{"id":8515,"date":"2024-05-07T13:20:50","date_gmt":"2024-05-07T12:20:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8515"},"modified":"2024-05-08T13:26:43","modified_gmt":"2024-05-08T12:26:43","slug":"lincoronazione-di-poppea-die-kroenung-der-poppea-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8515","title":{"rendered":"L\u2019incoronazione di Poppea &#8211; Die Kr\u00f6nung der Poppea &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Claudio Monteverdi (1567-1643) Opera musicale in drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1642\/1643, Venedig, Teatro Santi Giovanni e Paolo<\/p>\n<p>Regie: Ted Huffman, B\u00fchne: Johannes Sch\u00fctz (Adaption: Anna W\u00f6rl), Kost\u00fcme: Astrid Klein, Licht: Bertrand Coudere<\/p>\n<p>Dirigent: George Petrou und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Elsa Benoit (Poppea), Jake Arditti (Nerone), Adriana Bastidas-Gamboa (Virt\u00fa\/Ottavia), Paul-Antoine B\u00e9nos-Dijan (Ottone), Christoph Seidl (Seneca), John Heuzenroeder (Arnalta\/Nutrice), Maria Koroleva (Fortuna\/Drusilla), Camille Poul (Amore\/Valetto), Laurence Kilsby (Lucano\/Soldato I), Armando Elizondo (Liberto\/Soldato II)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 05. Mai 2024 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Koeln-Kroenung-Poppea.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8516\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Koeln-Kroenung-Poppea.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Koeln-Kroenung-Poppea.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Koeln-Kroenung-Poppea-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Fortuna (Gl\u00fcck) und Virt\u00fa (Tugend) streiten dar\u00fcber, wer den Lauf der Welt bestimmt. Amor, der Gott der Liebe, kommt ihnen dazwischen und will beweisen, da\u00df er die wahre Macht \u00fcber die Menschen hat. Wozu Liebe f\u00e4hig ist, zeigt sich an Poppeas Geschichte. Sie verl\u00e4\u00dft ihren Mann Ottone und lebt als Geliebte im Kaiser Nerones Schlo\u00df. Dabei treibt sie der Ehrgeiz an, selbst Herrscherin \u00fcber Rom zu werden. Nerone ist so von Poppea besessen, da\u00df er sogar seine Frau Ottavia f\u00fcr sie verl\u00e4\u00dft. Racheschw\u00f6rend tun sich Ottavia und Ottone zusammen und planen ein Komplott, um Poppea umzubringen. Doch das geht schief: Als Nerone von dem versuchten Mord erf\u00e4hrt, verbannt er Ottone und Ottavia. Der Kr\u00f6nung von Poppea steht nun nichts mehr im Wege. Beide feiern ihre Hochzeit.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Vorbemerkung: es handelt sich um eine Koproduktion des Festival d\u2019Aix en Provence mit Palau de les Arts Reina Sof\u00eda, der Oper Rennes, der Oper Toulon und der K\u00f6lner Oper.<\/p>\n<p>Die Handlung wird keiner bestimmten Epoche zugeordnet und bleibt zeitlos. Die B\u00fchne wird von einem gro\u00dfen hohlen Rohr in Schwarz und Gold dominiert, das ca. 2 Meter \u00fcber der B\u00fchne schwebt. Wie ein Pendel bewegt es sich zu Beginn des ersten Akts zwischen den Akteuren auf der B\u00fchne hin und her und zeigt, dass die Menschen dem Willen von Gl\u00fcck, Tugend und Liebe unterliegen und jederzeit von einer Seite getroffen werden k\u00f6nnen. Ansonsten ist die B\u00fchne leer: schwarze W\u00e4nde umrahmen einen spiegelnden Boden als Zentrum der Handlung und die Darsteller schauen sich das Schauspiel von der Seite aus an, wie Zuschauer bei einer Theaterauff\u00fchrung. Die Kost\u00fcme sind elegant und klassisch-zeitlos, dabei werden die besonderen Charakterz\u00fcge der Figuren hervorgehoben: Amor erscheint beispielsweise im pinken Anzug mit blonder J\u00fcnglings-Per\u00fccke, Poppea als sinnliche Verf\u00fchrerin tr\u00e4gt seidene Reizw\u00e4sche und Ottavia als tugendhafte Ehefrau eine hochgeschlossene Bluse zum kn\u00f6chellangen Rock.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Canzona in der Einleitung der Oper wird von <strong>George Petrou<\/strong> in einem m\u00e4\u00dfigen schreitenden Tempo dirigiert, was den majest\u00e4tischen Klang des Orchesters sehr gut hervorhebt. Das Orchester spielt in der typisch-barocken Besetzung mit Cembalo, Barockharfe und Lauten, was f\u00fcr den authentischen Klang sorgt. <strong>Maria Koroleva<\/strong> (Fortuna\/Drusilla) ist die einzige Sopranistin des Abends mit einem sehr reinen und hellen Timbre in der Stimme, da\u00df sie &#8211; einem lyrischen Sopran gleich &#8211; wundersch\u00f6n in der H\u00f6he gl\u00e4nzen l\u00e4\u00dft. Leider singt sie zu Beginn sehr leise und wird vom Orchester \u00fcbert\u00f6nt, jedoch kann sie sich im Laufe des