{"id":8592,"date":"2025-01-28T18:43:25","date_gmt":"2025-01-28T17:43:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8592"},"modified":"2025-01-29T18:54:33","modified_gmt":"2025-01-29T17:54:33","slug":"ariadne-auf-naxos-hamburg-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8592","title":{"rendered":"Ariadne auf Naxos &#8211; Hamburg, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864\u20131949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto von Hugo von Hofmannsthal<\/p>\n<p>UA: 4. Oktober 1916, Wiener Hofoper<\/p>\n<p>Regie und B\u00fchnenbild: Dmitri Tcherniakov, Kost\u00fcme: Elena Zaytseva, Licht: Gleb Filshtinsky, Video: Tieni Burkhalter, Dramaturgie: Angela Beuerle, Michael Sangkuhl, Tatiana Werestchagina<\/p>\n<p>Dirigent: Kent Nagano, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg<\/p>\n<p>Solisten: Wolfram Koch (Theseus), Anja Kampe (Ariadne), Nadezhda Pavlova (Zerbinetta), Jamez McCorkle (Bacchus), Martin Gantner (Musiklehrer), Ella Taylor (Komponist), Michael Heim (ein Offizier), Peter Tantsits (Tanzmeister), Grzegorz Pelutis (Per\u00fcckenmacher), Hubert Kowalczyk (betrunkener Gast), Bj\u00f6rn B\u00fcrger (Harlekin), Florian Panzieri (Scaramuccio), Stephan Bootz (Truffaldin), Daniel Kluge (Brighella), Olivia Warburton (Najade), Aebh Kelly (Dryade), Marie Maidowski (Echo), Georgiy Dubko (der Pianist)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Januar 2025 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Hamburg-Ariadne.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8593\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Hamburg-Ariadne.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Hamburg-Ariadne.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Hamburg-Ariadne-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Prolog: Der reichste Mann Wiens hat zum Diner geladen und zwei Theatergruppen engagiert. Die eine soll eine Opera seria, die andere eine Commedia dell\u2019arte auff\u00fchren. Der Komponist st\u00f6rt sich daran, da\u00df seine ernste Oper <em>Ariadne auf Naxos<\/em> vor der Kom\u00f6die gegeben werden soll. Die Darsteller beginnen sich zu streiten als der Haushofmeister eintritt und ank\u00fcndigt, da\u00df beide St\u00fccke gleichzeitig gespielt werden m\u00fcssen, damit das Feuerwerk p\u00fcnktlich stattfinden kann. Indigniert verl\u00e4\u00dft der Komponist das Haus.Oper: Die verzweifelte Ariadne ist von Theseus allein auf Naxos zur\u00fcckgelassen worden. Zerbinetta und ihre vier Verehrer treten auf, gefolgt von einem Fremden, den Ariadne f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr Merkur h\u00e4lt, den Verk\u00fcnder des Todes. Tats\u00e4chlich handelt es sich bei ihm jedoch um Bacchus, der gerade der Zauberin Circe entkommen ist. Irrt\u00fcmlicherweise h\u00e4lt er Ariadne auch f\u00fcr eine Zauberin, verliebt sich in sie und Ariadnes Todesverlangen weicht schlie\u00dflich ihrer Liebe zu ihm.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt ein \u00fcppig eingerichtetes Wohnzimmer im Stil der Jahrhundertwende. Die dunkelblauen W\u00e4nde sind mit goldenen Ornamenten verziert. Einzig die Amphoren in den Regalen stellen einen direkten Bezug zur mythischen Vorlage her. Ariadne und ihr Mann Theseus, die hier wohnen, haben Freunde und Familie zu sich zum Fest eingeladen. Zwischentitel geben Aufschlu\u00df \u00fcber die Familienverh\u00e4ltnisse: Zerbinetta ist eine Cousine Ariadnes, die Najade die Frau des Musiklehrers und der wiederum Ariadnes Vater. Als Theseus ank\u00fcndigt, da\u00df die Oper <em>Ariadne auf Naxos<\/em> vor der Commedia dell\u2019arte gespielt werden soll, regt sich Unmut und die G\u00e4ste beginnen, sich in leeren Gespr\u00e4chen \u00fcber Kunst und ihrem vermeintlich hohem oder niedrigem Wert zu ergehen. Die zahlreichen Charaktere bewegen sich fast schon ballettartig elegant und geben den Eindruck eines gegl\u00fcckten Vaudevilles, als pl\u00f6tzlich das Unheil hereinbricht: Theseus k\u00fcndigt an, da\u00df beide Werke gleichzeitig gespielt werden sollen und bricht darauf tot zusammen. Der Vorhang