{"id":937,"date":"2009-12-07T23:13:29","date_gmt":"2009-12-07T21:13:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=937"},"modified":"2010-03-21T13:25:49","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:49","slug":"augsburg-theater-zar-und-zimmermann","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=937","title":{"rendered":"Augsburg, Theater &#8211; ZAR UND ZIMMERMANN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Albert Lortzing (1801-1851), Komische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 1837 Leipzig, Stadttheater<br \/>\nRegie: Adriana Altaras, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Ingrid Erb, Choreographie: Dimas Casinha, Dramaturg: Ralf Waldschmidt<br \/>\nDirigent: Kevin John Edusei, Philharmonisches Orchester Augsburg, Chor des Theaters Augsburg, Einstudierung: Karl Andreas Mehling, Kinder und Jugendliche der Ballettschule Erich Payer<br \/>\nSolisten: Jan Friedrich Eggers (Peter I.), Roman Payer (Peter Iwanow), Per Bach Nissen (van Bett), Chathrin Lange (Marie), Stephen Owen (Admiral Lefort), Tareq Nazmi (Lord Syndham), Seung-Hyun Kim (Marquis Chateauneuf), Stephanie Hampl (Witwe Browe), Erik Frithjof Grotz (Offizier)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 5. Dezember 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/augsburg-zar-und-zimmermann.jpg\" TITLE=\"augsburg-zar-und-zimmermann.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/augsburg-zar-und-zimmermann.jpg\" ALT=\"augsburg-zar-und-zimmermann.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Bisher unentdeckt befindet sich Zar Peter I. im Jahr 1698 als Zimmergeselle auf der Schiffswerft im holl\u00e4ndischen Saardam. Auch der junge Peter Iwanow, ein Deserteur, treibt sich hier als Zimmermannsgeselle herum. Als der Zar von Aufst\u00e4nden in Moskau erf\u00e4hrt, plant er seine Abreise. Die Nachricht, da\u00df ein Fremder namens Peter auf der Schiffswerft sein Unwesen treibe, versetzt den B\u00fcrgermeister van Bett und die B\u00fcrger Saardams in Aufruhr. Van Bett macht Peter Michaelow, den Zaren, und Peter Iwanow als Fremde ausfindig, und h\u00e4lt Iwanow f\u00fcr den Gesuchten. Als bei einer Hochzeitsfeier herauskommt, da\u00df der Gesuchte der Zar ist, plant van Bett ein Fest f\u00fcr diesen. Da nun alle Iwanow f\u00fcr den Zaren halten, ist dieser willig, ihn zu spielen. Bevor der echte Zar abreist, gibt er Iwanow einen Brief, den er erst in einer Stunde lesen darf. Beim Fest wird der Brief ge\u00f6ffnet, in dem sich der Zar zu erkennen gibt. W\u00e4hrenddessen befindet er sich aber schon auf einem auslaufenden Schiff.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas B\u00fchnenbild von <strong>Ingrid Erb<\/strong> zeigt an R\u00fcck- und Seitenw\u00e4nden das gemalte Panorama einer Stadt (St. Petersburg) mit Hafen. Die mobile R\u00fcckwand wird w\u00e4hrend der Auff\u00fchrung mehrfach auf- und zugezogen, im dritten Aufzug von einem roten Vorhang ersetzt, der zum Schlu\u00df aufgezogen wird und ein Schiff erscheinen l\u00e4\u00dft. Rechts vorne an der B\u00fchne ist ein Steg mit Gel\u00e4nder, \u00fcber den die S\u00e4nger, zum Teil durch die T\u00fcr im Zuschauerraum, die B\u00fchne betreten. So kommt am Anfang Peter I. \u00fcber den Steg auf die B\u00fchne und tauscht dort seine Uniform gegen eine schwarze Kluft. Die Kost\u00fcme der Zimmerleute sind, neben einigen modernen Handwerkerkost\u00fcmen, traditionelle Zunftkleidung in verschiedenen Farben. Die Damen, Jugendlichen und Kinder tragen \u00fcberwiegend typisch holl\u00e4ndische Tracht, allerdings in Kombination mit quietschbunten Str\u00fcmpfen, Gummistiefeln oder anderen modernen Details. Im ersten Aufzug befinden sich anstelle einer Schiffswerft Holzkisten auf der B\u00fchne, in die die Zimmerm\u00e4nner gerahmte Bilder packen. Die Schenke im zweiten Aufzug wird durch Bierb\u00e4nke und -tische dargestellt. W\u00e4hrend der Zar sich im Original w\u00e4hrend des Schlu\u00dfst\u00fccks <em>So scheid&#8216; ich denn von euch<\/em> schon auf dem auslaufenden Schiff befindet, beginnt er es hier am vorderen B\u00fchnenrand, w\u00e4hrend Saardams B\u00fcrger im Standbild verharren. Erst als der Chor einsetzt, geht er auf das Schiff.