{"id":864,"date":"2009-10-15T12:36:32","date_gmt":"2009-10-15T10:36:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=864"},"modified":"2010-03-21T23:40:12","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:12","slug":"oldenburg-staatstheater-%e2%80%93-don-giovanni","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=864","title":{"rendered":"Oldenburg, Staatstheater \u2013 DON GIOVANNI"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart, Drama giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo Da Ponte, UA: 29. Oktober 1787, Prag<br \/>\nRegie: Freo Maier, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Barbara Steiner und Bettina Sch\u00fcrmann, Choreographie: Jacqueline Davenport, Dramaturgie: Katharina Ortmann, Beleuchtung: Philipp Wiechert<br \/>\nDirigent: Thomas Dorsch, Oldenburgisches Staatsorchester, Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters, Einstudierung: Thomas B\u00f6nisch<br \/>\nSolisten: Paul Brady (Don Giovanni), Kerrie Sheppard (Donna Anna), Daniel Ohlmann (Don Ottavio), Andrey Valiguras (Komtur), Elisabeth Starzinger (Donna Elvira), Derrick Ballard (Leporello), Henri Kiichli (Masetto), Mareke Freudenberg (Zerlina)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 10. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"oldenburg-don-giovanni.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/oldenburg-don-giovanni.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"oldenburg-don-giovanni.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/oldenburg-don-giovanni.jpg\" \/><\/a>Der spanische Edelmann Don Giovanni verf\u00fchrt eine Frau nach der anderen, ob sie will oder nicht. Bei Donna Anna endet das mit dem Tod ihres Vaters. Donna Elvira, Giovannis verlassene Ehefrau, warnt ihre Gleichgesinnten vor ihrem Ex-Mann. Leporello, der Diener Giovannis, kann mit dessen Frauengeschichten gar nichts anfangen, bleibt ihm jedoch treu ergeben. Als die Statue des Komturs Don Giovanni auffordert, seinen Lebenswandel zu bereuen, weigert er sich und wird von den Feuerschwaden der H\u00f6lle verschluckt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas B\u00fchnenbild besteht aus einem sechsgeteilten Kasten. In jedem Zimmer finden sich Bett, Stuhl und Bild. Im Laufe der Oper werden sie mit weiteren Accessoires wie Pflanzen, Schmetterlingen und Fahndungsbildern von Don Giovanni gef\u00fcllt. Der obere, mittlere Raum wird anfangs von einem Vorhang verdeckt und entpuppt sich als in rot gehaltenes Schlafzimmer, das Don Giovanni geh\u00f6rt. Zerlina und Masetto stampfen in einer Wanne Kuchen, der Chor liefert die Zutaten. Don Giovannis Haus wird durch einen bedruckten Vorhang dargestellt. In den Liebesszenen wird fl\u00fcssige Schokolade verwendet, Schweinemasken werden beim Tanz angezogen. Die Statue des Komturs steht in einem Zimmer neben Blumen und Grabkerzen. Im zweiten Akt sind die R\u00e4ume wei\u00df und fast leer, die Darsteller halten Wasserflaschen in den H\u00e4nden. Farbige Neonr\u00f6hren beleuchten die Zimmer in verschiedenen Nuancen. Statt ihn zu verpr\u00fcgeln \u2013 wie es das Libretto verlangt \u2013  wirft Don Giovanni mit Gummifasanen nach Masetto. Die Kost\u00fcme sind durchweg modern. Nur bei der Darstellung der Opern werden barocke Kost\u00fcme angedeutet. Leporello tr\u00e4gt s\u00e4mtliche Unterw\u00e4sche von Don Giovannis Eroberungen am Leib. Beim Maskenball verkleiden sich die Frauen als M\u00e4nner und umgekehrt. \u00dcberdimensionale Schmetterlingsfl\u00fcgel dienen Leporello als Verkleidung, um Don Giovanni darzustellen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nS\u00e4nger und Orchester lieferten eine souver\u00e4ne Leistung ab. Nahezu alle Solisten wurden vom Publikum mit Zwischenapplaus und Bravorufen bedacht. <strong>Mareke Freudenberg<\/strong> (Zerlina) f\u00fchrte ihre Stimme sicher durch ihre hohen und koloraturreichen Passagen. Auch die Sopranistin <strong>Kerrie Sheppard<\/strong> (Donna Anna) zeigte eine gute Stimmsicherheit. Bei <strong>Daniel Ohlmann<\/strong> (Don Ottavio) waren trotz vorher angek\u00fcndigter Erk\u00e4ltung keinerlei stimmliche Defizite zu verzeichnen, er bestach mit klarem Gesang und schauspielerischer Intensit\u00e4t. Derrick Ballard \u00fcberzeugte in der Rolle des Leporellos durch eine hervorragende komische Darstellung, die seinen lebendigen Gesang gut unterst\u00fctzte.<strong> Henri Kiichli<\/strong> hingegen wirkte leicht mechanisch und leblos, gesanglich war er pr\u00e4sent, fiel jedoch nicht weiter auf. Die Rolle des Komturs pr\u00e4sentierte Andrey Valiguras mit einer warmen Ba\u00dfstimme.<strong> Paul Brady<\/strong> \u00fcberzeugte durch seinen wohlklingenden Bariton und eine durchweg gute schauspielerische Darstellung in seiner Rolle als Don Giovanni, wurde jedoch durch die gro\u00dfe Pr\u00e4senz Ballards als Leporello ein wenig in den Schatten gestellt. Das <strong>Orchester<\/strong> unterst\u00fctzte die S\u00e4nger mit einem satten Klang und bildete mit den gesanglichen Darbietungen eine Einheit. Der <strong>Chor<\/strong> sang auf den Punkt genau und zeigte auch schauspielerisch gro\u00dfes Engagement, indem er in Szenen wie der Hochzeit oder in den Darstellungen auf Giovannis Fest komisches Talent bewies.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie gesangliche Souver\u00e4nit\u00e4t der Darsteller trifft die Freude am Schauspiel und wird durch die farbenfrohe Lebendigkeit des B\u00fchnenbilds unterst\u00fctzt. Das Regieteam bekommt am Ende Buh-Rufe. Das Augenmerk Freo Maiers liegt auf Don Giovanni, der stets mit einem bunten Schmetterling verglichen wird. Don Giovannis Rolle als Frauenverf\u00fchrer und Lebemann macht er aber deutlich. Allerdings sind  Schweinemaske und Luftballon mittlerweile zu oft in den Inszenierungen der Opern am Oldenburgischen Staatstheater zu finden. Die gesangliche und schauspielerische Leistung Ballards als Leporello sollte man jedenfalls nicht verpassen.<br \/>\nN. Rank<\/p>\n<p>Bild: Andreas J. Etter<br \/>\nDas Bild zeigt: Paul Brady (Don Giovanni) li., Derrick Ballard (Leporello) re.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Amadeus Mozart, Drama giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo Da Ponte, UA: 29. 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