{"id":888,"date":"2009-11-07T14:03:16","date_gmt":"2009-11-07T12:03:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=888"},"modified":"2010-03-21T23:40:04","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:04","slug":"aachen-stadttheater-pelleas-et-melisande","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=888","title":{"rendered":"Aachen, Stadttheater &#8211; PELL\u00c9AS ET M\u00c9LISANDE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Claude Debussy (1862-1918), Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto. Maurice Maeterlinck; UA: 30. April 1902, Paris<br \/>\nRegie: Eva-Maria H\u00f6ckmayr,  B\u00fchne: Ric Schachtebeck, Kost\u00fcme: Julia R\u00f6sler, Licht: Hartmut Litzinger<br \/>\nDirigent:: Marcus R. Bosch, Aachener Sinfonieorchester und Opernchor, Choreinstudierung: Frank Flade<br \/>\nSolisten: Michaela Maria Mayer (M\u00e9lisande), Andreas Macco (Golaud), Hr\u00f3lfur Saemundsson (Pell\u00e9as), Randall Jakobsh (Arkel), Leila Pfister (Genevi\u00e8ve), Katharina Bergrath (Yniold), Pawel Lawreszuk (Arzt, Hirte)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 25. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"aachen-pelleas.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/aachen-pelleas.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"aachen-pelleas.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/aachen-pelleas.jpg\" \/><\/a>Im Wald trifft Golaud, der Enkel von Arkel, des K\u00f6nigs von Allemonde, auf M\u00e9lisande, die traurig und verst\u00f6rt wirkt. Auf seine Ann\u00e4herungsversuche reagiert sie abweisend. Sechs Monate vergehen. Inzwischen hat Golaud Melisande geheiratet. Arkel akzeptiert die Ehe und empf\u00e4ngt die beiden in seinem Schlo\u00df. Pell\u00e9as k\u00fcmmert sich um M\u00e9lisande, die sich am Schlo\u00df nicht wohl f\u00fchlt. Die beiden verbringen Zeit miteinander und  kommen sich dabei n\u00e4her. Golaud bemerkt, da\u00df sich zwischen den beiden etwas entwickelt und warnt Pell\u00e9as, er solle Melisande in Ruhe lassen, da sie ein Kind erwarte. Als Golaud seinen Sohn Yniold \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Pell\u00e9as und M\u00e9lisande befragt, erf\u00e4hrt er, da\u00df die beiden sich gek\u00fc\u00dft haben. Dar\u00fcber ist Golaud emp\u00f6rt. Pell\u00e9as und M\u00e9lisande gestehen sich ihre Liebe. Golaud findet die beiden und t\u00f6tet Pell\u00e9as mit seinem Schwert. Bald darauf bringt M\u00e9lisande  eine Tochter zur Welt und wird schwer krank. Golaud will die Wahrheit \u00fcber ihr Verh\u00e4ltnis mit Pell\u00e9as erfahren. Doch auch M\u00e9lisande stirbt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Wald wurde durch einen Vorhang mit Urwaldbemalung angedeutet. Danach verwandelte sich die B\u00fchne in eine groteske Landschaft, die mit einem Schlo\u00df wenig zu tun hat. Eine Art runder Drehteller in der Mitte der B\u00fchne erm\u00f6glichte es, verschiedene Requisiten in den Vordergrund zu r\u00fccken. Zu sehen war eine Vitrine mit J\u00e4gerutensilien wie Gewehren und ausgestopften Tieren. Mehrere ge\u00f6ffnete K\u00e4sten symbolisierten die Zimmer des Schlosses. In einem davon befand sich ein Krankenhausbett, an den W\u00e4nden gelbe Fliesen. Die Kost\u00fcme blieben schlicht und ohne Aussage. M\u00e9lisande trug verschiedene Kleider. Eins davon sah aus wie eine Bonbonverpackung, Arkel erschien in brauner Hose und Pullover, Genevi\u00e8ve trug ein rotes Kost\u00fcm. Pell\u00e9as\u2019 Erscheinung war die eines sch\u00fcchternen Strebers, in Anzug mit Pullunder und Brille. Die Auff\u00fchrung war voller Symbole, die nicht gut ausgedeutet wurden und verwirrten. So trug Yniold zum Beispiel einen Schafskopf, M\u00e9lisande schnitt sich zwischendurch ihre Haare und verklebte ihr Zimmer mit Klebeband.