{"id":967,"date":"2009-12-20T18:05:12","date_gmt":"2009-12-20T16:05:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=967"},"modified":"2010-03-21T13:25:32","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:32","slug":"oldenburg-staatstheater-die-welt-auf-dem-mond-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=967","title":{"rendered":"Oldenburg, Staatstheater &#8211; DIE WELT AUF DEM MOND"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Joseph Haydn (1732-1809) und G\u00fcnter Steinke (geb. 1956), Libretto: Carlo Goldoni (1707-1793)\/Wolfgang Deichsel (geb. 1939), Dramma giocoso in drei Akten (Haydn\/Goldoni (1750)), Kammeroper in zwei Akten und Prolog (Steinke\/Deichsel)<br \/>\nUA: 3. August  1777, Opernhaus, Schlo\u00df Eszterh\u00e1zy<br \/>\nRegie: Sebastian Ukena, B\u00fchne: Astrid Kutschale, Video: Andreas Etter, Licht: Ernst Engel, Dramaturgie: Katharina Orthmann<br \/>\nDirigent: Thomas Dorsch<br \/>\nSolisten: Derrick Ballard (Bohnsack), Sarah Papadopoulou (Clarice), Lisa Carlioth (Flaminia), Verena Allertz (Lisetta), Daniel Ohlmann (Astradamus), Paul Brady (Ernst), Thomas Burger (Chicco)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. Dezember 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"oldenburg-die-welt-auf-dem.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/oldenburg-die-welt-auf-dem.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"oldenburg-die-welt-auf-dem.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/oldenburg-die-welt-auf-dem.jpg\" \/><\/a>Der Unternehmer Bohnsack will nicht, da\u00df seine beiden T\u00f6chter Flaminia und Clarice heiraten, da er sie lieber mit reichen M\u00e4nnern verheiraten will. Ernst und Astradamus sind dabei nicht seine erste Wahl. Damit Astradamus Clarice trotzdem ehelichen kann, gaukelt er Bohnsack eine Welt auf dem Mond vor, auf dem sich junge M\u00e4dchen f\u00fcr \u00e4ltere Herren interessieren und Eisen gegen Gold getauscht werden kann. Nat\u00fcrlich l\u00e4\u00dft Bohnsack sich darauf ein und die Hochzeit findet auf dem falschen Mond statt. Als Bohnsack bemerkt, da\u00df das ganze nur eine Farce war, entscheidet er sich, statt sauer zu sein, daf\u00fcr, die Mondwelt zu vermarkten und einen Luna-Park zu er\u00f6ffnen.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nDie Fassung der Oper, die hier aufgef\u00fchrt wird, kann als Etikettenschwindel bezeichnet werden. Hier wurde die Oper nicht neu verfa\u00dft, sondern hinsichtlich Musik und Botschaft g\u00e4nzlich zerst\u00f6rt. Auch der Text (es wird in Deutsch gesungen) wurde stark ver\u00e4ndert, zwischen den Arien finden sich gesprochene und gereimte Passagen. Alleine die Verballhornung der Namen l\u00e4\u00dft auf eine sehr flache Fassung der Oper schlie\u00dfen. Die Musik Haydns ist insgesamt kaum noch zu erkennen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nAuf der B\u00fchne steht eine Maschine, dahinter h\u00e4ngt ein Flickenvorhang. Dr\u00e4hte und Kabel h\u00e4ngen rechts vom Vorhang. Auf der rechten Seite der B\u00fchne sieht man eine t\u00fcrkisblaue Sitzgelegenheit. Die Kost\u00fcme sind ein Stilmix aus altmodisch und modern. So tr\u00e4gt Ernst eine karierte Jacke, Clarice eine blaue Bluse und einen Faltenrock samt gelben Str\u00fcmpfen. Astradamus (bei Haydn: Ecclitico) ist in ein \u00fcbergro\u00dfes t\u00fcrkises Jackett gekleidet und