{"id":8539,"date":"2024-06-13T17:52:56","date_gmt":"2024-06-13T16:52:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8539"},"modified":"2024-06-16T17:55:51","modified_gmt":"2024-06-16T16:55:51","slug":"lelisir-damore-der-liebestrank-hamburg-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8539","title":{"rendered":"L\u2019Elisir d\u2019Amore \u2013 Der Liebestrank &#8211; Hamburg, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Ga\u00ebtano Donizetti (1797-1848), Melodramma in zwei Akten, Libretto: Felice Romani nach Eug\u00e8ne Scribes Libretto <em>Le Philtre<\/em> von Daniel Fran\u00e7ois Esprit Auber, UA: 12. Mai 1832 Mailand, Teatro della Canobbiana<\/p>\n<p>Inszenierung und B\u00fchnenbild nach: Jean-Pierre Ponnelle, Kost\u00fcme: Pet Halmen<\/p>\n<p>Dirigent: Matteo Beltrami, Orchester Symphoniker Hamburg und Chor der Hamburgischen Staatsoper, Choreinstudierung: Christian G\u00fcnther<\/p>\n<p>Solisten: Mariam Battistelli (Adina), Seungwoo Simon Yang (Nemorino), Andrzej Filonczyk (Belcore), Tigran Martirossian (Doktor Dulcamara), Yeonjoo Katharina Jang (Gianetta)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. Juni 2024<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Hamburg-LIebestrank.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8540\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Hamburg-LIebestrank.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Hamburg-LIebestrank.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Hamburg-LIebestrank-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Nemorino ist \u00fcber beide Ohren in die junge, sch\u00f6ne, reiche Gutsp\u00e4chterin Adina verliebt. Dagegen ist Nemorino arm und Erntearbeiter bei Adina. Da kommen Soldaten mit Musik ins Dorf, geleitet vom attraktiven Offizier Belcore. Dieser verliebt sich sofort in Adina, die tats\u00e4chlich sein Werben annimmt. Kurz darauf erscheint mit gro\u00dfem Get\u00f6se Doktor Dulcamara. Mit seinem Zaubertrank verspricht er den herbeistr\u00f6menden Dorfbewohnern Heilung von all ihren Leiden. Nemorino verspricht sich vom Heiltrank Hilfe f\u00fcr seine Liebesleiden. Doch eine Flasche Heiltrank wirkt nicht. Um Geld f\u00fcr eine zweite Flasche zu erhalten verdingt er sich als Soldat bei Belcore. Dieser ist hocherfreut, seinen Rivalen damit unter Kontrolle zu bekommen. Die anschlie\u00dfende Wirkung scheint umwerfend: alle Erntehelferinnen verlieben sich in Nemorino. Sie haben soeben vom Tod von Nemorinos Onkel erfahren, womit Nemorino ein reiches Erbe in Aussicht hatte. Dieser selbst wei\u00df allerdings noch nichts davon. Nach vielen Liebesschw\u00fcren und Abweisungen erreicht Nemorino schlie\u00dflich doch, da\u00df Adina ihn erh\u00f6rt, so da\u00df beide ein gl\u00fcckliches Paar werden.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung <\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt ein Bauerndorf mit kleinen H\u00e4usern, die dichtgedr\u00e4ngt stehen. Das Dorf erstreckt sich den H\u00fcgel hinauf. Davor stehen M\u00e4dchen, Frauen und Schnitter in ihrer b\u00e4uerischen Kleidung. Adina sitzt auf einem Schaukelstuhl auf der linken Seite, w\u00e4hrend Nemorino, in seiner Arbeitskluft, einem wei\u00dfen Hemd und kurzer Hose auf der rechten Seite steht und sie unentwegt betrachtet. Adina in einem h\u00fcbschen Sommerkleid ist dabei, aus einem Buch die traurige Liebesgeschichte von <em>Tristan und Isolde<\/em> vorzulesen. Die D\u00f6rfler h\u00f6ren gebannt zu. W\u00e4hrenddessen h\u00f6ren wir Nemorino, wie er sie sch\u00f6n und begehrenswert findet, aber keinen rechten Mut hat, sie anzusprechen und es ihr zu sagen.<\/p>\n<p>Da erscheint pl\u00f6tzlich ein franz\u00f6sischer Soldat mit einer Truppe Soldaten. Es ist Belcore in schmucker Uniform, durch die er glaubt, sofort bei Frauen Erfolg zu haben. Adina zieht seine Aufmerksamkeit auf sich. Doch bei Adina blitzt er ab, indem sie ihn mit Ironie behandelt. Das ist aber etwas, was er gar nicht wahrnimmt. Nemorino, der die Szene beobachtet, bewundert das Auftreten und die Art, die Belcore an den Tag legt. Dann tritt Dulcamara auf einem gro\u00dfen Wagen mit einer verschiedenartigen Ladung, die Flaschen der Wunderdroge \u2013 es sind Flaschen Bordeauxwein \u2013 auf. Wie er bekleidet ist, sieht er wie einen F\u00fcrst aus.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Orchester unter <strong>Matteo Beltrami<\/strong> spielt mitrei\u00dfend und begleitet die S\u00e4nger geschmeidig.