{"id":98,"date":"2008-05-06T09:35:47","date_gmt":"2008-05-06T07:35:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=98"},"modified":"2010-05-11T08:56:39","modified_gmt":"2010-05-11T07:56:39","slug":"luttich-opera-royal-de-wallonie-maria-stuarda","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=98","title":{"rendered":"L\u00fcttich, Op\u00e9ra Royal de Wallonie &#8211; MARIA STUARDA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Ga\u00ebtano Donizetti, lyrische Trag\u00f6die in zwei Akten, Libretto: Giuseppe Bardari, Vorlage: Maria Stuart von Friedrich von Schiller, UA: 30. Dezember 1835, Mailand, Teatro alle Scala<br \/>\nRegie\/Kost\u00fcme: Francesco Esposito, B\u00fchnenbild: Italo Grassi, Licht: Daniele Naldi<br \/>\nDirigent: Luciano Acocella, Orchester und Chor der Op\u00e9ra de Wallonie<br \/>\nSolisten: Patrizia Ciof\u00ec (Maria Stuarda, K\u00f6nigin von Schottland), Marianne Pizzolato (Elisabeth, K\u00f6nigin von England), Diana Axentil (Anna Kennedy), Danilo Formaggia (Roberto, Graf von Leicester), Frederico Sacchi (Graf Giorgio Talbot ), Mario Cassi (Lord Guglielmo Cecil)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30. April 2008 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p>L\u00fcttich liegt etwa 100 Km von K\u00f6ln entfernt in der wirtschaftlich aufstrebenden Stadt der belgischen Provinz Wallonie. Es hat ein m\u00e4\u00dfig subventioniertes Opernhaus. Seit Jahren gibt es ausgezeichnete Opern wie z.B. Le Roi d\u2019Ys von E. Lalo oder Die heimliche Ehe von D. Cimarosa in der laufenden Saison und in der n\u00e4chsten Spielzeit \u2013 unter neun Premieren \u2013 Paride ed Elena von Ch. W. Gluck (7.10.08) oder Fra Diavolo (24.4.09) von D.F.E. Auber. Was aber noch mehr ins Gewicht f\u00e4llt ist die S\u00e4ngerauswahl bei \u00fcbrigens ausgezeichneten Inszenierungen. Unter der S\u00e4ngerschar hat die Intendanz der Oper f\u00fcr die Belcanto-Oper Maria Stuarda wohl die besten ausgew\u00e4hlt: Patricia Ciof\u00ec und Marianna Pizzolato.<br \/>\n<strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"maria-stuarda-luttich.jpg\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/maria-stuarda-luttich.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2008\/05\/maria-stuarda-luttich.jpg\" alt=\"maria-stuarda-luttich.jpg\" align=\"right\" \/><\/a>Die ber\u00fchmte Fehde zwischen der katholischen K\u00f6nigin von Schottland und der protestantischen englischen K\u00f6nigin hat Schiller in seinem Drama nacherz\u00e4hlt, das dem Librettist in der \u00dcbersetzung von Andrea Maffei vorlag. Durch einen Aufstand in Schottland mu\u00dfte Maria Stuart fl\u00fcchten. Sie begab sich in die Obhut von K\u00f6nigin Elisabeth, die sie aber auf Schlo\u00df Fotheringhay gefangen setzte.<br \/>\nDies ist der Hintergrund der Oper, die im Todesjahr der schottischen K\u00f6nigin 1587 spielt. Beide K\u00f6niginnen sind in Graf Roberto Leicester verliebt, der Maria bevorzugt. Ziemlich bald steht f\u00fcr Elisabeth fest, da\u00df sie ihre Kusine aus dem Weg r\u00e4umen mu\u00df, da Maria auch Anspruch auf den englischen Thron hat. Die Zuneigung Robertos zu Maria beschleunigt ihren Entschlu\u00df zur Todesstrafe ihrer Widersacherin durch das Beil.<br \/>\nDiese handlungsarme Oper, deren Reichtum auf der Spiegelung der Charaktere und seelischen Verfassungen der beiden Protagonistinnen beruht, hat Donizetti mit \u00fcberreichem Belcanto ausgestattet. Die Musik spielt hier wom\u00f6glich noch eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als in seinen sonstigen Opern. Donizetti hat es gewagt, zwei Sopranstimmen die Hauptlast der Oper anzuvertrauen. Doch die gro\u00dfangelegten Arien und Duette geben erst die wirkliche psychologische Befindlichkeit der beiden K\u00f6niginnen wider. Der Erfolg h\u00e4ngt nur von der Stimmqualit\u00e4t der S\u00e4ngerinnen in den Rollen von Maria und Elisabeth ab.