{"id":896,"date":"2009-11-12T14:31:01","date_gmt":"2009-11-12T12:31:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=896"},"modified":"2010-03-21T23:40:03","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:03","slug":"freiburg-theater-oberon","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=896","title":{"rendered":"Freiburg, Theater &#8211; OBERON"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Carl Maria von Weber (1786-1826), Romantische Oper, Libretto: James Robinson Planch\u00e9, zweiaktige Textfassung von Martin Mosebach, UA: 1826, London, Royal Opera House Covent Garden.<br \/>\nRegie: Michael Kloss und Manfred Roth, B\u00fchne: Thomas Rump, Kost\u00fcme: Esther Dandani, Puppenbau: Hagen Tilp, Beleuchtung: Bernhard Oesterle, Dramaturgie: Dominica Volkert<br \/>\nDirigent: Patrick Peire, Orchester: Philharmonisches Orchester Freiburg, Chor-Einstudierung: Bernhard Moncad<br \/>\nSolisten: Christian Voigt (Oberon, Gesang), Matthias Lodd (Oberon, Schauspiel), Vanessa Valk (Oberon, Puppenspiel), Anja Jung (Titania, Gesang), Johanna Eiworth (Titania, Schauspiel), Patricia Christmann (Titania, Puppenspiel), Sigrun Schell (Rezia), Gunnar Gudbj\u00f6rnsson (H\u00fcon), Sang Hee Kim (Fatima), Christoph Waltle (Scherasmin), Kyoung-Eun Lee und Yulianna Waydner (Meerm\u00e4dchen)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 7. November 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"freiburg-oberon.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/freiburg-oberon.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"freiburg-oberon.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/freiburg-oberon.jpg\" \/><\/a>Das zerstrittene K\u00f6nigselfen-Ehepaar Oberon und Titania hat beschlossen, sich erst wieder zu lieben, wenn ein Menschenpaar sich \u00fcber alle Gefahren hinweg treu bleibt. Zu diesem Zweck l\u00e4\u00dft Oberon dem Ritter Hu\u00f6n die orientalische Prinzessin Rezia im Traum erscheinen, damit er sich in sie verliebt. Titania macht dasselbe mit Rezia. Nachdem es H\u00fcon mit Hilfe von Oberons Zauberhorn gelungen ist, Rezia aus einem Harem in Bagdad zu befreien, fl\u00fcchten sie auf ein Schiff. Titania aber l\u00e4\u00dft das Schiff kentern, so da\u00df sich die gestrandeten Gef\u00e4hrten, von Piraten verkauft, am Hof des Bei von Tunis wiederfinden. Der Bei verliebt sich in Rezia und will sie heiraten, diese aber m\u00f6chte lieber sterben. Auch H\u00fcon bleibt gegen\u00fcber den Verf\u00fchrungsversuchen der Haremsm\u00e4dchen standhaft. Im letzten Augenblick gibt Titania nach: Rezia und H\u00fcon haben ihre Pr\u00fcfung bestanden.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIn Martin Mosebachs zweiaktiger Textneufassung von 1995 fehlen einige reine Sprechrollen, z. B Karl der Gro\u00dfe, der Kalif von Bagdad oder Puck. Die Handlung r\u00fcckt nun mehr Oberon und Titania in den Vordergrund, als dies in den vorherigen Fassungen des Librettos der Fall war. \u00dcber H\u00fcon und Rezia sowie Scherasmin und Fatima erf\u00e4hrt man kaum etwas, sie sind keine Individuen, sondern stehen ganz unter dem Bann der Elfenherrscher. Da\u00df die Menschen gleichsam wie Marionetten behandelt werden, nimmt die Auff\u00fchrung w\u00f6rtlich: Hier sind sie tats\u00e4chlich Marionetten. Die Vokalpartien beider Liebespaare \u00fcbernehmen die S\u00e4nger an den Seiten der B\u00fchne. Titania und Oberon gibt es gleich dreimal, als Schauspieler, S\u00e4nger und die Menschen-Marionette lenkenden Puppenspieler. Die sechs Figuren der Handlung befinden sich die meiste Zeit auf der trichterf\u00f6rmigen, sich nach vorne ausweitenden B\u00fchne. Deren schwarze W\u00e4nde werden von Quadraten mit wei\u00dfen Seiten bedeckt. Hinter einer schiefen Plattform in der B\u00fchnenmitte, auf der die Handlung \u00fcberwiegend stattfindet, er\u00f6ffnet eine Drehb\u00fchne M\u00f6glichkeiten f\u00fcr weitere szenische Schaupl\u00e4tze.