f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Die Handlung der Oper setzt ein paar Tage sp\u00e4ter ein. W\u00e4hrend des kurzen Orchestervorspiels betrachtet Ariadne den Sarg, in dem Theseus liegt. Ihr Cocktailkleid hat sie gegen ein unscheinbares T-Shirt, Hosen und einen beigen Regenmantel eingetauscht. Statt einer Phantasiewelt sehen wir eine trauernde Witwe. Der Vorhang f\u00e4llt wieder, der Text \u201eZwei Monate sp\u00e4ter\u201c wird eingeblendet, und als der Blick auf die B\u00fchne freigegeben wird, sieht man statt des Sargs einen Konzertfl\u00fcgel. Harlekin, Scaramuccio, Truffaldin, Brighella, die Freunde des Musiklehrers, treten gemeinsam mit Zerbinetta auf, die versucht, ihre trauernde Cousine aufzumuntern. Die beiden langen Monologe Zerbinettas und Ariadnes, die diesen Teil des Werkes pr\u00e4gen, werden von parallel stattfindenden Handlungen begleitet: Zerbinettas Begleiter tanzen einen Reigen, spielen auf unechten Instrumenten aus Plastik und f\u00fchren andere klischeehafte Aktionen aus. \u00dcberzeugender ist da der Pianist, der Zerbinetta begleitet. Obwohl stumm, wird diese Rolle zu einem festen Bestandteil der Handlung und schwankt zwischen Barklavierspieler und Zerbinettas ehemaligem \u2013 oder zuk\u00fcnftigen \u2013 Liebhaber.<\/p>\n<p>Die Nymphen Dryade, Echo und Najade \u2013 die als Schwester des Musiklehrers Ariadnes Tante ist \u2013 k\u00fcndigen Bacchus\u2018 Ankunft an, dessen Treffen mit Ariadne Zerbinetta als ein Blind date organisiert hat. Bacchus tr\u00e4gt seine Arie \u201eCirce, Circe, kannst du mich h\u00f6ren?\u201d unbeholfen vor und versteht nicht so recht, was eigentlich geschieht. Von Ariadnes Sch\u00f6nheit ber\u00fcckt, glaubt er, sie sei eine gef\u00e4hrliche Zauberin, und sie meint im ersten Augenblick irrt\u00fcmlich, Theseus sei wiedergekehrt, denn Zerbinetta hat ihm die Kleidung ihres verstorbenen Gatten gegeben. Ariadne versucht daraufhin zu glauben, er sei Hermes und werde ihr den erl\u00f6senden Tod ank\u00fcndigen. Beide f\u00fchlen sich zueinander hingezogen und Zerbinetta dreht das Portrait des toten Theseus um, das Ariadne pl\u00f6tzlich ergreift und k\u00fc\u00dft. Bacchus hingegen k\u00fc\u00dft die Noten der Arie, die er gesungen hat. Beide glauben ihre ehemaligen Partner wiedergefunden zu haben. Die Oper endet mit einer vollst\u00e4ndigen Rotation der Drehb\u00fchne. Alle Figuren schauen aus dem Wohnzimmerfenster und betrachten das Feuerwerk \u2013 oder den Ausbruch des ersten Weltkrieges? Abschlie\u00dfend wird ein leeres Zimmer gezeigt mit eingeblendetem, kommentierendem Text: <em>Ariadne auf Naxos<\/em> ist das Dokument eines Zeitalters, das 1914 untergegangen ist und in dem alle Handlungen und Spiele am Abgrund stattgefunden haben.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der r\u00fcpelhafte Theseus \u2013 im Original der Haushofmeister \u2013 ist die einzige Sprechrolle und wird von Wolfram Koch gespielt, der seinen Text rhythmisch nicht immer exakt vortrug, womit er aus dem Ensemble herausstach. Zerbinettas \u201eGro\u00dfm\u00e4chtige Prinzessin\u201c, mit der sie wie \u00fcblich Ariadne die Show stiehlt, kam gut an und Nadezhda Pavlova wurde f\u00fcr ihren Vortrag dieser Arie vom Publikum sogleich lautstark gefeiert. Ihre Rolle ist nicht so komplex wie diejenige der Ariadne, in welcher Anja Kampe vollkommen \u00fcberzeugend die Verwandlung der todessehns\u00fcchtigen Witwe zu einer Frau, die bereit f\u00fcr eine neue Liebe ist, zeigt. Die h\u00f6chsten T\u00f6ne ihrer Partie klangen angestrengt und in der Tiefe ist ihre Stimme bisweilen zu schwach. Ella Taylor gab eine hervorragende und einf\u00fchlsame Interpretation der Rolle des Komponisten. Jamez McCorkles breites stimmliches Spektrum und warmes Timbre passten gut zu der Rolle des Bacchus, dessen Figur hier deutlicher hervorgehoben wurde als in anderen Produktionen, in denen er eher im Schablonenhaften bleibt. Das Commedia dell\u2019arte-Quartett (Bj\u00f6rn B\u00fcrger, Florian Panzieri, Stephan Bootz, Daniel Kluge) und das Trio der Nymphen (Olivia Warburton, Aebh Kelly, Marie Maidowskil) klangen ausgeglichen und