{"id":8605,"date":"2025-02-11T12:34:04","date_gmt":"2025-02-11T11:34:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8605"},"modified":"2025-02-11T12:34:04","modified_gmt":"2025-02-11T11:34:04","slug":"beatrice-et-benedict-bremen-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8605","title":{"rendered":"B\u00e9atrice et B\u00e9n\u00e9dict &#8211; Bremen, Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Hector Berlioz (1803 \u2013 1869), Op\u00e9ra-comique, Text vom Komponisten nach Shakespeares <em>Wie es euch gef\u00e4llt<\/em>; deutsche Dialogfassung von Nina Maria Metzger, UA: 9. August 1862 Baden-Baden<\/p>\n<p>Regie: Susanne Lietzow, B\u00fchne: Aurel Lenfert, Kost\u00fcme: Jasna Bo\u0161njak, Dramaturgie: Caroline Scheidegger, Licht: Norman Plathe-Narr, Video: Petra Z\u00f6pnek<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Klingele, Bremer Philharmoniker, Opernchor des Theater Bremen, Chorleitung: Karl Bernewitz<\/p>\n<p>Solisten: Ulrike Mayer (Gesangsrolle B\u00e9atrice), Mirjam Rast (Sprechrolle B\u00e9atrice), Oliver Sewell (Gesangsrolle B\u00e9n\u00e9dict), Christian Freund (Sprechrolle B\u00e9n\u00e9dict), Elisa Birkenheier (H\u00e9ro), Arvid Fagerfj\u00e4ll (Claudio), Jasin Rammal-Ryka\u0142a (Don P\u00e9dro), Nathalie Mittelbach (Ursula), Judith Goldberg (Sprechrolle L\u00e9onata)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Februar 2025 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Don P\u00e9dro kehrt siegreich aus dem Krieg zur\u00fcck und wird von dem Gouverneur L\u00e9onato triumphal empfangen. H\u00e9ro, seine Nichte, ist in den Adjutanten Don P\u00e9dros Claudio, verliebt und beide sollen noch am selben Tag heiraten. Die drei beschlie\u00dfen, sich mit B\u00e9atrice und B\u00e9n\u00e9dict, die sich anscheinend gegenseitig verabscheuen und niemals zu heiraten gedenken, einen Spa\u00df zu erlauben: Sie machen beide glauben, der bzw. die andere sei in Wahrheit in sie verliebt. Die beiden beginnen, ihre scheinbare Abneigung zueinander zu \u00fcberdenken. Als das Brautpaar festlich getraut wird, finden B\u00e9atrice und B\u00e9n\u00e9dict die Zeit, miteinander zu sprechen, und gehen daraufhin kurzerhand gemeinsam mit H\u00e9ro und Claudio den Bund f\u00fcrs Leben ein.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bremen-Beatrice_10_Christian-Freund-Mirjam-Rast.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8607\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bremen-Beatrice_10_Christian-Freund-Mirjam-Rast.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bremen-Beatrice_10_Christian-Freund-Mirjam-Rast.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Bremen-Beatrice_10_Christian-Freund-Mirjam-Rast-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die Fassung, die im Bremer Theater zu sehen war, war mehr oder weniger lose an die originale Vorlage angelehnt und nahm einige \u00c4nderungen an der Handlung vor. Beispielsweise ist die Gouverneurin L\u00e9onata eine Frau und am Ende der Oper kn\u00fcpft Don P\u00e9dro \u00fcberraschend mit ihr zarte Bande, w\u00e4hrend H\u00e9ro und Claudio beschlie\u00dfen, ihre Hochzeit aufzuschieben und sich erst einmal n\u00e4her kennenzulernen. Die beiden Titelrollen werden von jeweils zwei Darstellern gespielt und ein eine Gesangs- und eine Sprechrolle aufgeteilt. Das ergibt insofern Sinn, als es sich hier um eine Op\u00e9ra-comique handelt, die wie ein Singspiel gesprochene Dialoge vorsieht. Neben den Ver\u00e4nderungen der Handlung sieht die Dialogfassung auch einige weitere Scherze vor, die im Original nicht vorkommen. So hat etwa der Dirigent den Orchestergraben zu verlassen, um den Chor, der zu fr\u00fch seine tariflich vereinbarte Pause angetreten hat, f\u00fcr den Hochzeitschor zusammenzutrommeln. Wie er bemerkt, \u201eist alles in Bremen etwas kompliziert\u201c. Er erkl\u00e4rt auf Nachfrage von der B\u00fchne auch die komplizierte Struktur der Doppelfuge des Hochzeitschores, bittet das Publikum um Unterst\u00fctzung, damit der Chor seinen Part singt, und wirft einige gesprochene Bemerkungen ein. Das B\u00fchnenbild ist quietschig-bunt und wird von Flamingos, Choristen mit rosa Per\u00fccken und riesigen Gew\u00e4chsen bev\u00f6lkert. Zus\u00e4tzlich gibt es Videoprojektionen im Hintergrund. Wie es sich f\u00fcr eine komische Oper geh\u00f6rt, jagen sich die Gags und Aktionen in schneller Folge.