{"id":949,"date":"2009-12-09T12:13:12","date_gmt":"2009-12-09T10:13:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=949"},"modified":"2010-03-21T13:25:48","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:48","slug":"freiburg-theater-tosca","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=949","title":{"rendered":"Freiburg, Theater &#8211; TOSCA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1900, Rom, Teatro Costanzi<br \/>\nRegie: Jarg Pataki, B\u00fchne: Anne B\u00f6rnsen, Kost\u00fcme: Sandra M\u00fcnchow, Beleuchtung: Markus B\u00f6nzli, Dramaturgie: Dominica Volkert<br \/>\nDirigent: Fabrice Bollon, Orchester: Philharmonisches Orchester und Chor sowie Extrachor und Kinderchor des Theater Freiburg, Einstudierung: Bernhard Moncado<br \/>\nSolisten: Rosella Ragatzu (Floria Tosca), German Vill\u00e1r (Mario Cavaradossi), Peteris Eglitis (Baron Scarpia), Cesare Angelotti (Cesare Angelotti), Jin Seok Lee (Mesner), Roberto Gionfriddo (Spoletta), Pascal Hufschmid (Sciarrone), Kyoungmin Cha (Schlie\u00dfer), Ole G\u00e4rtner (Hirtenknabe)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 5. Dezember 2009<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"freiburg-tosca.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/freiburg-tosca.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"freiburg-tosca.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/freiburg-tosca.jpg\" \/><\/a>Rom im Jahr 1800. Der politische Gefangene Angelotti fl\u00fcchtet in eine Kirche, wo er auf den Maler Cavaradossi trifft, der ihm Hilfe verspricht. Da erscheint unerwartet die Operns\u00e4ngerin Floria Tosca, die Cavaradossi liebt, und die hinter seiner ungew\u00f6hnlichen Zur\u00fcckhaltung eine andere Frau vermutet. Sp\u00e4ter macht sich Roms Polizeichef Scarpia ihre Eifersucht zunutze. In der folgenden Nacht l\u00e4\u00dft Scarpia Cavaradossi foltern. Tosca, die er dabei verh\u00f6rt, ertr\u00e4gt Cavaradossis Qualen bald nicht mehr und verr\u00e4t Angelottis Versteck. Scarpia will den Maler dennoch wegen Hochverrats hinrichten lassen. Daraufhin ringt Tosca Scarpia das Versprechen ab, Cavaradossi nur zu Schein erschie\u00dfen und sie beide fl\u00fcchten zu lassen, wenn sie sich daf\u00fcr Scarpia hingibt. Er willigt ein, Tosca aber ersticht ihn. Im Morgengrauen eilt sie zu Cavaradossi. Der Polizeichef hatte gelogen: Cavaradossi wird tats\u00e4chlich erschossen, und Tosca w\u00e4hlt den Freitod.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIm ersten Akt besteht die Kirche St. Andrea della Valle aus einem beinahe leeren Raum mit wei\u00dfer Leinwand, die einzig von einer bunten Rosette im Hintergrund als Kirche kenntlich gemacht wird. Diese Rosette wird dann im zweiten Akt, der im nun komplett leeren und jetzt in schwarz gehaltenen Palazzo Farnese spielt, zu einer Art Rundportal umfunktioniert. Die oberste Plattform der Engelsburg im dritten Akt zeigt ein Feld, das voll von Hingerichteten ist und auf dem ein Hirtenknabe, laut Libretto eigentlich nur aus der Ferne zu h\u00f6ren, die Leichen fleddert. Tosca wird am Ende, anstatt zu springen, erschossen. Hinsichtlich der Kost\u00fcme wird hingegen weitgehend Werkn\u00e4he gewahrt: Cavaradossi hat Farbkleckse auf der Hose und wird von Soldaten erschossen, Scarpia tr\u00e4gt eine Uniform und befiehlt im ersten Akt einem Mesner im kirchlichen Gewand. Auf Requisiten wird nur dann nicht verzichtet, wenn sie f\u00fcr die Handlung absolut notwendig sind, wie z. B der Brotkorb im ersten Akt, der Scarpia als Hinweis auf Angelotti dient, oder Toscas Haardnadel im zweiten Akt, die sie als Dolch benutzt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Rossella