{"id":990,"date":"2010-01-19T21:58:20","date_gmt":"2010-01-19T19:58:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=990"},"modified":"2010-03-21T13:25:29","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:29","slug":"mainz-staatstheater-madama-butterfly","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=990","title":{"rendered":"Mainz, Staatstheater &#8211; MADAMA BUTTERFLY"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924); Tragedia giapponese in drei Akten, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach David Belasco<br \/>\nUA: Mailand 1904<br \/>\nRegie: Katharina Wagner, B\u00fchne: Monika Gora, Kost\u00fcme: Thomas Kaiser<br \/>\nDirigent: Catherine R\u00fcckwardt, Philharmonisches Staatsorchester Mainz<br \/>\nSolisten: Abbie Furmansky (Cio-Cio San, genannt Madama Butterfly), Patricia Roach (Suzuki), Cornelia Langhals (Kate Pinkerton), Sergio Blazquez (Benjamin Franklin Pinkerton), Patrick Pobeschin (Sharpless), Alexander Kr\u00f6ner (Goro), Patrick H\u00f6rner (F\u00fcrst Yamadori), Hans-Otto Wei\u00df (Onkel Bonzo), Soung-Teak Moon (Onkel Yakusid\u00e9), Ion Grigorescu (Kommissar), Si Jae Lee (Standesbeamter), Ewa Wargin (Mutter Cio-Cio Sans) u.a., Statisterie des Staatstheaters Mainz<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 15. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/mainz-madam-butterfly.jpg\" TITLE=\"mainz-madam-butterfly.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/mainz-madam-butterfly.jpg\" ALT=\"mainz-madam-butterfly.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Marineleutnant Pinkerton heiratet in Japan die Geisha Cio-Cio San, genannt Butterfly. F\u00fcr sie ist es eine Verbindung auf ewig, doch Pinkerton will sp\u00e4ter einmal eine Amerikanerin heiraten.<br \/>\nDrei Jahre sind vergangen, seit Pinkerton Butterfly zur\u00fccklie\u00df. Nach japanischer Landessitte gilt eine verlassene Frau als geschieden. Doch sie hofft auf Pinkertons R\u00fcckkehr. Tats\u00e4chlich kehrt er zur\u00fcck, doch nur, um mit seiner amerikanischen Frau das gemeinsame Kind abholen, Butterflys letzte Verbindung zum Leutnant. Als letzten Ausweg greift sie zum Dolch.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEin Schulm\u00e4dchen mit Teddy, eine Soldatin in kurzem Rock, eine Transvestit-Putzfrau, eine aufreizende Krankenschwester, eine in ein Lackkost\u00fcm geh\u00fcllte Frau mit \u00fcberdimensionierten Br\u00fcsten, ein homosexueller Matrose und andere bieten Pinkerton ihre Dienste in blockartigen, wei\u00dfen, unterschiedlich farblich angestrahlten Kabinen wie im Amsterdamer Rotlichtviertel an. So beginnt Katharina Wagners Inszenierung von Madama Butterfly in Mainz. Der Leutnant entscheidet sich f\u00fcr die verschleierte graue Maus Cio-Cio San. Butterfly ist nicht traditionell gekleidet. Kost\u00fcmbildner Thomas Kaiser verleiht lediglich Goro, Onkel Bonzo und der Amerikanerin Kate (!) ein japanisch anmutendes Aussehen.<br \/>\nDas B\u00fchnenbild von Monika Gora ist ein wenig hausbacken: Ab dem zweiten Akt symbolisieren lediglich zwei wei\u00dfe W\u00e4nde die Unterkunft Butterflys. Im Hintergrund sind die nach vorne hin offenen Kabinen aus dem ersten Akt zu einem gr\u00fcn angestrahlten wackeligen Haus aufget\u00fcrmt, in dem ein Mann umherwandert und sich offenbar seinen psychischen Zw\u00e4ngen hingibt: In einem Raum schmiert er Blut an der Wand, in einem anderen windet er sich wie in einer Zwangsjacke, in einem weiteren erschie\u00dft er wieder und wieder zwei bereits durchl\u00f6cherte Soldaten. Unverst\u00e4ndlich ist die Umsetzung