{"id":8549,"date":"2024-08-04T15:12:56","date_gmt":"2024-08-04T14:12:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8549"},"modified":"2024-08-24T15:50:03","modified_gmt":"2024-08-24T14:50:03","slug":"42-festival-international-dopera-baroque-romantique-2024-beaune","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8549","title":{"rendered":"42. Festival International  d\u2019Op\u00e9ra Baroque &#038; Romantique 2024, Beaune"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Coronation Anthems<\/strong><\/h3>\n<blockquote><p>von G.F. H\u00e4ndel (1685-1759), Kr\u00f6nungshymnen mit vier St\u00fccken, UA: Westminster Abbey am 11. Oktober 1727<\/p>\n<p>Chor und Orchester\u00a0: Le Concert Spirituel<\/p>\n<p>Dirigent: Herv\u00e9 Niquet<\/p>\n<p>Orgel: Fran\u00e7ois Saint-Yves<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Juli 2024, Basilica Notre-Dame<\/p>\n<p>Programm<\/p>\n<p>Coronation Anthems (\u201eKr\u00f6nungshymnen\u201c)<\/p>\n<p><em>Dettinger Te Deum<\/em> (1743) HWV 283<\/p>\n<p><em>My Heart Is Inditing<\/em> HW 261<\/p>\n<p><em>Zadok the Priest<\/em> HWV 258<\/p>\n<p><em>Let thy hand be strengthened<\/em> HWV 259<\/p>\n<p><em>The king shall rejoice<\/em> HWV 260<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024_1-Concert-Spirituel-Niquet.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8550\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024_1-Concert-Spirituel-Niquet.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024_1-Concert-Spirituel-Niquet.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024_1-Concert-Spirituel-Niquet-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Vorbemerkung<br \/>\n<\/strong>Als Coronation Anthems (Kr\u00f6nungshymnen) bezeichnet man im allgemeinen vier von Georg Friedrich H\u00e4ndel komponierte geistliche Chorwerke (Anthems) mit den Titeln Zadok the Priest, Let Thy Hand Be Strengthened, The King Shall Rejoice und My Heart Is Inditing.<br \/>\nH\u00e4ndel komponierte die vier Anthems als Auftragswerk des britischen K\u00f6nigs Georg II. zu dessen Kr\u00f6nung in der Westminster Abbey am 11. Oktober 1727.<br \/>\nDie Coronation Anthems zielen ebenso wie das Dettinger Te Deum, das den Sieg Englands \u00fcber die franz\u00f6sische Armee bei Dettingen 1743 feiert, darauf ab, die Macht der englischen Krone zu st\u00e4rken.<br \/>\nEs war das gr\u00f6\u00dfte Ensemble, das H\u00e4ndel je dirigiert hatte, mit den 24 Streichern des K\u00f6nigs, den gesamten 12 Trompetern und Paukern, erg\u00e4nzt durch weitere 57 Musiker.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Die Musiker vom Chor und Orchester, Le Concert Spirituel, unter der Leitung Herv\u00e9 Niquet sind ein sehr gut aufgestelltes Team.<br \/>\nDie Stimmen der S\u00e4ngerinnen (Sopran und Alt) bestanden aus je 4 Personen und die M\u00e4nnerstimmen (Tenor und Ba\u00df) waren nur dreifach besetzt. Es h\u00f6rte sich trotzdem wie ein gro\u00dfer Chor an.<br \/>\nDie Orchesterstimmen sind nur doppelt besetzt. Aber was f\u00fcr ein Klang! Der Klang ist sonor, doch nie zu laut und aufdringlich. Besonders m\u00f6chte ich die pr\u00e4zise Artikulation erw\u00e4hnen.<br \/>\nDer Gesangstext ist Englisch, aber man verstand ihn genau. Der souver\u00e4ne Dirigent Herv\u00e9 Niquet mit seinem Temperament f\u00fcllt die Gew\u00f6lbe der Basilika Notre-Dame mit Feuer. Alle Zuh\u00f6rer sind begeistert und genie\u00dfen mit Freude die Komposition.<br \/>\nDiese flammende und energiegeladene Musik des Dettinger Te Deums spricht alle Sinne an und ruft Staunen und Begeisterung hervor.