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Elisa Birkenheier<\/strong> (H\u00e9ro) setzt mit der ersten Sologesangsnummer gewisserma\u00dfen den Ton f\u00fcr diesen Abend. Nach einem gesprochenen Dialog setzt sie zu ihrer halsbrecherischen Koloraturarie \u201eJe vais le voir\u201c an, die sie mit Leichtigkeit und Pr\u00e4zision vortr\u00e4gt, w\u00e4hrend sie auf einem gro\u00dfen Flamingo sitzt. Schnelle Wortwechsel, unerwartete Wendungen, karikierende Kost\u00fcme und sauber gestaltete Gesang der rhythmisch oft anspruchsvollen Partien zeichneten die Leistungen von S\u00e4ngern und Choristen aus. <strong>Oliver Sewell<\/strong> (Gesangsrolle B\u00e9n\u00e9dict) sang mit schlanker Tonbildung, die Sprechrolle des B\u00e9n\u00e9dict, die <strong>Christian Freund <\/strong>mit gutem Gesp\u00fcr f\u00fcr Timing vortrug, erg\u00e4nzte den Gesangspart mit bissigen Kommentaren und gab der Rolle so mehr Charakter und Tiefe. Wie die beiden Darstellerinnen sind die beiden B\u00e9n\u00e9dicts gleich gekleidet und die Sprechrollen sind in ihren Aktionen schneller und beweglicher als die S\u00e4nger. Freunds und <strong>Mirjam Rasts<\/strong> (Sprechrolle B\u00e9atrice) Kampfsportaktionen im ersten Akt entbehrten nicht eines akrobatischen Moments. Rast wechselt zwischen deutschen und franz\u00f6sischen Repliken. Sie spielt ihren Part sehr beweglich w\u00e4hrend <strong>Ulrike Mayer<\/strong> (Gesangsrolle B\u00e9atrice) ihre Rolle eher ruhig und introvertiert verk\u00f6rperte. Ihr Sopran ist im Gegensatz zu Birkenheiers wesentlich dunkler timbriert und schwerer in der Tongebung. <strong>Nathalie Mittelbachs<\/strong> Partie der Ursula beschr\u00e4nkt sich im wesentlichen auf ihre Duette mit der Partie der H\u00e9ro in denen sich ihre Stimme gut mit Birkenheiers mischt bzw. auf die stimmlich ebenso ausgewogenen Frauenstimmenensembles. <strong>Jasin Rammal-Ryka\u0142<\/strong><strong>a<\/strong> (Don P\u00e9dro) mischt in seine Sprechpartie polnische W\u00f6rter und Verse, die von Freund \u00fcbersetzt werden. Er blieb stimmlich etwas bla\u00df. Von den beiden tiefen M\u00e4nnerpartien war <strong>Arvid Fagerfj\u00e4ll<\/strong> (Claudio) gesanglich am besten besetzt. Er hat eine angenehm volle und \u00fcber die Register hinweg ausgeglichene Stimme. <strong>Judith Goldberg <\/strong>(Sprechrolle L\u00e9onata) hat am Ende ihren gro\u00dfen Auftritt mit einer Tirade, als ihre Nichte die Hochzeit verweigert. <strong>Stefan Klingele<\/strong> leitete die Bremer Philharmoniker sicher durch die anspruchsvolle, rhythmisch und melodisch nicht immer eing\u00e4ngige Partitur des ganz sp\u00e4ten Berlioz, dessen musikalisches Idiom sich durch einen gewissen kaprizi\u00f6sen Zug auszeichnet. So vermag beispielsweise die Ouvert\u00fcre mit ihren unvermittelt nebeneinander gestellten kontrastierenden Abschnitten zu \u00fcberraschen. Die S\u00e4nger kamen mit den Tempi gut zurecht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit ihren \u00c4nderungen an der Handlung ist diese Inszenierung vielleicht nichts f\u00fcr Puristen. Sie hat jedoch unbestreitbar ihren Charme und die Dialogfassung imitiert auf ihre Weise die mitunter wuselige Musik Berlioz\u2018, die nicht selten unerwartet abbiegt. Die langen Solo- und Ensemblenummern werden mit pantomimischen Aktionen angereichert, so da\u00df sich ein stetiger Flu\u00df der Bilder und Handlung ergibt. Die Musiker und Darsteller agieren und spielen ihre Parts mitrei\u00dfend und das Gesamtresultat ist wirklich unterhaltsam und bleibt trotz seiner Vertiefung der im Original doch recht schablonenhaften Figurenentwicklungen immer angenehm unbeschwert. Das Premierenpublikum hatte auf jeden Fall seine Freude. In diesen dunklen Wintertagen ist eine solche sch\u00f6n anzusehende und flott gespielte Produktion im Grunde genau das, was man ben\u00f6tigt. Es erwartet Sie hier eine kurzweilige musikalisch-szenische Glanznummer.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt:\u00a0 Nathalie Mittelbach (Ursula), Elisa Birkenheier (H\u00e9ro)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Hector Berlioz (1803 \u2013 1869), Op\u00e9ra-comique, Text vom Komponisten nach Shakespeares Wie es euch gef\u00e4llt; deutsche Dialogfassung von Nina Maria Metzger, UA: 9. 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