{"id":835,"date":"2009-10-12T22:09:47","date_gmt":"2009-10-12T20:09:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=835"},"modified":"2010-03-21T23:40:13","modified_gmt":"2010-03-21T22:40:13","slug":"wuppertal-opernhaus-der-liebestrank-l%e2%80%99elisir-d%e2%80%99amore","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=835","title":{"rendered":"Wuppertal, Opernhaus &#8211; DER LIEBESTRANK (L\u2019ELISIR D\u2019AMORE)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti, Komische Oper in zwei Akten, Libretto: Felice Romani<br \/>\nUA: 12. Mai 1832, Mailand<br \/>\nRegie: Volker Schmal\u00f6er, B\u00fchne: Daniel Roskamp, Kost\u00fcme: Ulrike Oberm\u00fcller, Dramaturgie: Ursula Benzing und Karin Bohnert<br \/>\nDirigent: Florian Frannek, Wuppertaler Sinfonieorchester, Opernchor, Extrachor und Statisterie der Wuppertaler B\u00fchnen, Choreinstudierung: Jaume Miranda und Jens Bingert<br \/>\nSolisten: Elena Fink (Adina), Nathan Northrup (Nemorino), Thomas Laske (Belcore), Dariusz Machej (Dulcamara), Joslyn Rechter (Gianetta) Besuchte Auff\u00fchrung: 4. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"wuppertal-liebestrank.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/wuppertal-liebestrank.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wuppertal-liebestrank.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/wuppertal-liebestrank.jpg\" \/><\/a>Der sch\u00fcchterne Nemorino liebt die extrovertierte Adina, doch diese erwidert seine Liebe scheinbar nicht. Er wiederum wird von der kecken Gianetta umworben. Er kauft von dem durchreisenden H\u00e4ndler Dulcamara einen vermeintlichen Liebestrank. Da der durchtriebene Dulcamara aber Nemorino nur eine normale Flasche Rotwein verkauft, behauptet er, da\u00df die Wirkung des Trankes erst am n\u00e4chsten Tag eintritt. Derart euphorisiert br\u00fcskiert Nemorino Adina, die deshalb noch f\u00fcr denselben Abend ihre Hochzeit mit dem einf\u00e4ltigen Sergeant Belcore ank\u00fcndigt. Nemorino ist verzweifelt und kauft eine zweite Flasche von dem Trank. Da er jedoch kein Geld hat, heuert er als Soldat bei Belcore an. Mittlerweile hat jedoch Gianetta erfahren, da\u00df Nemorino von einem verstorbenen Onkel erben und so zum Million\u00e4r werden wird. Prompt liegen ihm die Frauen zu F\u00fc\u00dfen, was Nemorino f\u00fcr die Wirkung des Trankes h\u00e4lt, weil er noch nichts von seiner Erbschaft erfahren hat. Als Adina sieht, da\u00df Nemorino f\u00fcr sie die Verpflichtung als Soldat bei Belcore auf sich genommen hat, kauft sie ihn frei und gesteht ihm ihre Liebe.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung, eine Koproduktion mit dem Staatstheater Kassel, verlegt den Ort der Handlung in ein Wellness-Hotel: Nemorino wird zur Reinigungskraft mit Putzwagen, Adina zum Stargast des Hotels, Gianetta zur alles planenden und kontrollierenden Hotelchefin. Die gesamte B\u00fchne ist in strahlendem Wei\u00df gehalten. Drei Stufen ziehen sich \u00fcber die komplette B\u00fchne, dahinter ist ein \u00fcberdimensionaler Spiegel angebracht. Im weiteren Verlauf des St\u00fcckes wird zudem noch eine riesige Speisetafel auf die B\u00fchne getragen. An dieses Umfeld sind auch die Kost\u00fcme angepa\u00dft: Die Hotelg\u00e4ste tragen zumeist wei\u00dfe Sportkleidung. Aus dieser Menge sticht Adina mit dem Rot ihres Kost\u00fcms heraus. Kontrastierend dazu ist die Truppe von Sergeant Belcore klassisch milit\u00e4risch gekleidet.