{"id":894,"date":"2009-11-12T14:23:11","date_gmt":"2009-11-12T12:23:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=894"},"modified":"2010-03-21T23:40:03","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:03","slug":"weimar-deutsches-nationaltheater-rigoletto","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=894","title":{"rendered":"Weimar, Deutsches Nationaltheater &#8211; RIGOLETTO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Guiseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in 3 Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach dem Schauspiel Le roi s\u2019amuse von Victor Hugo, UA: 1851, Venedig, Teatro La Fenice<br \/>\nRegie: Karsten Wiegand, B\u00fchne: B\u00e4rbl Hohmann, Kost\u00fcme: Alfred Mayerhofer, Dramaturgie: Mark Schachtsiek,<br \/>\nDirigent: Gregor B\u00fchl, Staatskapelle Weimar, Herrenchor des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Einstudierung: Markus Oppeneiger<br \/>\nSolisten: George Gagnidze (Rigoletto), Pedro Vel\u00e1zquez D\u00edaz (Herzog von Mantua), Kerstin Avemo (Gilda), Remigiusz Lukomski (Sparafucile), Roswitha C. M\u00fcller (Maddalena), Renatus M\u00e9sz\u00e1r (Graf von Monterone), Katharina Ruhl (Tochter Monterones), Philipp Meierh\u00f6fer (Graf von Ceprano), Katrin Niemann (Gr\u00e4fin von Ceprano) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 7. November 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/weimar-rigoletto.jpg\" TITLE=\"weimar-rigoletto.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/weimar-rigoletto.jpg\" ALT=\"weimar-rigoletto.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Rigoletto ist Hofnarr im Palast des Herzogs von Mantua. Der Herzog ist ein gef\u00fcrchteter Frauenheld.<br \/>\nRigoletto h\u00e4lt seine Tochter Gilda von dem h\u00f6fischen Treiben fern, um sie vor allen Gefahren zu besch\u00fctzen. Das Ziel des neuesten Abenteuers des Herzogs ist die Tochter seines Hofnarren. Es kommt zur Entf\u00fchrung Gildas durch die H\u00f6flinge. Nachdem Rigoletto von der Liebe seiner Tochter zum Herzog von Mantua erf\u00e4hrt, beauftragt er Sparafucile, den Herzog zu t\u00f6ten, doch Gilda gelingt es, ihren Geliebten zu retten, indem sie sich f\u00fcr ihn opfert.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEinige hell beleuchtete W\u00e4nde und die gl\u00e4nzenden Kronleuchter repr\u00e4sentieren den herzoglichen Palast. Die \u00fcbrige Handlung spielte sich in d\u00fcsterer und karger Umgebung ab. Die bunt glitzernden Kost\u00fcme der h\u00f6fischen Gesellschaft setzen h\u00f6fische Leben gekonnt in Szene. Auf einer Empore sitzende Orchestermusiker treten als Begleitmusiker zum Fest auf. Rigoletto tr\u00e4gt einen langen wei\u00dfen Hosenanzug und eine rote M\u00fctze. Nur sein Buckel und das Verstecken der Arme deuten seine verkr\u00fcppelte Haltung an. Der Auftritt seiner Tochter Gilda im Kost\u00fcm Rigolettos versinnbildliche dessen Doppelleben. Das im Textbuch beschriebene l\u00e4ndliche Gasthaus wird als ein Haus im Rotlichtmilieu dargestellt. Das auff\u00e4llig rot leuchtende Herz und die im Haus stattfindende Orgie des Herzogs mit der aufreizend gekleideten Schwester Sparafuciles Maddalena sollen dies deutlich machen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>George Gagnidze<\/strong> (Rigoletto) \u00fcberzeugte von Beginn an mit seiner m\u00e4chtigen und warmen Baritonstimme. Er gl\u00e4nzte besonders in der Arie<em> Si la mia figlia \u2013 Ja, meine Tochter!<\/em>, die er mit starkem Ausdruck in Wut und Verzweiflung sang. Zu Recht wurde seine Darbietung mit lauten Bravorufen gew\u00fcrdigt. Weniger gelungen ist ihm die Darstellung des verkr\u00fcppelten und buckeligen Rigoletto. <strong>Kerstin Avemo<\/strong> (Gilda) wu\u00dfte vor allem die dramatischen Passagen mit ihrer strahlenden und klaren, in der H\u00f6he kr\u00e4ftig klingenden Sopranstimme zu bew\u00e4ltigen. Die koloraturreichen Abschnitte konnte sie mit ihrer stimmlichen Beweglichkeit ohne M\u00fche umsetzen. Ihre schauspielerische Darbietung war glaubw\u00fcrdig, vor allem durch ihre \u00fcberzeugende Mimik. In der Arie <em>Gualtier Mald\u00e9 nome di lui s\u00ec amato \u2013 Gualtier Mald\u00e9, o du so geliebter Name<\/em> setzte sie stimmlich die dramatische Gef\u00fchlsregung zwischen Sehnsucht und Verzweiflung nachvollziehbar um. Die Rolle des Herzogs wurde aufgrund der Erkrankung eines S\u00e4ngers kurzfristig mit Pedro Vel\u00e1zquez D\u00edaz besetzt. Eine klare, jedoch leicht gepresste Tenorstimme pr\u00e4sentierte er von seiner ersten Arie <em>Questa o quella \u2013 Diese oder jene<\/em> an. Aufgrund des kurzfristigen Einsatzes waren kleine rhythmische und schauspielerische Unsicherheiten zu erkennen, \u00fcber die das Publikum jedoch hinweg sah. Die Rolle des Auftragsm\u00f6rders Sparafuciles wurde durch<strong> Remigiusz Lukomski<\/strong> mit seiner dunklen Ba\u00dfstimme recht dramatisch wiedergegeben. Der <strong>Staatskapelle Weimar<\/strong> unter <strong>Gregor B\u00fchls<\/strong> Leitung gelang ein spannungsgeladener Wechsel zwischen schlichten, aber pr\u00e4zisen Begleitpassagen und dramatisch pulsierenden Abschnitten. Besonders im dritten Akt begeisterte das Orchester mit seiner grandiosen musikalischen Umsetzung des Gewitters und f\u00fchrte die Trag\u00f6die zu einem imposanten Finale.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nTrotz einiger Abweichungen von der originalen Textfassung und einem etwas kargen B\u00fchnenbild blieb die Tragik der Oper in dieser Interpretation erhalten. Die Auff\u00fchrung war durch den packenden Ausdruck und eine gro\u00dfartige s\u00e4ngerische Leistung der Solisten gepr\u00e4gt. Die Hauptdarsteller wurden zu Recht mit lautstarkem Applaus und Bravorufen geehrt.<\/p>\n<p>Saskia Hankel<\/p>\n<p>Bild: Anke Neugebauer<br \/>\nDas Bild zeigt: von links nach rechts: Kerstin Avemo (Gilda), George Gagnidze (Rigoletto)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Guiseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in 3 Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach dem Schauspiel Le roi s\u2019amuse von Victor Hugo, UA: 1851, Venedig, Teatro La Fenice Regie: Karsten Wiegand, B\u00fchne: B\u00e4rbl Hohmann, Kost\u00fcme: Alfred Mayerhofer, Dramaturgie: Mark Schachtsiek, Dirigent:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=894\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,94],"tags":[],"class_list":["post-894","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-weimar-deutsches-nationaltheater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/894","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=894"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/894\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1252,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/894\/revisions\/1252"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}