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Die Zugabe erklang nochmals faszinierend mit <em>God Save the King<\/em>. Wir erlebten einen sehr sch\u00f6nen Musikabend. Alles war makellos und ihr meisterhaftes K\u00f6nnen konnten alle beteiligten K\u00fcnstler uns beweisen. Das Publikum war wirklich zufrieden.<br \/>\nDer Applaus war langhaltend.<\/p>\n<p><strong><em>Rinaldo <\/em><\/strong><\/p>\n<blockquote><p>von G.F. H\u00e4ndel (1685-1759), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello\u00a0 UA: Venedig 1642, Teatro Santi Giovanni e Paolo<\/p>\n<p>Chor und Orchester\u00a0: Les Accents, Cembalo\u00a0: Phillipe Grisvard<\/p>\n<p>Dirigent: Thibault Noally<\/p>\n<p>Solisten: Carlo Vistoli (Rinaldo), countertenor, Chiara Skerath (Armida), Sopran, Gwendoline Blondeel (Almirena), Sopran, Lorrie Garcia (Goffredo), contralto, &#8211; Anthea Pichanik (Eustazio), contralto, Victor Sicard (Argante), Bariton<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 27. Juli 2024, Notre-Dame Basilica<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024-2Armida-Rinaldo-Lucie-Bolzan-.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8551\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024-2Armida-Rinaldo-Lucie-Bolzan-.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024-2Armida-Rinaldo-Lucie-Bolzan-.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024-2Armida-Rinaldo-Lucie-Bolzan--300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Vorbemerkung<br \/>\n<\/strong>Rinaldo ist das erste italienische lyrische Drama, das H\u00e4ndel f\u00fcr die Londoner B\u00fchne komponierte. Die Premiere am 24. Februar 1711 im Queen\u2018s Theater in Haymarket mit dem Kastraten Nicolini und der Sopranistin Francesca Boschi in den Titelrollen war ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Oper in England. Mit 15 triumphalen Auff\u00fchrungen markiert Rinaldo den Beginn von H\u00e4ndels Eroberung der englischen Oper. Die Handlung basiert auf Tassos La Gerusalemme liberata und handelt von Goffredo, dem Anf\u00fchrer der christlichen Kreuzfahrer, der dem Helden Rinaldo die Hand seiner Tochter Almirena verspricht, falls die heilige Stadt, die von K\u00f6nig Argante und der Zauberin Armide verteidigt wird, erobert wird. Rinaldo enth\u00e4lt eine Reihe von Nummern, die zu den sch\u00f6nsten geh\u00f6ren, die H\u00e4ndel je komponiert hat, darunter die ber\u00fchmten Arien \u201e<em>Cara Sposa<\/em>\u201c und \u201e<em>Lascia ch\u2018io pianga<\/em>\u201c, zutiefst bewegende und ergreifende Melodien.<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt<br \/>\n<\/strong>Belagerung Jerusalems um 1100 w\u00e4hrend des ersten Kreuzzugs: Goffredo, der General der christlichen Armee, steht im Kampf gegen die Sarazenen. Er hat dem Helden Rinaldo zur Belohnung die Hand seiner Tochter Almirena versprochen, sollte er siegreich zur\u00fcckkehren. Der gegnerische K\u00f6nig Argante hat eine m\u00e4chtige Verb\u00fcndete, die Zauberin Armida. Sie entf\u00fchrt Almirena und versucht, Rinaldo in ihre Gewalt zu bringen, um den Krieg zu beenden. Sie lockt ihn auf seiner Suche nach der Geliebten in ihr Zauberreich und bem\u00fcht sich mit allen Mitteln, ihn zu verf\u00fchren \u2013 vergebens. Mit Hilfe eines Magiers wird das Liebespaar schlie\u00dflich befreit, Rinaldo erringt den Sieg.