{"id":8458,"date":"2023-12-05T11:16:52","date_gmt":"2023-12-05T10:16:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8458"},"modified":"2023-12-06T11:20:27","modified_gmt":"2023-12-06T10:20:27","slug":"die-lustige-witwe-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8458","title":{"rendered":"Die lustige Witwe &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Leh\u00e1r (1870-1948) Operette in drei Akten, Libretto: Victor L\u00e9on und Leo Stein nach Henri Meilhac , UA: 30. Dezember 1905, Paris<\/p>\n<p>Regie: Bernd Mottl, B\u00fchne: Friedrich Eggert, Kost\u00fcme: Alfred Mayerhofer, Choreografie: Christoph Jonas, Licht: Andreas Gr\u00fcter<\/p>\n<p>Dirigent: Andrea Sanguineti, \u00a0G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Ralf Lukas (Baron Mirko Zeta), Rebecca Nelsen (Valencienne), Adrian Er\u00f6d (Graf Danilo Danilowitsch), Elissa Huber (Hanna Glawari), Maximilian Mayer (Camille de Rosillon), Ralph Morgenstern (Njegus)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 03. Dezember 2023 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Koeln_lustige_witwe_khp_matthias_jung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8459\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Koeln_lustige_witwe_khp_matthias_jung.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"417\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Koeln_lustige_witwe_khp_matthias_jung.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Koeln_lustige_witwe_khp_matthias_jung-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Baron Zeta, der als Botschafter in Paris den Kleinstaat Pontevedro vertritt, bittet seinen Landsmann, den Grafen Danilo, die reiche Witwe Hanna Glawari zu heiraten, damit ihre Milliarden im Land bleiben und den Staatsbankrott verhindern. Doch Graf Danilo verbindet mit Hanna eine ungl\u00fcckliche Liebesgeschichte. Statt um ihre Hand anzuhalten, versucht er zu verhindern, da\u00df Hanna einen Pariser heiratet. Hanna erkennt recht schnell, da\u00df Graf Danilo noch immer in sie verliebt ist. Als Camille de Roussillon die Frau des Botschafters verf\u00fchrt, springt Hanna kurzerhand ein, bevor diese auf frischer Tat ertappt wird. Sie verk\u00fcndet die Verlobung mit ihm. Danilo tobt vor Eifersucht. Als er von Hanna erf\u00e4hrt, da\u00df die Verlobung nur eine Tarnung ist, gesteht er Hanna endlich seine Liebe. Nun steht einer gl\u00fccklichen Zukunft des Paars nichts mehr im Weg.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten Akt zeigt die B\u00fchne den Innenraum der Botschaft im Retro-70er Jahre Stil mit brauner Mustertapete und Baustellen-Ger\u00fcsten und Abdeckungen. Alles f\u00e4llt langsam auseinander, sogar eine Esel-Troph\u00e4e, Wahrzeichen von Pontevedro, f\u00e4llt von der Wand. Im zweiten Akt, nach Restaurierungsarbeiten der Witwe, erstrahlt der Saal in Gold- und Schwarz-T\u00f6nen. Die pontevedrinische Gesellschaft wird durch alt-geschminkte und spie\u00dfig-kost\u00fcmierte Menschen verk\u00f6rpert, die Kleider und Anz\u00fcge in gediegenen Beige- und Grau-T\u00f6nen tragen. Die Witwe tr\u00e4gt ein Grande-Dame-Kost\u00fcm in schwarz, mit ausgestellten Puff\u00e4rmeln, Corsage und Meerjungfrauen-Rock. Zur Feier im 3. Akt tr\u00e4gt das gesamte Ensemble schwarze Lack- und Leder-Kost\u00fcme wie bei einer Fetischparty. Besonders hervorstechend sind die Choreographien eines professionellen Tanzensembles, dass die Ges\u00e4nge sowohl durch folkloristische als auch durch Ballet-, Walzer-typische und weitere zeitgen\u00f6ssische Tanzstile den gesamten Abend durch begleitet und das Publikum anheizt. Zudem werden einige lustige Anspielungen auf den Umbau der K\u00f6lner Oper eingebaut. Zum Schlu\u00df fragt Baron Zeta die Witwe etwa: \u201cH\u00e4tten sie nicht noch eine klitzekleine Milliarde f\u00fcr unser Opernhaus \u00fcbrig?