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nGesanglich brillierte <strong>Seung-Hyun Kim<\/strong> (Marquis) mit einem klaren Tenor, besonders in <em>Lebe wohl, mein flandrisch M\u00e4dchen<\/em>. Dagegen wirkte <strong>Roman Payer<\/strong> (Iwanow), ebenfalls Tenor, eher d\u00fcnn. <strong>Jan Friedrich Eggers<\/strong> (Zar) sang trotz Erk\u00e4ltung einwandfrei und meisterte auch das gesangstechnisch anspruchsvolle Rezitativ mit der Arie <em>Verraten! Von euch verraten<\/em>. <strong>Per Bach Nissen<\/strong> (van Bett) schaffte es, die Komik des selbstgef\u00e4lligen B\u00fcrgermeisters gesanglich und spielerisch darzustellen, ohne dabei ins L\u00e4cherliche abzurutschen. <strong>Cathrin Lange<\/strong> (Marie) wurde mit ihrem jungen, hellen Sopran ihrer Partie gerecht und zeigte in den Sprechpartien auch schauspielerisches K\u00f6nnen. Das Sextett von <strong>Seung-Hyun Kim<\/strong> (Marquis) <strong>Roman Payer<\/strong> (Iwanow), <strong>Jan Friedrich Eggers<\/strong> (Zar), <strong>Stephen Owen <\/strong>(Lefort) <strong>Tareq Nazmi<\/strong> (Lord Syndham) und <strong>Per Bach Nissen<\/strong> (van Bett) gelang besonders gut. Hervorzuheben ist die Leistung des Chors, der die Witzigkeit der Kantate, in der elfmal der gleiche Ton erklingt, gekonnt herausstellte. Kapellmeister <strong>Kevin John Edusei<\/strong> und das <strong>Orchester<\/strong> wurden in das Spielgeschehen mit einbezogen ohne dabei an eigener Spielkraft einzub\u00fc\u00dfen. Doch leider \u00fcbert\u00f6nte das Orchester an vielen Stellen die S\u00e4nger.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nWer dachte, <em>Zar und Zimmermann<\/em> sei nur eine etwas verstaubte Verwechslungskom\u00f6die, wurde hier eines Besseren belehrt: Mit neu hinzugef\u00fcgten Gags erlebten die Zuschauer einen am\u00fcsierenden Abend, der durch Anspielungen auf Gewerkschaftsstreiks, die Augsburger Lokalzeitung und den Weihnachtsmarkt mit aktuellen Bez\u00fcgen angereichert wurde. Dabei wurde im Wesentlichen nicht von Lortzings Text abgewichen. Nachdem w\u00e4hrend der Auff\u00fchrung reichlich gelacht wurde, dankte das Publikum mit langem Applaus.<br \/>\nAnna Setecki<\/p>\n<p>Bild: A. T. Sch\u00e4fer<br \/>\nDas Bild zeigt: den Holzschuhtanz w\u00e4hrend des Festes f\u00fcr den Zaren mit Kindern und Jugendlichen der Ballettschule Payer, links Per Bach Nissen (van Bett)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Albert Lortzing (1801-1851), Komische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto vom Komponisten, UA: 1837 Leipzig, Stadttheater Regie: Adriana Altaras, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Ingrid Erb, Choreographie: Dimas Casinha, Dramaturg: Ralf Waldschmidt Dirigent: Kevin John Edusei, Philharmonisches Orchester Augsburg, Chor des Theaters Augsburg, Einstudierung:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=937\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[127,1],"tags":[],"class_list":["post-937","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-augsburg-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/937","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=937"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/937\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1231,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/937\/revisions\/1231"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=937"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=937"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=937"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}