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Das Orchester Les Accents unter dem energischen Dirigat von Thibault Noally, der selbst als erster Geiger spielte, musizierte hoch konzentriert und wunderbar transparent. Die Musiker pa\u00dften sich den oft recht z\u00fcgigen Tempi an und behielten dennoch die Leichtigkeit im Spiel. Alle Instrumentalsolisten bewiesen ihre gro\u00dfe technische Versiertheit und traten in reizvollen Dialog mit den S\u00e4ngern. Extra zu erw\u00e4hnen ist das hier die Musiker im gleicherma\u00dfen einf\u00fchlsamem wie virtuosem Spiel von Phillipe Grisvard (Cembalo), die brillant und couragiert blasenden Trompeter sowie der \u00fcberragende Solo-Oboist. Die Kommunikation zwischen Dirigent und Orchester zeugte von einf\u00fchlsamer Aufmerksamkeit. Die S\u00e4nger waren tadellos einstudiert, beispielsweise Gwendoline Blondeel (Almirena): Sie gl\u00e4nzte mit weicher, flexibler Stimme, die in den h\u00f6heren Registern und bei allen Koloraturen ihre Zartheit und dynamische Bandbreite behielt. Die Arie <em>Lascia ch\u2019io pianga \u2013 Lass mich weinen<\/em> (2. Akt) wurde zu einem intimen Moment, worin Gwendoline Blondeel die tiefe Trauer ber\u00fchrend darstellte.<br \/>\nEiner der H\u00f6hepunkte war das Duett <em>Fermati! \u2013 No, crudel! \u2013 H\u00f6r auf! \u2013 Nein, Grausamer!<\/em> (2. Akt) zwischen Almirena und Rinaldo. Voller Dramatik, aber mit stets kontrollierter, intonationssicherer und sch\u00f6ner Stimme, brillierten beide in den virtuosen Passagen. Der Countertenor Carlo Vistoli (Rinaldo), besa\u00df eine klare Stimme mit allerlei stimmlichen Farben und war klangvoll mit sehr guter Koloraturtechnik sowohl in der unteren Oktave als auch in warmer, runder H\u00f6he bei erstaunlicher Kondition: Die Arie Venti, turbini, prestate \u2013 Winde, St\u00fcrm, vorbereitet (1. Akt) erregte spontane Bravorufe. Bariton Victor Sicard stellte einen eindrucksvollen Argante mit seiner langanhaltenden Atemtechnik und seiner geschmeidigen Stimme dar, die sich aber in den Rezitativen und Koloraturen durchaus von ihrer klangsch\u00f6nen Seite zeigte.<br \/>\nMit fast schon d\u00e4monischer Energie gestaltete Chiara Skerath die Partie der Armida. Die Sopranistin zeigt ein feuriges Temperament mit einer gro\u00dfen dramatischen Vielseitigkeit, wobei die stimmliche Intonation bei den Spitzent\u00f6nen m\u00fchelos gelang: Sie stellte s\u00e4mtliche Facetten in der Entwicklung der Zauberin ausgesprochen ber\u00fchrend dar, was auch ihrem eher dunklen Timbre zuzuschreiben war. Ihre Arie wurde durch die virtuose Begleitung des Cembalos noch st\u00e4rker hervorgehoben.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Es war eine runde Darstellung mit gro\u00dfem Engagement aller beteiligten K\u00fcnstler. Hinzu kam das Dirigat von Thibault Noally, der das Orchester als erster Geiger leitete und damit eine dynamische Version des Werkes pr\u00e4zis und brillant darbot.<br \/>\nWegen des pl\u00f6tzlichen Regens war die Veranstaltung in die Notre-Dame Basilica verlegt worden, was der Akustik sehr zugute kam und viel besser als im Cour des Hospices. H\u00e4ndels <em>Rinaldo<\/em> war selten auf diese Art zu h\u00f6ren. Es war ein Vergn\u00fcgen und gro\u00dfe Freude f\u00fcr das Publikum. Wir, die Zuh\u00f6rer, waren auch sehr dankbar.<\/p>\n<h3><strong>\u00a0<\/strong><strong>Solokonzert<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Un castrat Superstar: Antonio Bernacchi<\/strong><\/h3>\n<h3><strong>Carlo Vistoli, Countertenor<\/strong><\/h3>\n<blockquote><p>Programm<\/p>\n<p><strong>Pietro Torri<\/strong> (1650-1737)<\/p>\n<p>Adelhaide: <em>D\u2019oricalchi il rimbombo Guerriero<\/em><\/p>\n<p><strong>Georg Friedrich H\u00e4ndel<\/strong> (1685-1759)<\/p>\n<p>Lotario: <em>Alla tenda real\u2026 Non disperi peregrino<\/em><\/p>\n<p><strong>Pietro Torri<\/strong><\/p>\n<p>L\u2019Epaminonda: <em>Se ben cruda \u00e8 la sentenza<\/em><\/p>\n<p><strong>Alessandro Scarlatti<\/strong> (1660-1725)<\/p>\n<p>Quartetto en r\u00e9 mineur<\/p>\n<p>Griselda: <em>Vago sei, volto amoroso<\/em><\/p>\n<p><strong>Georg Friedrich H\u00e4ndel<\/strong><\/p>\n<p>Partenope<strong>: <\/strong><em>Combattono il mio core\u2026 Furibondo spira il vento<\/em><\/p>\n<p><strong>Georg Friedrich H\u00e4ndel<\/strong><\/p>\n<p>Partenope<strong>: <\/strong><em>Rosmira, o Dio!