{"id":890,"date":"2009-11-08T14:07:49","date_gmt":"2009-11-08T12:07:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=890"},"modified":"2010-03-21T23:40:03","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:03","slug":"stuttgart-staatsoper-der-rosenkavalier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=890","title":{"rendered":"Stuttgart, Staatsoper &#8211; DER ROSENKAVALIER"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Kom\u00f6die f\u00fcr Musik in drei Aufz\u00fcgen von Hugo von Hofmannsthal, UA: 1911, Dresden<br \/>\nRegie: Stefan Herheim, B\u00fchne: Rebecca Ringst, Kost\u00fcme: Gesine V\u00f6llm<br \/>\nDirigent: Manfred Honeck, Staatsorchester Stuttgart, Chor und Kinderchor der Staatsoper<br \/>\nSolisten: Christiane Iven (Feldmarschallin), Lars Woldt (Baron Ochs auf Lerchenau), Marina Prudenskaja (Octavian), Karl-Friedrich D\u00fcrr (Herr von Faninal), Mojca Erdmann (Sophie), Michaela Schneider (Jungfer Marianne), Torsten Hofmann (Valzacchi), Carola Guber (Annina), Mark Munkittrick (Polizeikommissar und Notar), Heinz G\u00f6hrig (Haushofmeister der Feldmarschallin und bei Faninal und Wirt), Bogdan Mihai (S\u00e4nger), Isolde Daum, Christina Otey, Gudrun Wilming (drei adelige Waisen), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 1. November 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/stuttgart-rosenkavalier.jpg\" TITLE=\"stuttgart-rosenkavalier.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/stuttgart-rosenkavalier.jpg\" ALT=\"stuttgart-rosenkavalier.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Die Feldmarschallin hat eine Aff\u00e4re mit dem jungen Octavian. Da platzt der Baron Ochs herein. Um die Situation zu vertuschen, verkleidet sich Octavian als Kammerzofe. Obwohl Baron Ochs sich mit Sophie verloben will, er macht ihr\/ihm den Hof. F\u00fcr die Brautwerbung schl\u00e4gt die Feldmarschallin Octavian als Rosenkavalier vor. Als Octavian Sophie die Rose \u00fcberbringt, verlieben sich beide ineinander. Es kommt zur Auseinandersetzung mit Ochs. Der beruhigt sich erst, nachdem er eine Einladung der Kammerzofe zum Stelldichein in ein obskures Lokal erhalten hat. Die Kammerzofe (d.h. Octavian) verwickelt Ochs in ein Possenspiel. Eine peinliche Untersuchung durch die Polizei folgt. Die Feldmarschallin macht Ochs klar, da\u00df er nun auf Sophie verzichten mu\u00df. Am Ende \u00fcberl\u00e4\u00dft sie schweren Herzens Octavian seiner Sophie.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nVor dem ersten Ton aus dem Orchestergraben wabert zu elektronischen Kl\u00e4ngen Trockeneisnebel \u00fcber die B\u00fchne. Die Marschallin sitzt mi\u00dfmutig vor dem Frisierspiegel und zerschl\u00e4gt ihn. Da bricht ein Bacchantenreigen herein, bedr\u00e4ngt die Herzogin, w\u00e4hrend Pan die Splitter des Spiegels zu einer Rose zusammensetzt. Mit Octavians Auftritt als deus ex machina verschwinden die Satyrn, um als Lerchenauer Gefolgsleute zur\u00fcckzukommen.<br \/>\nZentrale Gedanken der Inszenierung versinnbildlicht das Pasticcio im B\u00fchnenhintergrund, das aus Werken von Hans Makart (\u00f6sterreichischer Maler) und William Adolphe Bouguereau (franz\u00f6sischer Maler) besteht. Antike mythische Figuren wie Ariadne, Europa auf dem Stier (oder ist es hier ein Ochs?), Nymphen oder die Charakterisierung der Personen durch Allegorien mit Tieren waren im Barock durchaus \u00fcblich. Die Diener sind Schafe und Affen, die Waisen K\u00e4tzchen und das Intrigantenpaar treffenderweise Schabe und Motte. Es gibt neben anderem einen tiefenpsychologischen Ansatz: Die Feldmarschallin hat Angst davor, \u00e4lter zu werden und den Geliebten zu verlieren. Sophie tritt als Double der Feldmarschallin auf \u2013 nur j\u00fcnger. Auch die Geschichte wird behandelt, etwa die Franz\u00f6sischen Revolution oder der erste Weltkrieg w\u00e4hrend Ochs\u2019 Rendezvous am Schlu\u00df er Kom\u00f6die. Der Faun verletzt sich an den Splittern der zerbrochenen Rose, stirbt und winkt zu den letzten Takten der Musik mit seinem Taschentuch dem Publikum zu.