{"id":932,"date":"2009-11-30T21:40:00","date_gmt":"2009-11-30T19:40:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=932"},"modified":"2010-03-21T13:25:59","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:59","slug":"halle-oper-la-boheme","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=932","title":{"rendered":"Halle, Oper &#8211; LA BOH\u00c8ME"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858 &#8211; 1924), Text: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1. Februar 1896, Turin<br \/>\nRegie: Aron Stiehl, B\u00fchne: J\u00fcrgen Kirner, Kost\u00fcme: Dietlind Konold, Dirigent: Michele Rovetta, Staatskapelle Halle, Chor und Statisterie der Oper Halle, Choreinstudierung: Jens Petereit, Kinderchor der Stadt Halle, Einstudierung: Sabine Bauer<br \/>\nSolisten: Oksana Ratkovska (Mim\u00ec), Anke Berndt (Musetta), Paul O\u2018Neill (Rodolfo), Michael Bachtadze (Marcello), \u00c0sgeir P\u00e1ll \u00c1g\u00fastsson (Schaunard), Ki-Hyun Park (Colline), Olaf Sch\u00f6der (Alcindoro\/Benoit), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung:: 28. November 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"halle-la-boheme.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/halle-la-boheme.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"halle-la-boheme.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/halle-la-boheme.jpg\" \/><\/a>Rodolfo, Marcello, Schaunard und Colline sind bettelarme K\u00fcnstler, doch so sehr es ihnen an Geld mangelt, so voll sind sie von Lebensfreude. Sie f\u00fchren ein unbeschwertes Leben von der Hand in den Mund, bis Rodolfo sich in die sterbenskranke Mim\u00ec verliebt und Marcello seine lebens- und vergn\u00fcgungshungrige Musetta wiedererobert. Inmitten dieses sich stets am\u00fcsierenden Umfelds geht Mim\u00ec zugrunde, und Rodolfo erkennt, da\u00df er, als er Mim\u00ec in ihrer schwersten Zeit aus Selbstschutz verlie\u00df, ihre Liebe verpa\u00dft hat.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas Geschehen fand auf einer Drehb\u00fchne statt, die im ersten Bild von einem gro\u00dfen Raum dominiert wurde, der nach hinten schmaler und niedriger wurde \u2013 also \u00fcberdeutlich perspektivisch \u2013 und innen mit wei\u00dfen Bl\u00e4ttern an den W\u00e4nden versehen war. Die anderen drei Bilder spielten auf der offenen schr\u00e4ggestellten Drehb\u00fchne. Im zweiten und dritten Bild diente der Eiffelturm zur Lokalisierung der Handlung. Die Schr\u00e4ge der B\u00fchne wurde im zweiten Bild genutzt, um schnell und einfach den Ortswechsel von drau\u00dfen in die Bar Momus zu veranschaulichen. Das vierte Bild stellte noch einmal die Wohnung vom Anfang dar, nur jetzt offen und weitl\u00e4ufiger ohne W\u00e4nde \u2013 es wirkte, als wenn Privatbereich und \u00f6ffentlicher Raum verschmolzen w\u00e4ren. Ab Bild zwei waren durchg\u00e4ngig schwarz gekleidete Statisten mehr oder minder im Hintergrund zu erkennen, die sich sichtbar am\u00fcsierten und die Gesellschaft der Bohemiens symbolisierten. So wurde das Mi\u00dfverh\u00e4ltnis zwischen privatem Leid und Sterben und der nach au\u00dfen scheinbar demonstrativen Fr\u00f6hlichkeit und Lebenslust der unmittelbaren Umgebung aufgezeigt.<br \/>\nDie Kost\u00fcme waren den Charakteren angepa\u00dft: Der Dichter Rodolfo war elegant und l\u00e4ssig gewandet, Marcellos Kost\u00fcm war mit Farbklecksen \u00fcbers\u00e4t, Colline kleidete sich bewu\u00dft einfach und spartanisch mit einer schmuddeligen Cordhose und einem Strickpullover und Schaunard sah in seinem dunkelgrauen Anzug galant und fein aus. Musetta zierten aufwendige und auff\u00e4llige Kleider, und Mim\u00ec zeigte sich zun\u00e4chst mit Leggings, mit einer karierten kurzen Hose dar\u00fcber sowie einem schwarzen J\u00e4ckchen. Im vierten Bild trug sie, da sie von einem reichen Herrn ausgehalten wurde, ein goldenes Partykleid.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDen Hauptdarstellern kann ohne \u00dcbertreibung eine sehr gute Darbietung attestiert werden. Besonders <strong>Paul O\u2018Neill<\/strong> (Rodolfo) und <strong>Oksana Ratkovska<\/strong> (Mim\u00ec) bauten durch ihren vortrefflichen Gesang und ihr gutes gemeinsames schauspielerisches Agieren w\u00e4hrend der ernsten Passagen eine ungeheure emotionale Dichte auf. In den Solopassagen boten sie ihr K\u00f6nnen dar und schienen von dem Umstand, da\u00df diese Partien allgemein bekannt sind, nicht eingeengt worden zu sein. <strong>Anke Berndt<\/strong> (Musetta) und <strong>Michael Bachtadze<\/strong> (Marcello) gelangen ebenfalls \u00fcberzeugende Darstellungen ihrer Figuren, wobei sie gesanglich tadellos waren. Die anderen beiden Hauptdarsteller <strong>\u00c0sgeir P\u00e1ll \u00c1g\u00fastsson<\/strong> (Schaunard) und <strong>Ki-Hyun Park<\/strong> (Colline) sangen ihre Partien technisch einwandfrei. Lediglich <strong>Olaf Sch\u00f6der<\/strong> wirkte etwas kraftlos in der Rolle des Alcindoro, was verwunderlich ist, da er als Hausbesitzer Benoit kurze Zeit eine seht gute Figur abgab und seine Partie mit sympathisch unbeholfenem Darstellung sang.<br \/>\nDie <strong>Staatskapelle Halle<\/strong> unterst\u00fctzte unter der Leitung von <strong>Michele Rovetta<\/strong> die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger ausgesprochen gut. Die gemeinsame Akzente wurden gut herausgearbeitet und das Orchester \u00fcbert\u00f6nte die S\u00e4nger nicht. Der von <strong>Jens Petereit<\/strong> einstudierte <strong>Chor<\/strong> lie\u00df sich an diesem Abend nichts zu Schulden kommen, der Kinderchor der Stadt Halle bereicherte das Klangspektrum und agierte musikalisch sicher.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEs war eine schlichte Inszenierung, die viel Wert auf subtile Symbolik und emotionale Darbietung des Notentextes legte und \u00fcbertriebene Effekte oder Darstellung vermied. Die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger agierten zur\u00fcckhaltend und wirkten dadurch sehr realistisch. Hier wurde einer modernen Radikalinszenierungen mit Sanftheit und viel Gesp\u00fcr f\u00fcr die Charaktere entgegengetreten, was nicht zuletzt den Erfolg dieses Abends ausmachte. \u00dcberaus ber\u00fchrend.<br \/>\nTom Zackl<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Oksana Ratkovska (Mimi), Paul O\u2019Neill (Rodolfo)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858 &#8211; 1924), Text: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, UA: 1. 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