<\/p>\n<p>Ein sehr junger Tenor, Seungwoo Simon Yang als <strong>Nemorino<\/strong>, pr\u00e4sentiert sich vorteilhaft mit seiner Auftrittsarie: <em>Quanto \u00e8 bella \u2013 wie sch\u00f6n sie<\/em> (Adina) <em>ist \u2026<\/em> seine M\u00fchelosigkeit im Erreichen der H\u00f6henlage kann man bewundern. Bei ihm gibt es kein Pressen, kein Schleifen, auffallend ist sein unmerkliche Registerwechsel. Seine Tenorstimme ist nach oben ungemein offen, was bei vielen Ten\u00f6ren selten vorkommt. In seiner Arie f\u00fchlt man seine Sehnsucht zur angebeteten Adina mit, und er singt: sie hat ja <em>studiert, <\/em>sie<em> lernt, <\/em>sie<em> liest<\/em>. <em>Es gibt nichts, was sie nicht wei\u00df.<\/em><\/p>\n<p>Bei <strong>Mariam Battistelli<\/strong>s(Adina) <em>Della crudele Isotta il bel Tristano andea \u2013 f\u00fcr die grausame Isolde entflammt der sch\u00f6ne Tristan<\/em> (Auftrittsarie) hat sie keine M\u00fche zu zeigen, wie man stets tongerecht die H\u00f6hen erreichen kann. Ihre Stimmf\u00fchrung ist genausogut wie die von Nemorino und ihr Sopran wird in der H\u00f6he strahlend, so da\u00df es ihr ein Leichtes ist, den begleitenden Chor mit Verve zu \u00fcbert\u00f6nen. Die Orchesterbegleitung ist im Opernverlauf immer gleichm\u00e4\u00dfig und \u00fcberlagert keinesfalls dann die S\u00e4nger.<\/p>\n<p>Mit flotter Marschmusik erscheint <strong>Andrzej Filonczyk <\/strong>als <strong>Belcore<\/strong> in schmucker Uniform an der Spitze seiner Soldaten. Er macht der reizenden Adina sofort den Hof mit <em>come Paride vezzoso porse il pomo alla pi\u00f9 bella \u2013 so wie der sch\u00f6ne Paris einst den Apfel der Sch\u00f6nsten reichte <\/em>vollendet die Pastoralstimmung. Sein voller Ba\u00df nimmt sofort uns Zuschauer f\u00fcr ihn ein, und die einschmeichelnden Worte passen durchaus zum Gebaren heutiger Jugendlicher: <em>son galante, e son sargente \u2013 ich bin galant, ich bin Sergeant. <\/em><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich f\u00e4hrt Doktor <strong>Dulcamara<\/strong> (<strong>Tigran Martirossian<\/strong>) mit seinem fahrbaren \u201aLiebestrankverkaufswagen\u2018 vor. Schon allein mit seiner h\u00fcnenhaften Figur, aber auch mit seinem bis in die Tiefen wohlt\u00f6nenden Ba\u00df schl\u00e4gt ihm die Sympathie des Publikums entgegen.<\/p>\n<p>Nach einer Flasche des Elixiers begr\u00fc\u00dft Nemorino Adina mit <em>Lalalara, Lalalara<\/em>, protzt mit seiner M\u00e4nnlichkeit und spielt ihr gegen\u00fcber den Gleichg\u00fcltigen, was ihm auch gelingt: er lacht, l\u00e4\u00dft sich fallen, torkelt ein bi\u00dfchen und baut sich vor der Sch\u00f6nen auf, sieht sie aber dabei kaum an. Verzweifelt blickt Adina zum Himmel, um von dort Hilfe zu bekommen.<\/p>\n<p>Riesiger Applaus nach diesem kom\u00f6diantischen Kabinettst\u00fcckchen bis dann <strong>Giannetta<\/strong> (<strong>Yeonjoo Katharina Jang<\/strong>) inmitten der Dorfm\u00e4dchen das \u201eGeheimnis\u201c von Nemorinos Erbschaft verr\u00e4t, wodurch dieser eine reiche Partie wird. Dabei zitiert Donizetti musikalisch eine Szene aus dem <em>Aschenputtel<\/em> von Rossini. Das harmonische <strong>Chorsingen<\/strong> tat das \u00fcbrige um diesen Auftritt umwerfend zu gestalten. Der Befall entsprach der Perfektion der Darstellung und wurde nur noch \u00fcbertroffen von Nemorinos Gesang <em>una furtiva lagrima \u2013 eine verstohlene Tr\u00e4ne<\/em>, die ihm ebenfalls unvergleichlich gelang.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Das alles wird von der beschwingten und leichten Musik Donizettis begleitet, die die Szene gewisserma\u00dfen mit einer Leichtigkeit beschreibt, wie das eben nur italienische Komponisten k\u00f6nnen. Auch Zuschauer wie wir, die oft den Text nur wenig kennen, werden von der rhythmisch begleitenden Musik mitgerissen. Eine Geschichte gut und spannend zu erz\u00e4hlen, gelang Jean-Pierre Ponnelle immer mit seinen Inszenierungen, leider ist er zu fr\u00fch verstorben. F\u00fcr die Kunstwelt war das ein arger Verlust.<\/p>\n<p>Die Gesangsleistung Nemorinos (Seungwoo Simon Yang), die Inszenierung nach Jean-Pierre Ponnelle und die gekonnten Aktionen der S\u00e4nger kann man als gleicherma\u00dfen gut bewerten. Das Orchester und der Chor wie auch die S\u00e4nger wirkten insgesamt sehr harmonisch.<\/p>\n<p>Das Publikum erlebte das genauso und klatschte frenetisch.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Brinkhoff\/M\u00f6genburg<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Dulcamara, Adina und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ga\u00ebtano Donizetti (1797-1848), Melodramma in zwei Akten, Libretto: Felice Romani nach Eug\u00e8ne Scribes Libretto Le Philtre von Daniel Fran\u00e7ois Esprit Auber, UA: 12. 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