{"id":844,"date":"2009-10-20T09:40:58","date_gmt":"2009-10-20T07:40:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=844"},"modified":"2010-03-21T23:40:11","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:11","slug":"cottbus-staatstheater-romeo-et-juliette","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=844","title":{"rendered":"Cottbus, Staatstheater &#8211; ROM\u00c9O ET JULIETTE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Charles Gounod (1818-1893), Oper in einem Prolog und 5 Akten, Libretto: Jules Barbier und Michel Carr\u00e9 nach William Shakespeares Romeo and Juliet; UA: 27. April 1867, Paris<br \/>\nRegie: Martin Sch\u00fcler, Ausstattung: Gundula Martin; Dirigent: Evan Christ, Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus. Opernchor und Extrachor sowie Ballett des Staatstheaters Cottbus<br \/>\nSolisten: Heiko Walter (F\u00fcrst von Verona u. Gr\u00e9gorio), Volker Maria Rabe (Graf P\u00e2ris), Jens Klaus Wilde (Rom\u00e9o), Hardy Brachmann (St\u00e9fano), Andreas J\u00e4pel (Mercutio), Dirk Kleinke (Benvolio), Juliette (Anna Sommerfeld), Capulet (J\u00f6rg Simon), Tybalt (Matthias Bleidorn), Gertrude (Carola Fischer), Ingo Witzke (Pater Laurent), Thomas P\u00f6schel (Bruder Jean) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 17. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"cottbus-romeo-ujuliette.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/cottbus-romeo-ujuliette.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"cottbus-romeo-ujuliette.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/cottbus-romeo-ujuliette.jpg\" \/><\/a>Rom\u00e9o, ein Montague, und Juliette, die der verfeindeten Familie der Capulets angeh\u00f6rt, verlieben sich auf einem Fest ineinander. Nach ihrer Verm\u00e4hlung durch Pater Laurent t\u00f6tet Tybalt, Angeh\u00f6riger der Familie Capulet, in einem Streit Rom\u00e9os Freund Mercutio, worauf Rom\u00e9o Tybalt ersticht. Rom\u00e9o wird vom F\u00fcrsten verbannt und Juliette soll Graf P\u00e2ris heiraten. Daraufhin trinkt Juliette einen Trank, der sie in einen todes\u00e4hnlichen Schlaf versetzt. Da Rom\u00e9o sie tot w\u00e4hnt, begeht er Selbstmord. Als Juliette erwacht und sie erkennt, da\u00df Rom\u00e9o stirbt, ersticht sie sich.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIn der mit deutschen Rezitativen versehenen Auff\u00fchrung in Originalsprache dominieren bedr\u00fcckend dunkle Farben das B\u00fchnengeschehen. Im Prolog sind vor schwarzem Hintergrund dunkle Gr\u00e4ber angedeutet, im Fest des ersten Akts deutet dazu ein L\u00fcster den Bankettsaal an. Schwarze Stellw\u00e4nde imitieren Gassen und Mauern, das Kircheninnere sowie die Familiengruft in den weiteren Akten. Hinzu treten wenige Ausstattungsgegenst\u00e4nde, wie Geschenke im ersten Akt, Kerzen bei der Trauung oder ein Bett als Liebeslager. Auch die Kost\u00fcme der Darsteller sind durchweg in gedeckten T\u00f6nen gehalten. Allein Juliettes Kleid ist im ersten Akt tiefrot, in den weiteren Akten schneewei\u00df gef\u00e4rbt. Zudem setzen die Ballettt\u00e4nzer in wei\u00dfen Roben kontrastierende Akzente.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie Sopranistin <strong>Anna Sommerfeld<\/strong> (Juliette) singt mit beweglicher Phrasierung in der Mittellage bei leuchtend kristallinen H\u00f6hen, wie in der <strong>Arietta Valse<\/strong>. Ihr dunkler Sopran, besonders in den dramatischen Passagen, bannte den H\u00f6rer. Die St\u00e4rke der schlanken, geradlinigen Tenorstimme von <strong>Jens Klaus Wilde<\/strong> (Rom\u00e9o) liegt in den lyrischen Abschnitten, wie beim <em>Ange adorable \u2013 Sch\u00f6ner Engel<\/em> (2. Akt), die er mit eindringlicher Emphase zu nehmen wei\u00df. Schw\u00e4chen zeigen sich jedoch in den Spitzent\u00f6nen, wie bei der Cavatine, die stark gepre\u00dft fahl ausklingen. Spielerisch eindrucksvoll sind <strong>Anna Sommerfeld<\/strong> und<strong> Jens Klaus Wilde<\/strong> in den Duetten des St\u00fccks (2., 4. Akt). Hier harmonieren beide Stimmen gesanglich in dynamisch vorw\u00e4rtsdr\u00e4ngenden und dramatisch packenden stimmlichen Farbwechselspielen. <strong>Andreas J\u00e4pel<\/strong> (Mercutio) besticht mit sauberer Intonation und klarem Duktus, wobei sein schlanker Bariton in der <em>Ballade de la reine Mab &#8211; Ballade der K\u00f6nigin Mab<\/em> seine geschmeidig dunklen Klangfarben voll zum Einsatz bringen kann. <strong>Hardy Brachmann<\/strong> (St\u00e9fano) \u00fcberrascht mit seiner druckvoll nuancierenden Tenorstimme, die sich in der <em>Canzone<\/em> des 3. Aktes voll entfaltet. <strong>J\u00f6rg Simons<\/strong> beweist sich als ad\u00e4quater Capulet, wobei sein Ba\u00df in den Tiefen in warmen Klangfarbspektren leuchtet, der in ged\u00e4mpft leuchtend timbrierte H\u00f6hen m\u00fcndet. Neben dem geschmeidigen, in den Tiefen druckvoll intonierten Ba\u00df von<strong> Ingo Witzke<\/strong> (Pater Laurent) und dem leuchtend klaren Bariton von <strong>Heiko Walter<\/strong> (F\u00fcrst) \u00fcberzeugen auch der Tenor <strong>Matthias Bleidorn<\/strong> (Tybalt) sowie auch <strong>Carola Fischer<\/strong> (Gertrude), deren erdig timbrierter Mezzosopran in voller \u00dcppigkeit ausgekostet wird.<br \/>\nDas <strong>Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus<\/strong> unter <strong>Evan Christ<\/strong> wei\u00df die Gef\u00fchlsschwankungen innerhalb des St\u00fcckes in elegischer Klangharmonie und pulsierender Dramatik auszukosten und webt, zusammen mit dem gl\u00e4nzend aufgestellten <strong>Chor<\/strong>, dem Ensemble einen satten, lichtdurchfluteten Klangteppich.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEine teilweise bewegend atmosph\u00e4rische Inszenierung, die insbesondere von der packenden Dramatik der guten s\u00e4ngerischen Leistungen lebt.<br \/>\nDr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Marlies Kross<br \/>\nDas Bild zeigt: Kurzes Liebesgl\u00fcck (V.l.n.r): Anna Sommerfeld (Juliette), Ingo Witzke (Pater Laurent), Jens Klaus Wilde (Rom\u00e9o); (im Hintergrund): Carola Fischer (Gertrude)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Charles Gounod (1818-1893), Oper in einem Prolog und 5 Akten, Libretto: Jules Barbier und Michel Carr\u00e9 nach William Shakespeares Romeo and Juliet; UA: 27. 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