{"id":922,"date":"2009-11-24T23:21:20","date_gmt":"2009-11-24T21:21:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=922"},"modified":"2010-03-21T13:40:41","modified_gmt":"2010-03-21T12:40:41","slug":"berlin-staatsoper-unter-den-linden-die-fledermaus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=922","title":{"rendered":"Berlin, Staatsoper Unter den Linden &#8211; DIE FLEDERMAUS"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Strau\u00df d.J. (1825-1899), Operette in drei Akten, Text: Richard Gen\u00e9e, Dialogfassung: Christian Pade und Oliver Binder<br \/>\nUA:  1874 Wien<br \/>\nInszenierung: Christian Pade, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Alexander Lintl, Choreographie: Martin Stiefermann, Licht: Olaf Freese<br \/>\nDirigent: Zubin Mehta, Staatskapelle Berlin, Staatsopernchor, Einstudierung: Eberhard Friedrich<br \/>\nSolisten: Martin Gantner (Gabriel von Eisenstein), Silvana Dussmann (Rosalinde), Jochen Schmeckenbecher (Frank), Stella Grigorian (Prinz Orlofsky), Stephan R\u00fcgamer (Alfred), Roman Trekel (Dr. Falke), Christine Sch\u00e4fer (Adele), Helene Grass (Ida), Michael Maertens (Frosch, Sprechrolle)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 21. November 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/berlin-staatso-fledermaus.jpg\" TITLE=\"berlin-staatso-fledermaus.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/berlin-staatso-fledermaus.jpg\" ALT=\"berlin-staatso-fledermaus.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Eisenstein hat nach einem Maskenball den als Fledermaus verkleideten Dr. Falke blamiert. Dieser r\u00e4cht sich, indem er auf einem Fest des Prinzen Orlofsky seinen Scherz mit Eisenstein treibt. Eigentlich sollte der im Gef\u00e4ngnis eine Strafe absitzen, doch l\u00e4\u00dft er sich gerne \u00fcberreden, mit auf das Fest zu kommen. Auf dem Fest begegnen ihm sein Stubenm\u00e4dchen Adele, die sich unter dem Namen \u201eOlga\u201c vorstellt, und eine maskierte ungarische Gr\u00e4fin, die sein Interesse auf sich zieht. Tats\u00e4chlich handelt es sich bei ihr jedoch um seine eigene Gattin Rosalinde. Unter dem Pseudonym \u201eMarquis Renard\u201c stellt er sich ihr und dem anwesenden Gef\u00e4ngnisdirektor Frank, der sich seinerseits den Namen \u201eChevalier Chagrin\u201c zugelegt hat, vor, mit dem er im Rausch Freundschaft schlie\u00dft. Auf den Rausch folgt der Kater: Als Eisenstein am n\u00e4chsten Morgen im Gef\u00e4ngnis eintrifft, um seine Strafe anzutreten, mu\u00df er entdecken, da\u00df mittlerweile jemand anderes, n\u00e4mlich Alfred, der ehemalige Liebhaber seiner Frau, unter dem Namen \u201eEisenstein\u201c einsitzt. Nach weiteren turbulenten Verwicklungen l\u00f6st sich das Spiel schlie\u00dflich auf.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Vorhang \u00f6ffnet sich zum ersten Akt und gibt den Blick auf eine luxuri\u00f6se Einbauk\u00fcche frei. Den Kost\u00fcmen und den von Pade und Binder geschriebenen Dialogen nach befinden wir uns im Berlin der Gegenwart. Das Fest des Prinzen Orlofsky ist eine Mischung aus Club und Love-Parade, die T\u00e4nzer bewegen sich w\u00e4hrend der langen Walzerszenen im zweiten Akt in individuellen Kost\u00fcmen und in rave-typischer Manier. Orlofsky selbst ist eine androgyne Gestalt, im Stile des Leads\u00e4ngers von Tokio Hotel kost\u00fcmiert. Mitten in den zweiten Akt ist die einzige Pause des Abends eingef\u00fcgt. Der letzte Akt spielt in einem Vorraum des Gef\u00e4ngnisses, in dem der W\u00e4rter Frosch in markantem nordwestdeutschem Dialekt vor sich hin schimpft.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie gro\u00dfe Herausforderung der Solopartien liegt nicht nur in ihren musikalischen Schwierigkeiten, sondern ebenso darin, die Dialoge \u00fcberzeugend zu sprechen. Mit dieser Aufgabe kamen die Solisten souver\u00e4n zurecht, man sp\u00fcrte, da\u00df es sich bei ihnen um ausgesprochene Spezialisten des Faches handelte. Unsicherheiten im Sprechvortrag zeigten sich \u00fcberraschenderweise nur bei <strong>Roman Trekel<\/strong> (Dr. Frank). <strong>Silvana Dussmanns<\/strong> Rosalinde ist genau wie<strong> Christine Sch\u00e4fers<\/strong> Adele darstellerisch und sprecherisch treffend gezeichnet und musikalisch tadellos. Martin Gantner gelang ein dem Text gem\u00e4\u00df etwas unsympathischer Eisenstein.<strong> Stephan R\u00fcgamer<\/strong> (Alfred) war in seiner Darstellung im ersten Akt zu h\u00f6lzern; insbesondere die Szene, in der er sich angeheitert als Eisenstein ausgibt, nahm man ihm nicht ab. Ein Glanzpunkt des Abends war sicherlich <strong>Michael Maertens<\/strong>\u2019 Frosch. Hier stimmte alles: Haltung, Timing der Aktionen, Larmoyanz des Tonfalls und die sicher plazierten Pointen.<br \/>\n<strong>Zubin Mehta<\/strong> vermochte es ohne weiteres, B\u00fchne und Orchester stets beisammen zu halten. In der Ouvert\u00fcre legte er es allerdings ein wenig zu sehr auf permanente Modifizierung des Tempos an, was vor allem dem Schlagwerk, das phasenweise leicht neben dem Takt zu sein schien, Schwierigkeiten bereitete. Artikulatorisch und dynamisch d\u00fcrfte man dieses St\u00fcck ansonsten kaum differenzierter spielen k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDer Schwachpunkt dieser Inszenierung ist der zweite Akt. Wie kann man so wenig Gesp\u00fcr daf\u00fcr haben, da\u00df hier etwas \u00fcberhaupt nicht zusammenpa\u00dft? Bild und Ton stachen hier in eklatanter Weise voneinander ab und machten das Fest des Prinzen Orlofskys zu einer qu\u00e4lend peinlichen und vor allem langwierigen Angelegenheit. Daf\u00fcr gab es Buhs schon w\u00e4hrend der Vorstellung. Der einzige Akt, der ein wenig Heiterkeit zu verbreiten vermag, ist der dritte, und dies ausschlie\u00dflich dank der hervorragenden Leistung des Schauspielers Maertens. Der erste blieb dagegen farblos, die in modernes Deutsch transferierten Dialoge wirkten oft bem\u00fcht und wenig z\u00fcndend. Diese Produktion ist ein exemplarischer Fall daf\u00fcr, da\u00df man ein St\u00fcck wie die<em> Fledermaus<\/em> nicht so einfach linear \u201eaktualisieren\u201c kann. Die heftigsten Buhs kassierten zu Recht neben dem Regieteam der Choreograph und seine T\u00e4nzer.<br \/>\nDr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Ruth Walz<br \/>\nDas Bild zeigt: Christine Sch\u00e4fer (Adele)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Strau\u00df d.J. 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