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nEigentlich dem <strong>Chor der Wuppertaler B\u00fchnen<\/strong> angeh\u00f6rig, pr\u00e4sentiert sich <strong>Nathan Northrup<\/strong> (Nemorino) als Tenor mit einer einf\u00fchlsamen Stimme, seine Interpretation des bekannten Ohrwurmes <em>Una furtiva lagrima \u2013 eine fl\u00fcchtige Tr\u00e4ne<\/em> braucht sich nicht zu verstecken. Auch <strong>Elena Fink<\/strong> (Adina) \u00fcberzeugt besonders in den Mittellagen mit ihrem differenziert eingesetzten Sopran. Auch in der H\u00f6he und bei Koloraturen kann sie mit sicherer Stimmtechnik gl\u00e4nzen, leider forciert sie jedoch auch einige Male zu stark in der H\u00f6he, was den Gesamteindruck ein wenig tr\u00fcbt. <strong>Thomas Laske<\/strong> (Belcore) gelingt die Gestaltung der gef\u00fchlvollen Passagen, an anderen Stellen kann er jedoch auch seinen markanten Bariton einsetzen, um z.B. seine Siegesgewi\u00dfheit im ersten Akt <em>In guerra ed in amore \u2013 im Krieg und in der Liebe<\/em>  auszudr\u00fccken. An einigen Stellen kaschiert er jedoch die durchaus vorhandene Durchschlagskraft seiner Stimme wie schon in der letzten Spielzeit. <strong>Dariusz Machej<\/strong> (Dulcamara) hat sich im Vergleich zur letzten Spielzeit nicht weiter entwickelt: Gelegentlich dunkelt er seine eigentlich beweglich-leichte Stimme \u00fcber die Ma\u00dfen ein. Dann wirkt sie ein wenig schwerf\u00e4llig wie zum Schlu\u00df seiner langen Auftrittsarie <em>Ustite ustite o rudici \u2013 h\u00f6rt, h\u00f6rt ihr Bauern<\/em>. Hingegen singt er andere Arien wie <em>Io sono ricco, e tu sei bella \u2013  ich bin reich und du bist sch\u00f6n<\/em> souver\u00e4n, auch die darin vorkommenden Koloraturen.<br \/>\nIm Vergleich zur letzten Spielzeit, als die Oper in der Nachbarstadt Solingen von einem anderen Orchester bespielt wurde, ist das <strong>Sinfonieorchester Wupperta<\/strong>l unter der Leitung von <strong>Florian Frannek<\/strong> eine deutliche Verbesserung, auch wenn es manchmal ein wenig uninspiriert wirkt. Wiederholt dr\u00e4ngt sich das Gef\u00fchl auf, die Musiker w\u00fcrden weite Teile der Oper vom Blatt spielen: So bleibt leider nur der Eindruck einer durchschnittlichen Leistung zur\u00fcck. Der <strong>Opernchor der Wuppertaler B\u00fchnen<\/strong> ist bei seinen zahlreichen Auftritten gewohnt textsicher und zeigt ebenfalls einmal mehr auch eine sehr gute schauspielerische Leistung.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nTrotz einiger kleiner Fehler wird die Wuppertaler Auff\u00fchrung zu einem kurzweiligen H\u00f6rerlebnis und sorgt so f\u00fcr einen unterhaltsamen Abend besonders f\u00fcr diejenigen, die noch die Orchesterleistung der letzten Auff\u00fchrungen in Solingen im Ohr haben. Die r\u00e4umliche Verlegung der Inszenierung in ein Wellness-Hotel, ist vielleicht nicht etwas f\u00fcr jeden Opernfreund, doch wird sie an diesem Abend eigens mit einem Sonderapplaus bedacht.<br \/>\nMalte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Michael H\u00f6rnschemeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Adina (Elena Fink) ist der Star unter den G\u00e4sten des Wellness-Hotels (Opernchor der Wuppertaler B\u00fchnen).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gaetano Donizetti, Komische Oper in zwei Akten, Libretto: Felice Romani UA: 12. 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