Ragatzus<\/strong> hochdramatische Darstellung der Tosca darf nahezu ideal genannt werden. Den technischen Anspr\u00fcchen dieser anspruchsvollen Partie ist sie gewachsen. Eine geschmeidige Linienf\u00fchrung, klare Artikulation und glanzvolle hohe T\u00f6ne untermauern ihre rundum gelungene Leistung, auch auf schauspielerischer Seite. So wird die Arie <em>Vissi d\u00b4arte \u2013 Ich lebte f\u00fcr die Kunst<\/em> im zweiten Akt zum H\u00f6hepunkt der Auff\u00fchrung. Nicht nur Cavaradossis ber\u00fchmtes <em>E lucevan le stelle \u2013 Und die Sterne gl\u00e4nzten<\/em> gl\u00fcckt dem klangliche W\u00e4rme verstrahlenden Tenor <strong>Germ\u00e1n Villar<\/strong> ausgezeichnet. Auch in Sachen Tonsch\u00f6nheit und Ausdrucksst\u00e4rke erweist er sich als ebenb\u00fcrtiger Partner der Ragatzu. Das Trio der Hauptdarsteller vervollst\u00e4ndigt <strong>Peteris Eglitis<\/strong>, der als Scarpia nicht nur gesanglich, sondern auch schauspielerisch genau die b\u00f6se Pr\u00e4senz ausstrahlt, wie sie f\u00fcr den Part des sadistischen Polizeichefs ben\u00f6tigt wird. In den kleineren Rollen kann am meisten <strong>Jin Seok Lees<\/strong> als Mesner f\u00fcr sich einnehmen, da er mit seinem klaren und dunkel gef\u00e4rbten Ba\u00df bis in die hintersten Reihen dringt. <strong>Roberto Gionfriddo<\/strong> gibt den Spoletta mit geradezu diabolischer Freude am Chargendasein, dagegen bleibt <strong>Neal Schwantes<\/strong> als Angelotti eher unauff\u00e4llig. Wunderbar durchschlagskr\u00e4ftig und deutlich gestalten der <strong>Opernchor<\/strong> sowie der <strong>Extra- und Kinderchor des Theater Freiburg<\/strong> ihre kurzen Auftritte. Einen emotional aufgeladenen, klangfarblich fein nuancierten und transparenten Puccini-Klang erzeugt das <strong>Philharmonische Orchester Freiburg<\/strong> unter <strong>Fabrice Bollon<\/strong>. Dabei klingen Puccinis Streicherkantilenen und Holzbl\u00e4sermelodien manchmal ein wenig zu lyrisch, um zu dieser realistischen Handlung zu passen. Die musikalischen Sch\u00f6nheiten des Werks kommen voll zur Geltung.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nSchon allein musikalisch lohnt die Freiburger<em> Tosca<\/em> unbedingt. Nicht nur das Solistentrio ist hervorragend besetzt, auch der Rest des Ensembles und das Orchester sind vollkommen Puccini-tauglich. Die Inszenierung erweist sich als harmlos im besten Sinne des Wortes, da sie der Musik nicht im Weg steht.<br \/>\nAron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Maurice Korbel<br \/>\nBild zeigt: Rossella Ragatzu (Tosca), Germ\u00e1n Villar (Cavaradossi)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper, Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1900, Rom, Teatro Costanzi Regie: Jarg Pataki, B\u00fchne: Anne B\u00f6rnsen, Kost\u00fcme: Sandra M\u00fcnchow, Beleuchtung: Markus B\u00f6nzli, Dramaturgie: Dominica Volkert Dirigent: Fabrice Bollon, Orchester: Philharmonisches Orchester und Chor sowie<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=949\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82,1],"tags":[],"class_list":["post-949","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freiburg-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/949","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=949"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/949\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1229,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/949\/revisions\/1229"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=949"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=949"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=949"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}