ansprechend. Die Musik dieser Oper wechselt zwischen kammermusikalischen und reich orchestrierten Abschnitten. In ersteren fehlte es dem Philharmonischen Staatsorchester bisweilen an Pr\u00e4zision. Die Wiedergabe dieser Kontraste lie\u00df Kent Naganos Interpretation etwas gehemmt erscheinen. Auch h\u00e4tten ein paar Tuttis leiser gespielt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Tcherniakov b\u00fcrstet die Handlung der <em>Ariadne<\/em> gegen den Strich: Es gibt keine Oper in der Oper, keinen Bruch zwischen Schauspiel und Leben, sondern das Leben wird zum Schauspiel. Diese Produktion schlie\u00dft an seine beiden vorangegangenen Hamburger Inszenierungen von Strauss-Opern, n\u00e4mlich der <em>Salome<\/em> und <em>Elektra<\/em>, an, in denen Familienverh\u00e4ltnisse und Beziehungen zwischen den Protagonisten im Mittelpunkt stehen, die mitunter vom Regisseur selber eingebracht werden. Mit kleinen, geschickten \u00c4nderungen der Handlung \u2013 etwa des Ersetzens des Haushofmeisters mit Theseus \u2013 gelingt ihm eine neue Interpretation des Librettos, ohne dessen Originalhandlung allzu stark zu verbiegen. Das Publikum feierte die Auff\u00fchrung mit stehenden Ovationen. F\u00fcr Pavlovas Interpretation der Zerbinetta gab es am meisten Beifall, und auch Anja Kampes Ariadne stie\u00df auf gro\u00dfen Zuspruch. Die S\u00e4nger sind beeindruckend, nicht zuletzt in ihrem gekonnten darstellerischen Spiel. Eine hochkar\u00e4tige Produktion!<\/p>\n<p>Prof. Jacqueline Waeber, (\u00dcbersetzung: Dr. Martin Knust)<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Nadezhda Pavlova (Zerbinetta), Martin Gantner (Musiklehrer), Wolfram Koch (Theseus), Florian Panzieri (Scaramuccio), Ella Taylor (Komponist), Michael Heim (ein Offizier), Peter Tantsits (Tanzmeister), Komparserie<\/p>\n<h3>Rezension auf Englich<\/h3>\n<p><strong>Staatsoper Hamburg<\/strong><\/p>\n<p><em>Ariadne auf Naxos<\/em><\/p>\n<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto von Hugo von Hofmannsthal<\/p>\n<p>UA: 4. Oktober 1916, Wiener Hofoper<\/p>\n<p>Regie und B\u00fchnenbild: Dmitri Tcherniakov, Kost\u00fcme: Elena Zaytseva, Licht: Gleb Filshtinsky, Video: Tieni Burkhalter, Dramaturgie: Angela Beuerle, Michael Sangkuhl, Tatiana Werestchagina<\/p>\n<p>Dirigent: Kent Nagano, Philharmonisches Staatsorchester Hamburg<\/p>\n<p>Solisten: Wolfram Koch (Theseus), Anja Kampe (Ariadne), Nadezhda Pavlova (Zerbinetta), Jamez McCorkle (Bacchus), Martin Gantner (Musiklehrer), Ella Taylor (Komponist), Michael Heim (ein Offizier), Peter Tantsits (Tanzmeister), Grzegorz Pelutis (Per\u00fcckenmacher), Hubert Kowalczyk (betrunkener Gast), Bj\u00f6rn B\u00fcrger (Harlekin), Florian Panzieri (Scaramuccio), Stephan Bootz (Truffaldin), Daniel Kluge (Brighella), Olivia Warburton (Najade), Aebh Kelly (Dryade), Marie Maidowski (Echo), Georgiy Dubko (der Pianist)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Januar 2025 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Prologue: dinner time at the home of the richest man in Vienna. Two theatrical troupes are rehearsing an opera seria and a commedia dell\u2019arte spectacle, both to be performed later that evening. The Composer is dismayed upon learning that his opera <em>Ariadne auf Naxos<\/em> will have to be performed before a buffa comedy. While seria singers throw tantrums, the buffa comedians take advantage to sow discord. The Majordomo announces that in order to finish on time with fireworks in the garden, both plays will have to be performed simultaneously. Refusing to see his score disfigured by buffa elements, the Composer leaves the house in utter discontent.<\/p>\n<p>Opera: Ariadne, despaired, is abandoned by Theseus on the island of Naxos. Zerbinetta and her four acolytes arrive unexpectedly, then a stranger, whom Ariadne mistakes for Mercury, the messenger of death. It is actually the god Bacchus; fleeing the bewitchments of Circe, he mistakes Ariadne for another magician. But Bacchus can\u2019t fight his amorous feelings for Ariadne, while she finally abandons her longing to death for love.