{"id":8493,"date":"2024-03-18T16:55:51","date_gmt":"2024-03-18T15:55:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8493"},"modified":"2024-03-29T18:00:36","modified_gmt":"2024-03-29T17:00:36","slug":"deutsche-uebersetzung-madama-butterfly-london-royal-opera-house","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8493","title":{"rendered":"Deutsche \u00dcbersetzung: Madama Butterfly &#8211; London, Royal Opera House"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858\u20131924), Oper in drei Akten, Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica<\/p>\n<p>UA: 17. Februar 1904 La Scala, Mailand<\/p>\n<p>Regisseure: Moshe Leiser und Patrice Caurier, Regisseure der Wiederaufnahme: Daisy Evans und Cecilia Stinton, B\u00fchnenbild: Christian Fenouillat, Kost\u00fcme: Agostino Cavalca, Licht: Christopher Forey<\/p>\n<p>Chor der Royal Opera, Leitung: William Spaulding<\/p>\n<p>Orchester des Royal Opera House, musikalische Leitung: Kevin John Edusei<\/p>\n<p>Solisten: Asmik Grigorian (Cio-Cio-San), Joshua Guerrero (Pinkerton), Lauri Vasar (Sharpless), Hongni Wu (Suzuki), Ya-Chung Huang (Goro), Jeremy White (Bonze), Josef Jeongmeen Ahn (F\u00fcrst Yamadori), Veena Akama-Makia (Kate Pinkerton), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. M\u00e4rz 2024 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/London-Madama-Butterfly.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8489\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/London-Madama-Butterfly.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/London-Madama-Butterfly.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/London-Madama-Butterfly-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton heiratet die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Geisha Cio-Cio-San (oder Madama Butterfly), in die er sich w\u00e4hrend seines Aufenthaltes in Japan verliebt hat. Vermittelt vom Heiratsmakler Goro hat Pinkerton ein Haus gemietet und berichtet seinem Freund, dem Konsul Sharpless, da\u00df sowohl Miet- als auch Heiratsvertrag jederzeit aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Die Hochzeit wird von Cio-Cio-Sans Onkel, einem buddhistischen Priester, unterbrochen, der die Braut verflucht und aus der Familie verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Drei Jahre sind vergangen. Pinkerton ist in die USA zur\u00fcckgekehrt und Cio-Cio-San, die in seiner Abwesenheit ihren gemeinsamen Sohn zur Welt gebracht hat, erwartet seine R\u00fcckkehr. Tats\u00e4chlich kommt er wieder nach Japan, allerdings gemeinsam mit seiner neuen amerikanischen Frau, um sein Kind mit nach Amerika zu nehmen. Aus Scham wagt er es zun\u00e4chst nicht, Cio-Cio-San gegen\u00fcberzutreten. Als sie begriffen hat, da\u00df ihr alles genommen werden soll, begeht sie in dem Moment, in dem er sein Haus betritt, Selbstmord.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist von einfachen Holzlatten umgeben, die das Innere des Hauses andeuten, das Pinkerton f\u00fcr sich und seine Braut Cio-Cio-San gemietet hat. Die B\u00fchne ist bis auf ein paar japanische Schriftzeichen auf der rechten und eine Freiheitsstatue sowie ein gerahmtes Photo \u2013 auf dem wohl Pinkterton selber zu sehen ist \u2013 auf der linken Seite leer. Cio-Cio-San verl\u00e4\u00dft diesen inneren Raum nie und ist nahezu st\u00e4ndig auf der B\u00fchne zu sehen in Begleitung ihrer Zofe Suzuki. Pinkerton verl\u00e4\u00dft ihn hingegen st\u00e4ndig. Seine flotte, hellblaue Uniform sticht von den gedeckten Farben der Hochzeitsgesellschaft und dem wei\u00dfen Brautkleid Cio-Cio-Sans ab. Sie bewegt sich im ersten Akt kaum und verk\u00f6rpert Zur\u00fcckhaltung und Unschuld, w\u00e4hrend Pinkerton nerv\u00f6s hinein- und hinausl\u00e4uft. Seine Ann\u00e4hrungen w\u00e4hrend ihrer gemeinsamen Hochzeitsnacht wirken durch diesen Kontrast immer schmerzvoller. Butterfly entledigt sich bis auf ein d\u00fcnnes wei\u00dfes Nachthemd all der Schichten ihres Kleides und legt sich still auf die B\u00fchne. Die Wahl der szenischen Mittel unterstreichen ihre Verletzlichkeit und Bindung an das Haus, wenn ihre wei\u00dfe Figur in diesem intimen Moment regungslos im Vordergrund liegt. Im zweiten und dritten Akt sind die Rollen vertauscht: Drei Jahre nach den Geschehnissen des ersten Aktes beherrscht Butterfly das Haus, r\u00e4umlich und stimmlich, w\u00e4hrend Suzuki den aufdringlichen Heiratsmakler Goro abfertigt, der st\u00e4ndig auf der Schwelle lauert. Pinkerton ist nicht zu sehen. Wenn er Ende des dritten Aktes auftritt, hat sich seine einst so selbstsichere und gef\u00e4llige Erscheinung gewandelt. Gezeichnet von Reue, Cio-Cio-San verlassen zu haben, schwankt er geb\u00fcckt \u00fcber die B\u00fchne. Er macht sich davon, ohne seine verlassene Frau gesehen zu haben, w\u00e4hren die Silhouette seiner neuen amerikanischen Frau statt seiner auf einem Bildschirm erscheint. Als sie kommt, um Pinkertons und Kind zu holen, verbindet ihm Cio-Cio-San die Augen und dr\u00fcckt ihm eine amerikanische Flagge in die Hand, bevor sie mit Gleichmut und Entschiedenheit Selbstmord begeht.