{"id":8425,"date":"2023-09-19T07:51:14","date_gmt":"2023-09-19T06:51:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8425"},"modified":"2023-09-20T07:57:59","modified_gmt":"2023-09-20T06:57:59","slug":"die-frau-ohne-schatten-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8425","title":{"rendered":"Die Frau ohne Schatten &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949)) Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 10. Oktober 1919, Wien, Staatsoper<\/p>\n<p>Regie: Katharina Thoma, B\u00fchne: Johannes Leiacker, Kost\u00fcme: Irina Bartels, Video: Georg Lendorff, Licht: Nicol Hungsberg<\/p>\n<p>Dirigent: Marc Albrecht und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: AJ Glueckert (Der Kaiser), Daniela K\u00f6hler (Die Kaiserin), Irmgard Vilsmaier (Die Amme), Jordan Shanahan (Barak, der F\u00e4rber), Lise Lindstrom (Die F\u00e4rberin), Karl-Heinz Lehner (Der Geisterbote), Giulia Montanari (Falke)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. September 2023 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/frau_ohne_schatten_0058_matthias_jung-min.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8426\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/frau_ohne_schatten_0058_matthias_jung-min.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/frau_ohne_schatten_0058_matthias_jung-min.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/frau_ohne_schatten_0058_matthias_jung-min-300x199.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Kaiser hat die Tochter des Geisterk\u00f6nigs Keikoban zur Frau genommen. Sie wirft keinen Schatten, ist also nicht menschlich und auf ihr liegt ein Fluch. Wenn sie innerhalb von drei Tagen keinen Schatten wirft, erstarrt der Kaiser zu Stein. Die Amme der Kaiserin versucht durch Zauberei die F\u00e4rberin dazu zu \u00fcberreden, ihren Schatten zu verkaufen. Doch die Kaiserin erkennt, da\u00df der Fluch, der auf ihr liegt, auch das Leben des F\u00e4rberpaars zerst\u00f6rt. Sie geht zu ihrem Geistervater und lehnt dort ab, vom Wasser des Lebens zu trinken, da sie einen Schatten nicht auf Kosten anderer haben will. Mit dieser Geste des Mitgef\u00fchls ist der Fluch gebrochen und sie bekommt einen menschlichen Schatten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne besteht aus einer gro\u00dfen runden Treppenkonstruktion, an deren Ende oben im Zentrum ein Fels steht. Die ellipsenf\u00f6rmigen Stufen sind Dreh- und Angelpunkt der gesamten Handlung. Mit Videoprojektionen werden die Stufen animiert. Beispielsweise wird der Kopf des Kaisers auf den Fels projiziert, um seine Versteinerung zu verdeutlichen. Die Kost\u00fcme sind fantasievoll und betonen einerseits den gesellschaftlichen Status der Figuren sowie andererseits ihren Transformationscharakter. Die Kaiserin tr\u00e4gt im ersten Akt beispielsweise einen Kimono mit rotem G\u00fcrtel, im zweiten ein m\u00e4dchenhaftes Kleid mit Blumen und im dritten Akt ein rotes, eng anliegendes Etuikleid, was ihre Verwandlung von einem Halb-Geisterwesen zur herangereiften Frau symbolisiert. Besonders ausgefallen sind die Kost\u00fcme der Figuren aus der Geisterwelt: sie tragen graue Ganzk\u00f6rperanz\u00fcge, die ihre Gesichter verdecken, kriechen \u00fcber den Boden mit Gehst\u00f6cken und haben T\u00fccher umgeworfen. Insgesamt setzt die Inszenierung sehr auf eine m\u00e4rchenhaft-fantasievolle Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Irmgard Vilsmaier <\/strong>(Die Amme) tritt als elegant gekleidete Dame im schwarzen Kleid mit Hut und Gehhilfe sehr streng und m\u00fctterlich auf. Dabei betont ihr samtiger Mezzo, den sie in der H\u00f6he sehr schrill und akzentuiert einsetzt und in der Tiefe gekonnt grollen l\u00e4\u00dft, die