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>The unique stage set consists in an opulent bourgeois fin-de-si\u00e8cle living room, its deep blue walls filled with golden ornaments. Only the amphorae on shelves remind us of the \u201corigins\u201d of the owners, Ariadne and her husband Theseus, who have invited their family and friends for a celebration of conjugal love. Zerbinetta is a cousin of Ariadne, Najade the sister of the Music Master, himself the father\u2026 of Ariadne (these details, not from the original libretto, are suggested by the intertitles projected during the opera, and the program gives a detailed family tree). Following the uproar caused by Theseus\u2019 first announcement that the opera <em>Ariadne of Naxos<\/em> will have to be performed before the commedia dell\u2019arte play, we observe an elegant and refined society losing itself in vain amusements and futile debates on the respective merits of \u201chigh\u201d vs.\u201dlow\u201d art. The movements of the numerous characters on stage are quasi balletic and have the fluidity of a good vaudeville. But drama unexpectedly rears its head when Theseus announces that both plays will be performed simultaneously. These words barely uttered, he collapses, dead. Curtain.<\/p>\n<p>The Opera part begins \u201ca few days later\u201d: its brief instrumental introduction shows us Ariadne watching over the coffin where Theseus lies. She has swapped her cocktail dress from the prologue for a non-descript black t-shirt and trousers, and a beige raincoat: we are not in the fantasy world of opera but in the daily life of an inconsolable widow. The curtain falls again, then raises with the indication \u201ctwo months later\u201d: the coffin has made way for a grand piano. Accompanied by her friends Harlekin, Scaramuccio, Truffaldin, Brighella (former students of the Music Master), Zerbinetta tries to cheer up her cousin and convinces her that she\u2019ll find love again. Dominated by the two long monologues of Ariadne and Zerbinetta, this part requires some parallel stage action. Zerbinetta\u2019s four companions throw cotillions, play on fake plastic instruments and other clich\u00e9d actions. More original is the presence on stage of the pianist during Zerbinetta\u2019s monologue, coalescing in a full role, however silent, who oscillates from a bar pianist to a former (or future?) lover of Zerbinetta\u2026<\/p>\n<p>Announced by the nymphs (Dryade, Echo and Najade, herself the sister of the Music Master, and therefore Ariadne\u2019s aunt), the arrival of Bacchus has been prepared by Zerbinetta like a \u201cblind date\u201d. Clumsily deciphering his aria \u201cCirce, Circe, kannst du mich h\u00f6ren?\u201d Bacchus does not seem to understand what is happening. Entranced by Ariadne\u2019s beauty, he believes she\u2019s a dangerous magician, while Ariadne first believes that Theseus has returned (Zerbinetta and the nymphs have made Bacchus wear the jacket, scarf and hat of the deceased). She then convinces herself that it is Hermes who has come to announce her death, thus bringing her deliverance. However, the attraction between both proves irresistible. Zerbinetta discreetly turns the picture of Theseus on the shelf against the wall, but Ariadne then takes the portrait and kisses it, while Bacchus kisses the music sheet on which he had deciphered his aria to Circe. Bacchus believes he loves a new Circe, Ariadne a new Theseus: but who cares, if they\u2019re both happy?<\/p>\n<p><em>Ariadne auf Naxos<\/em> ends with a complete rotation of the entire stage: all characters face us, looking through the windows of the living room, as if now watching those promised fireworks. But perhaps they also watch the terrible premisses leading to 1914. Ending its rotation by going back to its starting point, the stage reveals, as a final image, the room now empty, with a last commentative action of the subtitles: <em>Ariadne auf Naxos<\/em>, written on the eve of World War I, is also the testimony of a world that is no more, where \u201call [its]\u00a0<strong>actions and games [were] at the edge of the abyss.