{"id":951,"date":"2009-12-16T14:59:26","date_gmt":"2009-12-16T12:59:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=951"},"modified":"2010-03-21T13:25:44","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:44","slug":"stockholm-konigliche-oper-elektra","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=951","title":{"rendered":"Stockholm, K\u00f6nigliche Oper &#8211; ELEKTRA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Trag\u00f6die in einem Aufzug, Text von Hugo von Hofmannsthal, UA: Dresden 1909<br \/>\nRegie: Stefan Valdemar Holm, B\u00fchne\/Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Dramaturgie: Stefan Johansson<br \/>\nDirigent: Pier Giorgio Morandi, K\u00f6nigliche Hofkapelle, Ch\u00f6r der K\u00f6niglichen Oper, Einstudierung: Folka Alin und Christina H\u00f6rnell<br \/>\nSolisten: Katarina Dalayman (Elektra), Marianne Ekl\u00f6f (Klyt\u00e4mnestra), Emma Vetter (Chrysothemis), Johan Edholm (Orest), Magnus Kyhle (Aegisth), Agneta Lundgren (Vertraute), Barbro Hillerud (Schlepptr\u00e4gerin), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 12. Dezember 2009<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/stockholm-elektra.jpg\" TITLE=\"stockholm-elektra.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/stockholm-elektra.jpg\" ALT=\"stockholm-elektra.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Agamemnon, der K\u00f6nig von Mykene, ist nach seiner siegreichen Heimkehr von Troja von seiner untreuen Gattin Klyt\u00e4mnestra und ihrem Liebhaber Aegisth heimt\u00fcckisch erschlagen worden. Seine Tochter Elektra erwartet schon seit langer Zeit die Ankunft ihres Bruders Orest, der den Tod seines Vaters r\u00e4chen soll. Eigentlich h\u00e4tte Orest nach dem Willen seiner Mutter bereits als Knabe umgebracht werden sollen, doch Elektra ist es gelungen, ihn rechtzeitig fort und in Sicherheit bringen zu lassen. Da werden zwei M\u00e4nner gemeldet, die der von Tr\u00e4umen geplagten Klyt\u00e4mnestra eine gute Nachricht zu bringen vorgeben: Orest sei bei einem Unfall umgekommen. Doch tats\u00e4chlich handelt es sich bei einem von ihnen um niemand als anderen als Orest selbst. Er t\u00f6tet seine Mutter und Aegisth. Elektra steigert sich vor Freude in einen ekstatischen Tanz und stirbt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Platz f\u00fcr die szenische Aktion ist sehr klein. Von zwei riesigen blutroten Bl\u00f6cken mit einem schmalen Gang dazwischen wird er auf den \u00e4u\u00dferen Rand der Rampe begrenzt. Die S\u00e4nger agieren zumeist ins Publikum gewandt. Dies hat auch dank der gro\u00dfen N\u00e4he der Darsteller zu den Zuschauern zwei Dinge zur Folge: zum einen eine ungew\u00f6hnliche Deutlichkeit der mimischen Aktion und zum anderen eine gute Verst\u00e4ndlichkeit der Textaussprache bei allen S\u00e4ngern. Die Kost\u00fcme sind klassisch schlicht gehalten, abgesehen von ein paar neumodischen Einschl\u00e4gen wie den St\u00f6ckelschuhen der Darstellerinnen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas Orchester spielte wegen des begrenzten Platzes in dem f\u00fcr kontinentale Verh\u00e4ltnisse eher kleinen Stockholmer Opernhaus in kleinerer Besetzung als sie die Partitur vorsieht. Dementsprechend haben es die S\u00e4nger zwar ein wenig \u201eleichter\u201c, gegen die au\u00dferordentlich dichte Textur von Strauss\u2019 Orchester anzukommen, und sie k\u00f6nnen an einigen Stellen feinere Nuancen anbringen. Doch bedeutet das nicht, das an diesem Abend \u201eleichte\u201c Stimmen zu h\u00f6ren gewesen w\u00e4ren, ganz im Gegenteil: Die S\u00e4ngerinnen der weiblichen Hauptrollen verf\u00fcgen \u00fcber ein imponierendes Material und verm\u00f6gen ihre starken