{"id":848,"date":"2009-10-21T10:31:52","date_gmt":"2009-10-21T08:31:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=848"},"modified":"2010-03-21T23:40:10","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:10","slug":"halle-oper-le-comte-ory","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=848","title":{"rendered":"Halle, Oper &#8211; LE COMTE ORY"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini, Text: Eug\u00e8ne Scribe und Charles-Gaspard Delestre-Poirson, UA: 20. August 1828, Paris<br \/>\nRegie: Frank Hilbrich, B\u00fchne: Volker Thiele, Kost\u00fcme: Gabriele Rupprecht, Dirigent: Michael Luig, Staatskapelle Halle, Chor und Statisterie der Oper Halle, Choreinstudierung: Jens Petereit<br \/>\nSolisten: Sung-Keun Park (Graf Ory), Ki-Hyun Park (Erzieher des Grafen), Nora Sourouzian (Isolier), \u00c0sgeir P\u00e1ll \u00c1g\u00fastsson (Raimbaud), Marie Friederike Sch\u00f6der (Ad\u00e8le), Susannah Haberfeld (Ragonde), Mona Deibele (Alice)<br \/>\nBesuchte Vorstellung: 17. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"halle-le-comte-ory.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/halle-le-comte-ory.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"halle-le-comte-ory.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/halle-le-comte-ory.jpg\" \/><\/a>Der Graf Ory ist Sch\u00fcrzenj\u00e4ger aus Leidenschaft. Um dieser reizvollen T\u00e4tigkeit weiterhin nachgehen zu k\u00f6nnen, verweigert er sich dem Kriegsdienst. W\u00e4hrend nun die M\u00e4nner der Grafschaft auf dem Schlachtfeld sind, k\u00e4mpft Ory um das Herz der Gr\u00e4fin Ad\u00e8le \u2013 und das mit allen Mitteln der Verkleidung und Vort\u00e4uschung falscher Identit\u00e4ten. Einziges Hindernis ist die gegenseitige Liebe von Ad\u00e8le und Isolier, dem Pagen des Grafen, der alle Bem\u00fchungen Orys zunichte macht.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne wurde wie ein Gemeindesaal einer x-beliebigen mitteleurop\u00e4ischen Kirche gestaltet. Braune Vert\u00e4felungen zierten die W\u00e4nde, die wei\u00df in die H\u00f6he ragten. Ein Kreuz und ein gro\u00dfes Bildnis von Adam und Eva und dem Apfel vom Baum der Erkenntnis s\u00e4umten den Hintergrund. Auch im zweiten Akt blieb die B\u00fchne so, wurde jedoch mittels Isolierband, Matratzen und Pappkartons verbarrikadiert. Da\u00df die Inszenierung der Oper in n\u00e4herer Vergangenheit spielt, verrieten die Kost\u00fcme, die vom Schnitt im Stil der letzten 50 Jahre gehalten waren: Frauen trugen Kleider mit Blumenmotiven und M\u00e4nner Anz\u00fcge und\/oder Pullover in unscheinbaren Erdt\u00f6nen. Ory trug einen sehr auff\u00e4lligen roten Anzug mit schwarzem Hemd, Ad\u00e8le ein schwarzes Kleid, Ragonde einen strengen Zweiteiler in schimmerndem Grau, Isolier sowie Raimbaud waren in blaugraue Anz\u00fcge gewandet. Da die Oper eine Verwechslungskom\u00f6die ist, wechselten die m\u00e4nnlichen Protagonisten ihre Kost\u00fcmierung nach Gelegenheit. So hatte Ory, als er w\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre durch die stillstehenden Statisten wandelte, den besagten roten Anzug an und trat w\u00e4hrend des ersten Aktes in den Gew\u00e4ndern eines Geistlichen und im zweiten Akt in den Kleidern der Gr\u00e4fin Ad\u00e8le auf. Im zweiten Akt waren alle M\u00e4nner als Pilgerinnen verkleidet. Zentrales Requisit war \u2013 aufgrund seiner Bedeutung als Symbol der Verf\u00fchrung \u2013 der Apfel, welcher von den M\u00e4nnern begehrt und von den Frauen gemieden wurde und immer dann auftauchte, wenn Ory seine Verf\u00fchrungsk\u00fcnste spielen lassen wollte.