 23. August 2016 im Saal Tirol des Congress Innsbruck

Jubiläumskonzert 40 Jahre Woche der alten Musik in Innsbruck

Werke von Johann Antonio Caldara (1670-1736), Johann Sebastian Bach (1685-1750), François Couperin (1668-1733), Georg Friedrich Händel (1685-1759) Arien in italienischer Sprache mit deutschem Text im Begleitbuch

Solisten: Lawrence Zazzo (Countertenor), Amandine Beyer (Barockvioline), Anna Fontana (Cembalo), Baldomero Barciela (Viola da gamba)

Besuchte Aufführung: 24. August 2016 im Spanischen Saal im Schloß Ambras

innsbrucklandestheater__by-fewo_jagandrk_wikiVorbemerkung

Wie doch die Zeit vergeht: 40 Jahre gibt es nun Innsbrucker Festwochen der Alten Musik! Man blickt zurück und spielt als Festkonzert das allererste Konzert noch einmal nach – zumindest das Programm wird nachgespielt – die Besetzung entsprich dem Niveau unserer Zeit. René Jacobs, vor 40 Jahren im Konzert als Countertenor besetzt und seit 1997 bis 2009 Leiter der Festwochen der alten Musik, kehrt mit einem Gastspiel nach Innsbruck zurück. Alceste, eine konzertante Produktion der Ruhrtriennale, wird zu einem Höhepunkt.

Seit 2010 ist Alessandro De Marchi Leiter der Festwochen. So ist er auch mit der Leitung der Opernproduktion im Tiroler Landestheater betreut. In diesem Jahr wird eine Oper von Domenico Cimarosa gewählt, die im wahrsten Sinne des Wortes zum „Gackern“ ist. In 40 Jahren ist es gelungen, die Festwochen zu einem der führenden Festivals der Pflege von Barockmusik zu machen. Da sollte man nicht nur die musikalischen Höhepunkte dokumentieren, sondern auch die in Innsbruck verteilten Spielstätten vorstellen. Und wegen überregionalen Bedeutung auch die Parkmöglichkeiten. Die Tiroler Küche in der drittgrößten Stadt Österreichs, Einstiegspunkt zum Brenner an der Inntalautobahn, ist überall empfehlenswert und bezahlbar. Das sagen sogar die Studenten vor Ort.