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDies gelang dem L\u00fctticher Team \u00fcber alle Ma\u00dfen! Besonders sind die Personenf\u00fchrung und die pr\u00e4chtigen Kost\u00fcme der damaligen Zeit durch den Regisseur <strong>Francesco Esposito<\/strong> (f\u00fcr Regie und Kost\u00fcme verantwortlich) hervorzuheben: Die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger bewegte sich so lebendig, da\u00df man die Handlung, auch ohne die Worte im einzelnen zu verstehen, mitverfolgen kann. Neuerdings werden auch die \u00dcbertitel in Deutsch angezeigt, was wir sicher als Erleichterung wahrnehmen.<br \/>\nEin solches Stimmenpaar mit <strong>Patrizia Ciof\u00ec<\/strong> (Maria Stuarda) und <strong>Marianna Pizzolato<\/strong> (Elisabeth), erg\u00e4nzt durch <strong>Danilo Formaggia<\/strong> (Roberto Leicester), der durchaus ebenb\u00fcrtig sang, findet man wahrlich nicht alle Tage!<br \/>\nDie beiden exquisiten S\u00e4ngerinnen fanden das rechte Ma\u00df, das <strong>Honor\u00e9 de Balzac<\/strong> in seiner Novelle Massimilla Doni in unnachahmlicher Weise folgenderma\u00dfen andeutet:<br \/>\n<em>Die Koloratur<\/em> [im Belcanto]<em> ist die h\u00f6chste Ausdrucksform der Kunst, sie ist die Arabeske, die das sch\u00f6nste Gemach in der ganzen Wohnung ziert: ein wenig darunter, und wir haben nichts, ein wenig mehr und alles ist verwirrt.<\/em><strong><em><em><br \/>\n<\/em><\/em><\/strong>Patrizia Ciof\u00ec als Maria Stuarda mu\u00df ja mit ihren Arien fast den gesamten dritten Akt gestalten. Das erfordert ungemein viel Ausdauer, kluge Atemtechnik, abgewogenen Stimmeinsatz. Und sie mu\u00df die abenteuerlichsten Koloraturen gestalten, mal mit einem Fortissimo, mal mit einem Pianissimo oder der Messa di voce, dem Schwellton, in der Tiefe wie in der H\u00f6he. M\u00fchelos schaffte sie die hohen, \u00fcber dem Chor liegenden T\u00f6ne. Sie traf die T\u00f6ne auch weit auseinander liegender Intervalle messerscharf. Nie war ihre Stimme \u2013 etwa in der H\u00f6henlage \u2013 schneidend, stets war sie lyrisch und ungemein angenehm zu h\u00f6ren. Nie verlor ihre Stimme die Spannung. Alles war musikalisch ungemein ausgewogen. Bei Marianna Pizzolato (Elisabeth), die eigentlich eine hohe Mezzosopranistin ist, konnte man \u00c4hnliches beobachten. Sie war besonders in den Duetten \u00fcberzeugend. Danilo Formaggia (Roberto Leicester) sang seine Partie deutlich prononciert und hatte einen bewundernswerten Registerwechsel, d.h. unmerklich wechselte er von der Brust- in die Kopfstimme.<br \/>\nDie Nebenrollen waren genauso gut besetzt. Hier gefiel mir besonders Diana Axentil als Anna Kennedy mit ihrem lyrischen Mezzo und ihrer deutlichen Aussprache.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Auff\u00fchrung ist eine \u00dcbernahme aus Bergamo und Rom aus dem Jahre 2006. In Rom sah ich die Auff\u00fchrung mit der gro\u00dfartigen S\u00e4ngerin Daniella Devia, die damals am 25. M\u00e4rz 2006 frenetisch gefeiert wurde (s. Operapoint 2006, Heft 2). Hier in L\u00fcttich sind die Opernbesucher zur\u00fcckhaltender. Aber das disziplinierte Publikum gab allen S\u00e4ngern, nat\u00fcrlich besonders Ciof\u00ec und Pizzolato, zum Schlu\u00df lang anhaltende Klatschsalven.<\/p>\n<p>O. Zenner<br \/>\nBild: Jacky Croisier<\/p>\n<p>Das Bild zeigt Elisabeth (Marianna Pizzolato) bedroht die kniende Maria Stuarda (Patricia Ciof\u00ec) mit ihrer Reitgerte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ga\u00ebtano Donizetti, lyrische Trag\u00f6die in zwei Akten, Libretto: Giuseppe Bardari, Vorlage: Maria Stuart von Friedrich von Schiller, UA: 30. 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