{"id":873,"date":"2009-10-21T13:02:47","date_gmt":"2009-10-21T11:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=873"},"modified":"2012-01-04T19:12:42","modified_gmt":"2012-01-04T18:12:42","slug":"mannheim-nationaltheater-amadis-des-gaules","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=873","title":{"rendered":"Mannheim, Nationaltheater &#8211; AMADIS DES GAULES"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Christian Bach (1735-1782), Trag\u00e9die lyrique in drei Akten, Libretto: Alphonse-Denise-Marie du Valgay nach Philippe Quinault (1684) zur Oper <em>Amadis<\/em> von Jean-Baptiste Lully<br \/>\nUA: 14. Dezember 1779 Paris, Op\u00e9ra Palais Royal<br \/>\nRegie: Nicolas Brieger, B\u00fchne: Roland Aeschlimann, Kost\u00fcme: Andrea Schmidt-Futterer, Licht: Alexander Koppelmann, Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr und Regine Elzenheimer<br \/>\nDirigent: Reinhard Goebel, Orchester, Chor und Bewegungschor des Nationaltheaters Mannheim, Choreinstudierung: Tilman Michael<br \/>\nSolisten: Maximilian Schmitt (Amadis), Cornelia Ptassek (Oriane), Marie-Belle Sandis (Arcabonne), Thomas Berau (Arcalaus), Anne-Theresa Albrecht (Urgande, 2. Choryph\u00e9e), Antje Bitterlich (1. Choryph\u00e9e), Johannes Wimmer (Ardan), Jun-Ho Lee (La Haine), Pei-Ying Lee (La Discorde)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 17. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a title=\"mannheim-amadis-des-gaules.jpg\" href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/mannheim-amadis-des-gaules.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/mannheim-amadis-des-gaules.jpg\" alt=\"mannheim-amadis-des-gaules.jpg\" align=\"right\" \/><\/a>Arcabonne sch\u00e4mt sich ihrer Gef\u00fchle f\u00fcr einen Unbekannten, der ihr das Leben gerettet hat. Ihr Bruder Arcalaus mahnt sie dagegen zum Ha\u00df, um den gemeinsamen Bruder Ardan zu r\u00e4chen. Dieser wurde im Duell um Oriane von Amadis get\u00f6tet. Oriane und Amadis werden von den Geschwistern gefangengenommen. Arcabonne schw\u00f6rt am Grab des Bruders Rache, doch da warnt sie Ardans Stimme, da\u00df sie ihm in k\u00fcrze wegen Verrats in die H\u00f6lle folgen werde. Als sie Amadis t\u00f6ten will, erkennt sie in ihm ihren Retter, weshalb Arcalaus sie ihrer Liebe wegen verspottet. Im letzten Augenblick erscheint Urgande und nimmt das Paar in Schutz. Arcabonne verliert und nimmt sich das Leben, Oriane und Amadis kehren zueinander zur\u00fcck.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas B\u00fchnenbild ist sehr schlicht gehalten: Die Oper spielt sich auf zwei Treppenkonstruktionen ab, die parallel zur Rampe stehen und an venezianische Br\u00fccken erinnern. Der Kontrast von gut und b\u00f6se schl\u00e4gt sich in der Kost\u00fcmgestaltung nieder: Arcabonne und Arcalaus sind in schwarz gekleidet, Oriane und Amadis hingegen wei\u00df. Eindrucksvoll gelungen ist die Beschw\u00f6rungsszene des Arcalaus <em>D\u00e9mons pr\u00e9parez vous \u2013 D\u00e4monen wappnet euch<\/em>. Die Saalbeleuchtung erhellt sich, und Arcalaus scheint das Publikum zu beschw\u00f6ren. Dann setzt \u00fcberraschend der im Saal verstreute Chor ein mit <em>A sa voix accourons tous \u2013 Auf seinen Ruf eilen alle herbei<\/em>. Der im Grab liegende Ardan ist seitlich f\u00fcr das Publikum einsehbar, \u00e4hnlich dem Komtur im<em> Don Giovanni<\/em>, den der Regisseur einige Jahre zuvor am Nationaltheater inszenierte und dessen Ensemble auch in dieser Inszenierung die Hauptrollen sang.