Aufführung, Sänger und Orchester

Direkt an der Inntalautobahn liegt Schloß Ambras, ein Renaissance-Schloß, das den Tiroler Landesfürsten und seit 1363 den Habsburgern als Residenz diente. Der rechteckige spanische Saal mit historischen Fürstenbildern ist wegen seiner Akustik weit gerühmt, bietet aber nur 380 Zuhörern Platz. Dieser Saal ist wie geschaffen als Konzertsaal für Kammerkonzerte oder Liederabende, wie z.B. die Arien für den Kaiser, die Valer Sabadus vorträgt. Begleitet wird er nicht nur von einem Cembalo (Wiebke Weidanz), sondern von einem zwölfköpfigen barocken Instrumentenensemble namens Nuovo Aspetto, das Michael Dücker für die einzelnen Auftritte immer wieder neu gruppiert. Die Instrumentalsolisten sind dabei eine gleichwertige Begleitung. Da auf Darmsaiten gespielt wird, müssen die Saiten-Instrumente auch immer neu gestimmt werden, besondere Aufmerksamkeit genießt das Salterio (Elisabeth Seitz), eine italienische Variante eines Hackbrettes oder das Chalumeau (Monika Fischalek), ein Holzblasinstrument, aus dem die Klarinette entlehnt ist. Vom Klangbild her kann man Valer Sabadus auch als Sopranisten bezeichnen, so souverän stößt er in den Arien von Antonio Caldara in die höchsten Höhen vor. Diese Arien sind für Sopran oder Alt ausgewiesen. Zwar klingt er in der Höhe manchmal etwas leiser, aber seine Gestaltung, sein Legato und seine Koloraturen sind stets souverän – die reinsten Koloratur-Teppiche! Ist dieses Konzert der barocken Kultur am Wiener Kaiserhof gewidmet, so finden sich unter dem zweiten Konzert-Titel Musik für den Sonnenkönig Vertreter des französischen Barocks zusammen. Es ist nicht hoch zu würdigen, daß in Innsbruck immer wieder auch wichtige Werke des französischen Barocks vorgetragen werden, da diese sonst im deutschsprachigen Raum kaum zum Zuge kommen. So ist Marc-Antoine Charpentier weithin unbekannt, sein Prelude zu seinem Te Deum kennt als Intro zu Eurovisionssendungen fast jeder. Die gleiche elektrisierende Wirkung darf man auch seiner Sonate a huit zusprechen. Sein Schüler Marin Marais  ging als Gambenvirtuose am Hofe Ludwigs XIV. ein. Die Pieces pou deux violes stellt die hohen Herausforderungen an die Streichinstrumente heraus – hier klingt es spielerisch leicht. Francois Couperin entwickelt die italienischen Sonaten zur französischen Form – er führt den französischen Rhythmus ein, setzte auf mit Verzierungen angereicherte Melodik oder die polyphone Satzweise. Die Sonate a trio „La Superbe“ kann man als klangliche Abgrenzung zwischen italienischer und französischer Sonate sehen. Ähnliches kann man auch zu der Sonate „Le Tombeau de M. de Lully“ von Jean-Fery Rebel sagen, denn der französische Stil entfaltet sich in italienischer Form. Rebel, ein Wunderkind auf der Geige, setzt mit dieser Sonate nicht nur Lully ein Denkmal, sondern auch sich selbst, denn die Sprünge und Teufelstriller auf der Violine stellen wirklich höchste Anforderungen und werden vom Publikum auch hörbar goutiert. Der Dank geht an Les Talens Lyriques, das hier aus zwei Violinen und zwei Viola da gamba besteht. Christophe Rousset leitet vom Cembalo aus das von ihm gegründete Ensemble. Ein unvergeßliches Konzert! Das Stichwort „unvergeßlich“ kann man auch für das Jubiläumskonzert anwenden: das gleiche Programm, wie bei dem ersten, dem Gründungskonzert der Innsbrucker Festwochen vor 40 Jahren steht auf dem Spielplan. Der besondere Reiz liegt darin, daß keiner der damaligen Solisten mehr zur Verfügung steht. Rene Jacobs hat seine Kariere als Kontratenor begonnen, ist aber längst nur noch in der Leitung tätig. Lawrence Zazzo übernimmt für ihn die Arien und Rezitative aus der Kantate Vicino a un rivoletto. Er überzeugt mit sicherer und strahlender Höhe und kann den hohen Anforderungen an die als Alt bezeichnete Tonlage gerecht werden. Bachs Sonate für Violine und Cembalo ist der große Moment für Amandine Beyer und Anna Fontana um das kongeniale Zusammenspiel zwischen Barockvioline und Cembalo unter Beweis zu stellen. Mit der Deuxieme Suite von Francois Couperin schlägt die große Stunde für Baldomero Barciela mit der Viola da gamba. Letztere wird zwischen den Beinen gehalten und unterscheidet sich in Bauform, Stimmung und Saitenzahl vom Cello oder Contrabaß, von dem sie verdrängt wurde.

Die Konzerte sind gut besucht, das Innsbrucker Publikum wirkt sehr erfahren mit der barocken Aufführungspraxis der Konzerte, Fachgespräche nahezu immer möglich: Die Stimmung meist euphorisch. Auch nach heftigem langwierigem Applaus kommt man schnell wieder per Shuttle-Bus (Der Parkplatz am Schloß ist relativ klein!) in die Innsbrucker Innenstadt, wo man in zahlreichen Lokalen noch warme Küche bis nach Mitternacht findet. Das Schloßrestaurant befindet sich in der Renovierung, Pausengastronomie ist aber vorhanden.

