{"id":903,"date":"2009-11-20T23:32:39","date_gmt":"2009-11-20T21:32:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=903"},"modified":"2012-12-14T15:17:13","modified_gmt":"2012-12-14T14:17:13","slug":"paris-theatre-des-champs-elysees-ezio","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=903","title":{"rendered":"EZIO &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von G.F. H\u00e4ndel (1685-1759), Opera in drei Akten, Libretto : Pietro Metastasio<br \/>\nU.A.: 15. Januar 1732, London, King\u2019s Theatre, Haymarket<br \/>\nDirigent: Attilio Cremonesi, Kammerorchester Basel<br \/>\nSolisten: Ver\u00f3nica Cangemi (Fulvia), Kristina Hammerstroem (Onoria), Lawrence Zazzo (Ezio), Sonja Prina (Valentiniano), Antonio Abete (Varo), Vittorio Prato (Massimo)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 14. Novembre 2009 (konzertante Auff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p>Neben der Op\u00e9ra National von Paris mit Palais Garnier und Bastille bringt das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-Elys\u00e9es neben vielen Konzerten zw\u00f6lf konzertante und acht szenische aufgef\u00fchrte Opern. Besonders die Barockopern haben hier ihre repr\u00e4sentative B\u00fchne in Paris. Mit dem Besuch der weniger bekannten H\u00e4ndeloper <em>Ezio <\/em>will OPERAPOINT die Vortrefflichkeit dieses Opernhauses hinsichtlich der Auff\u00fchrung mit Spezialorchestern und renommierten Solisten herausstellen.<br \/>\n<strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"paris-ezio.jpg\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/paris-ezio.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/paris-ezio.jpg\" alt=\"paris-ezio.jpg\" align=\"right\" \/><\/a>Im Jahr 451 besiegte Aetius (Ezio) auf den Katalaunischen Feldern die Hunnen unter Attila und kehrte triumphierend nach Rom zur\u00fcck. Dort bezichtigte Kaiser Valentiniano Ezio zu Unrecht der Treulosigkeit und verurteilt ihn zum Tode. Grund war die Liebe Ezios zu Fulvia; denn diese begehrte der Kaiser selbst zur Frau. Massimo, Fulvias Vater, Drahtzieher von allem, ha\u00dfte den Kaiser, da dieser vor Jahren seine Frau hatte verf\u00fchren wollen. So bereitete er ein Attentat auf den Kaiser vor, das aber fehlschlug. F\u00fcr dieses Attentat wurde Ezio verantwortlich gemacht. Doch Massimo wollte unbedingt den Tod des Kaisers und wiegelte das Volk zum Aufstand gegen den Kaiser auf. Aber Ezio rettete den Kaiser vor dem Tod. Danach nahm Valentiniano Ezio wieder in Gnaden auf und gestattete ihm die Heirat mit Fulvia.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas <strong>Baseler Kammerorchester<\/strong>, in breiter Front (rechts und links die beiden pr\u00e4chtig bemalten Cembali) auf der gro\u00dfen B\u00fchne plaziert, pa\u00dft sich mit gro\u00dfer Flexibilit\u00e4t dem Singen der Solisten an. Nie \u00fcbert\u00f6nt es die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger. Der Basso continuo setzt <strong>Attilio Cremonesi<\/strong> auffallend differenziert ein: mal in der \u00fcblichen Gemeinsamkeit der beiden Cembali mit Violoncello und Kontraba\u00df, mal nur die Harfe oder Theorbe oder auch das Violoncello allein. Diese Behandlung der Ba\u00dfgruppe wird keineswegs \u00fcberall in den Spezialensembles ge\u00fcbt. Die vielen Rezitativen bekommen so jeweils ein dem Inhalt der Wort gem\u00e4\u00dfen Charakter, was wiederum das H\u00f6ren sehr abwechslungsreich macht.