&#8230; Sento amor con novi dardi<\/em><\/p>\n<p><strong>Alessandro Scarlatti<\/strong><\/p>\n<p>Griselda: <em>Vorresti col tuo pianto<\/em><\/p>\n<p><strong>Antonio Vivaldi<\/strong> (1678-1741)<\/p>\n<p>Konzert f\u00fcr Violine RV 275<\/p>\n<p><strong>Luca Antonio Predieri<\/strong> (1688-1767)<\/p>\n<p>Scipione il giovane: <em>Dovria quest\u2019occhi piangere<\/em><\/p>\n<p><strong>Gaetano Maria Schiassi<\/strong> (1698-1754)<\/p>\n<p>Demofoonte: <em>Son qual legno<\/em><\/p>\n<p>Ensemble Les Accents<\/p>\n<p>Dirigent, Violin I: Thibault Noally<\/p>\n<p>Violin II: Mario Konaka<\/p>\n<p>Bratsche: Luccie Uzzeni<\/p>\n<p>Violoncelle\u00a0: Elisa Joglar<\/p>\n<p>Contraba\u00df\u00a0: Michele Zeoli<\/p>\n<p>Theorbe\u00a0: Benjamin Narvey<\/p>\n<p>Cembalo\u00a0: Brice Sailly<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung\u00a0: 28. Juli 2024, Notre-Dame Basilica<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024-3-Les-Accents-Ars.essentia-Vistoli.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8552\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024-3-Les-Accents-Ars.essentia-Vistoli.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024-3-Les-Accents-Ars.essentia-Vistoli.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Beaune-2024-3-Les-Accents-Ars.essentia-Vistoli-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Vorbemerkung<br \/>\n<\/strong>Dank der Entdeckung durch die Gr\u00fcnderin (zusammen mit ihrem vor zwei Jahren verstorbenen Ehemann Kader Assisi) und der k\u00fcnstlerischen Leiterin des Beaune-Festivals Anne Blanchard beim Renata-Tebaldi-Wettbewerb in San Marino hat sich der Countertenor Carlo Vistoli zu einem der brillantesten Counterten\u00f6re der neuen Generation und zum privilegierten Partner der Stimmvirtuosin Cecilia Bartoli entwickelt. Countertenor Carlo Vistoli studierte am Frescobaldi-Konservatorium in Ferrara, an der Universit\u00e4t von Bologna. Er gab 2012 sein B\u00fchnendeb\u00fct in Dido und Aeneas. 2015 wurde er f\u00fcr die Akademie Le Jardin de Voix unter der Leitung von William Christie ausgew\u00e4hlt, mit dem er seither zusammenarbeitet. 2017 nahm er an John Eliot Gardiners Projekt Monteverdi450 teil, das international auf Tournee ging. In j\u00fcngerer Zeit war er u. a. in Orlando furioso am Teatro La Fenice in Venedig, <em>L\u2018incoronazione di Poppea<\/em> bei den Salzburger Festspielen, <em>Orfeo ed Euridice<\/em> in der Inszenierung von Robert Carsen in Rom und <em>Semele<\/em> in Paris, London und Mailand zu erleben.<br \/>\nAnzumerken ist, da\u00df Antonio Bernacchi als S\u00e4nger und Lehrer einer der ber\u00fchmtesten und am meisten verehrten Kastraten des 18. Jahrhunderts war. Zu seinen Sch\u00fclern z\u00e4hlten Farinelli und der Tenor Anton Raaf.