innsbruck-il-matrimonio-segretoEbenso repräsentativ, aber deutlich neueren Ursprungs ist das Landestheater Innsbruck mit seiner historisierenden Fassade, die durchaus passend zur gegenüber liegenden Hofburg ist. Hinter der Fassade befindet sich ein modernes Theater mit 750 Plätzen. Hier hebt sich der Vorhang über der Oper von Domenico Cimarosa Il matrimonio segreto. Die heimliche Hochzeit besteht zwischen der Kaufmannstochter Carolina und dem Sekretär Paolino. Der Kaufmann Geronimo freut sich, daß Graf Robinson um die Hand seiner älteren Tochter Elisetta anhält. Da der Graf sich bei der Vorstellung spontan in Carolina verliebt, führt dies zu einigen heiteren Verwicklungen, bis wieder Frieden einkehrt. Diese Heiterkeit wird von Renaud Doucet in einem Hühnerstall verortet, die Tante Fidalma ruft die Familie zur Ordnung: Macht kein solches Gegacker! Ihr führt euch auf wie im Hühnerstall. Und so sehen wir einen Stall mit Käfig, Legebatterie und einer Empore für den Gockel. In dieser märchenhaft bunten Inszenierung wird Geronimo zu einem dummen Gockel, die Liebespaare zu gackernden Hühnern. Musikalisch wirkt das Werk leider nicht ganz so peppig, das Werk Cimarosas wirkt wie das fehlende Bindeglied zwischen Mozart und Rossini, hat leider keine besonderen Höhepunkte, auch wenn Alessandro De Marchi aus der Academia Montis Regalis jede mögliche Dynamik, jede harmonische Regung herauskitzelt und unterstreicht. Sängerisch setzt man auf Sänger, die noch am Anfang ihrer Kariere stehen und auch nicht unbedingt ausgewiesene Kenner der alten Musik sind. Es überzeugen vor allem die Damen, Klara Ek (Elisetta) und Giulia Semenzato (Carolina) mit ihrem klaren jugendlichen Sopran, der im Mozart-Fach zu Hause ist. Loriana Castellano (Fidalma) springt für Vesselina Kasarova ein und rettet die Vorstellungen. Donato Di Stefano als schwerer Spielbaß gibt dem schwerhörigen leicht vertrottelten Geronimo den richtigen Auftritt. Sehr freundlicher Applaus für einen unterhaltsamen und witzigen Abend.

Die Open-Air Aufführung der Oper Le nozze in sogno im Innenhof der Theologischen Fakultät (wegen schlechten Wetters in der Aula der sozialwissenschaftlichen Fakultät) ist Teil des Projektes BAROCKOPER:JUNG. Für junges Publikum wird das Stück im „theatergerecht gemachten  Rahmen“ der Gewölbe und Arkaden entsprechend peppig inszeniert und von „jungen Solisten“ vorgetragen. Es gibt nur ein Podium als Spielfläche, während das Orchester am Rand sitzt. Das radikal reduzierte Bühnenbild besteht einem Kahn und aus großen Holzkisten, die teilweise oder komplett aufgeklappt werden können, und als Schlafzimmer, Wohnung, Fenster, Kran oder Ausguck dienen können. Es geht um den Kampf zweier Liebespaare, dem die Interessen zweier Oheime entgegen stehen und der Versuch Flammiros seiner Geliebten Lucinda als Frau verkleidet (Celia) nahe zu sein, was dazu führt daß er (als Celia verkleidet) von Lelio begehrt wird, der eigentlich Emilia zugedacht ist. Die Handlung spielt in einem Hafen unserer Zeit und die Verkleidung Flammiros wird zu einer Disko-Travestie-Nummer unter Stroboskop-Licht. Für die musikalische Umsetzung zuständig ist Enrico Onofri, der den kürzlich verstorbenen Alan Curtis mehr als würdig ersetzt. Die Partitur Cestis, der auch am Innsbrucker Hof tätig war, ist sehr anspruchsvoll: Sie besteht nicht nur aus Arien und Rezitativen, sonder auch aus vielen Terzetten und Quart- und Quintetten, die in der Abstimmung des Zusammenwirkens viel Fingerspitzengefühl bedürfen. Das gelingt meist recht gut, auch dank des kleineren Orchesters Ensemble Innsbruck Barock, das aus erfahrenen Absolventen des Barockorchesters des Mozarteums Salzburg besteht. Das größte Aufsehen erregt der Countertenor Rodrigo Sosa Dal Pozzo als Flammiro. Auch eine sichere Höhe ist schon vorhanden. Strahlkraft in der Höhe wird sich sicherlich auch bei Konstantin Derri als Scorbio einstellen. Von den Nebenrollen konnte sich Jeffrey Francis in einer Doppelrolle als etwas zittriger Senior (Teodoro/Ser Mose) als durchschlagskräftiger Tenor und Rocco Cavalluzzi (Pancrazio) als kräftiger Baß in Szene setzen. Nach mehr als 3 Stunden wirkte der Applaus etwas müde aber dennoch als herzliche Aufmunterung an die Künstler.

