{"id":8630,"date":"2025-03-12T10:50:36","date_gmt":"2025-03-12T09:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8630"},"modified":"2025-03-18T22:07:33","modified_gmt":"2025-03-18T21:07:33","slug":"don-giovanni-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8630","title":{"rendered":"Don Giovanni &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 29. Oktober 1787, Prag<\/p>\n<p>Regie: Cecilia Ligorio, B\u00fchne: Gregorio Zurla, Kost\u00fcme: Vera Pierantoni Giua, Choreographie: Daisy Ransom Phillips<\/p>\n<p>Dirigent: Tom\u00e1\u0161 Netopil und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Seth Carico (Don Giovanni), Kathrin Zukowski (Donna Anna), Dmitry Ivanchey (Don Ottavio), Christoph Seidl (Komtur), Valentina Mastrangelo (Donna Elvira), Adrian S\u00e2mpetrean (Leporello), Wolfgang Stefan Schwaiger (Masetto), Giulia Montanari (Zerlina)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. M\u00e4rz 2025 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Bei dem Versuch, Donna Anna zu verf\u00fchren, ger\u00e4t der Schweren\u00f6ter Don Giovanni mit ihrem Vater, dem Komtur, in einen Zweikampf und ermordet ihn. Donna Elvira, die Don Giovanni sitzen gelassen hat, sinnt nach Rache f\u00fcr ihre Schmach. Auf einer Hochzeitsgesellschaft sucht Don Giovanni mit seinem Diener Leporello bereits ein neues Opfer, das er verf\u00fchren kann: die Braut Zerlina. Doch als diese bei seinen Ann\u00e4herungsversuchen um Hilfe schreit, wird er vor versammelter Gesellschaft als Verbrecher entlarvt. Die Betrogenen vereinen sich, um Don Giovanni zur Rechenschaft zu ziehen. Zuvor erscheint ihm aber der Geist des ermordeten Komturs, den er zum Abendmahl einl\u00e4dt. Der Geist ermahnt ihn, seine Taten zu bereuen. Doch Don Giovanni weigert sich und stirbt. Alle ziehen die Moral aus der Geschichte und gehen ihrer Wege.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Koeln-Don-Giovanni.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8631 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Koeln-Don-Giovanni.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Koeln-Don-Giovanni.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Koeln-Don-Giovanni-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Eine Drehkonstruktion in der Mitte der B\u00fchne wird zum Hauptschauplatz der Handlung. Sie zeigt die graue Steinfassade eines Anwesens. Die R\u00e4ume werden so gedreht, dass je nach Szene Innen- oder Au\u00dfenraum sichtbar sind und durch Requisiten und Licht inszeniert (in der Hochzeitsszene beispielsweise durch wei\u00dfe M\u00f6bel und Kleidung, in den orgienhaften Szenen durch rotes Licht und Kost\u00fcme). Die Kost\u00fcme erinnern durch gl\u00e4nzende Satinstoffe in gedeckten Rot-Blau- und Cr\u00e8met\u00f6nen an elegante Abendgarderobe. Die Damen tragen stilvolle, figurbetonte Abendkleider. Don Giovanni tr\u00e4gt ein weit aufgekn\u00f6pftes Hemd mit einem goldenen Mantel. Eine Stierkopfmaske, als Symbol f\u00fcr Erotik und Aggression, zieht sich als roter Faden durch das St\u00fcck und wird sowohl bei z\u00fcgellosen Orgien in Don Giovannis Haus von T\u00e4nzern getragen, als auch von ihm selbst. Insgesamt betont die Inszenierung durch viele erotisierte Szenen und Tanzchoreographien die Anziehungskraft des Chaos und der Z\u00fcgellosigkeit.