\u201d<\/strong><\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>The only spoken role in the opera (the Majordomo in the original libretto) is the boorish husband Theseus. Wolfram Koch\u2019s spoken interpolations did not always find the right rhythm, failing to fully coalesce with the musical continuity of the ensemble. The usual show stealers of Ariadne, Zerbinetta and her aria \u201cGro\u00dfm\u00e4chtige Prinzessin\u201d, did not disappoint: the audience gave to Nadezhda Pavlova a triumphal ovation at the end of her aria. But her role does not have the dramatic complexity of Ariadne\u2019s. Anja Kampe totally convinces in the portrayal of a woman who goes through a journey from awaiting death to fully embracing a new love. Vocally, her highest notes seemed strained, while her lower register sounded weak at times. Ella Taylor was exceptional in her inhabited and vibrant interpretation of the Composer. Jamez McCorkle\u2019s vocal generosity and warm timbre matched the role of Bacchus, bringing a real presence to a character often reduced to a silly silhouette. The commedia dell\u2019arte quartet (Bj\u00f6rn B\u00fcrger, Florian Panzieri, Stephan Bootz, Daniel Kluge) and the nymphs\u2019 trio (Olivia Warburton, Aebh Kelly, Marie Maidowskil) were remarkably homogeneous and delightful to hear. The score of <em>Ariadne<\/em> alternates chamber textures with more richly orchestrated passages: the Philharmonisches Staatsorchester sometimes lacked precision in the former, while Nagano\u2019s direction felt a bit restrained in the rendering of these contrasts; some of the largest tutti could also have been less loud.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Tcherniakhov\u2019s <em>Ariadne<\/em> is against the grain: no \u201copera within the opera\u201d, no high vs. low art, no break between life and spectacle, since life is a spectacle. <em>Ariadne<\/em> is aligned with Tcherniakhov\u2019s two previous Straussian productions in Hamburg (<em>Salome<\/em> and <em>Elektra<\/em>), in which family relationships between protagonists are emphasized, here going as far as creating new ones: a smart move that went off the beaten track and that required, without much libretto twisting, the transformation of the original role of the Majordomo into the one of Theseus (absent in Hofmannsthal\u2019s libretto).<\/p>\n<p>The audience gave a standing ovation to the performance, its loudest bravi for Pavlova\u2019s Zerbinetta, then Anja Kampe\u2019s Ariadne. With its remarkable vocal cast, exuberant acting, this is a production of an exceptionally high calibre.<\/p>\n<p>Prof. Jacqueline Waeber<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Nadezhda Pavlova (Zerbinetta), Martin Gantner (Musiklehrer), Wolfram Koch (Theseus), Florian Panzieri (Scaramuccio), Ella Taylor (Komponist), Michael Heim (ein Offizier), Peter Tantsits (Tanzmeister), Komparserie<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864\u20131949), Oper in einem Aufzug nebst einem Vorspiel, Libretto von Hugo von Hofmannsthal UA: 4. Oktober 1916, Wiener Hofoper Regie und B\u00fchnenbild: Dmitri Tcherniakov, Kost\u00fcme: Elena Zaytseva, Licht: Gleb Filshtinsky, Video: Tieni Burkhalter, Dramaturgie: Angela Beuerle, Michael<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8592\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8593,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[31,1],"tags":[],"class_list":["post-8592","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-hamburg-staatsoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8592","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8592"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8592\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8594,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8592\/revisions\/8594"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8593"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8592"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8592"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8592"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}