{"id":920,"date":"2009-11-19T23:13:39","date_gmt":"2009-11-19T21:13:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=920"},"modified":"2010-03-21T13:40:48","modified_gmt":"2010-03-21T12:40:48","slug":"magdeburg-opernhaus-orpheus-in-der-unterwelt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=920","title":{"rendered":"Magdeburg, Opernhaus &#8211; ORPHEUS IN DER UNTERWELT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jacques Offenbach (1819 &#8212; 1880), Operette in zwei Akten, Libretto: Hector Cr\u00e9mieux und Ludovic Hal\u00e9vy, UA: 21. Oktober 1858, Paris<br \/>\nRegie: Uwe Hergenr\u00f6der, B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme: Ulrich Schulz, Dramaturgie: Michael Otto, Choreografie: Olga Ilieva<br \/>\nDirigent: Michael Lloyd, Magdeburgische Philharmonie, Chor der Oper Magdeburg<br \/>\nSolisten: Manfred Wulfert (Orpheus), Eurydike (Cordula Berner), Anita Bader (Die \u00f6ffentliche Meinung), Martin-Jan-Nijhof (Jupiter), Ulrike Baumbach (Juno), Markus Liske (Pluto), Wolfgang Klose (Hans Styx) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 14. November 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"magdeburg-orpheus.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/magdeburg-orpheus.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"magdeburg-orpheus.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/magdeburg-orpheus.jpg\" \/><\/a>Eurydike, die Tochter eines Halbgottes und einer Nymphe, verliebt sich in den Honigfabrikanten und Sch\u00e4fer Aristeus. Ihr Mann Orpheus, Direktor des Konservatoriums zu Theben, hat eine heimliche Aff\u00e4re mit der Nymphe Chlo\u00e9. Obwohl die beiden Eheleute ein voneinander getrenntes Leben vorziehen, wird eine Scheidung durch Orpheus&#8216; Familie untersagt. Der Tod des Verehrers Aristeus soll daher die Liebe zwischen ihm und Eurydike f\u00fcr immer beenden. Durch eine teuflische Falle stirbt jedoch Eurydike. Ihr Liebhaber Aristeus gibt sich daraufhin als Gott Pluto zu erkennen und entf\u00fchrt sie in die Unterwelt. Die Freude von Orpheus ist gro\u00df. Auf Dr\u00e4ngen der \u00f6ffentlichen Meinung mu\u00df er aber versuchen, sie zu retten. Jupiter, der h\u00f6chste Gott des Olymps, l\u00e4\u00dft Eurydike nur unter der Bedingung frei, da\u00df Orpheus sich beim Verlassen der Unterwelt nicht nach ihr umdrehen d\u00fcrfe. Das gelingt ihm allerdings nicht. Eurydike ist nun von der Erde verbannt und wird von Jupiter zur Bacchantin ernannt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas erste Bild ist sehr schlicht und modern gehalten. Es besteht lediglich aus einem Bett, einem Schrank und einem Fernseher. Ein Gem\u00e4lde zweier T\u00e4nzer im Hintergrund fungiert als Trennwand zu dem dahinterliegenden Kornfeld, das sich auf- und abbewegt. Farblich ist alles eher hell gestimmt, wobei im zweiten Bild die G\u00f6tter mit ihren schneefarbenen Gew\u00e4ndern die B\u00fchne durch ein gro\u00dfes wei\u00dfes Tuch abdecken und anhand von hinzugef\u00fcgten W\u00f6lkchen das Bild des Olymps komplettieren. Im zweiten Akt werden B\u00fchne und Akteure rot beleuchtet. Besonders imposant ist der begehbare Kronleuchter in der Schlu\u00dfszene. Der Schauplatz ist hier mit den G\u00f6ttern, dem Chor, den T\u00e4nzern und auch dem Orchester erf\u00fcllt. Das wilde energiegeladene Treiben des Bacchanals auf der B\u00fchne zieht den Zuschauer in den Bann der Musik und des Geschehens. Die Farben wei\u00df, rot und schwarz dominieren. Zus\u00e4tzlich wird die Auff\u00fchrung durch Kost\u00fcme und zus\u00e4tzliche Details belebt. So bringen zehn tanzende Schafe, eine Boxeinlage, ein g\u00f6ttlicher Fitnesskurs, ein Frankenstein und mehrfache zotige Einlagen das Publikum zum Lachen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie herausragendste Rolle wird von <strong>Cordula Berne<\/strong>r (Euridike) gut bew\u00e4ltigt. Sie verzaubert das Publikum mit einer klaren und beweglichen Sopranstimme, die sie ihre Koloraturen ohne Probleme meistern l\u00e4\u00dft, und agiert mit anmutiger Leichtigkeit auf der B\u00fchne. Sehr gut aufgenommen wird <strong>Wolfgang Kloses<\/strong> Hans Styx, vor allem als er mit sch\u00f6ner, raumf\u00fcllender Ba\u00dfstimme die bekannte Arie \u201eAls ich noch Prinz war zu Arkadien&#8220; im zweiten Akt am\u00fcsant zum besten gibt. Von den G\u00f6ttern nahm <strong>Marjus Liske<\/strong> (Pluto) am meisten f\u00fcr sich ein. Mit seiner weichen Baritonstimme findet er sich gut in die Rollen des Sch\u00e4fers und des Unterweltgottes und pr\u00e4sentiert die beiden Charaktere charmant und geistreich. <strong>Manfred Wulfert<\/strong> (Orpheus) hat mit seiner leicht kehlig klingenden Stimme wenig tenoralen Glanz zu bieten. Er zeichnet dennoch, trotz einiger Textunverst\u00e4ndlichkeiten, ein in sich stimmiges Bild der Figur des Orpheus. Das Orchester unter der Leitung von <strong>Michael Lloyd<\/strong> bringt die Offenbachsche Partitur homogen und kultiviert zum Klingen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nVom urspr\u00fcnglichen Libretto bleibt in der Inszenierung von Uwe Hergenr\u00f6der nicht viel \u00fcbrig. So werden in den Dialogen gesellschaftskritische Vergleiche gezogen und politische Anspielungen eingebracht, etwa Politiker wie Bill Clinton, Horst Seehofer und Guido Westerwelle betreffend. Die Ouvert\u00fcre wird leider nur gek\u00fcrzt gespielt. Das Publikum wurde regietechnisch stets zur aufmerksamen Beobachtung angehalten. So springt zum Beispiel die Figur der \u00d6ffentlichen Meinung aus dem Zuschauerraum hervor, und viele \u00fcberraschende Momente werden durch laute und bunte pyrotechnische Effekte unterstrichen. Am Ende der Auff\u00fchrung klatschten die Zuschauer vor Begeisterung minutenlang im Takt des ber\u00fchmten Cancans der Operette. Letztendlich ein sehr unterhaltsamer und kurzweiliger Abend.<\/p>\n<p>Diana Ro\u00dfberg<\/p>\n<p>Bild: Nilz B\u00f6hme<br \/>\nDas Bild zeigt: Markus Liske (Pluto, Mitte vorne) und Ensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jacques Offenbach (1819 &#8212; 1880), Operette in zwei Akten, Libretto: Hector Cr\u00e9mieux und Ludovic Hal\u00e9vy, UA: 21. 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