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nUnter der Leitung <strong>Reinhard Goebels<\/strong> rauscht die quirlige Ouvert\u00fcre in raschem Tempo vor\u00fcber. <strong>Marie-Belle Sandis<\/strong> (Arcabonne) beweist bereits in ihrer ersten Arie <em>Amour, que veux-tu de moi? \u2013 Amor, was willst du von mir<\/em>? stimmliche Virtuosit\u00e4t. Ihre leicht kehlige Stimme zeigt sich \u00e4u\u00dferst beweglich in den H\u00f6hen, jedoch etwas rauh in der Tiefe. <strong>Thomas Berau<\/strong> (Arcalaus) Beschw\u00f6rungsszene <em>D\u00e9mons pr\u00e9parez vous \u2013 D\u00e4monen wappnet euch<\/em> \u00fcberzeugt vor allem schauspielerisch. Stimmlich meistert er seine Rolle tadellos, seine etwas nasale Stimme wirkt oft jedoch zu liebensw\u00fcrdig f\u00fcr seine b\u00f6sartige Rolle. <strong>Maximilian Schmitt<\/strong> (Amadis) zeigt in der Arie <em>Je ne verrai plus ce que j\u2019aime \u2013 Ich werde nicht mehr sehen, die ich liebe<\/em> eine klare, offene Tenorstimme, die in ihren lyrischen Passagen in dem Helden zu recht eher den Liebhaber als den Krieger erkennen l\u00e4\u00dft. <strong>Cornelia Ptassek<\/strong> (Oriane) gelingt ihre Partie mit Leichtigkeit. Gro\u00dfe stimmliche Gewandtheit verlangende Passagen in der Kopfstimme wechselten mit kr\u00e4ftigen, klangvollen Passagen in den tiefen Registern in <em>A qui pourrai-je avoir recours? \u2013 Zu wem kann ich Zuflucht nehmen?<\/em>. Eindrucksvoll klang auch der kurze Auftritt <strong>Johannes Wimmer<\/strong> (Ardan), der mit monotoner Grabesstimme seine Warnung ausspricht: <em>Ah! Tu me trahis \u2013 Ach, du verr\u00e4tst mich.<\/em><br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDer historischen musikalischen Auff\u00fchrungspraxis stand ein modernes, fl\u00e4chiges B\u00fchnenbild schroff und unvermittelt gegen\u00fcber. Regieeinf\u00e4lle wie die Plazierung des Chors im Publikum gaben der Inszenierung andererseits eine besondere Note. Die Bebilderung der Gegens\u00e4tzlichkeit von Gut und B\u00f6se auf der B\u00fchne folgt zwar der Erz\u00e4hlung, jedoch wird so nur ein paarweise gruppierender Kontrast geschaffen, in dem die Herausarbeitung der individuellen Charaktere zu kurz kommt. Etwa traten die Konflikte Arcabonne-Arcalaus, Oriane-Amadis visuell etwas in den Hintergrund. Musikalisch war der Abend gelungen, die Inszenierung ist allerdings Geschmackssache.<\/p>\n<p>Daniel Rilling<\/p>\n<p>Bild: Hans J\u00f6rg Michel<br \/>\nDas Bild zeigt: Maximilian Schmitt (Amadis),, Marie-Belle Sandis (Arcabonne), Antje Bitterlich (1. Choryph\u00e9e)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johann Christian Bach (1735-1782), Trag\u00e9die lyrique in drei Akten, Libretto: Alphonse-Denise-Marie du Valgay nach Philippe Quinault (1684) zur Oper Amadis von Jean-Baptiste Lully UA: 14. 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