{"id":842,"date":"2009-10-18T23:34:14","date_gmt":"2009-10-18T21:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=842"},"modified":"2010-03-21T23:40:11","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:11","slug":"dresden-staatsoper-la-traviata","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=842","title":{"rendered":"Dresden, Staatsoper &#8211; LA TRAVIATA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in 3 Akten, Libretto von Francesco Maria Piave, UA:1853, Venedig<br \/>\nRegie: Andreas Homoki, B\u00fchne: Frank Philipp Schl\u00f6\u00dfmann<br \/>\nDirigent: Fabio Luisi, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor der s\u00e4chsischen Staatsoper Dresden<br \/>\nSolisten: Olesya Golovneva (Violetta Val\u00e9ry), Angela Liebold (Flora Bervoix), Birgit Fandrey (Annina), Wookyung Kim (Alfredo Germont), Roberto Servile (Giorgio Germont), Tom Martinsen (Gastone, Vicomte de Letori\u00e8res), Christoph Pohl (Baron Douphol), Matthias Henneberg (Doktor Grenvil) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. Oktober 2009<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"dresden-traviata1.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/dresden-traviata1.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"dresden-traviata1.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/dresden-traviata1.jpg\" \/><\/a>Auf einem Fest lernen sich die Kurtisane Violetta Val\u00e9ry und Alfredo Germont kennen. Der Verehrer erh\u00e4lt von der Angebeteten eine Kamelie, mit der Einladung, sie am n\u00e4chsten Tag zu besuchen. Beide verlieben sich und ziehen hinaus aufs Land. Da erscheint Alfredos Vater. Ohne Alfredos Wissen dr\u00e4ngt er Violetta dazu, seinen Sohn zu verlassen, um seine Familie nicht in Verruf zu bringen. Violetta willigt ein und verl\u00e4\u00dft Alfredo mittels eines Abschiedsbriefes. Auf dem Fest von Violettas Freundin Flora begegnen sich Alfredo und Violetta, die wieder zu Baron Douphol zur\u00fcckgekehrt ist. Alfredo beleidigt Violetta und wirft ihr ein Geldb\u00fcndel vor die F\u00fc\u00dfe. Sp\u00e4ter eilt Alfredo zur an der Tuberkulose erkrankten Geliebten, da ihm sein Vater den Grund ihrer Abwendung von ihm erkl\u00e4rte. Doch beiden bleiben nur wenige Momente bevor sie stirbt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDer Vorhang \u00f6ffnet sich vor einem leeren Einheitsraum. Von links schiebt sich eine rote spanische Trennwand auf die B\u00fchne: Zuerst als ein Kreis, um den der Chor herumrennen, dann als ein Raumteiler, \u00fcber den der Chor ins Publikum gucken kann. Danach kippt der Raumteiler nach hinten, damit der Chor \u00fcber die sterbende Violetta laufen kann, bevor diese herunter rutscht und endg\u00fcltig in den Armen Alfredos stirbt. Woran? F\u00fcr das Landei Alfredo ist es offensichtlich die erste Party, so ungeschickt stellt er sich beim Koksen an: Er niest und verteilt den teuren Koks im Raum. Auf der zweiten Party spielen die Damen eine Mischung aus Blindekuh und Strip-Poker mit den Herren, das f\u00fcr die Herren in der Unterhose endet. Violetta ist ein mond\u00e4nes Partygirl mit moderner Designer-Kleidung und Beehive-Frisur. Das entspricht dem Mode-Stil der Amy Winehouse. Der Chor besteht aus den \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen der heutigen Party-Gesellschaft wie Rappern oder Mooshammer mit seiner Daisy.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nMusikalisch bleibt nur die Erkenntnis, da\u00df die <strong>Staatskapelle<\/strong> und der <strong>Chor<\/strong> auf Verdi bestens vorbereitet sind. Zwischen dem zarten Schmelz der Geigen im Vorspiel und dem Furioso im Finale war viel Platz f\u00fcr ein Liebesdrama. Leider fand das nur im Graben und im Chor statt, denn Emotionen waren auf der B\u00fchne selten: <strong>Wookyung Kim<\/strong> als Alfredo ist ein Tenor mit strahlender H\u00f6he und gro\u00dfer Zukunft, ein wenig mehr Strahlkraft wird noch kommen. Wenig \u00fcberzeugend war <strong>Olesya Golovneva<\/strong> als Violetta (sie war f\u00fcr die  kurzfristig erkrannte Rebecca Nelson eingesprungen), die nur mit Kraft im Forte oder Fortissimo singt. Die lyrischen Abstufungen fehlten, vor allem das Verhauchen beim Tod Violettas. <strong>Roberto Servile<\/strong> orgelte sich durch seine Partie und gl\u00e4nzte damit, selten im Takt zu bleiben. Die gro\u00dfe Arie des Giorgio Germont <em>Di Provenza il mar, il suol chi dal cor di cancello \u2013 Wer hat dich das Meer und die Felder der Provence vergessen lassen<\/em>  war kaum wiederzuerkennen. Das schmerzte wegen ihres hohen Bekanntheitsgrades besonders. Wenigstens die Hauskr\u00e4fte f\u00fcr die vielen Nebenrollen erf\u00fcllten die Erwartungen an eine Staatsopernproduktion.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nIm Prinzip ist diese Inszenierung ein weiterer Beleg daf\u00fcr, da\u00df Aktualisierungen dieser Oper meist zum Scheitern verurteilt ist. Viele Besucher finden Szenen aus der heutigen Zeit, hier die Schicki-Micki-Musikwelt, unpassend. Au\u00dferdem ist es nicht glaubhaft, da\u00df eine angesehene Familie heutzutage Probleme bekommt, wenn der Sohn mit einer Amy Winehouse liiert ist. Wenn man auf Dekoration verzichtet, wie einst Brecht, dann mu\u00df eine ausgefeilte Personenf\u00fchrung die Geschichte erz\u00e4hlen. Das gelingt Homoki nur in ganz wenigen Momenten, n\u00e4mlich den Chorszenen. So bleiben nur nichtssagende Momente und bunt-bebilderte Langeweile \u00fcbrig. Diese war am Ende rasch verflogen, als sich die Buh-Rufer und Hurra-Schreier bei Homokis Auftritt ein Duell lieferten. F\u00fcr Staatskapelle und Chor einhelliger Applaus.<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<br \/>\nDas Bild zeigt: Staatsopernchor: G\u00e4ste auf dem Fest von Violetta Val\u00e9ry<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Melodramma in 3 Akten, Libretto von Francesco Maria Piave, UA:1853, Venedig Regie: Andreas Homoki, B\u00fchne: Frank Philipp Schl\u00f6\u00dfmann Dirigent: Fabio Luisi, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor der s\u00e4chsischen Staatsoper Dresden Solisten: Olesya Golovneva (Violetta Val\u00e9ry), Angela Liebold<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=842\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,1],"tags":[],"class_list":["post-842","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dresden-semperoper","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/842","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=842"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/842\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1270,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/842\/revisions\/1270"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=842"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=842"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=842"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}