{"id":8400,"date":"2023-05-16T09:21:23","date_gmt":"2023-05-16T08:21:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8400"},"modified":"2023-05-16T09:21:23","modified_gmt":"2023-05-16T08:21:23","slug":"giulio-cesare-in-egitto-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8400","title":{"rendered":"Giulio Cesare in Egitto &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (*1685) Oper in drei Akten, Libretto: Nicola Francesco Haym, UA: 20. Februar 1724, London<\/p>\n<p>Regie: Vincent Boussard, B\u00fchne: Frank Philipp Schl\u00f6\u00dfmann, Kost\u00fcme: Christian Lacroix<\/p>\n<p>Dirigent: Rub\u00e9n Dubrovsky und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Raffaele Pe (Giulio Cesare), Kathrin Zukowski (Cleopatra) Adriana Bastidas-Gamboa (Cornelia), Anna Lucia Richter (Sesto), Sonia Prina (Tolomeo), Achilla (Matthias Hoffmann), Regina Richter (Nireno), Sung Jun Cho (Curio)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 14. Mai 2023<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Koeln-Cesare.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8401\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Koeln-Cesare.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"280\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Koeln-Cesare.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Koeln-Cesare-300x129.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Giulio Cesare hat seinen politischen Gegner Pompeo besiegt und trifft in \u00c4gypten einen Machtstreit zwischen Cleopatra und ihrem Bruder Tolomeo an. Als Tolomeo den Kopf Pompeos als Willkommensgru\u00df an Cesare schicken l\u00e4\u00dft, st\u00fcrzt das Pompeos Frau Cornelia und ihren Sohn Sesto in tiefe Verzweiflung. Sesto schw\u00f6rt seinen Vater zu r\u00e4chen. Cleopatra wickelt Cesare um den Finger, damit er sie gegen Tolomeo unterst\u00fctzt. Cornelia wird w\u00e4hrenddessen sowohl von Tolomeo als auch von seinem Diener Achilla umworben. Bei einer Schlacht gewinnt Tolomeos Truppe gegen Cesares und nimmt Cleopatra gefangen. Cesare \u00fcberlebt die Schlacht und rettet Cleopatra, in die er sich unsterblich verliebt hat. Als Tolomeo Cornelia erneut bedr\u00e4ngt, t\u00f6tet Sesto ihn. Cleopatra wird mit Cesares Unterst\u00fctzung K\u00f6nigin von \u00c4gypten.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die hintere Wand der B\u00fchne dient als Projektionsfl\u00e4che und zeigt stimmungsvolle Landschaftsbilder, wie beispielsweise eine verdunkelte Sonne und Wolken, Pyramiden, oder Palmen. Durch die Beleuchtung werden die Szenen in ihrer dramaturgischen Bedeutung dramatisch hervorgehoben. Dabei dienen Schiebew\u00e4nde, die von wei\u00dfen Lichtr\u00f6hren umrahmt sind, wie optische Trennw\u00e4nde und werden zwischen den Szenen eingeschoben, um Teile der B\u00fchne vom Rest des Geschehens abzutrennen oder auch neue Akteure einzuf\u00fchren. Die Kost\u00fcme sind ausgefallen und fantasievoll. Zu Beginn und Ende tr\u00e4gt das Ensemble Rokoko-typische Kost\u00fcme in schwarz, dazwischen treten die einzelnen S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen aber auch in modernen Hosenanz\u00fcgen, Clowns-Kost\u00fcmen oder K\u00f6nigsroben auf. Anfang und Ende des St\u00fccks wirken somit wie ein Rahmen um die eigentliche Handlung, die in einer modernen Zeit stattfindet.