\u201d Sch\u00f6n w\u00e4r\u2019s\u2026<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Dirigat von <strong>Andrea Sanguineti<\/strong> beginnt das Orchester mit einem sehr ausgewogenen, nuancierten Klang, steigert sich aber schnell in den typisch operettenhaften, t\u00e4nzerisch-beschwingten Rhythmus. <strong>Rebecca Nelsen<\/strong> (Valencienne) muss zu Beginn etwas mit Rhythmus und Lautst\u00e4rke k\u00e4mpfen: ihr schillernder Sopran klingt leider etwas substanzlos, oft singt sie zu leise und leider sind ihre Eins\u00e4tze auch nicht immer ganz synchron zum Einsatz des Dirigenten. <strong>Maximilian Meyer<\/strong> (Camille de Roussillon) bringt von allen S\u00e4ngern das gr\u00f6\u00dfte Volumen mit. Sein raumf\u00fcllender, sehr hell gef\u00e4rbter Tenor gl\u00e4nzt in der H\u00f6he, dabei singt er die Rolle des verliebten Verf\u00fchrers mit sehr viel Beherrschung, sowohl stimmlich als auch schauspielerisch. Dabei schaut er oft sehr ernst und wirkt von seiner Mimik her etwas angestrengt, was nicht ganz so gut zu dem verliebten Charmeur zu passen scheint. <strong>Adrian Er\u00f6d<\/strong> (Graf Danilo) besticht mit einem dunkel gef\u00e4rbten Bariton, den er rhythmisch sehr pr\u00e4zise einsetzt und dabei sehr klar intoniert. Schauspielerisch verk\u00f6rpert er den gewitzten Lebemann sehr \u00fcberzeugend, indem er sich auf der B\u00fchne sehr dynamisch bewegt und auch sehr temperamentvoll spielt. Besonders \u00fcberzeugend ist er in dem Duett <em>Lippen schweigen<\/em>, in dem er seine Stimme sehr gef\u00fchlvoll im piano haucht und seine Liebe zu Hanna zum Ausdruck bringt. <strong>Elissa Huber<\/strong> (Hanna Glawari) ist stimmlich gesehen der Star des Abends. Ihr gl\u00e4nzender Sopran hat ein sehr klares, schn\u00f6rkelloses Timbre. Damit besticht sie in den Spitzent\u00f6nen, die wunderbar leicht und unangestrengt bei ihr klingen. Ihr H\u00f6hepunkt ist das <em>Vilja-Lied<\/em> im zweiten Akt, wo sie ihre Stimme anmutig in der H\u00f6he anschwellen l\u00e4\u00dft und im <em>sotto voce<\/em> haucht. Dabei spielt sie die Witwe als selbstbewu\u00dfte Frau, sehr damenhaft und kontrolliert, zeigt aber auch viele witzige Einf\u00e4lle. \u00dcberraschend ist auch der Auftritt von TV-Bekanntheit <strong>Ralph Morgenstern<\/strong> (Njegus), der durch seinen Humor und Charme der Rolle des Kanzlers einen besonderen Anstrich verleiht und f\u00fcr einige Lacher im Saal sorgt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine heitere Inszenierung mit einem sehr bunten und aufgeweckten Ensemble, wundersch\u00f6nen Kost\u00fcmen und sch\u00f6ner Musik! Der erste Akt l\u00e4uft zwar etwas schleppend an, aber der zweite und dritte Akt warten daf\u00fcr mit einigen H\u00f6hepunkten auf. Absolut hervorragend sind die Tanzeinlagen, die der Operette den beschwingten Charakter verleihen und f\u00fcr gro\u00dfartige Unterhaltung sorgen. Daf\u00fcr gibt es vom Publikum zu Recht auch den gr\u00f6\u00dften Applaus. Unter den S\u00e4ngern und S\u00e4ngerinnen sind Elissa Huber und Adrian Er\u00f6d die Publikumslieblinge. Eine reiche Witwe f\u00fcr die Instandhaltung des Opernhauses, w\u00e4re zwar w\u00fcnschenswert. Aber diese Witwe ist ein Gewinn f\u00fcr den Unterhaltungswert!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Matthias Jung<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: John Heuzenroeder, Ralf Lukas (Baron Mirko Zeta), Elissa Huber (Hanna Glawari), Ralph Morgenstern (Njegus), Adrian Er\u00f6d (Graf Danilo Danilowitsch), Rebecca Nelsen (Valencienne), T\u00e4nzerinnen, Chor der Oper K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Leh\u00e1r (1870-1948) Operette in drei Akten, Libretto: Victor L\u00e9on und Leo Stein nach Henri Meilhac , UA: 30. 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