{"id":959,"date":"2009-12-16T22:27:41","date_gmt":"2009-12-16T20:27:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=959"},"modified":"2010-03-21T13:25:40","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:40","slug":"karlsruhe-badisches-staatstheater-cosi-fan-tutte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=959","title":{"rendered":"Karlsruhe, Badisches Staatstheater &#8211; COS\u00cc FAN TUTTE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 &#8211; 1791), Dramma giocoso in zwei Akten Libretto: Lorenzo da Ponte<br \/>\nRegie: Achim Thorwald, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Doris Hermann, Licht: Gerd Meier, Dramaturgie: Margrit Poremba<br \/>\nDirigent: Jochem Hochstenbach, Badische Staatskapelle und Staatsopernchor<br \/>\nSolisten: Kirsten Blaise (Fiordiligi), Sabrina K\u00f6gel (Dorabella), Armin Kolarczyk (Guglielmo), Bernhard Berchtold (Ferrando), Berit Barfred Jensen (Dorabella), Konstantin Gorny (Don Alfonso)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 12. Dezember 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"karlsruhe-cosi.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/karlsruhe-cosi.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"karlsruhe-cosi.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/karlsruhe-cosi.jpg\" \/><\/a>Ferrando und Guglielmo, zwei junge Soldaten, schw\u00f6ren auf die Treue ihrer Verlobten. Ihr alter Freund Don Alfonso bezweifelt dies, worauf eine Wette \u00fcber die Standhaftigkeit der Frauen abgeschlossen wird. Alfonso weiht Despina, die Dienerin der beiden Damen, in die Intrige ein. Vorgaukelnd, in den Krieg zu ziehen, kehren die beiden M\u00e4nner verkleidet zur\u00fcck und \u00fcberpr\u00fcfen Standhaftigkeit der Frauen. Als bei einer vorget\u00e4uschten Hochzeit die \u201eeigentlichen\u201c Liebhaber zur\u00fcckkehren, erreicht die Handlung ihren dramatischen H\u00f6hepunkt&#8230;<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nBei einer Flasche Rotwein beginnt die Oper im Gemach Don Alfonsos. Ort des Geschehens ist ein heruntergekommener italienischer Palazzo auf einer Drehb\u00fchne, der dem Libretto entsprechend zwischen Au\u00dfen- und Innenansichten wechselt. Jede Szene bekommt ihr eigenes B\u00fchnenbild, der Chor \u2013 in dieser Oper nicht b\u00fchnenrelevant \u2013 agiert im Orchestergraben. Statt eines Schiffes geleitet ein wei\u00dfer Schwan die zwei Soldaten aufs Meer. Verkleidet kehren die beiden in langen orientalischen Gew\u00e4ndern mit Turban zur\u00fcck. B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme sind abwechslungsreich. Am Ende bleibt offen, wer nun eigentlich zu wem geh\u00f6rt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDem Dirigenten <strong>Jochem Hochstenbach<\/strong> gelang es, der wohl farbenreichsten Mozartoper feinste Nuancen im Klangbild abzugewinnen. <strong>Sabrina K\u00f6gel <\/strong>(Dorabella) beeindruckte in der Arie<em> Smanie implacabili \u2013 Unerbittliche Qualen<\/em> mit ihrem dunklen, leicht luftdurchdrungenen und stets kr\u00e4ftigen Timbre. Das Duett mit <strong>Armin Kolarczyk<\/strong> <em>Il core vi dono \u2013 Das Herz schenk ich Euch<\/em> verdient es, eigens hervorgehoben zu werden. Die gesangliche und schauspielerische \u00dcberzeugungskraft l\u00e4\u00dft nichts zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Beachtenswert ist vor allem Kolarczyks Versiertheit, sich glaubw\u00fcrdig in den Rollen des Soldaten und des Liebhabers zurechtzufinden. Sein sonorer Bariton kommt nicht zuletzt in <em>Donne mie la fate a tanti \u2013 Meine Frauen, so macht ihr\u2019s mit allen<\/em> eindrucksvoll zur Geltung. Ebenso sein grollendes <em>Se bevessero del tossico \u2013 Wenn sie doch Gift tr\u00e4nken<\/em>, das sich eindrucksvoll in die tr\u00fcgerische Idylle des Festbanketts mischt. Dagegen h\u00e4tte man sich von <strong>Bernhard Berchthold<\/strong> (Ferrando), stimmlich gesehen ebenfalls eine gute Wahl, etwas mehr Pathos gew\u00fcnscht. Das <em>Un\u2019aura amorosa \u2013 Ein liebenswertes Gesicht<\/em> war sch\u00f6n, jedoch leider etwas h\u00f6lzern und statisch gesungen. Sein <em>Tradito, schernito \u2013 Verraten, verspottet<\/em> brachte er mit seinem leicht nasalen, geschmeidigen Tenor ausdruckslos \u00fcber die B\u00fchne. Ganz anders dagegen Berit <strong>Barfred Jensen<\/strong> (Despina): Ihr klarer Sopran pa\u00dft sehr gut zu der Rolle einer koketten Kammerzofe. Vor allem ihre Verkleidungsszenen als Medicus und Notar begeisterten das Publikum. <strong>Konstantin Gorny<\/strong> gab einen tadellosen Don Alfonso zum besten. Bald zynisch, bald bes\u00e4nftigend fand er sich in seiner Rolle gut zurecht. Enorm war <strong>Kirsten Blaise<\/strong> als Fiordiligi, besonders ihre mit Leichtigkeit genommenen Dezimspr\u00fcnge in <em>Per pieta ben mio perdono \u2013 Bitte, mein Liebster, verzeih mir<\/em>. Hier gelang nicht nur der im pianissimo gehaltenen Beginn vollendet, vor allem auch in den erforderlichen tiefen Lagen brillierte sie mit gro\u00dfer Beweglichkeit und klanglicher Substanz.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin rundum gelungener Abend. Alles verschmolz zu einem koh\u00e4renten Gesamtbild, das auch bez\u00fcglich der Inszenierung nur gelobt werden kann. Sie \u00fcberrascht den Zuschauer mit am\u00fcsanten Details, die an keiner Stelle zu \u00fcbertriebener Komik oder zwanghafter Aktualisierung f\u00fchren, und zeugt von gro\u00dfem musikalischen Verstand und Respekt vor dem Werk. Nicht zuletzt in der erw\u00e4hnten Szene mit dem Schwan wei\u00df der Regisseur in passenden Momenten, Tragik und Komik eindrucksvoll mit einander zu verbinden.<br \/>\nDaniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Jacqueline Krause-Burberg<br \/>\nDas Bild zeigt: Armin Kolarczyk (Guglielmo), Sabrina K\u00f6gel (Dorabella), Bernhard Berchtold (Ferrando), Kirsten Blaise (Fiordiligi)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 &#8211; 1791), Dramma giocoso in zwei Akten Libretto: Lorenzo da Ponte Regie: Achim Thorwald, B\u00fchne: Christian Floeren, Kost\u00fcme: Doris Hermann, Licht: Gerd Meier, Dramaturgie: Margrit Poremba Dirigent: Jochem Hochstenbach, Badische Staatskapelle und Staatsopernchor Solisten: Kirsten<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=959\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[91,1],"tags":[],"class_list":["post-959","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-karlsruhe-badisches-staatstheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/959","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=959"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/959\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1223,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/959\/revisions\/1223"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=959"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=959"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=959"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}