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie musikalische Leistung des Abends war die einzige, die \u00fcberzeugen konnte. Die S\u00e4nger konnten die impressionistischen Kl\u00e4nge Debussys gut umsetzen, so da\u00df der Musik wie erforderlich ein schwebender Charakter verliehen wurde. Allen voran <strong>Michaela Maria Mayers<\/strong> (M\u00e9lisande) lyrischer und zarter Sopran, den sie sehr differenziert einsetzte, konnte \u00fcber die Schw\u00e4chen der Inszenierung hinwegtr\u00f6sten. Sie wechselte ihrer Rolle entsprechend zwischen zarten und kraftvollen Stimmeins\u00e4tzen. Neben ihr spielte <strong>Andreas Macco<\/strong> (Golaud) einen verzweifelten Ehemann, er \u00fcberzeugte vor allen Dingen durch eine sonore und volumin\u00f6se Ba\u00dfstimme, mit der er die Emotionen seiner Figur gut herausspielen konnte. <strong>Hr\u00f3lfur Saemundsson<\/strong> (Pell\u00e9as) wirkte in seiner Rolle etwas unbeholfen. Gesanglich konnte er mit seinem warmen und volumin\u00f6sen Tenor den Erwartungen gerecht werden. Allerdings entsprach seine wenig ansprechende Erscheinung kaum der eines Liebhabers. Auch hier fragte man sich, welchen Sinn diese Regieidee hatte.<strong> Randall Jakobsh<\/strong> (Arkel) verlieh seiner Rolle mit einem schallenden und d\u00fcsteren Ba\u00df etwas Gebieterisches. Aber seine B\u00fchnenerscheinung empfand man als irref\u00fchrend, da er nicht alt genug wirkte, um der Gro\u00dfvater von Pelleas und Golaud sein zu k\u00f6nnen. <strong>Katharina Bergrath<\/strong> (Yniold) war mit ihrem ausnehmend klaren und hellem Sopran eine positive \u00dcberraschung. Wiederum st\u00f6rte hier die Personenregie, etwa das st\u00e4ndige An- und Ausziehen des Schafskopfes. Das Orchester schaffte es unter der Leitung von <strong>Marcus R. Bosch<\/strong>, einen gleichm\u00e4\u00dfigen Klangteppich zu erzeugen, der f\u00fcr die impressionistische Musik Debussys typisch ist. Schade war es, da\u00df hin und wieder der Gesang der Solisten \u00fcbert\u00f6nt wurde.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nAbgesehen von der guten musikalischen Leistung kann man leider nichts Positives \u00fcber die Auff\u00fchrung sagen. Insgesamt erschien die Inszenierung recht einfallslos und uninspiriert. Ein roter Faden war nicht erkennbar. Nach der Pause erschienen viele der Besucher nicht wieder. Einzig und allein Michaela Maria Mayer und Andreas Macco konnten durch ihre gesangliche Leistung den Abend retten. Ansonsten eine langweilige und erm\u00fcdende Angelegenheit.<br \/>\nMelanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Wil van Iersel<br \/>\nDas Bild zeigt: Michaela Maria Mayer (M\u00e9lisande) und Randall Jakobsh (Arkel)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Claude Debussy (1862-1918), Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto. Maurice Maeterlinck; UA: 30. April 1902, Paris Regie: Eva-Maria H\u00f6ckmayr, B\u00fchne: Ric Schachtebeck, Kost\u00fcme: Julia R\u00f6sler, Licht: Hartmut Litzinger Dirigent:: Marcus R. 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