{"id":957,"date":"2009-12-15T22:38:58","date_gmt":"2009-12-15T20:38:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=957"},"modified":"2010-03-21T13:25:45","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:45","slug":"bremen-theater-am-goetheplatz-die-fledermaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=957","title":{"rendered":"Bremen, Theater am Goetheplatz &#8211; DIE FLEDERMAUS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Strau\u00df d.J. (1825-1899), Operette in drei Akten, Text: Richard Gen\u00e9e nach der Kom\u00f6die Le R\u00e9veillon von Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy, deutsche Bearbeitung: Karl Haffner, UA: 1874, Wien<br \/>\nRegie: Christian Schuller, Ausstattung: Jens Kilian, Choreographie: Jacqueline Davenport, Licht: Christian Kemmetm\u00fcller<br \/>\nDirigent: Markus Poschner, Bremer Philharmoniker und Chor, Einstudierung: Tarmo Vaask<br \/>\nSolisten: Jochen Kupfer (Gabriel von Eisenstein), Patricia Andress (Rosalinde), Karsten K\u00fcsters (Frank), Nadja Stefanoff (Prinz Orlofsky), Christian-Andreas Engelhardt (Alfred), Moritz Gogg (Dr. Falke), Sara Hershkowitz (Adele), Wolfgang Stumph (Frosch, Sprechrolle)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 11. Dezember 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/bremen-fledermaus.jpg\" TITLE=\"bremen-fledermaus.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/bremen-fledermaus.jpg\" ALT=\"bremen-fledermaus.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Dr. Falke r\u00e4cht sich f\u00fcr die Blo\u00dfstellung, die er durch seinen Freund Gabriel von Eisenstein erfahren hat, indem er ihn, der eigentlich ins Gef\u00e4ngnis mu\u00df, auf ein n\u00e4chtliches Fest mitnimmt. Dort beim Prinzen Orlofsky gibt sich Eisenstein als Marquis aus und ist von einer ungarischen Gr\u00e4fin fasziniert. Tats\u00e4chlich ist es seine verkleidete Frau Rosalinde, die er nicht erkennt. Diese ist von Falke auf das Fest gelockt worden mit dem Hinweis, ihr Ehemann sei dort und nicht im Gef\u00e4ngnis. Sie nimmt ihm seine Taschenuhr ab und beweist sp\u00e4ter damit seine Untreue. Rosalinde hat ihrerseits auch ein Techtelmechtel hinter sich, indem sie sich w\u00e4hrend der Abwesenheit ihres Gatten mit ihrem Verehrer Alfred traf, der anstelle ihres Gatten ins Gef\u00e4ngnis ging. Berauscht schlie\u00dfen Einsenstein und der Gef\u00e4ngnisdirektor Frank auf dem Fest Freundschaft. Am n\u00e4chsten Morgen kommt das gro\u00dfe Erwachen: Eisenstein soll nun seine Strafe absitzen, findet aber Alfred in seiner Zelle vor, wodurch er durchschaut, was seine Frau getan hat, aber er mu\u00df sich zur\u00fcckhalten angesichts der wieder aufgetauchten Taschenuhr, die seine Frau ihm als Marquis abgenommen hatte.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre begegnen sich Eisenstein und Falke als Schmetterling und Fledermaus verkleidet. Dann \u00f6ffnet sich der Vorhang zu den beiden ersten Akten, in denen B\u00fchnenbild wie Kost\u00fcme in rot-schwarzen Farbt\u00f6nen gehalten sind. Demgegen\u00fcber dominieren die grau-gr\u00fcnen Papp-Gef\u00e4ngnismauern im dritten Akt, auf denen T\u00fcr und Schubladen mit Kreide aufgemalt werden, um sie dann zu \u00f6ffnen. Auf einer dreh- und senkbaren Scheibe, die sich in einem wie eine Kameralinse auf und zugehenden Loch befindet, treffen sich Rosalinde und ihr Verehrer Alfred zu ihrem Sch\u00e4ferst\u00fcndchen, sie im Dirndl, er mit wallenden wei\u00dfen Umh\u00e4ngen und einer riesigen Federboa auf dem Kopf. Prinz Orlofsky ist eine sch\u00f6n anzuschauende Frau mit abstehendem Blondhaar und schwarzem netzartigen Kost\u00fcm. Zusammen mit der strapsbestrumpften und in einer Korsage steckenden Kammerzofe Adele bewegt sie sich in einem gl\u00e4sernen Trichter.<br \/>\nChristian Schuller setzt die kaiserlich-k\u00f6nigliche Operette weder in die Jetzt-Zeit, noch h\u00e4ngt er ihr Gesellschaftskritisches an. Er peppt das Libretto mit sch\u00f6nen, teilweise erotisch anmutenden, symmetrischen Phantasiebildern auf. Anstelle eines Walzers wird auf Rollschuhen getanzt, es schwingt Ironie auf allen Ebenen mit. Der s\u00e4chselnde <strong>Wolfgang Stumph<\/strong> als Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter Frosch gibt seine Sprechrolle mit einer kabarettistischen Einlage zu aktuellen politischen und kulturellen Themen, die den Verlauf der Operette unterbricht.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie Operette wird erst durch die mitrei\u00dfende und meisterhaft orchestrierte Komposition von Johann Strauss zum Erlebnis. Gleich zu Beginn stellt schon die motivreiche Ouvert\u00fcre an alle Musiker h\u00f6chste Anforderungen. Die Bremer Philharmoniker unter ihrem Dirigenten Markus Poschner meisterten alles mit Bravour. Der Chor tanzt zu Beginn des zweiten Aktes konfettiwerfend durch die T\u00fcren des Zuschauerraumes auf die B\u00fchne und pr\u00e4sentiert die bekannten Melodien mit klangstarker B\u00fchnenpr\u00e4senz. Alle S\u00e4nger mit Ausnahme des stimmlich etwas abfallenden <strong>Christian Andreas Engelhard<\/strong> (Alfred) singen auf hohem Niveau. Allen voran \u00fcberzeugen die Stimmen von <strong>Jochen Kupfer<\/strong> (Eisenstein), <strong>Sara Hershkowitz<\/strong> (Adele) und <strong>Nadja Stefanoff<\/strong> (Prinz Orlofsky). Dazu spielen sie mit gekonnter \u00dcbertreibung. <strong>Patricia Andress\u2019<\/strong> (Rosalinde) volle Opernstimme wirkt etwas schwerf\u00e4llig und die von ihr verk\u00f6rperte ungarische Gr\u00e4fin etwas zu brav, doch pa\u00dft sie schauspielerisch gut zu ihrem d\u00fcmmlichen Liebhaber Alfred. Auch <strong>Moritz Gogg<\/strong> (Dr. Falke) und <strong>Bert Coumnas<\/strong> (Dr. Blind) liefern eine stimmige Leistung ab.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nWider Erwarten und nach der Blamage an der Berliner Staatsoper eine wohl gelungene Auff\u00fchrung, die in sch\u00f6n gestalteten Bildern schwelgt und dem Rauschhaften in dieser Operette nachkommt. Stimmlich und musikalisch bewegt sie sich auf h\u00f6herem Niveau als so manche Operninszenierung und das &#8211; was in den heutigen Zeiten bemerkenswert ist &#8211; nirgends unter die G\u00fcrtellinie gehend oder in den Klamauk abgleitend.<br \/>\nCarola Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Sara Hershkowitz (Kammerzofe Adele) und Nadja Stefanoff (Prinz Orlofsky)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Strau\u00df d.J. 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