<br \/>\n<strong>Sonja Prina<\/strong> (Valentiniano) ist eine koloratursichere Mezzosopranistin, die sich im Laufe des Abends enorm steigert. Es fehlt ihr allerdings ein wenig das notwendige Volumen. <strong>Lawrence Zazzo<\/strong> (Ezio), international gefeierte Countertenor, singt seine Arien mit subtiler dynamischer Schattierung, doch bei einer Reihe von Koloraturpassagen vermi\u00dft man deutliche Artikulation, und viele Noten kommen verschliffen, statt getrennt zu Geh\u00f6r.<br \/>\nGro\u00dfe Ruhe, genaueste Intonation und lyrisch warmer Sopranstimme zeichnet <strong>Kristina Hammerstroem<\/strong> (Onoria) in ihren Arien aus. Ungemein deutlich gestaltet<strong> Vittorio Prato<\/strong> (Massimo) die wahrscheinlich vollkommenste Arie dieser Oper: <em>se povero il ruscello mormora lento e basso \u2013 wenn der k\u00fcmmerliche Bach tr\u00e4ge und dumpf murmelt<\/em>. Allein schon Metastasios Worte sind Musik. H\u00e4ndel setzt die Wortbilder in eine bet\u00f6rende nachahmende Musik um. Dann wandelt sich das Tempo vom Larghetto in Allegro bei den Worten:<em> doch wenn er dann angeschwollen \u00fcber die Ufer tritt<\/em>. Gro\u00dfe Intervalle und abrollende schnelle Noten verdeutlichen die Worte. Prato bringt sie ungemein tonsicher und perlend. Eine Meisterleistung. <strong>Antonio Abetes<\/strong> (Varo) Ba\u00df hat Sonorit\u00e4t und gro\u00dfes Volumen. H\u00e4ndel hat in dieser Oper dem Bassisten ungemein virtuose Arie zugedacht. Die Schlu\u00dfarie dieser Oper <em>Gi\u00e0 risonar d\u2019intorno al Campidoglio io sente \u2013 schon h\u00f6re ich auf dem Kapitol die k\u00e4mpferischen Rufe<\/em>, die einzige Trompetenarie dieser Oper, bringt Abete mit Grandezza, Temperament und ausdrucksvoll zur Geltung.<br \/>\nFulvia, wohl die Hauptperson mit ihrer Treue zum Verlobten, als auch ihrer Anh\u00e4nglichkeit zum Vater, wird von <strong>Ver\u00f3nica Cangemi<\/strong> dargestellt. Ihre Glanznummer ist ihre A-Dur Allegro-Arie: <em>La mia costanza \u2013 meine Best\u00e4ndigkeit<\/em>. Hier zeigte sie ihr ganzes profundes K\u00f6nnen im Ziergesang: die untadelige Intonationssicherheit, das genaue Binden der dennoch einzeln zu h\u00f6renden schnellen Noten, ihre runden Triller, die deutliche Artikulation und nicht zuletzt ihre ungemein ausgeglichene Atemtechnik. Diese ist wohl bei dem raschen Verlauf f\u00fcr den Ausschlag des Erfolgs verantwortlich. Hinzu kommt das kontrolliert Forte auf den hohen Noten, ihre Messa di voce (sanftes An- und Abschwellen) und die Lyrik ihrer Stimme, die reiner Balsam ist. Nicht endend wollender Beifall ist die Folge.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nLeider wird die Oper als konzertante Auff\u00fchrung nur einmal gegeben. Hohes Niveau aller Solisten und der Baseler unter <strong>Attilio Cremonesi<\/strong> sind hervorzuheben. Die Besucher des Th\u00e9\u00e2tre des Champs-Elys\u00e9es erwarten aber in den kommenden Monaten noch mehr solcher musikalischer Gen\u00fcsse!<br \/>\nDr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Das Bild: Georg Friedrich H\u00e4ndel gegen 1730 von Balthasar Denner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von G.F. H\u00e4ndel (1685-1759), Opera in drei Akten, Libretto : Pietro Metastasio U.A.: 15. 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