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Sung-Keun Park<\/strong> (Graf Ory) legte eine durchweg sehr gute Leistung ab. Der Tenor agierte locker und leichtf\u00fc\u00dfig auf der B\u00fchne, was sich sowohl auf die Darbietung seiner Partie wie auch auf die schauspielerischen Aspekte bezieht. <strong>Marie Friederike Sch\u00f6der<\/strong> (Ad\u00e8le) bot eine beeindruckende Vorstellung und meisterte ihre schwierige Rolle bravour\u00f6s. Die h\u00e4ufigen Verzierungen und sehr hohen Passagen wirkten bis auf zwei Ausnahmen sehr sicher, und ihr schauspielerisches Talent erf\u00fcllte solch technisch anspruchsvollen Stellen mit Leben. Eine gute Figur machte auch <strong>Nora Sourouzian<\/strong> (Isolier), die charmant ihre spielte und selbstbewu\u00dft ihre Partie pr\u00e4sentierte. <strong>\u00c1sgeir P\u00e1ll \u00c1g\u00fastsson<\/strong> stellte den Raimbaud hinrei\u00dfend komisch dar, wobei seine Gesangsleistung leider hinter der schauspielerischen zur\u00fcckblieb. Sein Bariton konnte sich teilweise nicht im Ensemble und gegen das Orchester durchsetzen. Der Bassist<strong> Ki-Hyun Park<\/strong> (Erzieher des Grafen) \u00fcberzeugte mit seiner Gesangsdarbietung, doch bot die Rolle keine darstellerischen Bew\u00e4hrungsm\u00f6glichkeiten. <strong>Susannah Haberfeld<\/strong> (Ragonde) und <strong>Mona Deibele<\/strong> (Alice) agierten souver\u00e4n und sangen ihre Partien leidenschaftlich und ohne Fehl. Chorleiter <strong>Jens Petereit<\/strong> hatte seine S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen gut vorbereitet. Bis auf die A-cappella-Szene im Finale des ersten Aktes, die bei den Eins\u00e4tzen etwas holprig klang, war eine sehr gute Darbietung zu erleben. Auch die <strong>Staatskapelle Halle<\/strong> unter der Leitung von Gastdirigent <strong>Michael Luig<\/strong> wirkte souver\u00e4n und lie\u00df den S\u00e4ngern und S\u00e4ngerinnen genug Raum. Leider waren die Solisten und das Orchester an wenigen Stellen minimal im Takt verschoben, so da\u00df bestimmte Akzente rhythmisch nicht exakt erklangen. Dies waren jedoch punktuelle Ereignisse, die nicht sehr schwer ins Gewicht fallen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nBis auf die kleinen Unsauberkeiten bei den Einzelleistungen mu\u00df gesagt werden, da\u00df die Auff\u00fchrung aufgrund der guten schauspielerischen Leistungen charmant und verspielt wirkte. Hier war im besten Sinne des Wortes eine \u00bbkomische Oper\u00ab zu erleben. Das Publikum war nach anf\u00e4nglichem Z\u00f6gern sehr am\u00fcsiert und schlu\u00dfendlich begeistert von der humoristischen Leistung an diesem Abend, was durch kr\u00e4ftige Ovationen ausgiebig bekundet wurde.<\/p>\n<p>Tom Zackl<br \/>\nBild: Gerd Kiermeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: im Vordergrund: Sung-Keun Park, Ki-Hyun Park. Im Hintergrund Susannah Haberfeld, \u00c1sgeir P\u00e1ll \u00c1g\u00fastsson, Chor der Oper Halle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini, Text: Eug\u00e8ne Scribe und Charles-Gaspard Delestre-Poirson, UA: 20. 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