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nInsgesamt liefern das <strong>Ensemble des Theaters Freiburg<\/strong>, das <strong>Philharmonischer Orchester Freiburg<\/strong> und der<strong> Opernchor<\/strong> ein \u00fcberzeugendes Pl\u00e4doyer f\u00fcr Webers sp\u00e4te Oper. <strong>Sigrun Schell<\/strong> sorgt mit ihrem Sopran als Rezia f\u00fcr die n\u00f6tige Dramatik, sie verf\u00fcgt au\u00dferdem \u00fcber einen langen Atem und eine flexible Linienf\u00fchrung. Gro\u00dfen Applaus erh\u00e4lt sie f\u00fcr ihre Arie <em>Ozean, du Ungeheuer<\/em>. Anders verh\u00e4lt es sich leider bei <strong>Gunnar Gudbj\u00f6rnssons<\/strong> H\u00fcon, ein Part, der eigentlich einen Heldentenor verlangt. Gudbj\u00f6rnsson geh\u00f6rt aber eher ins lyrische Fach. Sein recht enger Tenor klingt in der H\u00f6he oft angestrengt schrill. Zwar gelingen dem Isl\u00e4nder auch sch\u00f6ne T\u00f6ne, doch treten bei ihm Ausspracheprobleme hinzu (z. B \u201eschone Rezia\u201c statt \u201esch\u00f6ne Rezia\u201c). In dieser Auff\u00fchrung gibt es keine \u00dcbertitelung, worunter die Verst\u00e4ndlichkeit der Handlung leidet.<strong> Anja Jung<\/strong> (Titania) und <strong>Christian Voigt<\/strong> (Oberon) sind als Gesangssolisten angenehm artikulationssicher und pr\u00e4sent, der gr\u00f6\u00dfte Anteil ihrer Figuren entf\u00e4llt jedoch auf die Sprechrollen, d.h. auf die Schauspieler Johanna Eiworth und Mathias Lodd. Eiworths freche wie facettenreiche Titania dominiert dabei den mehr verhalten gespielten Oberon von Lodd. Erfreulich klangsch\u00f6n und geschmeidig singt <strong>Sang Hee Kim<\/strong> die Fatima, <strong>Christoph Waltle<\/strong> bleibt als Scherasmin hingegen unauff\u00e4lliger. Unter<strong> Patrick Peire<\/strong> gl\u00fcckt dem pr\u00e4zise aufspielenden Philharmonischen Orchester Freiburg eine gelungene Umsetzung von Webers farbenreich instrumentierter Partitur. Lust am Spiel und stimmliche Durchschlagskraft sind dem Opernchor des Theaters Freiburg zu bescheinigen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDer Jubel beim Publikum f\u00fcr s\u00e4mtliche Beteiligten war gro\u00df. Ein Besuch dieses <em>Oberon<\/em> lohnt sich, zumal die Oper selten auf dem Spielplan steht. Die Idee, die Menschen als Puppen auftreten zu lassen, wirkt in dieser Umsetzung nur selten gek\u00fcnstelt, weil sie dem Stoff der Oper angemessen erscheint. Nicht nur f\u00fcr ein eher kleines Haus wie das Freiburger Theater stellt die Inszenierung sowohl szenisch als auch musikalisch insgesamt eine respektable Leistung dar.<br \/>\nAron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Maurice Korbel<br \/>\nDas Bild zeigt: Mitte: Puppenspielerin Patricia Christmann mit Puppe H\u00fcon<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Carl Maria von Weber (1786-1826), Romantische Oper, Libretto: James Robinson Planch\u00e9, zweiaktige Textfassung von Martin Mosebach, UA: 1826, London, Royal Opera House Covent Garden. Regie: Michael Kloss und Manfred Roth, B\u00fchne: Thomas Rump, Kost\u00fcme: Esther Dandani, Puppenbau: Hagen Tilp,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=896\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[82,1],"tags":[],"class_list":["post-896","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-freiburg-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=896"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/896\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1251,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/896\/revisions\/1251"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}