Verachtung \u00fcber die gesamte Menschheit. <strong>Daniela K\u00f6hler<\/strong>s (Die Kaiserin) Sopran bringt eigentlich alles mit, allen voran ein wundersch\u00f6nes, gl\u00e4sernes Timbre und eine volumin\u00f6se Stimme, allerdings \u00fcberschattet ihr vibrato im ersten Akt \u00f6fters die hohen T\u00f6ne und es fehlt ihr an technischer Raffinesse, ihre Stimme richtig in Szene zu setzen. Im dritten Akt, bevor sie sich von ihrer Amme trennt, kann sie sich aber deutlich steigern und legt einen glanzvollen Gesang hin, der die Wechsel zwischen \u00c4rger, Mut und Verzweiflung stimmlich grandios wiedergibt. Unter den Frauenstimmen bietet <strong>Lise Lindstr\u00f6m<\/strong> (Die F\u00e4rberin) allerdings das beste Gesamtpaket: ihren hohen, stechend-klaren Sopran setzt sie sehr pointiert ein und betont auch durch ihr Schauspiel die unzufriedene Ehefrau, die verh\u00e4rtet und desillusioniert ist \u00fcber ihre ausweglose Situation. Dabei artikuliert sie einzelne Phrasen so deutlich, dass man die Untertitel gar nicht mitzulesen braucht. Unter den M\u00e4nnerstimmen sticht <strong>Jordan Shanahan<\/strong> (Barak, der F\u00e4rber) mit einem warmen Bariton heraus, der \u00fcber sehr viel Substanz in der Tiefe verf\u00fcgt und den er sehr gef\u00fchlvoll und sanft intoniert einsetzt, besonders um seinen Kinderwunsch zu verdeutlichen. Dabei verteilt er Kleidung und Essen an Kinder auf der B\u00fchne und zeigt sich v\u00e4terlich-mitf\u00fchlend. Im zweiten Akt \u00fcberzeugt er besonders im Duett mit seiner Frau, indem er auch Techniken wie das <em>mezza di voce<\/em> oder den Einsatz der Kopfstimme im Falsett einsetzt. <strong>AJ Glueckert<\/strong> (Der Kaiser) verf\u00fcgt \u00fcber einen eher schlichten, zur\u00fcckhaltenden Tenor, kann aber auch in der H\u00f6he seine Stimme anmutig anschwellen lassen. Sein Schauspiel ist eher zur\u00fcckhaltend: au\u00dfer einer dramatischen Geste des k\u00f6rperlichen Zusammenbruchs auf dem personalisierten Falken, bleibt er eher starr und konzentriert. Erw\u00e4hnenswert sind ebenfalls die Chorpartien: der Frauenchor im zweiten Akt erzeugt einen sehr stimmungsvollen, sirenenhaften Klang, der Geisterchor der M\u00e4nnerstimmen, singt sehr synchron im unisono und der Kinderchor zum Schlu\u00df ist ebenfalls ein gro\u00dfer Genu\u00df. Nicht zuletzt ist die hervorragende Leistung des Orchesters hervorzuheben. Unter der Leitung von <strong>Marc Albrecht<\/strong> l\u00e4uft das massiv besetzte Orchester mit u.a. einer Glasharmonika und chinesischen Gongs zu H\u00f6chstformen auf und erzeugt eine atmosph\u00e4rische Musik, die wie aus einer anderen Welt klingt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Diese Inszenierung l\u00e4\u00dft einen als Zuschauer staunen, entz\u00fccken und mitf\u00fchlen gleicherma\u00dfen, weil einfach alles stimmt! B\u00fchnenbild, Kost\u00fcme und schauspielerische Darbietung: alles einfach hervorragend! Die musikalische Leistung ist da noch das i-T\u00fcpfelchen des Abends. Unglaublich, zu welchen H\u00f6chstformen das Orchester im XXL-Format unter der Leitung von Marc Albrecht aufl\u00e4uft. Das w\u00fcrdigt auch das Publikum mit stehendem Applaus. Weitere Publikumslieblinge sind Jordan Shanahan und Daniela K\u00f6hler.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein grandioser Auftakt f\u00fcr die neue Opernsaison!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Matthias Jung<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Chor der Oper K\u00f6ln, AJ Glueckert (Der Kaiser), Giulia Montanari (Falke)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Strauss (1864-1949)) Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 10. 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