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rub\u00e9n Dubrovski<\/strong> er\u00f6ffnet den Abend in der Ouvert\u00fcre mit einem gleichm\u00e4\u00dfigen Dirigat und schafft es besonders gut, die abwechselnd einsetzenden Stimmen in den Instrumenten zusammenzuhalten, dank seiner sehr pr\u00e4zisen rhythmischen Vorgaben. <strong>Raffaele Pe<\/strong> (Giulio Cesare) \u00fcberzeugt mit einem sehr hellen Countertenor, den er in den H\u00f6hen anstrengungslos gl\u00e4nzen l\u00e4\u00dft. Besonders die Koloraturen in den hohen Lagen singt er mit gro\u00dfem stimmlichen K\u00f6nnen und rhythmischer Pr\u00e4zision, dabei besticht seine klare Stimme in den Spitzent\u00f6nen mit einem unfa\u00dfbar gro\u00dfen Volumen; daf\u00fcr erntet er nach seinen Arien vom Publikum \u00f6fters schallenden Applaus. <strong>Adriana Bastidas-Gamboa<\/strong> (Cornelia) singt die Rolle der nach Rache sinnenden Witwe mit ihrem schweren Mezzosopran zun\u00e4chst sehr bed\u00e4chtig und ausbalanciert. In der Arie <em>Priva son d&#8217;ogni conforto &#8211; Mir ist jeder Trost genommen, <\/em>schreitet sie gedankenversunken \u00fcber die B\u00fchne und singt das Largo sehr bed\u00e4chtig und mit sanfter Intonation. Sp\u00e4ter bringt sie aber auch die Emotion der Wut gegen\u00fcber Tolomeo durch einen sehr akzentuierten Stimmeinsatz gut zur Geltung. Der geheime Star des Abends ist allerdings <strong>Kathrin Zukowski<\/strong> (Cleopatra), die \u00fcber einen unglaublich klaren und lyrischen Sopran verf\u00fcgt und sehr leichtf\u00fc\u00dfig durch die einzelnen Arien schwebt. Dabei beherrscht sie alle technischen Raffinessen wie das Ausschicken der Stimme oder das <em>sotto voce <\/em>ungemein gut und schafft es gleichzeitig, die Emotionen als stolze, aber auch verletzliche Herrscherin zu transportieren. Auch hierf\u00fcr spendet das Publikum frenetischen Applaus mittendrin. Technisch und dynamisch versiert singt auch <strong>Anna Lucia Richter<\/strong> (Sesto) die Hosenrolle des rachs\u00fcchtigen Sohns mit einem gl\u00e4sernen, sehr hell gef\u00e4rbten Sopran, den sie in der H\u00f6he wundersch\u00f6n anschwellen l\u00e4\u00dft. Dabei zeigt sie ein sehr extrovertiertes Schauspiel und betont das Jugendliche ihrer Rolle, indem sie sich \u00f6fters bei dem Versuch, Tolomeo mit dem Schwert zu erstechen, ungeschickt anstellt. <strong>Sonia Prima <\/strong>(Tolomeo) zeigt in ihrer Rolle als Mann schauspielerisch die beste Leistung: als woll\u00fcstiger Macho r\u00e4kelt sie sich auf der B\u00fchne in selbstgef\u00e4lligen Posen, lacht diabolisch und zwingt die Frauen \u00f6fter ihr in den Schritt zu packen. Stimmlich verf\u00fcgt sie \u00fcber einen \u00fcppigen Alt, der in der Tiefe sehr inbr\u00fcnstig und manchmal etwas kratzig klingt. Ebenfalls \u00fcberzeugen kann <strong>Matthias Hoffmann<\/strong> (Achilla) mit seinem knurrenden Ba\u00dfbariton, der ein st\u00e4hlernes Timbre hat und gut zu der Rolle des aggressiven Verf\u00fchrers pa\u00dft.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Musikalisch l\u00e4\u00dft der Abend keine W\u00fcnsche offen. Allen voran Kathrin Zukowski zuzuh\u00f6ren, ist ein wahrer Genu\u00df. Daf\u00fcr wird sie als Publikumsliebling zurecht mit dem meisten Applaus belohnt. Wundersch\u00f6n sind auch die Licht- und Bildeffekte auf der B\u00fchne, die eine stimmige Atmosph\u00e4re erzeugen, ebenso wie die fantasievollen Kost\u00fcme. Insgesamt eine sehr sehenswerte Inszenierung!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild: Karl &amp; Monika Forster<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Raffaele Pe (Giulio Cesare), Kathrin Zukowski (Cleopatra)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (*1685) Oper in drei Akten, Libretto: Nicola Francesco Haym, UA: 20. 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