hat die Haare als Elvislocke frisiert. Durch goldene Helme mit einer Antenne kann die Welt auf dem Mond gesehen werden. Diese wird f\u00fcr den Zuschauer \u00fcber eine Leinwand dargestellt. Darauf ist ein Mond zu sehen, der sich mit einem weiblichen Auge \u00fcberlagert. Das Orchester spielt versteckt auf der linken Seitenb\u00fchne hinter dem B\u00fchnenbild. Bohnsack wird mittels einer Bong bet\u00e4ubt, Sexspielzeug wird aus Bohnsacks (bei Haydn: Buonafede) Taschen auf die B\u00fchne geworfen. Am Ende des ersten Aktes ziehen sich die Darsteller, wie es oft in Opern-Inszenierungen dieses Theaters zu sehen, auf der B\u00fchne um. Im zweiten Akt tr\u00e4gt Chicco Springerstiefel und schwarzen Lippenstift, Paul Brady einen Fliegerhelm mit \u00fcberdimensionaler Brille. Flaminia ist mit Glitzerjacke und Skistiefeln ausgestattet. Die Welt auf dem Mond wird mittels einer gro\u00dfen wei\u00dfen Treppe dargestellt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDa das Orchester hinter dem B\u00fchnenbild nahezu verschwand, nahm man es oft nur sehr leise wahr. Die S\u00e4nger erbrachten eine durchaus souver\u00e4ne Leistung. <strong>Sarah Papadopoulou<\/strong> sang die von Haydn komponierten Koloraturen trotz vorher angek\u00fcndigter Erk\u00e4ltung sicher und \u00fcberzeugte auch in der H\u00f6he. Auch <strong>Paul Brady<\/strong> f\u00fchrte Koloraturen und Triller mehr als zufriedenstellend aus. Die musikalische Leistung der Darsteller war, wenn auch im zweiten Akt zu leise, durchweg passabel, jedoch fiel es schwer, aufgrund der musikalischen \u00c4nderungen durch <strong>Steinke<\/strong>, sich weiter f\u00fcr den Gesang zu begeistern. Zudem schienen die gesprochenen und gereimten Passagen (kommen bei Haydn nicht vor) \u00fcberhand zu nehmen. Die Reime wurden dar\u00fcber hinaus, mit Ausnahme von <strong>Daniel Ohlmann<\/strong>, von allen Darstellern zu stark betont, so dass ein Verstehen schier unm\u00f6glich war.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nWer neuer Musik nicht abgeneigt und f\u00fcr einen Klamauk auf der B\u00fchne zu haben ist, der kann sich die \u201eOper\u201c ansehen. Es w\u00e4re redlicher, wenn das Opernhaus in seiner Homepage darauf hinweisen w\u00fcrde, da\u00df nur Weniges von Haydns Musik und Goldonis Libretto \u00fcbrig geblieben ist. Denn aus der Ank\u00fcndigung geht nicht direkt hervor, da\u00df die Bearbeitung durch Steinke derart massiv die Musik ver\u00e4ndert. S\u00e4nger, Orchester und Regieteam bekamen vom Publikum zwar viel Applaus, jedoch konnte ich bei Gespr\u00e4chen mit einigen Zuschauern wenig Begeisterung beobachten. Zumindest hat die Inszenierung in mir die Lust geweckt, nun eine Auff\u00fchrung der echten, von Haydn komponierten, Oper zu sehen.<\/p>\n<p>N. Rank<br \/>\nBild:  Andreas J. Etter<br \/>\nDas Bild zeigt: Henry Kiichli (Bohnsack, vorne liegend), Thomas Burger (Chicco, vorne stehend), Lisa Carlioth (Flaminia, Dame blond), Verena Allertz (Lisetta, Dame braun), Daniel Ohlmann (Astradamus, im Hintergrund)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Joseph Haydn (1732-1809) und G\u00fcnter Steinke (geb. 1956), Libretto: Carlo Goldoni (1707-1793)\/Wolfgang Deichsel (geb. 1939), Dramma giocoso in drei Akten (Haydn\/Goldoni (1750)), Kammeroper in zwei Akten und Prolog (Steinke\/Deichsel) UA: 3. 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