{"id":908,"date":"2009-11-16T14:52:18","date_gmt":"2009-11-16T12:52:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=908"},"modified":"2010-03-21T13:40:49","modified_gmt":"2010-03-21T12:40:49","slug":"versailles-opera-royal-l%e2%80%99amant-jaloux-%e2%80%93-der-eifersuchtige-liebhaber","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=908","title":{"rendered":"Versailles, Op\u00e9ra Royal &#8211; L\u2019AMANT JALOUX \u2013 DER EIFERS\u00dcCHTIGE LIEBHABER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Andr\u00e9 Ernest Modeste, Op\u00e9ra comique in drei Akten, Libretto: Thomas d\u2019H\u00e8le, nach The Wonder: A Woman Keeps a Secret (1714) von Susannah Centlivre, UA: 20. November 1778, Op\u00e9ra Royal, Versailles<br \/>\nRegie: Pierre-Emmanuel Rousseau, B\u00fchne: Thibaut Welchlin, Kost\u00fcme: Pierre-Emmanuel Rousseau\/Claudine Crauland, Licht: Gilles Gentner, Maske\/Frisuren: Laure Talazac, Szenenbemalung: Antoine Fontaine<br \/>\nDirigent: J\u00e9r\u00e9mie Rhorer, Le Cercle de l\u2019Harmonie<br \/>\nSolisten: Magalis L\u00e9ger (L\u00e9onore), Claire Debono (Isabelle), Maryline Fallot (Jacinte), Brad Cooper (Don Alonze), Vincent Billier (Lopez), Fr\u00e9d\u00e9ric Antoun (Florival)<br \/>\nProduktion: Centre de Musique Baroque, Versailles und Op\u00e9ra Comique, Paris<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 10. November 2009 (Premiere, Wiederer\u00f6ffnung der Oper nach Renovierung)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/versailles-lamant-jaloux.jpg\" TITLE=\"versailles-lamant-jaloux.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/versailles-lamant-jaloux.jpg\" ALT=\"versailles-lamant-jaloux.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Lopez will seine verwitwete Tochter Leonore unbedingt von einer erneuten Heirat abhalten, weil ihre finanzielle Einlage in seinem Gesch\u00e4ft verloren ginge. Leonores Freundin Isabelle flieht vor ihrem Vormund, der sie heiraten will, in Lopez Haus. Hilfe bekommt sie vom franz\u00f6sische Offizier Florival, der die Unbekannte f\u00fcr Leonore h\u00e4lt. Als Alonze, Isabelles Bruder und Geliebter Leonores, pl\u00f6tzlich erscheint, versteckt Leonore Isabelle im Nebenraum. Als Alonze im Nebenraum Ger\u00e4usche h\u00f6rt, beginnt er zu toben, da er einen Nebenbuhler vermutet. Isabelle fl\u00fcchtet in den Pavillon des Gartens. Florival kommt unter dem Vorwand, einen Wechsel einl\u00f6sen zu m\u00fcssen, in Lopez\u2019 Haus. Er eilt in den Garten, da er von Isabelles Aufenthalt erfahren hat. Als er bei seinem St\u00e4ndchen vor dem Pavillon Leonores Namen erw\u00e4hnt, glaubt Alonze, hier den Nebenbuhler anzutreffen und fordert rigoros, da\u00df Leonore aus dem Pavillon kommen solle. Doch es erscheinen Leonore und Isabelle. Die Verwicklungen kl\u00e4ren sich auf und einer Doppelhochzeit steht nichts mehr im Wege.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Versailler K\u00f6nigliche Oper geh\u00f6rt zu den \u00e4ltest erhaltenen B\u00fchnen, \u00e4hnlich Drottningholm (Stockholm) oder dem Rokokotheater in Potsdam. Mit der Maschinerie des 18. Jahrhunderts werden die speziell angefertigten Szenenbilder reibungslos dargeboten: B\u00fcro von Lopez, m\u00f6bliert im Stil des 18 Jahrhunderts, Bibliothek mit einer Sammlung ausgestopfter V\u00f6gel und einer hellbraunen B\u00fccherwand, bei der breite kannelierte Pilaster die Senkrechte teilen, Garten mit Pavillon. Dieser hat im sichtbaren Teil eine Bank, auf dem sich die jeweiligen Paare zum Gespr\u00e4ch setzten. Rechts und links eine halbhohe Ballustrade auf der (re u. li vom Pavillon) jeweils ein Pfau zu sehen ist. Der Vollmond scheint hell. Ein idealer Platz f\u00fcr Liebende wie mir scheint.