{"id":875,"date":"2009-10-28T13:18:46","date_gmt":"2009-10-28T11:18:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=875"},"modified":"2010-03-21T23:40:04","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:04","slug":"munster-stadtische-buhnen-%e2%80%93-rigoletto","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=875","title":{"rendered":"M\u00fcnster, St\u00e4dtische B\u00fchnen \u2013 RIGOLETTO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in 3 Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach Victor Hugos Le roi s\u2019amuse, UA: 11. M\u00e4rz 1851, Teatro La Fenice, Venedig<br \/>\nRegie: Andreas Baesler, B\u00fchnenbild: Hermann Feuchter, Dramaturgie: Jens Ponath, Kost\u00fcme: Henrike Bomber<br \/>\nDirigent: Thorsten Schmid-Kapfenburg, Sinfonieorchester M\u00fcnster, Chor: Herren des Opernchores Einstudierung: Donka Miteva<br \/>\nSolisten: Jaco Venter (Rigoletto), Andrea Shin (Herzog), Henrike Jacob (Gilda), Plamen Hidjov (Sparafucile), Judith Gennrich (Maddalena) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"munster-rigoletto.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/munster-rigoletto.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"munster-rigoletto.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/munster-rigoletto.jpg\" \/><\/a>Rigoletto ist Hofnarr im Palast des Herzogs von Mantua. Als Graf Monterone den Herzog wegen der Entehrung seiner Tochter anklagt, verflucht er auch den stets sp\u00f6ttischen Rigoletto. Abseits vom h\u00f6fischen Treiben h\u00e4lt der Narr seine geliebte Tochter Gilda versteckt, um sie vor den Gefahren des Lebens zu sch\u00fctzen. Er ahnt jedoch nichts von einer Liebschaft zwischen Gilda und dem Herzog. Gilda wird von dem h\u00f6fischen Gefolge entf\u00fchrt und gesteht ihrem Vater daraufhin ihre Liebe zum Herzog. Rigoletto beauftragt den M\u00f6rder Sparafucile mit der Ermordung des Herzogs. Gilda entscheidet sich daf\u00fcr, sich f\u00fcr ihren Geliebten zu opfern. Sie stirbt in den Armen ihres Vaters.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nJeder Akt tr\u00e4gt eine \u00dcberschrift.<em> Der Fluch, Das Verbrechen<\/em> und <em>Die Rache<\/em> werden jeweils vor Beginn eines jeden Aktes in gro\u00dfen roten Lettern auf den geschlossenen Vorhang projiziert, bevor die Handlung beginnt. Marmorw\u00e4nde schaffen das Ambiente eines Palastes. Ein gelb-schwarzes Baustellenband wird unauff\u00e4llig in das B\u00fchnenbild integriert und tritt in denjenigen Szenen hervor, in denen die heruntergekommene Gegend abseits des Hofes gezeigt wird. In warmer Beleuchtung hebt sich das Zimmer Gildas vom d\u00fcsteren B\u00fchnenbild ab. Bunte Lampen in Teddyform und wild gepinselte rote Herzen an den W\u00e4nden spiegeln das Wesen der Tochter Rigolettos wider. Die Beleuchtung wechselt im Laufe der drei Akte vom tiefen Blau der Nacht bis hin zum satten Rotlicht w\u00e4hrend der h\u00f6fischen Orgien. Rigolettos Kost\u00fcmierung besteht aus einer blauen Weste, einem k\u00fcnstlichen Buckel und einem bunten Hut. Sein verletztes Bein zieht er schwerf\u00e4llig nach. Hat er sich seiner Maske entledigt, bleibt von dem h\u00f6hnischen Narr nur noch ein hilfloser, angsterf\u00fcllter Mann zur\u00fcck.