{"id":862,"date":"2009-10-04T12:29:17","date_gmt":"2009-10-04T10:29:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=862"},"modified":"2010-03-21T23:41:09","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:09","slug":"erfurt-theater-le-nozze-di-figaro","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=862","title":{"rendered":"Erfurt, Theater &#8211; LE NOZZE DI FIGARO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang A. Mozart (1756-1791); Opera buffa in vier Akten von Lorenzo da Ponte; UA: 1786, Wien<br \/>\nRegie: Guy Montavon, B\u00fchne: Hank Irwin Kittel<br \/>\nDirigent: Samuel B\u00e4chli, Philharmonisches Orchester Erfurt, Opernchor des Theaters Erfurt<br \/>\nSolisten: Mate Solyom-Nagy (Figaro), Julia Neumann (Susanna), Peter Sch\u00f6ne (Graf Almaviva), Ilia Papandreou (Gr\u00e4fin Almaviva), Mireille Lebel (Cherubino), Franziska Kr\u00f6tenheerdt (Barbarina), Vazgen Ghazaryan (Bartolo), Stephanie M\u00fcther (Marcellina), J\u00f6rg Rathmann (Basilio), Reinhard Becker (Don Curzio), Dario S\u00fc\u00df (Antonio)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 27. September 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"erfurt-le-nozze.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/erfurt-le-nozze.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"erfurt-le-nozze.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/erfurt-le-nozze.jpg\" \/><\/a>Figaro und Susanna sind Bedienstete des Grafen Almaviva und wollen heiraten. Allerdings stellt der Graf Susanne nach. Doch damit nicht genug: Marcellina, die Figaro im Gegenzug f\u00fcr ein Heiratsversprechen Geld geliehen hat, besteht nun auf dem Eheversprechen. Doch alsbald stellt sich heraus, da\u00df Marcellina Figaros Mutter ist. Nachts im Park erwartet die Gr\u00e4fin in Susannas Kleidern Almaviva, den treulosen Ehemann. Figaro glaubt, seine Ehefrau wolle ihn betr\u00fcgen. Nach einigen Verwirrungen vers\u00f6hnt man sich, und die Paare finden wieder zueinander.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nAm Abend einer Bundestagswahl ein St\u00fcck \u00fcber Machtmi\u00dfbrauch der Regierenden anzusetzen ist eine faszinierende Situation. <strong>Guy Montavon<\/strong> versetzt dazu den Zuschauer ins Frankreich der Zeit zwischen Franz\u00f6sischer Revolution und der Zeit Charles de Gaulles. Die barock anmutenden, postmodernen Kost\u00fcme haben historische Glaubw\u00fcrdigkeit, sind aber auch alltagstauglich. Am Anfang hat der Zuschauer einen Blick in drei Zimmer: Das Wohnzimmer von Figaro und Susanna, das Zimmer des Grafen rechts und das der Gr\u00e4fin links davon. Das Wohnzimmer ist voller Umzugskartons, die eine Reihe von Versteckspielen erm\u00f6glichen. Der Auftritt der Landleute als finstere Gestalten mit Heugabeln ger\u00e4t zu einer Drohung gegen das Ancien Regime. Im zweiten Akt steht das Zimmer der Gr\u00e4fin im Mittelpunkt, neben dem Bett befinden sich drei T\u00fcren und stapelweise Schuhe. Hinter einer T\u00fcr ist der Raum, in dem Susanna und Cherubino mit dem Grafen ihr Versteckspiel treiben. Beim Sprung aus dem Fenster landet man auf einer Matratze im Orchestergraben, aus dem sp\u00e4ter der G\u00e4rtner emporklettert. Der Festschmaus nach dem Proze\u00df zwischen Figaro und Marcellina findet an zwei zusammengeschobenen Richtertischen statt. Auch f\u00fcr die feschen Bauernm\u00e4dchen ist der Tisch gedeckt, die Tafel wird jedoch von der finsteren Landbev\u00f6lkerung gepl\u00fcndert. Die Verwechslungskom\u00f6die nimmt im Garten ihren Lauf, die Blumen tragen die K\u00f6pfe bekannter Liebespaare\/Liebhaber\/Triebt\u00e4ter unserer Tage. Zum Schlu\u00df werden dem Grafen seine Missetaten nicht verziehen \u2013 er wird von der B\u00fchne gesto\u00dfen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Samuel B\u00e4chli<\/strong> hat sich f\u00fcr ein sehr schlankes und filigranes Dirigat entschieden, die entstehenden Klangbilder wirken \u00fcberraschend modern und atmen doch den Geist Mozarts.<br \/>\n<strong>Mate Solyom-Nagy<\/strong> (Figaro) ist ein Spielbariton mit heldischem Glanz. <strong>Peter Sch\u00f6ne<\/strong> als souver\u00e4ner Graf ist auch s\u00e4ngerisch der ebenb\u00fcrtige Gegenpart zu Figaro. Die Gr\u00e4fin<strong> Ilia Papandreou<\/strong> versucht es dagegen mit Kraft und hat in den H\u00f6henlagen zu k\u00e4mpfen. <strong>Julia Neumann<\/strong> (Susanna) ist ein jugendlich dramatischer Sopran mit zartem Klang. <strong>Mireille Lebel<\/strong>, gerade aus Kanada zum Ensemble gesto\u00dfen, gibt mit Cherubino ihr gelungenes und entz\u00fcckendes Europa-Deb\u00fct.  Stephanie M\u00fcther  als Marcellina zeigte in der meist gestrichenen und sehr schweren Arie <em>Il capro e la capretta \u2013 Der Ziegenbock und die Gei\u00df<\/em>  ihr K\u00f6nnen. Die Arie wurde zur umjubelten Glanznummer. <strong>Vazgen Ghazaryan<\/strong> (Bartolo) und<strong> J\u00f6rg Rathmann<\/strong> (Basilio) sind solide Besetzungen f\u00fcr ihre Rollen, <strong>Dario S\u00fc\u00df<\/strong> kann als betrunkener G\u00e4rtner auch schauspielerisch gl\u00e4nzen. <strong>Franziska Kr\u00f6tenheerdt<\/strong> ist stimmlich die bezaubernde jugendlich-naive Barbarina.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEs wurde ein bunter Abend: Szenenapplaus f\u00fcr farbenpr\u00e4chtige Bilder bereiteten das Feld f\u00fcr einen sehr langen und begeisterten Schlu\u00dfapplaus. Dank eines ausgezeichneten S\u00e4nger-Ensembles,  einer ausgefeilten Personenregie im Sinne der Partitur Mozarts und einer beeindruckenden Ausstattung bot die<br \/>\nKom\u00f6die eine angenehme und intelligente Unterhaltung<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Hank Irwin Kittel<br \/>\nDas Bild zeigt: Das Wohnzimmer Figaros und Susannas liegt genau zwischen den Zimmern des Grafen und Gr\u00e4fin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang A. Mozart (1756-1791); Opera buffa in vier Akten von Lorenzo da Ponte; UA: 1786, Wien Regie: Guy Montavon, B\u00fchne: Hank Irwin Kittel Dirigent: Samuel B\u00e4chli, Philharmonisches Orchester Erfurt, Opernchor des Theaters Erfurt Solisten: Mate Solyom-Nagy (Figaro), Julia Neumann<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=862\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[28,1],"tags":[],"class_list":["post-862","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-erfurt-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/862","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=862"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/862\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1285,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/862\/revisions\/1285"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=862"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=862"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=862"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}