{"id":854,"date":"2009-10-26T11:47:05","date_gmt":"2009-10-26T09:47:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=854"},"modified":"2010-03-21T23:40:05","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:05","slug":"chemnitz-stadtisches-theater-rusalka","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=854","title":{"rendered":"Chemnitz, St\u00e4dtisches Theater &#8211; RUSALKA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k (1841-1904), Lyrisches M\u00e4rchen in 3 Akten, Libretto: Jaroslav Kvapil; UA: 31. M\u00e4rz 1901, Prag. Regie: Dominik Wilgenbus, B\u00fchnenbild: Udo Vollmer; Kost\u00fcme: Andrea Fisser; Dirigent: Domonkos H\u00e9ja, Robert-Schumann-Philharmonie. Chor der Oper Chemnitz. Solisten: Judith Kuhn (Rusalka), Hugo Mallet (Prinz), Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Wassermann), Undine Drei\u00dfig (Hexe Je\u017eibaba\/F\u00fcrstin), Andreas Kindschuh (F\u00f6rster), Susanne Thielemann (K\u00fcchenjunge\/Erste Elfe), Tina Pulst (Zweite Elfe), Kathleen Glose (Dritte Elfe) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"chemnitz-rusalka.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/chemnitz-rusalka.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"chemnitz-rusalka.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/chemnitz-rusalka.jpg\" \/><\/a>Die Nixe Rusalka erlangt mit Hilfe der Hexe Je\u017eibaba die menschliche Gestalt, da sie sich in einen Prinzen verliebt hat. Der Preis daf\u00fcr jedoch ist ihre Stimme, und sie kann nie wieder in das Unterwasserreich zur\u00fcckkehren, wenn sie des Prinzen Liebe nicht erringt. Der Prinz verliebt sich in sie, doch, da sie in der Schlo\u00dfgemeinschaft wie ein Fremdk\u00f6rper scheint und sie nur verhalten seine Liebe erwidert, verst\u00f6\u00dft sie Prinz Rusalka. Doch der Prinz bereut, und er sucht im Wald verzweifelt die Geliebte. Rusalka erl\u00f6st den Liebenden auf seine Bitte hin mit einem Todesku\u00df.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nZur Auff\u00fchrung kommt die deutsche Fassung des Werkes, die in der Inszenierung ganz in m\u00e4rchenhaft angelegten Traumbildern schwelgt, ohne jedoch aufgesetzt kitschig wirkende Elemente einbringen zu wollen. Der die Akte dominierende Teich ist ein in unterschiedlichen Lichtstimmungen ausgeleuchtetes Ringpodest, welches schr\u00e4g angehoben werden kann. Im Hintergrund wechseln Prospekte in Leuchtfarben mit stilisierten Landschaftsandeutungen mit einem \u00fcberdimensionalen Mond und einem funkelnden Sternenhimmel, wie im letzten Akt. Durch Einsatz der Drehb\u00fchnen- und Hubelementtechnik, wie in der Schlo\u00dfszene, werden weitere Raumkonstellationen geschaffen. Insbesondere in der M\u00e4rchenweltszenerie des ersten Aktes werden die Figuren des Nixenteiches durch lebensgro\u00dfe Handpuppen erg\u00e4nzt, w\u00e4hrend die S\u00e4nger direkt hinter den agierenden Figuren singen und jene mitsteuern. Im Verlauf der Oper nehmen die Akteure die Gestalt der Puppen an, in m\u00e4rchengleich gestalteten Kost\u00fcmen.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nStimmlich unangefochtene Stars des Abends sind <strong>Judith Kuhn<\/strong> als Rusalka und <strong>Hugo Mallet<\/strong> als Prinz. Im Verlauf des ganzen St\u00fcckes ist es immer wieder erstaunlich, mit welch eindringlicher Emphase <strong>Judith Kuhn<\/strong> ihre Partie zu nehmen wei\u00df, wobei ihre Sopranstimme in den dramatischen Passagen mit starker Leuchtkraft durchzudringen vermag, um im n\u00e4chsten Augenblick mit ber\u00fchrend sensibler Zur\u00fccknahme die lyrischen Elysien auszukosten. Ihr Lied <em>an den Mond<\/em> ber\u00fcckt auf