{"id":901,"date":"2009-11-14T14:42:24","date_gmt":"2009-11-14T12:42:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=901"},"modified":"2010-03-21T13:40:49","modified_gmt":"2010-03-21T12:40:49","slug":"dusseldorf-deutsche-oper-am-rhein-salome","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=901","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf, Deutsche Oper am Rhein &#8211; SALOME"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Musikdrama in einem Aufzug, Libretto: Hedwig Lachmann nach dem Drama Salom\u00e9 von Oscar Wilde, UA: 09. Dezember 1905, Hofoper Dresden<br \/>\nRegie: Tatjana G\u00fcrbaca, B\u00fchnenbild, Beleuchtung: Klaus Gr\u00fcnberg, Dramaturg: Anne do Pa\u00e7o<br \/>\nDirigent: Christian Badea, D\u00fcsseldorfer Symphoniker<br \/>\nSolisten: Udo Holdorf (Herodes), Ren\u00e9e Morloc (Herodias), Nicola Beller Carbone (Salome), Markus Marquardt (Jochanaan), Jussi Kuncio (Narraboth)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 8. November 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"duesseldorf-salome.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/duesseldorf-salome.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"duesseldorf-salome.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/duesseldorf-salome.jpg\" \/><\/a>Der junge Soldat Narraboth beobachtet die Prinzessin Salome, die die l\u00fcsternen Blicke ihres Stiefvaters Herodes nicht mehr ertragen kann. Sie verl\u00e4\u00dft das Fest und h\u00f6rt die Stimme Jochanaans, die sie in seinen Bann zieht. Mit ihrem Charme gelingt es ihr, Narraboth zu \u00fcberreden, Jochanaan aus der Zisterne zu holen, obwohl Herodes es verboten hat. Salome ist von Jochanaan fasziniert und begehrt ihn immer mehr, je h\u00e4ufiger er sie zur\u00fcckweist. Herodes verlangt, da\u00df Salome f\u00fcr ihn tanzt. Salome l\u00e4\u00dft Herodes jedoch zuvor schw\u00f6ren, ihr jeden Wunsch zu erf\u00fcllen. Nach dem Tanz fordert sie den Kopf des Jochanaan in einer silbernen Sch\u00fcssel. Herodes will Jochanaan, den er f\u00fcr einen heiligen Mann h\u00e4lt, nicht t\u00f6ten und bietet Salome Sch\u00e4tze an. Doch Salome fordert immer beharrlicher den Kopf des Jochanaan, und Herodes erf\u00fcllt ihr schlie\u00dflich diesen Wunsch. Salome erh\u00e4lt den Kopf und steigert sich in einen ekstatischen Liebestanz hinein, in dem sie den abgetrennten Kopf k\u00fc\u00dft. Ein kurzer Befehl des Herodes: <em>Man t\u00f6te dieses Weib!<\/em> beendet ihr Leben.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne ist wie ein Zimmer eingerichtet, mit einem Bett, einem Glastisch und einigen Sesseln, in gr\u00fcn und rosa gehalten. Bei den Szenen, die sich an der Zisterne abspielen, sind die M\u00f6bel zur Seite ger\u00fcckt und der Teppich zur\u00fcckgeschlagen, so da\u00df eine Klappe im Boden freigelegt ist, aus der Jochanaan steigt. Die Kost\u00fcme sind leger gehalten: Anz\u00fcge, zum Teil ohne Sakko, Hosenanzug f\u00fcr Herodias, Rock und Bluse f\u00fcr Salome.  Die Soldaten sind uniformiert. Im Tanz der sieben Schleier bezieht Salome die anderen auf der B\u00fchne anwesenden Personen mit ein. Der Tanz wird in seinem Verlauf immer mehr zu einer Parodie der Macht und der Herrschaft des Herodes, schlie\u00dflich zu einer Verh\u00f6hnung seiner Person. Der bemerkt die immer deutlicher werdenden Anspielungen jedoch nicht und filmt den gesamten Tanz. In der letzten Szene wird der Wahnsinnsanfall der Salome ohne den Kopf des Jochanaan inszeniert. Stattdessen tanzt sie wild \u00fcber die B\u00fchne, erdolcht alle anwesenden Soldaten und Nazarener und erschie\u00dft ihren Stiefvater, nachdem er den Befehl zu ihrer T\u00f6tung gegeben hat. Das Licht wird gedimmt, man h\u00f6rt einen Knall und der Schatten der Salome sinkt in sich zusammen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nSowohl <strong>Nicola Beller Carbone<\/strong> (Salome) als auch<strong> Markus Marquardt<\/strong> (Jochanaan) konnten stimmlich und schauspielerisch die Unterschiede zwischen forschen und nachdenklichen Sequenzen darstellen und so den Gef\u00fchlszustand ihres B\u00fchnencharakters dem Publikum zug\u00e4nglich machen. Die beiden \u00fcberzeugten mit starken, klaren Stimmen, wobei Nicola Beller Carbone in ihren lyrischen Parts besser war als in ihren Wahnsinnsausbr\u00fcchen. Auch <strong>Ren\u00e9e Morloc<\/strong> (Herodias) meisterte ihre Partie souver\u00e4n und beeindruckte mit einer resoluten Stimme und guter schauspielerischer Leistung. <strong>Udo Holdorf<\/strong> (Herodes) findet sich nach anf\u00e4nglicher Unsicherheit in seine Rolle hinein und \u00fcberzeugt im Mittelteil der Oper, gegen Ende wirkt er jedoch etwas kurzatmig. <strong>Jussi Myllys<\/strong> (Narraboth) gl\u00e4nzt in der ersten Szene mit dem St\u00fcck <em>Wie sch\u00f6n ist die Prinzessin Salome heut Nacht<\/em>, steht dann aber im weiteren Verlauf der Oper im Schatten von Nicola Beller Carbone. Das Orchester unter der Leitung von Christian Badea war anfangs an einigen Stellen zu laut, so da\u00df vor allem die M\u00e4nnerstimmen ein wenig unterzugehen drohten. Die Partie des Jochanaan unterlegte das Orchester kr\u00e4ftig und pr\u00e4zise in Blech und Pauken. Im Laufe der Oper wurde  die Dynamik des Orchesters immer besser an die s\u00e4ngerischen M\u00f6glichkeiten angepa\u00dft.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nMusikalisch \u00fcberwiegend zufriedenstellend, wenn es auch einige Abstriche in der dynamischen Gestaltung gab. Eine Salome, die Herodes parodiert, offensichtlich gern mit Waffen spielt, in Raserei viele M\u00e4nner erdolcht, Massen an Kunstblut, das \u00fcber die B\u00fchne verspritzt wird \u2013 eine Inszenierung, die, wie zu erwarten, auf eine gespaltene Reaktion beim Publikum stie\u00df.<br \/>\nSara Bosqui<\/p>\n<p>Bild: Hans-J\u00f6rg Michel<br \/>\nDas Bild zeigt:: Udo Holdorf (Herodes) und Nicola Beller Carbone (Salome)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), Musikdrama in einem Aufzug, Libretto: Hedwig Lachmann nach dem Drama Salom\u00e9 von Oscar Wilde, UA: 09. 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