{"id":852,"date":"2009-10-21T15:37:20","date_gmt":"2009-10-21T13:37:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=852"},"modified":"2010-03-21T23:40:09","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:09","slug":"darmstadt-staatstheater-aida","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=852","title":{"rendered":"Darmstadt, Staatstheater &#8211; AIDA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813\u20131901), Oper in vier Akten, Text von Antonio Ghislanzoni<br \/>\nUA: 24.12.1871 Opernhaus Kairo<br \/>\nSpielleitung: Alfonso Romero Mora nach einer Inszenierung von Michael Heinicke (St\u00e4dtisches Theater Chemnitz), B\u00fchne und Kost\u00fcme: Peter Sykora, Choreinstudierung: Andr\u00e9 Weiss<br \/>\nDirigent: Constantin Trinks, Staatsorchester Darmstadt, Chor und Extrachor des Staatstheaters Darmstadt, Statisterie des Staatstheaters Darmstadt<br \/>\nSolisten: Andreas Daum (K\u00f6nig), Yanyu Guo (Amneris), Yamina Maamar (Aida), Zurab Zurabishvili (Radames), John In Eichen (Ramphis), Bastiaan Everink (Amonasro), Sven Ehrke (Bote), Margaret Rose Koenn (Priesterin)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 17. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"darmstadt-aida.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/darmstadt-aida.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"darmstadt-aida.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/darmstadt-aida.jpg\" \/><\/a>Im Krieg zwischen \u00c4gypten und \u00c4thiopien soll Radames neuer \u00e4gyptischer Heerf\u00fchrer werden, der die Sklavin Aida liebt. Prinzessin Amneris, die in Aida ihre Rivalin im Kampf um Radames sieht, soll diesen nach dem Sieg der \u00c4gypter heiraten. Aida erkennt in einem \u00e4thiopischen Kriegsgefangenen ihren Vater, der ihr befiehlt, den Kriegsplan der \u00c4gypter herauszubekommen. Radames erz\u00e4hlt ihr dieses Geheimnis und stellt sich den Priestern. Er wird wegen Hochverrats lebendig begraben, und Aida hat sich mit ihm einschlie\u00dfen lassen. Sie finden gemeinsam den Tod.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEin gewaltiger schwarzer Kubus mit verschiedenen \u00e4gyptischen Symbolen und Hieroglyphen schwebt \u00fcber der B\u00fchne. Im vierten Akt wird er auf das Paar Radames und Aida herabgesenkt, um ihren Tod zu verdeutlichen. Der Rest des Inventars ist sehr schlicht und einfach, eher dunkle Farben dominieren die Szene. Die hellen Kost\u00fcme muten etwas eigenwillig an, alle Personen des Chores tragen seltsam geformte H\u00fcte, die wie Treppenstufen aussehen. Aida erscheint in einer blauen Satinrobe, die \u00e4thiopischen Sklavinnen tragen hellblau. Das B\u00fchnenbild und die Kost\u00fcme wurden in Chemnitz hergestellt; man sah hier eine Auff\u00fchrung nach einer Inszenierung von Michael Heinicke, der dort Chefregisseur ist. Neben dem B\u00fchnenbild wurden auch Teile der szenischen Handlung von der Chemnitzer Inszenierung \u00fcbernommen, beispielsweise die Auftritte des Chores.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie herausragendste Leistung bot <strong>Yanyu Guo<\/strong> (Amneris). Ihr Gesang war klar und mit eiskaltem Ha\u00df in der Stimme, als sie in Aida ihre Rivalin erkannte, hingegen warm, als sie mit Radames sprach. Durch Dynamik und pr\u00e4zise Artikulation wurde sie der schwierigen Partie gerecht. Auch ihr Schauspiel war durchweg glaubw\u00fcrdig. Ihre Darbietung wurde mit lauten Bravo-Rufen gew\u00fcrdigt. <strong>Zurab Zurabishvili <\/strong>(Radames) war leider erk\u00e4ltungsbedingt nicht gut bei Stimme, was besonders in den ersten beiden Akten auffiel. Die hohen T\u00f6ne des Tenors klangen sehr gepre\u00dft, und man merkte, da\u00df er sich auf der B\u00fchne qu\u00e4lte. Auch schauspielerisch f\u00fchlte er sich unwohl, die Bewegungen schienen sehr staksig und unnat\u00fcrlich. Nach der Pause konnte er sich jedoch merklich steigern. Die beiden B\u00e4sse <strong>Andreas Daum<\/strong> (K\u00f6nig) und <strong>John In Eichen<\/strong> (Ramphis) zogen das Publikum mit ihrer warmen Bruststimme in ihren Bann. Da\u00df die beiden auch gute Schauspieler sind, merkte man in dieser mimisch dem Libretto entsprechenden Auff\u00fchrung deutlich. Die Titelrolle wurde von Yamina Maamar gesungen. Ihre angenehme Stimme und prinzipiell gute Gesangsleistung wurde in dieser Partie leider von zu viel Vibrato, wenig Abwechslung in der Dynamik und einer sehr undeutlichen Artikulation in den Hintergrund ger\u00fcckt, weshalb sie hinter Yanyu Guos klarem Klang doch sehr zur\u00fcckstand.<br \/>\nUnter der musikalischen Leitung von<strong> Constantin Trinks<\/strong> leuchtete der Klang des<strong> Darmst\u00e4dter Orchesters<\/strong>. Die feinen Streicherpassagen in der Ouvert\u00fcre perlten, die Fanfaren im Triumphmarsch schmetterten. Man plazierte die Fanfarenspieler rechts und links der B\u00fchne, nicht im Orchestergraben. Die gesamte Interpretation Trinks\u2019 war akzentuiert und dynamisch, nicht so schwer und pathetisch, wie man es von manch anderen Aida-Auff\u00fchrungen kennt. Besonders gut sang auch der <strong>Chor<\/strong>, der in diesem St\u00fcck eine wichtige Rolle spielt und h\u00e4ufig sowohl auf als auch hinter der B\u00fchne pr\u00e4sent ist.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie erste Produktion des neuen Generalmusikdirektors Constantin Trinks in dieser Spielzeit hat das Publikum vollkommen in seinen Bann gezogen. Durch d\u00fcstere Farben und das Spiel mit indirekter Beleuchtung des Kubus wurde die Bedrohung der Liebe zwischen Radames und Aida deutlich. Diese Effekte machen die Auff\u00fchrung zu einem besonderen Erlebnis. Langanhaltender Applaus und laute Bravo-Rufe kr\u00f6nten den Abend.<\/p>\n<p>Sophia Kr\u00fcger<\/p>\n<p>Bild: Barbara Aum\u00fcller<br \/>\nDas Bild zeigt Yamina Maamar (Aida), Zurab Zurabishvili (Radames).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813\u20131901), Oper in vier Akten, Text von Antonio Ghislanzoni UA: 24.12.1871 Opernhaus Kairo Spielleitung: Alfonso Romero Mora nach einer Inszenierung von Michael Heinicke (St\u00e4dtisches Theater Chemnitz), B\u00fchne und Kost\u00fcme: Peter Sykora, Choreinstudierung: Andr\u00e9 Weiss Dirigent: Constantin Trinks,<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=852\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[93],"tags":[],"class_list":["post-852","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-darmstadt-staatstheater"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/852","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=852"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/852\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1264,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/852\/revisions\/1264"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=852"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}