{"id":8453,"date":"2023-11-07T09:02:34","date_gmt":"2023-11-07T08:02:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8453"},"modified":"2023-11-07T09:02:34","modified_gmt":"2023-11-07T08:02:34","slug":"lelisir-damore-der-liebestrank-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8453","title":{"rendered":"L\u2019Elisir d\u2019amore \u2013 Der Liebestrank &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848) Melodramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Felice Romani, UA: 12. Mai 1832, Mailand<\/p>\n<p>Regie: Damiano Michieletto, B\u00fchne: Paolo Fantin, Kost\u00fcme: Silvia Aymonino, Licht: Alessandro Carletti<\/p>\n<p>Dirigent: Matteo Beltrami und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Kathrin Zukowski (Adina), Dmitry Ivanchey (Nemorino), Insik Choi (Belcore), Omar Montanari (Dulcamara), Maya Gour (Gianetta)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. November 2023 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Koeln-Liebestrank.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8454\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Koeln-Liebestrank.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"237\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Koeln-Liebestrank.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/Koeln-Liebestrank-300x109.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der arme Bauer Nemorino ist in die Gutsbesitzerin Adina verliebt. Doch diese l\u00e4\u00dft ihn eiskalt abblitzen. Bei dem Quacksalber Dulcamara kauft Nemorino einen Liebestrank, der daf\u00fcr sorgen soll, da\u00df sich Adina in ihn verliebt. Nat\u00fcrlich ist dies eine Finte Dulcamaras, um an Geld zu kommen. W\u00e4hrenddessen trifft der Sergeant Belcore im Dorf ein und kann Adina mit seinem Charme sofort f\u00fcr sich gewinnen. Sie sagt einer Hochzeit mit Belcore noch am selben Tag zu. Da Nemorino dank Dulcamaras gewitzter L\u00fcgen aber glaubt, da\u00df der Liebestrank erst nach einem Tag wirkt, schlie\u00dft er sich Belcores Regiment an, damit er das Geld f\u00fcr einen weiteren Liebestrank aufbringen kann. \u00dcber diese Geste der Liebe ist Adina so ger\u00fchrt, da\u00df sie Nemorino freikauft und ihm ihre Liebe gesteht.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die gesamte Handlung wird in der K\u00f6lner Inszenierung, die eine Produktion der Theater aus Valencia und Madrid ist, in die Moderne verlagert. Sandeimer, Schaufel und Sonnenschirm statt l\u00e4ndlicher Idylle: Die B\u00fchne zeigt einen Strand mit blauen Liegen, Adinas Gut wird hier zur Strandbar mit der Aufschrift \u201cBar Adina\u201d. Auf der rechten Seite der B\u00fchne befindet sich eine Dusche, die auch einige Male zum Einsatz kommt, rechts sieht man eine Palme und im Hintergrund einen Badeaufsichtsturm. Im zweiten Akt wird zudem eine \u00fcbergro\u00dfe Hochzeitstorte aufgeblasen, in der eine Schaumparty stattfindet. Die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger tragen bunte, sehr schrille Bademode: Bikinis, Schwimmanz\u00fcge und Badehosen in lebhaften Farben. Nemorino ist als Strandliegenverk\u00e4ufer in Shorts und Badelatschen gekleidet, Belcore erscheint in der wei\u00dfen Uniform eines Schiffskapit\u00e4ns und Dulcamara wird als zwielichtiger Promoter in schwarzen Lackhosen und mit Koks-T\u00fctchen gezeigt. Das Orchester wurde leider zugunsten des B\u00fchnenbilds auf die linke Seite des Staatensaals 2 verbannt, soda\u00df man den Dirigenten nicht mehr sehen konnte. Insgesamt spielt die Inszenierung mit vielen Klischees, dabei sorgen die schrillen Kost\u00fcme und die gesamte Ballermann-Szenerie f\u00fcr einige lustige Effekte.