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Trotz des schwungvollen Dirigats von <strong>Tom\u00e1\u0161 Netopil<\/strong> braucht es eine Weile, bis das G\u00fcrzenich-Orchester den gewohnt prachtvollen Klang entfalten kann. Die Ouvert\u00fcre beginnt etwas verhalten, das Orchester steigert sich dann aber schnell und erzeugt einen satten, ausgewogenen Klang. Unangefochtener Star unter den m\u00e4nnlichen Stimmen ist <strong>Seth Carico<\/strong> (Don Giovanni), dem die Rolle des temperamentvollen Weiberhelden durch Stimme und Ausstrahlung wie auf den Leib geschnitten scheint. Mit seinem energischen Ba\u00df-Bariton, scheppert er glanzvoll durch die Arien, dabei betont er sehr viel mit Bruststimme und hat eine scharfe Intonation. In der Arie <em>Fin ch\u2019an dal vino &#8211; Lass ein glanzvolles Fest bereiten <\/em>l\u00e4uft er stimmlich und schauspielerisch zu H\u00f6chstformen auf: das schnelle Tempo beherrscht er sowohl rhythmisch als auch intonatorisch perfekt, dabei l\u00e4uft er wie ein wilder Stier energisch lachend und tanzend \u00fcber die B\u00fchne, umgarnt seine weiblichen Mitstreiterinnen und ist kaum zu bremsen. Damit kann sein Mitstreiter <strong>Adrian S\u00e2mpetrean <\/strong>(Leporello) kaum mithalten. Er verf\u00fcgt zwar \u00fcber einen sehr anmutigen, klaren Ba\u00df, der ein eher helles Timbre hat. Leider ist sein Gesang an vielen Stellen zu leise und auch rhythmisch nicht immer ganz synchron mit dem Dirigat. Eher leise und zur\u00fcckhaltende T\u00f6ne schl\u00e4gt auch <strong>Dmitry Ivanchey<\/strong> (Don Ottavio) an: mit seinem schmelzenden Tenor singt er sehr sanft und betont dabei seine Rolle als umsorgender Ehemann, der Donna Anna zur Seite steht. <strong>Wolfgang Stefan Schwaiger<\/strong> (Masetto) zeigt mit seinem klaren Bariton, den er sehr akzentuiert einsetzt, eine ebenfalls gute Leistung und sorgt besonders schauspielerisch f\u00fcr sehr viel Komik, indem er sich beispielsweise unter einen Schemel quetscht, um Don Giovanni auf frischer Tat zu ertappen. Unter den Frauenstimmen kann besonders <strong>Kathrin Zukowski<\/strong> (Donna Anna), die ihr Rollendeb\u00fct gibt, \u00fcberzeugen. Ihren lyrischen Sopran setzt sie technisch sehr versiert ein, dabei gelingt es ihr besonders gut, ihren hellen, klaren Sopran nie angestrengt klingen zu lassen oder zu stark zu forcieren. Als sie im ersten Akt von ihrer Sch\u00e4ndung erz\u00e4hlt, betont sie sanft im sotto voce, kauert dabei am Boden zusammen und betont ihre Rachegedanken in den Spitzent\u00f6nen glockenklar. <strong>Valentina Mastrangelo<\/strong> (Donna Elvira) verf\u00fcgt \u00fcber einen metallischen, warmen Sopran, den sie sehr inbr\u00fcnstig pr\u00e4sentiert. In der Arie <em>Ah, chi mi dice mai &#8211; Ach, werde ich ihn finden, <\/em>steht sie mit geballter Faust, schmei\u00dft ihren Koffer nieder und singt die Koloraturen anmutig und mit volumin\u00f6ser Stimme. Ebenfalls eine sehr gute Leistung bringt <strong>Giulia Montanari<\/strong> (Zerlina), die mit ihrem klaren, m\u00e4dchenhaften Sopran das Unschuldige ihrer Rolle sehr gut verk\u00f6rpern kann. Dabei verf\u00fcgt sie \u00fcber eine sehr gute Technik, die ihre Stimme sehr flink und leicht klingen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Bei dieser Inszenierung erg\u00e4nzt sich alles perfekt: B\u00fchne und Kost\u00fcme erzeugen eine stimmungsvolle, sinnliche Atmosph\u00e4re, die zu dem Stoff der Oper ausgesprochen gut passt. Das mitrei\u00dfende Schauspiel, allen voran von Seth Carico, sowie auch die wundersch\u00f6nen Tanzchoreographien, die die Handlung wunderbar untermalen, sorgen f\u00fcr Unterhaltung. Die hervorragende musikalische Leistung rundet den Abend ab: Allen voran Seth Carico und Kathrin Zukowski werden als Publikumslieblinge vom Publikum gefeiert. F\u00fcr Mozart-Fans ein Mu\u00df!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Sandra Then<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Tanzensemble \/ Statisterie, Seth Carico<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Dramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 29. 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