innsbruck-alceste_celiaskern-6Der heimliche Höhepunkt der Festwochen war die Wiederkehr von Rene Jacobs zu der „halbszenischen“ Produktion von Glucks Alceste in Zusammenarbeit mit der Ruhrtriennale. Im großen Saal im Congress Innsbruck sind Stufen aufgebaut, der Chor steht auf den obersten Stufen, die Solisten stehen am Dirigentenpult oder nach Auftritten durch die Tür halbrechts in der Mitte. Zur Aufführung gelangt die italienische Urfassung der Oper aus dem Jahr 1767. In Wien war es üblich noch ein Ballett an die Oper anzuhängen, Rene Jacobs hängt das Ballett La Festa d’Alceste von Josef Starzer an – zumindest die Sätze Passacaglia und Chaconne. Diese Art der historischen Aufführungspraxis macht an diesem Abend eines deutlich: Daß man an Rene Jacobs kaum vorbeikommt! Selten kann man dieses Werk Glucks so transparent, die Stimmgruppen so vielschichtig hören, die einzelnen Stränge vereinen sich aber immer wieder zu wahren Kaskaden an Wohlklang. Der Esprit des historischen Instrumentariums des B’rock Orchestra zieht alle in seinen Bann, selten hat man barocke Blechbläser so sauber intonieren hören  – im Zusammenspiel ist das noch viel beeindruckender. Der Chor Musicaeterna aus Perm ist aus einigen CD-Aufnahmen von Opern Purcells bekannt und zeigt wie man aus hochwertigen Einzelstimmen einen homogenen Chor zusammenschweißt. Viktor Shapovalov singt als Chorsolist das Orakel sehr bestimmt und kann mit seiner „russischen“ großen tragenden Baß-Tiefe aufwarten. Joshua Kranefeld in der Kinderrolle des Eumelio ist Solist des Knabenchores der Chorakademie Dortmund und ist ein Knabentenor mit kindlich leuchtender Höhe – ohne jedes Zittern oder Nervosität. Fast als Kindersopran wäre Alicia Amo durchgegangen – nicht nur wegen ihrer kindlichen Ausstrahlung sondern auch wegen ihrer jugendlichen klaren und sehr hohen Sopranstimme. Georg Nigl ist ein sehr vielschichtiger Baßbariton, denn für den Apollo ist ein Zwitter zwischen Tenor und Baß gefordert. Er verfügt über die Höhe des Baritons und eine relativ sichere Tiefe – manchmal kommt er dabei aber an Grenzbereiche. Ohne Zweifel zu den führenden Darstellern zählen die Protagonisten der Hauptrollen: Brigitte Christensen kann der Verzweiflung der Alceste eine Stimme geben, Thomas Walker ist ein weicher samtiger eher lyrischer Tenor, der im Barockfach z.B. mit Koloraturen sehr erfahren ist. Die etwa 1500 Gäste im Saal stehen vor Begeisterung am Schluß fast auf den Stühlen.
Fazit
Das Publikum war stets begeistert: Die Festwochen 2016 boten ein reichhaltiges Programm mit drei Opern, Konzerten und vielerlei Kleinkunst. Die dritte Produktion fand 2016 konzertant im Saal Tirol des Congress Innsbruck statt, einem modernen Zweckbau (ein großer rechteckiger Saal), aber dafür mit herausragender Akustik (und direktem Zugang von der Tiefgarage!).  Der Spanischen Saal im Schloß Ambras ist eine echte Gesellschaftskulisse. Es ist ein monumentaler Renaissancebau vor den Toren Innsbrucks. Die Haupt-Opernproduktion findet im Landestheater statt. Das geringe Platzangebot im Innenhof der theologischen Fakultät wird leider dafür sorgen, daß die erhoffte Breitenwirkung auf Jugendliche für BAROCKOPER:JUNG nur eingeschränkt sein wird: viel zu begehrt waren die Karten!

Szenisch sind die beiden besuchten Opernproduktionen an das moderne Regietheater angepaßt – aber sozusagen „Barock-Werkgetreu“ – der historischen szenischen Aufführungspraxis fühlt man sich nicht verpflichtet. Musikalisch bewegt man sich auf „Europäischen Festspielniveau“: einer der wenigen Orte, der sich der Pflege der barocken Musik-Welt würdig erweist – auch der französischen und italienischen! Das ist vor allem Alessandro De Marchi zuzurechnen!

Oliver Hohlbach

Bild 1: Landestheater Innsbruck, Wikipedia

Bild 2 : Il matrimonio segreto, Rupert Larl

Bild 3: Alceste (konzertant), Elias Kern

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Turandot (G. Puccini)
Musikalische Leitung: Axel Kober / Wen-Pin Chien, Inszenierung: Huan-Hsiung Li, Turandot: Linda Watson, Altoum: Bruce Rankin, Timur: Sami Luttinen, Kalaf: Zoran Todorovich, Liù: Brigitta Kele, Ping: Bogdan Baciu, Pang: Florian Simson, Pong: Cornel Frey, Mandarin: Daniel Djambazian, Prinz von Persien: Hubert Walawski, Tänzerin: Yi-An Chen