{"id":953,"date":"2009-12-10T23:37:57","date_gmt":"2009-12-10T21:37:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=953"},"modified":"2010-03-21T13:25:46","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:46","slug":"aachen-theater-falstaff","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=953","title":{"rendered":"Aachen, Theater &#8211; FALSTAFF"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Guiseppe Verdi (1813 &#8211; 1901), Commedia lirica in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach William Shakespeares Die lustigen Weiber von Windsor und Heinrich IV., UA: 1893, Mailand, Teatro della Scala<br \/>\nRegie: Alexander von Pfeil, B\u00fchne: Piero Vinciguerra, Kost\u00fcme: Sabine Blickensdorfer, Dramaturgie: Kai Wessler, Beleuchtung: Hartmut Litzinger<br \/>\nDirigent: Daniel Jakobi, Sinfonieorchester Aachen, Opernchor Theater Aachen, Choreinstudierung: Frank Flade<br \/>\nSolisten: Stefan Stoll (Sir John Falstaff), Martin Berner (Ford), Louis Kim (Fenton), Lasse Penttinen (Dr. Cajus), Ralf Rachbauer (Bardolfo), Pawel Lawreszuk (Pistola), Irina Popova (Alice Ford), Eva Bernard (Nannetta), Leila Pfister (Mrs.Quickly), M\u00e9lanie Forgeron (Meg Page)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 5. Dezember 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"aachen-falstaff.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/aachen-falstaff.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"aachen-falstaff.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/aachen-falstaff.jpg\" \/><\/a>Sir John Falstaff befindet sich einerseits in einer pers\u00f6nlichen, andrerseits in einer finanziellen Krise. Um beidem abzuhelfen versucht er, sich zugleich den beiden wohlhabenden Damen Alice Ford und Meg Page zu n\u00e4hern. Die beiden Damen beschlie\u00dfen, nachdem sie das doppelte Spiel bemerkt haben, sich einen Spa\u00df aus dem l\u00fcsternen Falstaff machen. Das mit ihm stattfindende Rendezvous wird durch den eifers\u00fcchtigen Mr. Ford vereitelt. Gemeinsam mit der Nachbarin Mrs.Quickly wird ein neuerliches Treffen unter der sogenannten Herne-Eiche arrangiert. Falstaff soll hier mit einem Geweih auf dem Kopf erscheinen. Nat\u00fcrlich folgt er der Einladung und wird zur verabredeten Stunden von wunderlich maskierten Gestalten umzingelt. Unter den Verkleideten entdeckt er jedoch seinen fr\u00fcheren Bediensteten Bardolfo und l\u00f6st damit den Verkleidungsreigen auf. Obzwar er nun \u201eder Geh\u00f6rnte\u201c ist, schlie\u00dft er zu guter Letzt milde resigniert mit <em>Tutto nel mondo \u00e8 burla \u2013 Der Mensch an sich ist l\u00e4cherlich<\/em>.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nSchauplatz des Geschehens ist eine Liegewiese. Der Orchestergraben k\u00f6nnte als ein dazu geh\u00f6render Swimmingpool betrachtet werden. Die S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen sind vielfach in Badebekleidung zu sehen, einzig Falstaff ist durchgehend mit einem mehr oder weniger vollst\u00e4ndigen Anzug kost\u00fcmiert. Die Kulissen des B\u00fchnenbildes wirken in Kombination mit den eingangs eingespielten Vogelstimmen realistisch, zudem agieren die Darstellenden gro\u00dfenteils mit Nat\u00fcrlichkeit. Nach der Pause im dritten Akt schl\u00e4gt das bis dahin fr\u00f6hliche Geschehen deutlich um: Mrs. Quickly tr\u00e4gt auf einmal schwarze Strapse unter dem gelben Bademantel, windet sich um einen Laternenpfahl und hantiert auff\u00e4llig mit Seilen; Nannetta raucht mit Fenton und einem anderen M\u00e4dchen einen Joint. Hernach singt sie ein Lasso schwingend ihre Feen-Arie. Falstaff wird mit nacktem Oberk\u00f6rper von Mrs. Quickly und Mrs. Page gefesselt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Stefan Scholl<\/strong> als Falstaff zeigt sich im Verlauf der langen und anspruchsvollen Titelpartie als durchgehend stimmgewaltig; seine Stimme ist tragf\u00e4hig und