{"id":884,"date":"2009-11-05T10:19:29","date_gmt":"2009-11-05T08:19:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=884"},"modified":"2010-03-21T23:40:04","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:04","slug":"erfurt-theater-die-csardasfurstin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=884","title":{"rendered":"Erfurt, Theater &#8211; DIE CS\u00c1RD\u00c1SF\u00dcRSTIN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882 \u2013 1953), Operette in drei Akten, Libretto: Leo Stein und Bela Jenbach, Textbearbeitung: Werner Schneyder<br \/>\nUA: 1915, Wien<br \/>\nRegie: Werner Schneyder, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Monika Gora, Choreographie: Jacqueline Davenport<br \/>\nDirigent: Enrico Calesso, Philharmonisches Orchester Erfurt, Opernchor des Theaters Erfurt, Einstudierung: Andreas Ketelhut, Studioballett<br \/>\nSolisten: Reinhard Friedrich (F\u00fcrst), Rosemarie Deibel (F\u00fcrstin), Erik Fenton (Edwin Ronald), Christa Maria Dalby (Komtesse Stasi), J\u00f6rg Rathmann (Graf Boni), Ilia Papandreou (Sylva Varescu), Gregor N\u00f6llen (Eugen Rhonsdorff), Juri Batukov (Feri Bacsi), Dirk Biedritzky (Notar), Roland Rohds (Janos), Ralph Neubert (Barpianist)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 25. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"erfurt-csadasfurstin.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/erfurt-csadasfurstin.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"erfurt-csadasfurstin.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/erfurt-csadasfurstin.jpg\" \/><\/a>Budapest 1913. Die Chansonette Sylva Varescu bereitet sich auf eine Gastspielreise nach Amerika vor und verabschiedet sich von ihren Freunden und Edwin, einem Wiener F\u00fcrstensohn. Dieser will sie von der Reise abhalten und heiraten \u2013 gegen den Willen seiner Eltern. Denn sie haben bereits die Verlobung mit Komtesse Stasi arrangiert. Als Graf Boni Sylva dar\u00fcber informiert, reist sie erz\u00fcrnt ab.<br \/>\nIn Wien wird die Verlobung von Edwin und Stasi gefeiert als Sylva mit Boni erscheint, der sie als seine Frau ausgibt. Als sie ihre wahre Identit\u00e4t enth\u00fcllt gibt es einen Skandal. In einem Wiener Hotel erkennt Feri-Bacsi in der F\u00fcrstin seine Jugendliebe wieder, eine Provinzprimadonna. Die F\u00fcrsten geben daraufhin den Widerstand auf und willigen in die Ehe zwischen Edwin und Sylva sowie zwischen Boni und Stasi ein.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEs kommt eine Drehb\u00fchne mit vier Feldern zum Einsatz. Sie erm\u00f6glicht nicht nur schnelle Umbauten, sondern auch rasche Auftritte und Abg\u00e4nge des Chors und der Solisten. Das erste Feld zeigt den Ballsaal des Orpheums, das n\u00e4chste Feld die Garderobe der Sylva. Das dritte und vierte Feld ist der Festsaal bei den F\u00fcrsten in Wien und das dazu geh\u00f6rende Vorzimmer. Im dritten Akt nehmen der Eingangsbereich des Hotels und das Raucherzimmer diese Felder ein. W\u00e4hrend der kurzen Drehung zum n\u00e4chsten Feld gibt es sozusagen als Da Capo noch eine kurze Wiederholung des Themas der letzten Nummer. Stilistisch ist man bei der Ausstattung und den Kost\u00fcmen in der Endphase des \u00f6sterreichischen Jugendstils, der Ringstra\u00dfenepoche. Eugen Rhonsdorff erh\u00e4lt im zweiten und dritten Akt zus\u00e4tzliche Sprechtexte, in denen er Zeitungsberichte rezitiert, die vom drohenden Krieg und vom beginnenden Untergang k\u00fcnden. An den Tanzeinlagen sind neben Chor und Ballett\u2013 auch alle Solisten beteiligt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Erik Fenton<\/strong> pr\u00e4sentiert sich hier sehr ordentlich als Operettentenor mit Charme und \u00dcberzeugungskraft: <em>Ganz ohne Weiber geht<\/em> eben <em>die Chose nicht<\/em>. Das ist nicht wirklich erstaunlich, denn seit 2003 gibt er am Haus den Spieltenor im italienischen Fach. L\u00e4nger am Haus ist <strong>J\u00f6rg Rathmann<\/strong>, der wie immer zuverl\u00e4ssig, die kleinen Nebenrollen im Tenorfach abdeckt. <strong>Christa Maria Dalby<\/strong> ist ein erfrischender jugendlicher Sopran mit sehr klarer H\u00f6he und erfreulicher Wortverst\u00e4ndlichkeit. Der dramatische Sopran von <strong>Ilia Papandreou<\/strong> als Sylva erstaunt mit ihrer sicheren H\u00f6he. Die Arie <em>Heia in den Bergen<\/em> unterstreicht dies eindrucksvoll und wird vom Publikum gefeiert.<br \/>\nAuch das Orchester unter <strong>Enrico Calesso<\/strong> hat Anteil am Erfolg der Produktion. Die Vorspiele zum ersten und zweiten Teil und das Finale gelingen als ein melancholischer Abgesang auf die Donaumonarchie.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\n<em>Die Cs\u00e1rd\u00e1sf\u00fcrstin<\/em> steht am Ende der Donau-Monarchie, f\u00fcr das Ende der Wiener-Operettentradition, f\u00fcr das Ende des Wiener Walzers. <strong>Werner Schneyder<\/strong> zeichnet exakt mit kleinen, aber bis ins Detail durchdachten Gesten die Charaktere der Handlung: F\u00fcrst und F\u00fcrstin sind  seri\u00f6se Grandseigneurs und keine komischen Gestalten. Die Abschiedsstimmung wird nostalgisch eingefangen: neben den Sch\u00f6nheiten der untergehenden Epoche werden auch dezente Kritikpunkte gesetzt. Musikalisch eine Operette auf der H\u00f6he der Zeit mit viel Wiener Schm\u00e4h und Charme, die richtige Wahl zu Sylvester oder Karneval. Donnernder Applaus vom ausverkauften Haus!<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Lutz Edelhoff<br \/>\nDas Bild zeigt: Mag die ganze Welt versinken, ich habe Euch lieb: Ein Nachruf auf die heile Welt der Donaumonarchie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882 \u2013 1953), Operette in drei Akten, Libretto: Leo Stein und Bela Jenbach, Textbearbeitung: Werner Schneyder UA: 1915, Wien Regie: Werner Schneyder, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Monika Gora, Choreographie: Jacqueline Davenport Dirigent: Enrico Calesso, Philharmonisches Orchester Erfurt, Opernchor des Theaters<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=884\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28,1],"tags":[],"class_list":["post-884","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erfurt-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/884","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=884"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/884\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1258,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/884\/revisions\/1258"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=884"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=884"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=884"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}