{"id":8725,"date":"2025-11-28T21:22:37","date_gmt":"2025-11-28T20:22:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8725"},"modified":"2025-11-28T21:22:37","modified_gmt":"2025-11-28T20:22:37","slug":"fedora-berlin-deutsche-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8725","title":{"rendered":"Fedora &#8211; Berlin, Deutsche Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Umberto Giordano (1867\u20131948), Melodramma in drei Akten, Libretto von Arturo Colautti nach dem Drama von Victorien Sardou, UA: 1898 Mailand<\/p>\n<p>Regie: Christof Loy, Ausstattung: Herbert Murauer, Szenische Einstudierung: Anna Tomson, Licht: Olaf Winter, Videodesign: Velourfilm AB<\/p>\n<p>Dirigent: John Fiore, Orchester und Chor der Deutschen Oper Berlin, Choreinstudierung: Thomas Richter<\/p>\n<p>Solisten: Vida Miknevi\u010di\u016bt\u0117 (Fedora), Jonathan Tetelman (Loris Ipanov), Navasard Hakobyan (Giovanni de Siriex), Julia Muzychenko (Olga Sukarev), Tobias Kehrer (Gretch), Artur Grabas (Cirillo), u.v.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. November 2025 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Berlin-DO-Fedora.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8726\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Berlin-DO-Fedora.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"430\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Berlin-DO-Fedora.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Berlin-DO-Fedora-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die F\u00fcrstin Fedora Romanov ist mit Vladimiro, dem Sohn des russischen Polizeichefs, heimlich verlobt. Als er am Abend vor ihrer Hochzeit nicht zu einer Verabredung erscheint, betritt sie zum ersten Mal sein Haus in St. Petersburg. Schwer verwundet wird er ins Haus gebracht und erliegt wenig sp\u00e4ter seinen Verletzungen. Vladimiros Nachbar Loris Ipanov wird im Zuge der polizeilichen Untersuchung zum Hauptverd\u00e4chtigen erkl\u00e4rt und flieht. Fedora beschlie\u00dft, sich als Spionin in den Dienst der Polizei zu begeben, um den M\u00f6rder ihres Verlobten dingfest zu machen. In Paris gelingt es ihr, Ipanov ausfindig zu machen und sein Vertrauen zu gewinnen. Er verliebt sich in sie. Als er ihr den Mord an Vladimiro gesteht, mu\u00df sie erfahren, da\u00df es sich um einen Mord aus Eifersucht gehandelt hat, denn ihr Verlobter hatte eine Aff\u00e4re mit Ipanovs Frau. Diese Enth\u00fcllung bringt sie von ihrem Plan ab, Ipanov der russischen Polizei auszuliefern und beide reisen in die Schweiz. Nach einigen gl\u00fccklichen gemeinsamen Wochen wird Ipanov jedoch dar\u00fcber informiert, da\u00df sie ihn in Paris f\u00fcr die russische Polizei aufgesp\u00fcrt hatte. Aus Scham und Verzweiflung nimmt Fedora sich das Leben.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist in zwei R\u00e4ume unterteilt: Den vorderen Bereich an der Rampe und eine Wand mit einem riesigen goldenen Rahmen, auf der entweder Videoprojektionen zu sehen sind oder die zu einem weiteren Raum ge\u00f6ffnet wird, in dem sich parallele Aktionen abspielen. Die S\u00e4nger werden vor allem im ersten Akt in Nahaufnahme auf die Wand projiziert und kurze Filmeinspielungen erweitern die Szene r\u00e4umlich. Die Kost\u00fcme sind nicht im Stile des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts gehalten, sondern historisch indifferent, und auch die Atmosph\u00e4re des russischen Salons in Paris wird lediglich angedeutet. Die Beleuchtung ist stimmungsvoll und Schauplatzwechsel werden mit Requisiten angedeutet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Partitur ist kleinteilig und stellt die Interpreten vor die schwierige Aufgabe, all die kurzen, schnell aufeinander folgenden musikalischen Momente zu einem Ganzen werden zu lassen. Im ersten Akt gelang das nicht vollst\u00e4ndig, hier wurden die vielen Eins\u00e4tze und kurzen Einw\u00fcrfe der S\u00e4nger etwas un\u00fcbersichtlich und dem Orchester gelang es mitunter nicht, ein stabiles Klangbild oder einen l\u00e4ngeren Spannungsbogen zu schaffen. Rhythmisch und dynamisch ist <strong>John Fiore<\/strong> die Leitung im \u00fcbrigen aber vollauf gelungen. Insbesondere die kraftvollen