{"id":860,"date":"2009-04-25T12:19:58","date_gmt":"2009-04-25T10:19:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=860"},"modified":"2009-11-01T12:25:26","modified_gmt":"2009-11-01T10:25:26","slug":"altenburg-landestheater-otello","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=860","title":{"rendered":"Altenburg, Landestheater &#8211; OTELLO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813 \u2013 1883), Oper in drei Akten, Libretto von Arrigo Boito, UA: 1887, Mailand.<br \/>\nRegie: Holger Schultze, B\u00fchne: Martin Fischer<br \/>\nDirigent: Eric Solen, Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Chor des Theater&amp;Philharmonie Th\u00fcringen<br \/>\nSolisten: Ricardo Tamura (Otello), Sara Eterno (Desdemona), Teruhiko Komori (Jago), Yoonki Baek (Cassio), Peter Paul Haller (Roderigo), Bernhard H\u00e4nsch (Lodovico), Likka Lepp\u00e4nen (Montano), Marie-Luise Dre\u00dfen (Emilia), Heiko Retzlaff (Herold)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 19. April 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"altenburg-othello.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/altenburg-othello.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"altenburg-othello.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/altenburg-othello.jpg\" \/><\/a>Nach dem Sieg \u00fcber die T\u00fcrken kehrt Otello nach Zypern zur\u00fcck. W\u00e4hrend der Siegesfeier beginnt Jago seine Intrige: Er verleitet den Hauptmann Cassio dazu, sich zu betrinken, worauf Otello diesen suspendiert. Dann schickt Jago Cassio zu Otellos Geliebter Desdemona, um \u00fcber sie eine Begnadigung zu erlangen. Otello belauscht das Gespr\u00e4ch der beiden und hat den Verdacht, da\u00df Desdemona ihn mit Cassio betr\u00fcgt. Als Otello weitere Beweise verlangt, erz\u00e4hlt Jago, Cassio habe im Traum von Desdemona gesprochen. Im \u00fcbrigen habe er ihr Taschentuch in seiner Hand gesehen. Otello h\u00f6rt das folgende Gespr\u00e4ch mit: Jago spricht Cassio auf seine Liebe zu Bianca an, worauf dieser ihm Desdemonas Taschentuch zeigt, das er f\u00fcr ein Geschenk Biancas h\u00e4lt. Otello erkennt Desdemonas Taschentuch und ist nun nicht mehr zu bremsen. Als Otello ins Schlafzimmer kommt, bittet Desdemona ihn vergeblich um Gnade, doch er erdrosselt sie in ihrem Bett. Beim Eintritt der Helfer ersticht sich Otello neben ihrem Leichnam.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas Einheits-B\u00fchnenbild von <strong>Martin Fischer<\/strong> zeigt eine Kirche, ein Gitter teilt den Altarraum ab, B\u00e4nke dienen zum Gebet.  Hier versammelt sich die Gemeinde zum Schutz vor Krieg und Sturm, hier wird gefeiert, hier werden die Intrigen gesponnen, hier steht Desdemonas Bett vor dem Gitter und hier wird auch gemordet. <strong>Holger Schulze<\/strong> bleibt damit ganz dicht an der Handlung der Oper, und er modernisiert nur leicht, wenn er die Pistole als Mordwerkzeug einf\u00fchrt: Er erz\u00e4hlt geradlinig die Geschichte dieser gemeinen Intrige von Liebe, Ha\u00df, Neid und Eifersucht. Die Kost\u00fcme von <strong>Erika Landertinger<\/strong> k\u00f6nnten einem italienischen Modemagazin entsprungen sein. Der Chor tr\u00e4gt schwarze Trauerkleidung, die Herren Offiziere tragen italienische Phantasieuniformen im modischen Schnitt, die Damen italienische Sommermode.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas vorz\u00fcgliches Orchester unter der Leitung von <strong>Eric Solen<\/strong>, schl\u00e4gt zwar einen etwas h\u00e4rteren deutschen Klang an, aber in dieser typisch italienischen Handlung f\u00fchrt das zu einem ph\u00e4nomenalen Ergebnis: zu einer harten und damit mitleiderregenden Trag\u00f6die. Schon die Sturmschilderung im Orchester und im Chor leitet eine fesselnde Vorstellung ein, <strong>Ricardo Tamura<\/strong> als Otello steht diesem in nichts nach, sein <em>Esultate<\/em>! ist beispielhaft! <strong>Teruhiko Komori<\/strong> gibt auf souver\u00e4ne Weise den Jago. Sein farbenreicher Bariton erstrahlt in allen Farben, seine Arie <em>Credo des B\u00f6sen<\/em> treibt Schauder auf den R\u00fccken. <strong>Sara Eterno<\/strong> gibt der Desdemona eine jugendliche Ausstrahlung und ihr Gebet geht wirklich zu Herzen. <strong>Marie-Luise Dre\u00dfen<\/strong> hat einen sch\u00f6nen jungen Sopran (passenderweise ist sie auch am Anfang ihrer Karriere) und gibt der Emilia authentische Glaubw\u00fcrdigkeit. Aber auch die anderen Nebenrollen sind ausgezeichnet besetzt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nManchmal erreicht man mit einfachen Mitteln eine gro\u00dfe Wirkung und ein Einheitsb\u00fchnenbild schafft stimmige Situationen ohne l\u00e4cherlich zu wirken. Das geschieht, wenn die Regie sich an die Vorgaben des Komponisten und die inneren Werte des St\u00fcckes h\u00e4lt! Eine in allen Positionen gl\u00e4nzend besetze S\u00e4ngerriege und ein bestens disponierter Chor steigert die Auff\u00fchrung zu einer Sternstunde. Musikalisch und szenisch ein Musterbeispiel f\u00fcr Otello. Tosender Applaus und Dank an alle Beteiligten.<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Stephan Walzl<br \/>\nDas Bild zeigt: Jago ist am Ziel seiner Tr\u00e4ume: Othello ist am Boden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813 \u2013 1883), Oper in drei Akten, Libretto von Arrigo Boito, UA: 1887, Mailand. Regie: Holger Schultze, B\u00fchne: Martin Fischer Dirigent: Eric Solen, Philharmonisches Orchester Altenburg-Gera, Chor des Theater&amp;Philharmonie Th\u00fcringen Solisten: Ricardo Tamura (Otello), Sara Eterno (Desdemona),<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=860\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[98,1],"tags":[],"class_list":["post-860","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-altenburg-landestheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/860","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=860"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/860\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}