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie Entdeckung des Abends ist <strong>Mojca Erdmann<\/strong> als Sophie: Ein wirklich klarer jugendlicher Sopran mit unangestrengter H\u00f6he. Fast ebenso gut ist <strong>Marina Prudenskaja<\/strong> als Octavian. Ihrem dramatischen Sopran mit sehr harter H\u00f6he geht aber ein wenig das dunklere Timbre ab, das f\u00fcr diese Hosenrolle notwendig w\u00e4re.<strong> Christine Iven<\/strong> ist in ihrem Rollendeb\u00fct als Marschallin auf dem richtigen Weg, mu\u00df aber noch an der Rollengestaltung feilen und ihr Vibrato minimieren; es kann jedoch sein, da\u00df sie sich zu sehr auf die Inszenierung konzentriert. Das gleiche scheint f\u00fcr den Ochs des<strong> Lars Woldt<\/strong> zu gelten, der jugendlich strahlend intoniert, wenn er auch eher farblos bleibt. \u00c4rgerlich f\u00fcr eine Staatsoper, da\u00df die Nebenrollen nicht gleichm\u00e4\u00dfig gut besetzt werden konnten. W\u00e4hrend <strong>Bogdan Mihai<\/strong> (S\u00e4nger) seine Kantilenen voll aussingt und als sehr lyrischer S\u00e4nger gl\u00e4nzen kann, passen die drei adeligen Waisen stimmlich nicht so recht zusammen und <strong>Mark Munkittrick<\/strong> holpert sich durch zwei wenig \u00fcberzeugende Auftritte.<br \/>\nDas <strong>Staatsorchester Stuttgart<\/strong> unter <strong>Manfred Honeck<\/strong> eifert nicht dem Wiener oder Dresdener Strauss-Klang nach. Die Streicher bringen allerdings jenes Jauchzen hervor, das f\u00fcr den Rosenkavalier so charakteristisch ist.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nStefan Herheim hat mit vielen Ideen einen sehr vielschichtigen und bunten Rosenkavalier inszeniert, der zum Nachdenken und Diskutieren anregt. Denn nicht alles ist eindeutig oder verst\u00e4ndlich. Zusammenfassend kann man feststellen, da\u00df die Handlung der Oper, die freilich mit vielen anderen Handlungen angereichert wurde, so aufgef\u00fchrt wurde, wie man sie kennt. Das Publikum empfand das in der Mehrheit auch so und feierte die Produktion als Erfolg f\u00fcr die Staatsoper Stuttgart. Die wenigen Buhrufe gingen in der Menge unter.<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Martin Sigmund<br \/>\nDas Bild zeigt: Der Blick in den Spiegel ist tr\u00fcgerisch f\u00fcr Ochs, Marschallin und Leopold als Pan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949), Kom\u00f6die f\u00fcr Musik in drei Aufz\u00fcgen von Hugo von Hofmannsthal, UA: 1911, Dresden Regie: Stefan Herheim, B\u00fchne: Rebecca Ringst, Kost\u00fcme: Gesine V\u00f6llm Dirigent: Manfred Honeck, Staatsorchester Stuttgart, Chor und Kinderchor der Staatsoper Solisten: Christiane Iven (Feldmarschallin),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=890\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6],"tags":[],"class_list":["post-890","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-stuttgart-staatsoper"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=890"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/890\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1255,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/890\/revisions\/1255"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}