Tutti-Eins\u00e4tze im zweiten Akt und auch das akkurate Zusammenspiel von Orchester und Szene sind hier lobend hervorzuheben. Die S\u00e4nger haben vom deklamatorischen Sprechgesang bis zum an Puccini gemahnende mit dem Orchester colla parte voll auszusingende laute Passagen zu bew\u00e4ltigen, allen voran die S\u00e4nger der beiden Hauptpartien. Das sind <strong>Vida Miknevi\u010di\u016bt\u0117<\/strong> in der Titelrolle und <strong>Jonathan Tetelman<\/strong> als Loris Ipanov, die zwei in jedem Register wohlklingende und ausgesprochen starke Stimmen haben und beide auch als Darsteller mehr als beachtlich agieren. Tetelmans Forte f\u00fcllt wie dasjenige Miknevi\u010di\u016bt\u0117s den gesamten gro\u00dfen Saal m\u00fchelos. Erstaunlich ist, da\u00df er trotz seiner enormen Tongebung noch immer \u00fcber Reserven zu verf\u00fcgen scheint. Vida Miknevi\u010di\u016bt\u0117 ist eine elegante Erscheinung auf der B\u00fchne und imstande, auch auf St\u00f6ckelschuhen oder im Liegen strahlende hohe T\u00f6ne zu setzen. Die innere Entwicklung ihrer Figur von einer von dem Wunsch nach Rache beseelten k\u00fchlen Pers\u00f6nlichkeit zu einer hilflosen und zerknirschten Selbstm\u00f6rderin lie\u00df sie anschaulich werden. Von den kleinen Rollen am meisten Beifall bekam <strong>Artur Grabas<\/strong> in der Rolle des Kutschers Cirillo. <strong>Julia Muzychenko<\/strong> (Olga Sukarev) vermochte ihrer humoristischen Rolle etliche Facetten abzugewinnen und hat eine ansprechend vollt\u00f6nende Sopranstimme.<strong> Tobias Kehrer<\/strong> als Polizeioffizier Gretch konnte bei dem Verh\u00f6r im ersten Akt, dem l\u00e4ngsten Abschnitt seines Parts, sein vokales K\u00f6nnen unter Beweis stellen. Generell sind alle Stimmen, die in dieser Produktion zu h\u00f6ren sind, ausgeglichen und auf dem gleichen hohen technischen Niveau, auch diejenigen der kleineren Rollen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese Inszenierung, die 2016 in Stockholm Premiere hatte, kam auch beim Berliner Publikum gut an. Sie ist auf das wesentliche reduziert, jedoch nicht spartanisch, und gibt den S\u00e4ngern den n\u00f6tigen Raum, um die Handlung ungehindert darstellen zu k\u00f6nnen. Videoprojektionen werden punktuell eingesetzt um die z.T. recht rasante Handlung, die sich in mehreren R\u00e4umen gleichzeitig abspielt, zu verdeutlichen. Donnernder Beifall belohnte zu Recht die S\u00e4nger der beiden wichtigsten Rollen und auch Dirigent und Orchester wurden f\u00fcr ihre Leistungen ausgiebig beklatscht. Diese musikalisch ansprechende und von der Handlung her recht ungew\u00f6hnliche Oper ist hier in einer kurzweiligen und publikumsfreundlichen Produktion zu erleben, die Zuh\u00f6rer aus allen Altersgruppen ansprechen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Bettina St\u00f6\u00df<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Vida Miknevi\u010di\u016bt\u0117 (Fedora), Tobias Kehrer (Polizeioffizier Gretch), u.a.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Umberto Giordano (1867\u20131948), Melodramma in drei Akten, Libretto von Arturo Colautti nach dem Drama von Victorien Sardou, UA: 1898 Mailand Regie: Christof Loy, Ausstattung: Herbert Murauer, Szenische Einstudierung: Anna Tomson, Licht: Olaf Winter, Videodesign: Velourfilm AB Dirigent: John Fiore,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8725\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8726,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[46,1],"tags":[],"class_list":["post-8725","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-berlin-deutsche-oper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8725","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8725"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8725\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8727,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8725\/revisions\/8727"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8726"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8725"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8725"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8725"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}