Abends steigern und ihr volles Stimmvolumen abrufen. Mehr Kraft hat die Stimme von <strong>Adriana Bastidas-Gamboa<\/strong> (Virt\u00fa\/Ottavia): mit ihrem warmen, vollmundigen Sopran hat sie von allen weiblichen Stimmen die gr\u00f6\u00dfte Stimmgewalt. Dabei l\u00e4\u00dft sie ihre Bruststimme oft zur Geltung kommen und akzentuiert ihre Verzweiflung \u00fcber die Untreue ihres Mannes sehr eindringlich und mit einem sehr forcierten Gesang. <strong>Camille Poul <\/strong>(Amore\/Valetto) kokettiert mit ihrer Stimme in der Rolle des Amor und legt sich besonders schauspielerisch sehr bem\u00fcht: sie betont mit ihrem warmen Timbre in der Stimme sehr inbr\u00fcnstig, aber auch oft schrill und \u00fcberspitzt, um ihrer Rolle als \u00fcberdrehter Liebesgott gerecht zu werden. <strong>Elsa Benoit<\/strong> (Poppea) setzt dagegen eher auf ein kontrolliertes und sinnliches Schauspiel, indem sie Nerone gekonnt mit ihren weiblichen Reizen umgarnt und dabei ihren schimmernden Sopran verf\u00fchrerisch in der H\u00f6he gl\u00e4nzen l\u00e4\u00dft; in den tieferen T\u00f6nen bringt ihre Stimme aber sehr viel Substanz und ein eindringliches Timbre mit. Eine absolute \u00dcberraschung im positiven Sinne ist der glockenklare Countertenor von <strong>Jake Arditti<\/strong> (Nerone). Schlie\u00dft man die Augen, glaubt man fast, man h\u00f6rt eine Sopranistin singen: sein sehr helles Timbre in der Stimme setzt er technisch gekonnt in den hohen Spitzent\u00f6nen ein und l\u00e4\u00dft es so scheppern, dass der ganze Saal vibriert. Dabei singt er seine Arien mit gro\u00dfer Leidenschaft was Dynamik und Rhythmik angeht und einem erstaunlich pr\u00e4zisen und festen Stimmeinsatz. <strong>Paul-Antoine B\u00e9nos-Dijan<\/strong> (Ottone) schl\u00e4gt im Vergleich dazu eher leisere und feinere T\u00f6ne an: sein Countertenor ist dunkler, reicht an einen Alt heran und bringt sehr viel Schmelz mit durch die liebliche Intonation im sotto voce und einen sehr legato gebundenen Gesang. <strong>John Heuzenroeder<\/strong> (Arnalta) bringt zwar nicht so ein besonderes Timbre in der Stimme mit wie seine Mitstreiter, daf\u00fcr kann er technisch und schauspielerisch in seiner Rolle \u00fcberzeugen: er bringt das Publikum mit vielen kom\u00f6diantischen Einf\u00e4llen beim Nachahmen der Amme zum lachen und setzt seinen scharfen, leicht kehlig klingenden Tenor sehr lautmalerisch ein. <strong>Christoph Seidl<\/strong> (Seneca) bringt in seiner Rolle als Philosoph ebenfalls eine solide Leistung: sein d\u00fcsterer, tiefer Ba\u00df klingt zwar manches Mal etwas starr, daf\u00fcr erreicht er ein sehr beachtliches Volumen in den ganz tiefen T\u00f6nen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>So viel stimmliche Vielfalt erlebt man selten in einer Oper. Das Zusammenspiel von Orchester, S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern und die Wahl des B\u00fchnenbilds ergeben ein absolut harmonisches Gesamtbild. Ein gro\u00dfes Highlight ist neben der atemberaubenden Einzelleistung aller S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger vor allem auch das letzte Duett von Elsa Benoit und Jake Arditti, was alle Vorz\u00fcge der Monteverdi-Musik auf den Punkt bringt. Publikumslieblinge sind neben Jake Arditti und Elsa Benoit auch John Heuzenroeder und Adriana Bastidas-Gamboa.<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Matthias Jung<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Adriana Bastidas-Gamboa (Virt\u00fa\/Ottavia), Camille Poul (Amore\/Valetto), Ensemble, Maria Koroleva (Fortuna\/Drusilla), Jake Arditti (Nerone)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Claudio Monteverdi (1567-1643) Opera musicale in drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: 1642\/1643, Venedig, Teatro Santi Giovanni e Paolo Regie: Ted Huffman, B\u00fchne: Johannes Sch\u00fctz (Adaption: Anna W\u00f6rl), Kost\u00fcme: Astrid Klein, Licht: Bertrand Coudere Dirigent: George Petrou und<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8515\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":8516,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,1],"tags":[],"class_list":["post-8515","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-koln-buhnen-der-stadt","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8515"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8515\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8518,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8515\/revisions\/8518"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/8516"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}