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nUnter <strong>J\u00e9r\u00e9mie Rhorer<\/strong>s Leitung entfacht das barocke Spezialensemble ein virtuoses Feuerwerk mit intonationssicheren Oboisten und Fl\u00f6tisten. Die Streicher spielen ihre h\u00e4ufig sehr schnellen Noten ohne jede Intonationstr\u00fcbung. Auffallend perfekt h\u00f6rt man die Bratschen bei ihrem Solo im zweiten Ouvert\u00fcrenteil. Ab und an \u00fcbert\u00f6nt das Orchester die Stimmen, ein kleines Manko, das die Gesamtleistung aber wenig schm\u00e4lert.<br \/>\nDie \u00fcberaus reichlich anzutreffenden Duos, das Trio oder das Quartett zeigen die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger auf hohem Niveau. Besonders gut gelingt der Bericht von<strong> Claire Debono<\/strong> (Isabelle) \u00fcber ihre Flucht vor ihrem heiratsw\u00fctigen Vormund. Zusammen mit den an ihrem \u201eSchicksal\u201c anteilnehmenden Damen, <strong>Magalis L\u00e9ger<\/strong> (L\u00e9onore) und <strong>Maryline Fallot<\/strong> (Jacinte), vollf\u00fchren sie einen geradezu idealen Dreiergesang. Er ist in seiner Ausgeglichenheit, seiner Dynamik und dem lyrischen Singen der drei Damen ein H\u00f6hepunkt des Abends. <strong>Vincent Billiers<\/strong> (Lopez) Ba\u00dfstimme entspricht in Sonorit\u00e4t und Linienf\u00fchrung seiner Rolle. Die Ten\u00f6re <strong>Brad Cooper<\/strong> (Don Alonze) und <strong>Fr\u00e9d\u00e9ric Antoun<\/strong> (Florival) sind in ihrer Stimmf\u00fchrung, besonders beim Registerwechsel (Hin\u00fcbergleiten von der Brust- zur Kopfstimme), vorz\u00fcglich. Ihre Aussprache ist perfekt und beide zeigen in den h\u00f6heren Lagen keine Unsicherheit. <strong>Maryline Fallot<\/strong> (Jacinte) h\u00e4tte eine kaprizi\u00f6sere Darstellung in Bewegung und Stimme gutgetan. Die sehr attraktive <strong>Magalis L\u00e9ger<\/strong> (L\u00e9onore) erf\u00fcllt im Duo mit Alonze die Erwartungen, w\u00e4hrend sie in der gro\u00dfangelegten, dem Vogelflug geradezu nachahmenden Arie <em>Je romps la cha\u00eene \u2013 ich breche die Kette<\/em> auf dem Wort <em>volage \u2013 flattern<\/em> eine Messa di voce (An- u. Abschwellen des Tons) vermissen l\u00e4\u00dft.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAuch wir eher romantikgew\u00f6hnten Zeitgenossen werden gefangengenommen von der Dramatik der Flucht und der Rettung durch den furchtlosen Franzosen, insbesondere auch durch Gr\u00e9trys Musik, die uns einnimmt, erinnerte sie uns doch an Mozart. Der hat allerdings <em>von <\/em>Gr\u00e9try gelernt, denn Mozarts <em>Figaro<\/em> von 1786 erinnert in Musik und Inhalt an diese Kom\u00f6die von 1778! Wir sahen die authentische Wiedergabe einer der k\u00f6stlichsten Kom\u00f6dien, die zu spielen sich anbietet, aber wahrscheinlich nur in diesem historischen Rahmen \u00fcberzeugt. Das Publikum lie\u00df sich davon jedenfalls an diesem Abend hinrei\u00dfen.<br \/>\nDie n\u00e4chsten Auff\u00fchrungen sind in der Op\u00e9ra Comique in Paris am 15.,17.,19 und 21. Ma\u00e4r 2010<br \/>\nDr. Olaf Zenner<br \/>\nBild: Pierre Grosbois<\/p>\n<p>Die Perspektivb\u00fchne des letzten Akts zeigt li: Fr\u00e9d\u00e9ric Antoun (Florival) und Claire Debono (Isabelle) vor dem Pavillon: Maryline Fallot (Jacinte) und Vincent Billier (Lopez), re: Magalis L\u00e9ger (L\u00e9onore) und Brad Cooper (Don Alonze)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Andr\u00e9 Ernest Modeste, Op\u00e9ra comique in drei Akten, Libretto: Thomas d\u2019H\u00e8le, nach The Wonder: A Woman Keeps a Secret (1714) von Susannah Centlivre, UA: 20. 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