{"id":8502,"date":"2024-04-16T15:52:33","date_gmt":"2024-04-16T14:52:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8502"},"modified":"2024-04-17T15:54:49","modified_gmt":"2024-04-17T14:54:49","slug":"un-ballo-in-maschera-ein-maskenball-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8502","title":{"rendered":"Un ballo in maschera \u2013 Ein Maskenball  &#8211;  K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901) Melodramma in drei Akten, Libretto: Antonio Somma, UA: 17. Februar 1859, Rom<\/p>\n<p>Regie: Jan Philipp Gloger, B\u00fchne: Ben Baur, Kost\u00fcme: Sibylle Wallum, Choreografie: Nwarin Gad, Licht: Andreas Gr\u00fcter<\/p>\n<p>Dirigent: Giuliano Carella und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Gaston Rivero (Riccardo), Simone del Savio (Renato), Astrik Khanamiryan (Amelia), Agostina Smimmero (Ulrica), Hila Fahima (Oscar), Wolfgang Stefan Schwaiger (Silvano), Christoph Seidl (Samuel), Lucas Singer (Tom)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. April 2024 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Koeln-Maskenball.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8505\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Koeln-Maskenball.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Koeln-Maskenball.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Koeln-Maskenball-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Graf Riccardo ist in Amelia, die Frau seines besten Freundes und Beraters Renato, verliebt. Doch Amelia erkennt, die Gefahr dieser Liebe und bittet die Wahrsagerin Ulrica um ein Kraut, dass ihre unerf\u00fcllte Liebe verschwinden lassen kann. Riccardo, der sich verkleidet hat, beobachtet diese Szene und l\u00e4\u00dft sich im Anschlu\u00df seine eigene Zukunft voraussagen: er wird von der Hand eines Freundes ermordet werden. Riccardo nimmt die Prophezeiung aber nicht ernst. Er dr\u00e4ngt Amelia dazu, ihm ihre Liebe zu gestehen, was sie tut. In diesem Moment trifft Renato ein, der meint, die beiden inflagranti erwischt zu haben. Renato beschuldigt Amelia der Untreue und schw\u00f6rt Rache. Er schlie\u00dft sich den Verschw\u00f6rern Samuel und Tom an, die einen Coup gegen den Grafen geplant haben. Auf dem Maskenball sticht Renato Riccardo nieder. Die Prophezeiung hat sich erf\u00fcllt. Noch bevor Riccardo stirbt, vergibt er Renato und beteuert Amelias Unschuld.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne zeigt die Eingangshalle eines opulenten Palastes mit einem breiten rechteckigen Marmorboden in der Mitte, der von griechischen S\u00e4ulen und schweren Samtvorh\u00e4ngen eingerahmt wird. An der Seite ist eine riesige Statue des Grafen angebracht, die zum Ende der Oper zu Fall gebracht wird, als Symbol der Revolution. Um die Tiefe des Raumes nutzen zu k\u00f6nnen, wird das Orchester an die Seite verlegt. Die Kost\u00fcme sind (originalgetreu) aus dem 18. Jahrhundert: Amelia tr\u00e4gt ein schwarzes Corsagen-Kleid mit weitem Rock und ausgestellten Hinterteil mit violetten Verzierungen, die Herren tragen majest\u00e4tische Offizierskleidung in gedeckten Farben. Insgesamt erzeugt die Inszenierung eine d\u00fcstere Atmosph\u00e4re durch die \u00fcberall vorherrschenden dunkel-blau-violetten T\u00f6ne in Kost\u00fcmen und Statisterie.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Gleich zu Beginn zeigt sich, dass es keine kluge Entscheidung ist, das Orchester an den Rand der B\u00fchne zu legen. Das Dirigat von <strong>Giuliano Carella<\/strong> in der Ouvert\u00fcre hat ein recht zackiges Metrum, was dann von den S\u00e4ngern nicht sehr gut aufgenommen werden kann im ersten Akt der Oper. Der erste Choreinsatz ist leider nicht im Takt, da das Orchester schneller spielt. <strong>Gaston Rivero<\/strong> (Riccardo) singt mit einem scheppernden Tenor, den er sehr flink an die rhythmischen Wechsel anpassen kann. Zu Beginn klingt er bei manchen Spitzent\u00f6nen etwas zittrig, kann aber im Laufe des Abends das volle Volumen seines satten Tenors in der H\u00f6he abrufen und im fortissimo gl\u00e4nzen. Dabei \u00fcberzeugt er durch ein sehr kom\u00f6diantisches Schauspiel, ahmt Ulrica mit verachtenden Gesten nach und markiert einen Herrscher, der sich \u00fcber alle Regeln hinweg setzt und nichts ernst nimmt. Sein Kontrahent <strong>Simone del Savio<\/strong> (Renato) \u00fcberzeugt mit seinem dunkel gef\u00e4rbten Bariton, der fast schon ein Ba\u00df sein k\u00f6nnte, durch eine profunde Tiefe und ein eindringliches Timbre, das er sehr unaufgeregt pr\u00e4sentiert. Er intoniert die Melodien sehr klar und kann auch die gef\u00fchlvollen Arien durch das An- und Abschwellen seiner Stimme sehr gut transportieren. Unter den Frauenstimmen ist <strong>Hila Fahima<\/strong> (Oscar) in der Nebenrolle des Pagen eine \u00dcberraschung, da sie mit ihrem lyrischen, glockenklaren Sopran ein wundersch\u00f6nes Timbre in der Stimme mitbringt. Leider hat sie auch zu Beginn mit dem schnellen Dirigat zu k\u00e4mpfen und ist nicht immer ganz im Takt, aspiriert zu oft, das legt sich aber im zweiten Akt, wo sie im <em>sotto voce<\/em> ihre Stimme in der H\u00f6he wundersch\u00f6n schimmern l\u00e4\u00dft. <strong>Astrik Khanamiryan<\/strong> (Amelia) hat im Vergleich dazu einen schweren, warmen Sopran, der ein dominantes vibrato mitbringt. Das hilft ihr, die Trauer und Verzweiflung ihrer Rolle stimmlich und schauspielerisch hervorzuheben, sodass man wirklich mit ihr mitf\u00fchlen kann. Ebenfalls eine \u00dcberraschung ist <strong>Agostina Smimmero<\/strong> (Ulrica), deren d\u00fcsterer Mezzo einen unglaublich hohen Ambitus aufweist: sowohl in den hohen T\u00f6nen klingt sie sauber und sicher, als auch in den ganz tiefen T\u00f6nen, wo man sie dank eines sehr \u00fcppigen und breitgef\u00e4cherten Timbres schon eher als Altistin verordnen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn der erste Akt sehr holprig ist, was die rhythmische Synchronit\u00e4t von Orchester und Gesang angeht, kann der gesamte Abend doch musikalisch \u00fcberzeugen. Die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger bringen eine tolle Leistung auf das Parkett, schallenden Applaus gibt es neben Gaston Rivero und Astrik Khanamiryan auch f\u00fcr die Nebenrollen Agostina Smimmero und Hila Fahima. Das stimmige B\u00fchnenbild und die Kost\u00fcme im originalgetreuen Stil sind absolut gut getroffen und verleihen der Verdi-Oper Authentizit\u00e4t. Sollte man sich unbedingt ansehen, wenn man Verdi-Fan ist!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Sandra Then<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Chor der Oper K\u00f6ln, Gaston Rivero (Riccardo),\u00a0 Astrik Khanamiryan (Amelia)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901) Melodramma in drei Akten, Libretto: Antonio Somma, UA: 17. 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