{"id":988,"date":"2010-01-18T21:35:32","date_gmt":"2010-01-18T19:35:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=988"},"modified":"2010-03-21T13:25:29","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:29","slug":"wuppertal-opernhaus-il-ritorno-d%e2%80%99ulisse-in-patria-%e2%80%93-die-heimkehr-des-odysseus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=988","title":{"rendered":"Wuppertal, Opernhaus &#8211; IL RITORNO D\u2019ULISSE IN PATRIA \u2013 DIE HEIMKEHR DES ODYSSEUS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Claudio Monteverdi (1567-1643)  Dramma per musica in drei Akten und Prolog, Libretto: Giacano Badoaro, UA: 1640 Venedig<br \/>\nRegie: Jakob Peters-Messer, B\u00fchne: Markus Meyer, Kost\u00fcme: Sven Bindseil, Dramaturgie: Johannes Blum, Licht: Fredy Deisenroth<br \/>\nDirigent: Boris Brinkmann, Wuppertaler Sinfonieorchester<br \/>\nSolisten: Timothy Sharp (Odysseus\/Die menschliche Zerbrechlichkeit), Joslyn Rechter (Penelope), Banu B\u00f6ke (Athene\/Die Liebe), Christian Sturm (Telemachos), Miriam Scholz (Eurykleia), Miljan Milovic (Eumaios), Nathan Northrup (Peisandros), Marco Agostini (Anfinomo), Thomas Schobert (Antinoos\/Die Zeit), Peter K\u00f6nig (Iros), Ute Temizel (Das Schicksal)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 15. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/wuppertal-heimkehr-odysseus.jpg\" TITLE=\"wuppertal-heimkehr-odysseus.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/wuppertal-heimkehr-odysseus.jpg\" ALT=\"wuppertal-heimkehr-odysseus.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a><\/strong>Vor dem Einsetzen der Handlung stehen im Prolog die allegorischen Figuren Zeit, Schicksal und Liebe der Menschlichen Zerbrechlichkeit gegen\u00fcber; sie kommen zu dem Schlu\u00df, da\u00df der Mensch dem Spiel h\u00f6herer M\u00e4chte ausgesetzt ist. Seit zwanzig Jahren wartet Penelope in Ithaka auf die Heimkehr ihres Mannes Odysseus aus dem trojanischen Krieg. Im Laufe der Zeit haben sich einige Freier in Penelopes Palast eingenistet und umgarnen die K\u00f6nigin. Odysseus wird von den Ph\u00e4aken am Strand von Ithaka ausgesetzt. Verkleidet macht er sich daran, Frau und Thron wieder zu erobern. Bei dem Hirten Eumaios findet er Unterst\u00fctzung, danach gibt er sich seinem Sohn Telemachos zu erkennen und begibt sich in seinen Palast. Die Freier umwerben Penelope erneut und st\u00f6ren sich an dem als Bettler verkleideten Odysseus. Dieser besiegt zuerst einen Freier im Zweikampf, bevor er in der anschlie\u00dfenden Bogenprobe auch die \u00fcbrigen von ihnen t\u00f6tet.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne besteht aus drei Teilen: Der Frontbereich ist ebenerdig bespielbar, an den R\u00e4ndern liegen M\u00fclls\u00e4cke und Elektroschrott. Wenn es im Prolog hei\u00dft <em>Das Leben ist ein Gl\u00fccksspiel<\/em>, werden hier die Verlierer gezeigt. \u00dcber diese Requisiten kann der dahinter liegende, komplett in wei\u00df gehaltene Raum bestiegen werden, der den Palast von Penelope darstellt. Nach hinten wird der Raum an allen vier Seiten enger. Die abgeschr\u00e4gte Decke kann im Verlauf der Oper hochgefahren werden; so k\u00f6nnen die G\u00f6tter quasi vom Himmel herab zu den Menschen steigen. Die Kost\u00fcme sind zeitgen\u00f6ssisch gehalten: Die Freier in Anz\u00fcgen, der gefr\u00e4\u00dfige Iros in Jogginghose, Odysseus hingegen in konventioneller Alltagskleidung.