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Die Ferne des Orchesters zu den S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern r\u00e4chte sich leider ein wenig zu Beginn der Oper. Um das Dirigat von <strong>Matteo Beltrami<\/strong> sehen zu k\u00f6nnen, mu\u00dften die Darsteller auf die Monitore vor ihnen und an der Seite schauen. Der Choreinsatz im ersten Akt war leider nicht ganz synchron mit dem Orchester, hier war das Orchester deutlich schneller als der Gesang. Zum Gl\u00fcck spielte sich das aber nach kurzer Zeit ein. Auch <strong>Dmitri Ivanchey<\/strong> (Nemorino) brauchte etwas Zeit, um sich stimmlich zu finden. Die Eingangsarie <em>Quanto \u00e8 bella, quanto \u00e8 cara &#8211; Wie ist sie sch\u00f6n, wie ist sie teuer <\/em>singt er mit seinem lyrischen, sehr zarten Tenor eher zaghaft und sehr leise, soda\u00df ihn das Orchester oft \u00fcbert\u00f6nt. Im Laufe des Abends kann er sein stimmliches K\u00f6nnen aber immer mehr unter Beweis stellen. In der Arie <em>Una furtiva lagrima &#8211; Eine fl\u00fcchtige Tr\u00e4ne <\/em>gibt er seinen H\u00f6hepunkt und schafft es, seinen Tenor volumin\u00f6s in der H\u00f6he anschwellen zu lassen und dabei auch im sotto voce zu hauchen. <strong>Kathrin Zukowski<\/strong> (Adina) brilliert konstant in ihrer Rolle der koketten Barbesitzerin, mit einem glasklaren Sopran, den sie hoch und runter durch die Koloraturen jagt, ohne dabei auch nur eine Minute angestrengt zu wirken. Dabei l\u00e4\u00dft sie sich von den M\u00e4nnern auf der B\u00fchne hofieren, mit Sonnencreme eincremen und bewundern. Eine stimmliche Wucht ist auch <strong>Insik Choi<\/strong> (Belcore), der mit seinem dunklen, metallischen Bariton auf der B\u00fchne scheppert und dabei ein raumf\u00fcllendes Volumen erzeugt. Mit \u00fcberzogenen Gesten verk\u00f6rpert er den selbstsicheren Macho, beispielsweise begrabscht er von hinten eine Dame unter der Dusche oder l\u00e4\u00dft seine Muskeln gegen\u00fcber Nemorino spielen. Eine ebenso hervorragende Leistung bringt <strong>Omar Montanari <\/strong>(Dulcamara), der die schnellen Text-Partien rhythmisch sicher und klar intoniert und sich mit seinem scharfen und sehr rauen Bariton mit vollem Einsatz in die Melodieb\u00f6gen legt. Un\u00fcbertroffen ist dabei auch sein Schauspiel als koksender Promoter, der auf der B\u00fchne Energy-Drinks in bunten Farben anbietet. Erw\u00e4hnenswert ist auch <strong>Maya Gour<\/strong> (Gianetta): ihr Mezzo hat ein wunderbar warmes Timbre und ihre Solo-Partie im zweiten Akt singt sie mit sehr viel Inbrunst und Leidenschaft. Auch der Chor ist zu loben: er sorgt mit einem dynamischen und sehr ausgewogenen Gesang f\u00fcr eine festliche und beschwingte Atmosph\u00e4re auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese Inszenierung ist eine schrille und sehr lustige Interpretation von Donizettis opera buffa &#8211;\u00a0 aber eben genau das, was opera buffa ausmacht! Es ist \u00fcberraschend, da\u00df die gesamte Handlung auch noch am Badestrand so gut funktioniert, aber: sie tut es! Musikalisch ein absolut gro\u00dfartiger Abend mit vielen wundersch\u00f6nen Stimmen. F\u00fcr Kathrin Zukowski und Dmitry Ivanchey gibt es zurecht den meisten Applaus vom Publikum. Einziger Wermutstropfen ist die Positionierung des Orchesters an der Seite. Ansonsten kann man sich aber nicht viel mehr w\u00fcnschen f\u00fcr einen perfekten Opernabend!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Matthias Jung<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Kathrin Zukowski (Adina), Insik Choi (Belcore), Omar Montanari (Dulcamara), Chor der Oper K\u00f6ln<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti (1797-1848) Melodramma giocoso in zwei Akten, Libretto: Felice Romani, UA: 12. 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