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/strong>Als letzte Auff\u00fchrung des Festivals von Beaune 2024 war das Konzert als Ehrung dem aus Bologna stammenden Kastraten Antonio Bernacchi gewidmet. Countertenor Carlo Vistoli hat am Vorabend die Rolle des Rinaldo gesungen zusammen mit dem Ensemble Les Accents unter der Leitung von Thibault Noally, das den S\u00e4nger fabelhaft unterst\u00fctzte. Der Countertenor Carlo Vistoli, wollte diesem weltbekannten Kastraten des 18. Jahrhunderts eine besondere Bewunderung erweisen. Antonio Bernacchi (1685-1756) war sicherlich weniger bekannt als die legend\u00e4ren Kastraten seiner Zeit wie Farinelli oder Senesino. Aber als Gesangslehrer und Komponist nimmt er dennoch einen wesentlichen Platz in der Musik- und Gesangsgeschichte seiner Zeit ein. So war Antonio Bernacchi beispielsweise der Lehrer des ber\u00fchmten Farinelli, auch er war in London im King\u2019s Theatre engagiert und sang dort in Urauff\u00fchrungen und Wiederaufnahmen von H\u00e4ndels B\u00fchnenwerken.<br \/>\nMit der Unterst\u00fctzung von Thibault Noally hat Carlo Vistoli eine bedeutende Auswahl von Opern getroffen, die er auf der B\u00fchne aufgef\u00fchrt hat, von ber\u00fchmten Komponisten wie H\u00e4ndel und Scarlatti bis hin zu anderen, die heute fast vergessen sind, emotionsgelandenen Partien Gaetano Maria Schiassi oder Pietro Torri.<br \/>\nCarlo Vistoli konnte im gesamten Konzert, seinen langen Atem und eine vollkommen beherrschte Kunst der Verzierung in den Koloraturen zeigen.<br \/>\nSein Gesang war sehr flie\u00dfend, ohne einen festen oder unpassenden Ton. Seine Atemtechnik, die er hundertprozentig gut beherrschte, ist ein integraler Bestandteil seiner Gestaltung langer Koloraturen.<br \/>\nEs waren die emotionsgeladenen und enthusiastischen stimmlichen Qualit\u00e4ten seines souver\u00e4nen Gesanges -in allen Ausz\u00fcgen aus H\u00e4ndels <em>Lotario<\/em> und <em>Partenope<\/em>, Scarlattis <em>Griselda<\/em>, Luca Antonio Predieris <em>Scipione il Giovane<\/em>&#8211; und die schlie\u00dflich mit Gaetano Maria Schiasis <em>Demofoonte<\/em> eine Arie zum st\u00fcrmischen Ende setzten.<\/p>\n<p><strong>Fazit<br \/>\n<\/strong>Als Zugabe sang Vistoli eine Tolomeo Arie aus H\u00e4ndels <em>Giulio Cesare<\/em> mit den virtuosen Geigenstimmen. Thibaut Noally\u2019s Geigenstimme und Vistolis menschliche Stimme wetteiferten miteinander darum, wer weiter, wer besser hochsteigen konnte.<br \/>\nDas anerkennende Publikum war rasend und belohnte den Countertenor Carlo Vistoli und das Ensemble Les Accents mit Thibaut Noally, f\u00fcr ihre gro\u00dfartige Kunst mit einem langanhaltenden Applaus.<\/p>\n<p>Es war eine unverge\u00dfliche Auff\u00fchrung!<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild 1 : Herv\u00e9 Niquet und Le Concert Spirituel (\u00a9 Ars Essentia)<br \/>\nBild 2: Chiara Skerath (Armida) (\u00a9 Lucie Bolzan)<br \/>\nBild3: Die S\u00e4nger mit Thibault Noally (Dirigent, 1. Geige) (\u00a9 Ars Essentia)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Coronation Anthems von G.F. H\u00e4ndel (1685-1759), Kr\u00f6nungshymnen mit vier St\u00fccken, UA: Westminster Abbey am 11. Oktober 1727 Chor und Orchester\u00a0: Le Concert Spirituel Dirigent: Herv\u00e9 Niquet Orgel: Fran\u00e7ois Saint-Yves Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Juli 2024, Basilica Notre-Dame Programm Coronation Anthems (\u201eKr\u00f6nungshymnen\u201c)<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8549\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8552,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,134,210],"tags":[],"class_list":["post-8549","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-featured","category-internationales-barock-opernfestival-beaune"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8549"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8549\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8553,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8549\/revisions\/8553"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8552"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}