Spitzent\u00f6ne sicher und durchschlagend zu setzen und dabei auch noch Klangsch\u00f6nheit zu wahren. <strong>Katarina Dalayman<\/strong> (Elektra) hat in der Titelpartie ein musikalisch \u00fcber jeden Zweifel erhabenes Rollendeb\u00fct abgelegt und spielte mit viel Bewegung. <strong>Emma Vetter<\/strong> (Chrysothemis) pr\u00e4sentierte ihre Partie mit einer vor allem in der hohen Lage metallischen, jugendlich schlanken Stimme. Die Partie der Klyt\u00e4mnestra, gesungen von <strong>Marianne Ekl\u00f6f<\/strong>, war dagegen, ganz wie es das Libretto erfordert, mit einer reifen Stimme besetzt. Bewundernswert ist ihre Darstellung der von Angst zerm\u00fcrbten M\u00f6rderin, in der sie viel Mut zur H\u00e4\u00dflichkeit beweist. Wie <strong>Magnus Kyhle<\/strong> (Aegisth) bewegte sie sich schwankend, wie angetrunken \u00fcber die B\u00fchne, gest\u00fctzt auf <strong>Agneta Lundgren<\/strong> (Vertraute) und <strong>Barbro Hillerud<\/strong> (Schlepptr\u00e4gerin), die wie alle Darstellerinnen dieser Inszenierung schauspielerisch gekonnt und sicher ihre Rollen spielten. <strong>Johan Edholm<\/strong> (Orest) singt mit voller, ein wenig gedeckt klingender Stimme. Gestisch agiert er gut, mimisch ist er allerdings ein wenig zu einf\u00f6rmig. Unter der Leitung von <strong>Pier Giorgio Morandi<\/strong> ging das <strong>Orchester<\/strong> trotz der vielen kompakten Kl\u00e4nge stets in seiner eigentlichen Aufgabe auf, was im Fall der <em>Elektra<\/em> h\u00f6chstes Lob verdient, n\u00e4mlich die S\u00e4nger zu begleiten, ohne sie zu \u00fcberdecken. Dabei wirkte die Musik bei aller Wuchtigkeit erstaunlich wenig schwerf\u00e4llig.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDer Gesamteindruck dieser musikalisch hervorragenden und klassisch streng inszenierten Stockholmer <em>Elektra<\/em> ist durchaus packend und das, ohne auf drastische Bilder zur\u00fcckgreifen zu m\u00fcssen. Die Regie respektiert die Hofmannsthalsche Textvorlage, und vor allem die Personenf\u00fchrung ist in sich vollkommen stimmig, was das Premierenpublikum zu sch\u00e4tzen wu\u00dfte. Es feierte neben S\u00e4ngern und Orchester auch die gelungene Inszenierung, die die Spannung st\u00e4ndig auf hohem Niveau zu halten vermag. In deren Zentrum stehen die drei S\u00e4ngerinnen der Hauptpartien, die ihre Charaktere scharf herausarbeiten und dabei darstellerisch wie stimmlich begeistern.<br \/>\nDr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Carl Thorborg<br \/>\nDas Bild zeigt: Marianne Ekl\u00f6f (Klyt\u00e4mnestra), Bildmitte und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), Trag\u00f6die in einem Aufzug, Text von Hugo von Hofmannsthal, UA: Dresden 1909 Regie: Stefan Valdemar Holm, B\u00fchne\/Kost\u00fcm: Bente Lykke M\u00f8ller, Licht: Torben Lendorph, Dramaturgie: Stefan Johansson Dirigent: Pier Giorgio Morandi, K\u00f6nigliche Hofkapelle, Ch\u00f6r der K\u00f6niglichen Oper,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=951\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,96],"tags":[],"class_list":["post-951","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-stockholm-konigliche-oper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/951","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=951"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/951\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1224,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/951\/revisions\/1224"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=951"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=951"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=951"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}