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nUnter der Leitung von <strong>Boris Brinkmann<\/strong> pr\u00e4sentiert eine kleine Anzahl von Musikern des Wuppertaler <strong>Sinfonieorchester<\/strong>s einen schlanken, bewegten Monteverdi. Da kein Original-Quelle existiert, gibt es verschiedene Besetzungsm\u00f6glichkeiten, z.B. mit Orgel sowie historischen und nicht-historischen Instrumenten, insbesondere in den rezitativischen Passagen. In Wuppertal wird darauf verzichtet und mit konventionellem Instrumentarium gespielt. In kleiner Besetzung kann die Orchestermusik voll \u00fcberzeugen: Die f\u00fcr die Oper kennzeichnenden Wechsel zwischen heiteren und ernsten Stellen sind, ganz im barocken Stil ohne Vibrato, deutlich voneinander abgesetzt. Z.B. klingt bei der komischen Besiegung von Iros die <em>Sinfonia da guerra <\/em>sp\u00f6ttisch, um sp\u00e4ter bei der T\u00f6tung der Freier ernst zu t\u00f6nen. Die Wendungen des Stoffes bringt auch <strong>Joslyn Rechter<\/strong> (Penelope) auf die B\u00fchne. Der Stimmklang ihres Er\u00f6ffnungsmonologes <em>Di misera regina \u2013 Elende K\u00f6nigin<\/em> ist gezeichnet von d\u00fcster-trauriger Verzweiflung, und schl\u00e4gt dem dramatischen Text folgend in Hoffnung auf eine baldige R\u00fcckkehr um. Bemerkenswert, wie sie hier die H\u00f6hen nimmt, scheinbar ohne irgendwelche Probleme. Als ihr Mann wei\u00df <strong>Timothy Sharp<\/strong> (Odysseus\/Die menschliche Zerbrechlichkeit) in den lyrischen Passagen seiner Partie zu gefallen, ohne jedoch einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Man vermi\u00dft das Individuelle in seinem Gesang. Eine eigene Klangfarbe fehlt auch <strong>Christian Sturm<\/strong> (Telemachos), seine St\u00e4rken liegen ebenfalls in den lyrischen Passagen. <em>Del mio lungo viaggio \u2013 Von meinen Irrfahrten<\/em> gelingt fast schon zu zerbrechlich leicht. <strong>Banu B\u00f6ke<\/strong> (Athene) ist gewohnt souver\u00e4n, nimmt ihre Koloraturen beschwingt, zum Beispiel in <em>O coraggioso Ulisse \u2013 O mutiger Odysseus<\/em>. Regelm\u00e4\u00dfige Besucher der Wuppertaler B\u00fchne wissen aber, da\u00df sie noch mehr kann. Besonders zu gefallen wissen der vorher als erk\u00e4ltet angek\u00fcndigte <strong>Peter K\u00f6nig<\/strong> (Iros) mit einem zupackenden <em>O dolor! O martir! \u2013 Oh Schmerzen! Oh Leiden!<\/em> und <strong>Marco Agostino<\/strong> (Anfinomo) als der beste von den Freiern. Sein Mitbewerber <strong>Nathan Northrup<\/strong> (Peisandros) singt mit zu d\u00fcnner Stimme, <strong>Thomas Schobert<\/strong> (Antinoos\/Die Zeit) dr\u00f6hnt unangenehm in den tiefen Passagen seiner Partie.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin gut aufgelegtes Orchester und eine Inszenierung, die sowohl die heiteren als auch die tragischen Elemente der Oper ber\u00fccksichtigte, sorgten f\u00fcr einen kurzweiligen Abend, bei der Leistung des S\u00e4ngerensembles mu\u00dften jedoch einige Abstriche hingenommen werden.<br \/>\nMalte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Uwe Stratmann<br \/>\nDas Bild zeigt: Christian Sturm (Telemaco); Joslyn Rechter (Penelope); Banu B\u00f6ke (Minerva); Timothy Sharp (Ulisse)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Claudio Monteverdi (1567-1643) Dramma per musica in drei Akten und Prolog, Libretto: Giacano Badoaro, UA: 1640 Venedig Regie: Jakob Peters-Messer, B\u00fchne: Markus Meyer, Kost\u00fcme: Sven Bindseil, Dramaturgie: Johannes Blum, Licht: Fredy Deisenroth Dirigent: Boris Brinkmann, Wuppertaler Sinfonieorchester Solisten: Timothy<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=988\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,97],"tags":[],"class_list":["post-988","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-wuppertal-opernhaus"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/988","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=988"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/988\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1217,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/988\/revisions\/1217"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=988"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=988"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=988"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}