des Kindes, das bei Puccini vom zweiten Akt an ma\u00dfgeblicher Bestandteil der Handlung ist: Eine rote Schachtel, eingewickelt in einen St\u00fcck Stoff, soll wohl das Kind verk\u00f6rpern. Die Schachtel wird im dritten Akt von Kate zerbr\u00f6selt \u2013 allerdings noch, bevor das Kind aufh\u00f6rt, Teil der Handlung zu sein. Goro wird in Katharina Wagners Inszenierung als mephistotelischer Zauberer dargestellt. Er scheint nicht nur Suzuki, sondern auch Sharpless und Pinkerton voll und ganz in der Hand zu haben. Der Selbstmord Butterflys am Ende wird in der Mainzer Inszenierung offen gelassen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Abbie Furmansky<\/strong> (Butterfly) singt mit warmen, kr\u00e4ftigem Vibrato. Ihr<em> Un bel d\u00ec vedremo \u2013 eines Tages werden wir sehen<\/em> stellt ihr K\u00f6nnen in lauten wie lyrischen Passagen unter Beweis. Sie l\u00e4\u00dft damit <strong>Sergio Blazquez<\/strong> (Pinkerton) hinter sich, der zwar mit weichem Timbre aber wenig Volumen singt. Hervorzuheben ist noch die gesangliche Leistung von <strong>Patricia Roach<\/strong> (Suzuki), die wie gewohnt mit klarer, warmer und kraftvoller Stimme singt. Das <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Catherine R\u00fcckwardt<\/strong> ist zwar agil, klingt an manchen Stellen aber zu wenig homogen. Besonders die Perkussionisten stechen oft zu sehr aus dem Gesamtklang heraus. Leider gelingt es R\u00fcckwardt nicht immer, ihre Instrumentalisten im Zaum zu halten, und so geht nicht nur das Liebesduett am Ende des ersten Aktes im L\u00e4rm des Orchesters unter. Gut gelingt das Zusammenspiel mit dem <strong>Summchor<\/strong> am Ende des zweiten Aktes.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Urenkelin Richard Wagners gestaltet eine kontroverse, anz\u00fcgliche und teilweise sehr abstrakte Inszenierung. Die \u00e4u\u00dferst reduzierten \u00dcbertitel tragen das ihrige dazu bei, da\u00df man vieles nicht versteht. Hinzu kommt, da\u00df die vordergr\u00fcndige Handlung oft im vielf\u00e4ltigen Geschehen des Hintergrundes untergeht. Merkw\u00fcrdig ist die Kost\u00fcmwahl der Amerikanerin Kate, die im gleichen, asiatisch anmutenden Outfit wie Heiratsvermittler Goro auftritt. Musikalisch hat das Mainzer Haus schon Besseres erlebt. Die Reaktion des Publikums  ist gespalten: Es sind einige Buhrufe und Pfiffe zu h\u00f6ren, die \u00fcberwiegende Mehrheit scheint aber mit der Inszenierung zufrieden zu sein.<br \/>\nJulia Korst<\/p>\n<p>Bild: Martina Pipprich<br \/>\nDas Bild zeigt: Angedeutete Unterkunft von Patricia Roach (Suzuki) und Abbie Furmansky (Butterfly): Alexander Kr\u00f6ner (Goro) l\u00e4sst seinen Zauber walten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924); Tragedia giapponese in drei Akten, Libretto: Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach David Belasco UA: Mailand 1904 Regie: Katharina Wagner, B\u00fchne: Monika Gora, Kost\u00fcme: Thomas Kaiser Dirigent: Catherine R\u00fcckwardt, Philharmonisches Staatsorchester Mainz Solisten: Abbie Furmansky (Cio-Cio<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=990\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[83,1],"tags":[],"class_list":["post-990","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mainz-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=990"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/990\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1216,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/990\/revisions\/1216"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}