diese Weise ebenso, wie auch der schmerzlich liebevolle Abschied am Ende des dritten Akts. Und was f\u00fcr ein stimmlich starker Prinz wird mit <strong>Hugo Mallet<\/strong> geboten. Seine in warmen Samtt\u00f6nen eingebettete, nuancenreich timbrierte Tenorstimme er\u00f6ffnet in der Arie <em>Wundersames Traumbild<\/em> lyrische Spitzenqualit\u00e4ten, die selbst in den hohen T\u00f6nen m\u00fchelos und mit druckvoll stimmlicher F\u00fclle ganz ausgekostet werden. Ba\u00df <strong>Kouta R\u00e4s\u00e4nen<\/strong> (Wassermann) beeindruckt im <em>Lied des Wassermanns<\/em> durch die Vielschichtigkeit seines lichten Timbres, das trotz seiner schlanken Grundnote insbesondere in den dramatischen Passagen mit gro\u00dfem Volumen aufhorchen l\u00e4\u00dft.  Mit <strong>Undine Drei\u00dfig<\/strong> (Hexe Je\u017eibaba\/F\u00fcrstin) und ihrem aus erdig satten Farbt\u00f6nen sch\u00f6pfenden Mezzosopran sowie mit <strong>Andreas Kindschuhs<\/strong> (F\u00f6rster) klar strukturiertem Bariton werden weitere stimmstarke S\u00e4nger aufgeboten, wobei <strong>Susanne Thielemann<\/strong> (K\u00fcchenjunge), <strong>Tina Pulst<\/strong> und <strong>Kathleen Glose<\/strong> (Elfen) den gelungenen Reigen komplettieren.<br \/>\nDirigent <strong>Domonkos Hej\u00e1<\/strong> f\u00fchrt die <strong>Robert-Schumann-Philharmonie<\/strong> in transparent durchleuchtender Spielweise durch die schwelgerisch b\u00f6hmischen Melodiefolgen und wei\u00df auch die impressionistisch angehauchten Passagen mitrei\u00dfend auszuformulieren, ohne sich im Dickicht nebul\u00f6ser Klangmassen zu verlieren.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nRegisseur Dominik Wilgenbus tut gut daran, sich scheinbar die Werksbezeichnung von Dvo\u0159\u00e1k als lyrisches M\u00e4rchen zu Herzen zu nehmen. Sinnlos sinndeutende Versuche in der Inszenierung unterbleiben und in zuweilen fast impressionistisch erscheinenden M\u00e4rchenbildern, die genug Spielraum f\u00fcr eigene interpretatorische Ans\u00e4tze und Traumphantasien lassen, wird ein Kosmos von bisweilen bedr\u00fcckender Spannung und ber\u00fcckender Sogkraft geschaffen. Die teilweise Umsetzung mit dem Figurentheater ist dabei ein stringent ausgef\u00fchrter und passend eingebetteter Ausdruck der M\u00e4rchenwelt. Die zweite gro\u00dfe Haupts\u00e4ule zum guten Gelingen der Inszenierung sind die starken Leistungen der S\u00e4nger, die sowohl packend gesanglich zu bewegen wissen als auch schauspielerisch gro\u00dfe Spannungsb\u00f6gen erzeugen. Eine lange nachklingende Rusalka wie sie sein sollte: m\u00e4rchenhaft und verzaubernd!<\/p>\n<p>Dr. Andreas Gerth<br \/>\nBild: Dieter Wuschanski<br \/>\nDas Bild zeigt: Eine m\u00e4rchenhafte Liebe. Judith Kuhn (Rusalka) und Hugo Mallet (Prinz) sowie Herren der Statisterie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Anton\u00edn Dvo\u0159\u00e1k (1841-1904), Lyrisches M\u00e4rchen in 3 Akten, Libretto: Jaroslav Kvapil; UA: 31. M\u00e4rz 1901, Prag. Regie: Dominik Wilgenbus, B\u00fchnenbild: Udo Vollmer; Kost\u00fcme: Andrea Fisser; Dirigent: Domonkos H\u00e9ja, Robert-Schumann-Philharmonie. Chor der Oper Chemnitz. Solisten: Judith Kuhn (Rusalka), Hugo Mallet<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=854\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[59,1],"tags":[],"class_list":["post-854","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-chemnitz-stadtisches-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=854"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1261,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/854\/revisions\/1261"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}