{"id":8462,"date":"2024-02-05T08:18:46","date_gmt":"2024-02-05T07:18:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8462"},"modified":"2024-02-09T08:23:26","modified_gmt":"2024-02-09T07:23:26","slug":"giulio-cesare-julius-caesar-paris-palais-garnier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8462","title":{"rendered":"Giulio Cesare \u2013 Julius C\u00e4sar  Paris &#8211; Palais Garnier"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Nicola Francesco Haym nach Giacomo Francesco Bussani, UA: 20. Februar 1724, London, King\u00b4s Theatre Haymarket<br \/>\nRegie: Laurent Pelly, B\u00fchne: Chantal Thomas, Licht: Jo\u00ebl Adam, Dramturgie: Agathe M\u00e9linand<br \/>\nDirigent: Harry Bicket, Orchester der Op\u00e9ra national de Paris, Chor der Op\u00e9ra national de Paris<br \/>\nEinstudierung: Ga\u00ebl Darchen<br \/>\nSolisten: Lisette Oropesa (Cleopatra), Ga\u00eblle Arquez (Giulio Cesare), Wiebke Lehmkuhl (Cornelia), Emily D\u2019Angelo (Sesto), Iestyn Davies (Tolomeo), Luca Pisaroni (Achilla), R\u00e9my Bres (Nireno), Adrien Mathonat (Curio)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 2. Februar 2024<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>In der Verfolgung seines Widersachers Pompeo landet Cesare in \u00c4gypten. Nach der Niederlage gegen Giulio Cesare ist Pompeo mit seiner Frau Cornelia und seinem Sohn Sesto nach \u00c4gypten geflohen. Doch K\u00f6nig Tolomeo l\u00e4\u00dft Pompeo sogleich ermorden, um Cesare bei seiner Ankunft Pompeos Kopf auszuh\u00e4ndigen. Cesare ist dar\u00fcber \u00e4u\u00dferst ver\u00e4rgert und beabsichtigt, diese Untat durch Eroberung \u00c4gyptens zu r\u00e4chen. Cornelia und Sesto schw\u00f6ren an Tolomeo Rache zu nehmen. Cleopatra, die Schwester des Tolomeo, versucht Cesare f\u00fcr sich zu gewinnen. Um \u00a0\u00a0Tolomeo vom Thron dr\u00e4ngen. Zun\u00e4chst bezirzt Cleopatra Cesare, verliebt sich dann aber in ihn. Cesare ist von ihr fasziniert. Als es dann zum Kampf zwischen R\u00f6mern und \u00c4gyptern kommt, \u00a0wird Tolomeo get\u00f6tet und Cleopatra vom siegreichen Cesare zur K\u00f6nigin \u00c4gyptens ausgerufen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Paris-Giulio-Cesare.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8466\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Paris-Giulio-Cesare.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Paris-Giulio-Cesare.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Paris-Giulio-Cesare-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir befinden uns im Depot eines gro\u00dfen Museums. Auf Regalen sind B\u00fcsten r\u00f6mischer Heroen zu sehen, die offensichtlich den ankommenden Cesar begr\u00fc\u00dfen (wird durch Wippen des Kopfes angedeutet). Daneben finden sich frei stehende L\u00f6wen und auch Skulpturen von Cesar als Augustus. In den nachfolgenden Szenen wechseln die Figuren, aber das Museumdepot bleibt.<\/p>\n<p>Danach erscheinen die S\u00e4nger in historischen Kost\u00fcmen: Cesar (Cesare) mit Brustpanzer, Stiefeln und freien Knien, Cleopatra in wei\u00dfer Toga, die manchmal die linke Brust unverh\u00fcllt l\u00e4\u00dft, Pharao mit Sphinxhaube und perlmuttgeschm\u00fccktem blauen Rockgewand. Zu den Wachen des Pharao werden die st\u00e4ndig \u00fcber die B\u00fchne laufenden Museumsarbeiter mit Lanzen bewaffnet, ansonsten sind sie aber unbek\u00fcmmert um Gesang und Schauspieleraktionen.