<br \/>\nDie Bl\u00e4ser des Orchesters treten als Statisten auf, und zwar als Begleitmusiker beim Fest des Herzogs. Die orchestrale Begleitung zur ber\u00fchmten Arie <em>La donna e mobile (Wie tr\u00fcgerisch sind Weiberherzen)<\/em> erklingt scheinbar aus einer Jukebox. In \u00fcberm\u00fctiger Manier singt und tanzt der Herzog dazu. Dabei tr\u00e4gt er eine schwarze Lederjacke und eine undurchsichtige Sonnenbrille. Als das Schicksal Gildas am Ende des dritten Aktes besiegelt ist, treten, Rigoletto ausgenommen, alle Protagonisten mit Totenkopfmasken auf.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Jaco Venter<\/strong> (Rigoletto) \u00fcberzeugte von Beginn an mit seiner kr\u00e4ftigen Baritonstimme. Besonders authentisch wirkt seine verzweifelte Arie <em>Cortigiani vel\u2018 razza dannata \u2013 H\u00f6flinge, verdammte, niedertr\u00e4chtige Sippe<\/em>. Dynamisch abwechslungsreich und mit emotionalem Spiel gelingen ihm dabei die spannungsgeladenen Wechsel zwischen Wut und Verzweiflung. Gleitend changiert er zwischen hoffnungslosem Aufruf und klagender Melodie.  Als liebevolle Tochter und leidenschaftliche Geliebte wu\u00dfte <strong>Henrike Jacob<\/strong> (Gilda) ihre klare Sopranstimme sowohl in den lyrischen als auch in den ungest\u00fcmen Passagen einzusetzen. Scheinbar ohne M\u00fche sang sie die koloraturreichen Abschnitte ihrer Partie und verstand es auch, jede dramatisch-musikalische Gef\u00fchlsregung in Stimme und K\u00f6rper glaubw\u00fcrdig abzubilden, etwa die unschuldige Verliebtheit der Gilda in der Arie<em> Caro nome \u2013 lieber Name<\/em>.  <strong>Andrea Shin<\/strong> kehrte die anr\u00fcchige Pers\u00f6nlichkeit des Herzogs mit schmeichelnder Stimme und energischem Spiel heraus. Besonders in der Eingangsarie <em>Questa o quello \u2013 diese oder jene<\/em> verleiht er seiner hellen Stimme ein angemessenes Ma\u00df an Arroganz und schafft es auf diese Weise, den Verf\u00fchrer \u00fcberzeugend darzustellen.<br \/>\nDem <strong>Sinfonieorchester M\u00fcnster<\/strong> gelingt eine geradlinige und differenzierte Steigerung des musikalischen Ausdrucks, der d\u00fcsteren Handlung der Oper entsprechend. Die Rezitative wurden pr\u00e4zise und mit dynamischer Sensibilit\u00e4t begleitet. <strong>Thorsten Schmid-Kapfenburg<\/strong> dirigierte mit einem ausgepr\u00e4gten Gesp\u00fcr f\u00fcr die st\u00e4ndig gegenw\u00e4rtige, unterschwellige Anspannung, die die Musik schildert. Besonders in der Gewittermusik im dritten Akt f\u00fchrte er sein Orchester souver\u00e4n zu einem imposanten Finale, in der die akkurate einsetzenden Paukenschl\u00e4ge und die furiosen Eins\u00e4tze der Bl\u00e4ser zu einer eindrucksvollen Imitation der Naturgewalten wurden. Ungeachtet der unz\u00e4hligen Produktionen von <em>Rigoletto<\/em> haucht Schmid-Kapfenburg diesem popul\u00e4ren Stoff frische Begeisterung ein. Besonders seine ausgewogenen Tempovorgaben sind lobend zu erw\u00e4hnen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nStehender Applaus gab es f\u00fcr eine aufregende Inszenierung. Die Oper b\u00fc\u00dft in dieser Produktion trotz moderner B\u00fchnenelemente und vorsichtig eingesetztem Humor nichts von ihrer Tragik ein. Die Hauptdarsteller dr\u00fcckten die Leidenschaften ihrer Rollen auf eindrucksvolle, ja meist ergreifende Weise aus.<br \/>\nLaura Hamdorf<\/p>\n<p>Bild: Michael H\u00f6rnschemeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Im Vordergrund von links: Plamen Hidjov (Sparafucile), Jaco Venter (Rigoletto)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in 3 Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach Victor Hugos Le roi s\u2019amuse, UA: 11. 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