abwechslungsreich im Ausdruck. Weicher Sch\u00f6nklang ist bei <strong>Martin Berner<\/strong> (Ford) zu h\u00f6ren; zudem ist das Entsetzen \u00fcber seine vermeintlich untreue Gattin im zweiten Akt f\u00fcr die Zuh\u00f6renden gut nachf\u00fchlbar. <strong>Irina Popova<\/strong> (Alice Ford) und <strong>M\u00e9lanie Forgeron<\/strong> (Meg Page) wirken im ersten Akt etwas unsicher und zur\u00fcckhaltend, vor allem im Ensemblegesang. Nach der Pause pr\u00e4sentiert sich jedoch vor allem Erstere mit weicher H\u00f6he und sch\u00f6nem Vibrato. <strong>Leila Pfister<\/strong> gef\u00e4llt durch ihren kraftvollen Stimmeinsatz, pr\u00e4zise Artikulation und durch die Wandlungsf\u00e4higkeit, mit der sie ihre gro\u00dfe Mezzosopranstimme einzusetzen wei\u00df. Besonders erfreulich anzuh\u00f6ren ist au\u00dferdem <strong>Louis Kim<\/strong> als Fenton, trotz leichter Ansatzschwierigkeiten bei den hohen T\u00f6nen. Seine Partnerin ist eine schauspielerisch sehr pr\u00e4sente <strong>Eva Bernard<\/strong>. Allerdings h\u00e4lt ihr Gesang nicht immer, was ihr Spiel verspricht: Ihre Stimme klingt nicht ganz so frei, wie eine junge, unschuldige und verliebte Nannetta idealerweise klingen sollte. <strong>Ralf Rachbauer<\/strong> (Bardolfo) und <strong>Pawel Lawreszuk<\/strong> (Pistola) wirken insgesamt etwas h\u00f6lzern und ihre Stimmen sind teilweise ganz vibratolos. Das <strong>Orchester<\/strong> klingt zackig und wird unter der Leitung von <strong>Daniel Jakobi<\/strong> dem kom\u00f6diantischen Aspekt der Oper durchaus gerecht, jedoch werden die Solisten bei den Forte-Stellen zum Teil \u00fcberdeckt. Exaktes und sicheres Spiel in Verbindung mit ebensolchem Gesang ist im Verlauf der Schlu\u00dffuge zu h\u00f6ren.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine im ersten und zweiten Akt zun\u00e4chst sehr eing\u00e4ngige und gef\u00e4llige szenische Gestaltung. Die kom\u00f6diantischen Elemente werden wirkungsvoll umgesetzt. Es ist eine durchgehend stimmige Darstellung durch die Akteure zu sehen. Etwas unn\u00f6tig und fast st\u00f6rend seitens der Regie sind im dritten Akt die fortw\u00e4hrenden und etwas zu geh\u00e4uft auftretenden sexuellen Anspielungen. Nach dem vielversprechenden Start entt\u00e4uscht dieser Teil nach der Pause etwas. Trotzdem kann dem Regisseur zugute gehalten werden, da\u00df es ihm durchweg gelungen ist, den S\u00e4ngern darstellerische und musikalische Echtheit abzugewinnen. Als Belohnung hierf\u00fcr bekommen sowohl die Interpreten als auch die \u201eSchwarzen\u201c (Regie, Kost\u00fcme, Beleuchtung) Bravorufe der zufriedenen Zuschauer.<br \/>\nRaika Simone Maier<\/p>\n<p>Bild: Carl Brunn<br \/>\nDas Bild zeigt von li nach re: M\u00e9lanie Forgeron,\u00a0 (Meg Page),  Stefan Stoll (Sir John Falstaff), Leila Pfister (Mrs.Quickly)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Guiseppe Verdi (1813 &#8211; 1901), Commedia lirica in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach William Shakespeares Die lustigen Weiber von Windsor und Heinrich IV., UA: 1893, Mailand, Teatro della Scala Regie: Alexander von Pfeil, B\u00fchne: Piero Vinciguerra, Kost\u00fcme: Sabine<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=953\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[61,1],"tags":[],"class_list":["post-953","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aachen-stadttheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/953","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=953"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/953\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1227,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/953\/revisions\/1227"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=953"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=953"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=953"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}