<\/p>\n<p>Im zweiten Akt werden Bilder in goldenen Rahmen durch den Raum getragen. Auf einem der Bilder sieht man einen Platz unter B\u00e4umen. Musikerinnen in Barockkost\u00fcmen spielen bei einer Szene in der einer Pastoralsinfonie erklingt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Harry Bicket ist vor allem als international renommierter Opern- und Konzertdirigent f\u00fcr seine Interpretationen des barocken und klassischen Repertoires bekannt. Dies ist deutlich beim H\u00f6ren der Ouvert\u00fcre zu bemerken. Sein Dirigat, das er mit freien H\u00e4nden gestaltete, ist bewunderungsw\u00fcrdig pr\u00e4zis und rhythmisch gestaltet. Vor allem erklingen die Triller punktgenau, geradezu messerscharf. Es macht gro\u00dfe Freude zuzuh\u00f6ren. Allen S\u00e4ngern ist allesamt h\u00f6chstes Niveau zu bescheinigen. Auffallend ist aber auch die hohe Kunst bei der Gestaltung der Rezitative, die nicht immer auf diesem Level pr\u00e4sentiert werden. Bemerkenswert ist es auch, da\u00df alle S\u00e4nger bei den Wiederholungen ihrer Arien um eine gro\u00dfe Variabilit\u00e4t ihrer Melodie sich bem\u00fchen.<\/p>\n<p>Bei der Vielzahl der vorz\u00fcglichen S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger ist es nicht leicht, ihre Charakteristik einzeln herauszustellen.<\/p>\n<p>Immerhin gibt es einen unbestrittenen Star unter ihnen. Es ist Lisette Oropesa. Ihre Sopranstimme kann man nur als glockenrein bezeichnen. Sie ist der Star des Abends und stellt C\u00e4sars Gegnerin Cleopatra dar. Ihr geschmeidiger Belcantogesang ist ohnegleichen und unnachahmbar. Ihr lyrisches Timbre sang sie in den langsamen St\u00fccken schmelzend, z.B. in <em>Venere bella \u2013 Venus, du Sch\u00f6ne<\/em> (Beginn 2. Akt) oder in <em>panger\u00f2 la mia sorte \u2013 so beklage ich mein Schicksal<\/em> (3. Akt).<\/p>\n<p>Hinzu kommen ihre eleganten Aktionen, mit einem Wort: sie ist eine Augenweide in ihrer Darstellung und mit ihrem glockenreinen Sopran geradezu eine Offenbarung. Ich schrieb schon einmal eine Rezension im OPERAPOINT, es waren Die Hugenotten, aufgef\u00fchrt am 2. Oktober 2018. Darin habe ich Frau Oropesa in den h\u00f6chsten T\u00f6nen gelobt.<\/p>\n<p>Ihr \u201eGegenspieler\u201c ist Giulio Cesare (Ga\u00eblle Arquez). Auch sie ist unumwunden in Aussprache und Darstellung zu loben. Der lobenswerte S\u00e4nger ist Iestyn Davies als Tolomeo. Sein Counter besitzt von gro\u00dfer Strahlkraft und Ebenm\u00e4\u00dfigkeit. Ihm zuzuh\u00f6ren bereitet Freude.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Alle S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger sangen von h\u00f6chstem Niveau. Ja, um eine gute und ausgezeichnete S\u00e4ngerschar zu erleben ist die Pariser Nationaloper eine sichere Bank, etwas, was sich von anderen Opernb\u00fchnen schwerlich sagen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Man darf aber keineswegs den Regisseur des Abends, es ist Laurent Pelly mit seinem Team nicht ganz vergessen. Er ist die Seele von allem und er stellt auch die Truppe zusammen, die die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger zusammenstellt. Jedenfalls war diese Auff\u00fchrung wieder ein Erlebnis.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Vincent PONTET \/ OnP<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ga\u00eblle Arquez (Giulio Cesare), Iestyn Davies (Tolomeo)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Dramma per musica in drei Akten, Libretto: Nicola Francesco Haym nach Giacomo Francesco Bussani, UA: 20. 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