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Das Ensemble wurde von <strong>Kevin John Edusei<\/strong> meisterhaft geleitet. Von dem fugierten Vorspiel zum ersten Akt an zeichnen sich S\u00e4nger und Orchester durch ihre unvergleichliche Klarheit und Pr\u00e4zision aus. Insgesamt war das Orchester jedoch zu laut. In den Vorspielen beeindruckte der m\u00e4chtige Klang, in den Soloabschnitten und Duetten drohte er hingegen die S\u00e4nger zu \u00fcbert\u00f6nen. Dank der S\u00e4nger kam es gl\u00fccklicherweise nicht dazu, die jede einzelne Silbe kraftvoll vortrugen und so die Handlung des Librettos dem Publikum vermittelten.<\/p>\n<p>Die Besetzung dieser <em>Butterfly<\/em> ist wirklich ausgezeichnet. <strong>Asmik Grigorian<\/strong> begeistert in der Titelrolle. Sie verk\u00f6rpert die Unschuld und Verletzlichkeit dieser Figur bis ins Detail, etwa im ersten Akt mit Hilfe des leicht tremolierenden Charakters ihrer Stimme. Diese kindliche Unschuld wird von einigen pl\u00f6tzlichen Ausbr\u00fcchen konterkariert, mit denen Grigorian die Intensit\u00e4t der Liebe Cio-Cio-Sans zu Pinkterton erfahrbar werden l\u00e4\u00dft. Im zweiten und dritten Akt kommt ihre innere St\u00e4rke stimmlich voll zur Geltung, wenn Butterfly die R\u00fcckkehr ihres Gatten erwartet und sich der Ablehnung ihrer Freunde, Familie und Umgebung entgegenstellt. <strong>Hongni Wu<\/strong> als Suzuki verf\u00fcgt \u00fcber die gleiche Ausdruckskraft wie Grigorians Stimme und beide kehren im zweiten Akt die enge emotionale Bindung zwischen den beiden Charakteren hervor.<\/p>\n<p>Ein humorvolles Gegengewicht pr\u00e4sentieren <strong>Ya-Chung Huang<\/strong> als verschlagener Goro wie auch das gro\u00dfe umherschw\u00e4rmende Ensemble von Cio-Cio-Sans Freunden und Verwandten, unter denen vor allem <strong>Andrew O\u2019Connor<\/strong> im Publikum mit seiner Darstellung des betrunkenen Onkel Yakusid\u00e9 f\u00fcr Heiterkeit sorgte. Auch Grigorians Zur\u00fcckweisung des jammernden F\u00fcrsten Yamadori, gesungen von <strong>Josef Jeongmeen Ahn<\/strong>, wurde mit Gel\u00e4chter quittiert. Dieses Moment hatte jedoch einen traurigen Unterton, wenn klar wird, da\u00df Butterfly hier ihr Verst\u00e4ndnis des amerikanischen Rechtes aufrecht erh\u00e4lt, um Pinkerton zu verteidigen. Der wird von <strong>Joshua Guerrero<\/strong> gegeben, der gekonnt abwechselnd die unverbindlichen, prinzipientreuen und r\u00fccksichtslosen Seiten dieser Figur herausspielt. Im ersten Akt, im Duett mit <strong>Lauri Vasar<\/strong> (Konsul Sharpless) \u201eAmerica for ever\u201c zeigt sich eine gl\u00fchende Leidenschaft f\u00fcr sein Land mit all seinen Gesetzen und Werten, die seiner Behandlung Cio-Cio-Sans erschreckenderweise hingegen g\u00e4nzlich abgeht. Vasars Sharpless zeichnet sich stimmlich und darstellerisch durch sein gro\u00dfes Mitgef\u00fchl f\u00fcr sie aus. Im letzten Akt ruft er den kauernden Pinkerton mit ausdrucksvoller Stimme zur Ordnung und symbolisiert damit die Idee von Ehre, die Pinkerton zu repr\u00e4sentieren vorgibt.<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p>Die Premiere war ein Triumph. Sowohl als Ensemble als auch als Solisten waren die S\u00e4nger musikalisch und dramatisch exzellent. Asmik Grigorian gl\u00e4nzte in der Rolle der Butterfly. Das Orchester war ebenfalls hervorragend, h\u00e4tte aber ein etwas schw\u00e4cheres Ensemble mit seinem dunklen, reichhaltigen Klang \u00fcberdeckt. Von ein paar vereinzelten Buhrufen f\u00fcr den Dirigenten abgesehen und einem Chor nicht ernst gemeinter Buhs f\u00fcr den Schurken dieses St\u00fcckes, Pinkerton, gab es enthusiastischen Applaus f\u00fcr diese erlesene Produktion.<\/p>\n<p>Rebecca Severy MPhil BA (Hons)<\/p>\n<p>Bild: Marc Brenner<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Asmik Grigorian (Cio-Cio-San) Joshua Guerrero (Pinkerton)<\/p>\n<p><u>\u00a0<\/u><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giacomo Puccini (1858\u20131924), Oper in drei Akten, Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica UA: 17. 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