{"id":8321,"date":"2022-09-05T10:20:38","date_gmt":"2022-09-05T09:20:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8321"},"modified":"2022-09-12T10:32:12","modified_gmt":"2022-09-12T09:32:12","slug":"la-traviata-verona-festival-arena-di-verona","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8321","title":{"rendered":"La Traviata &#8211; Festival Arena di Verona 2022"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901) Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA: 6. M\u00e4rz 1853 Venedig, Teatro La Fenice<\/p>\n<p>Regie: Franco Zeffirelli, Kost\u00fcme: Maurizio Millenotti, Choreographie: Giuseppe Picone, Licht: Paolo Mazzon<\/p>\n<p>Dirigent: Marco Armiliato, Orchester, Chor und Ballett des Festivals Verona, Chordirektor: Ulisse Trabacchin, Ballettcoodinator: Gaetano Petrosino<\/p>\n<p>Solisten: Aleksandra Kurzak (Violetta Val\u00e9ry), Valeria Girardello (Flora Bervoix), Yao Bohui (Annina), Freddie De Tommaso (Alfredo Germont), Luca Salsi (Giorgio Germont), Matteo Mezzaro (Gastone di Letori\u00e8res), Roberto Accurso (Barone Douphol), Dario Giorgel\u00e8 (Marchese d\u2019Obigny), Francesco Leone (Dottor Grenvil) u.v.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. September 2022<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Verona-Traviata-2022_1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8322\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Verona-Traviata-2022_1.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Verona-Traviata-2022_1.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Verona-Traviata-2022_1-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Auf einem Fest, das die sch\u00f6ne Kurtisane Violetta Val\u00e9ry f\u00fcr ihre Freunde gibt, lernt Alfredo diese kennen und verliebt sich Hals \u00fcber Kopf in ihn. Nach einigem Z\u00f6gern verliebt auch sie sich in Alfredo und zieht mit ihm in ein Landhaus. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter erf\u00e4hrt Alfredo, da\u00df Violetta dabei ist, ihren ganzen Besitz f\u00fcr ihr gemeinsames Leben zu ver\u00e4u\u00dfern. Sofort eilt er nach Paris, um die Schulden zu \u00fcbernehmen. Sein Vater, Giorgio Germont, kommt in \u00fcberraschend \u00a0in das Landhaus und verlangt von Violetta die Trennung f\u00fcr immer von Alfredo. Grund: die finanziellen Mittel zur Verheiratung von Alfredos j\u00fcngerer Schwester reichten nicht aus, wenn er nicht einen Teil der Mitgift mit \u00fcbernimmt. Nach anf\u00e4nglicher Zur\u00fcckweisung willigt Val\u00e9ry ein, schreibt Alfredo einen Abschiedsbrief und reist nach Paris. Auf einem Fest ihrer Freundin Flora Bervoix treffen sich Alfredo und Violetta. Er beleidigt sie vor der Festgesellschaft. Der hinzukommende Vater ist emp\u00f6rt und weist seinen Sohn deutlich zurecht. Schlie\u00dflich verschlimmert sich Violettas Krankheit. Sie ist jetzt gl\u00fccklich, da sie durch einen Brief Alfredos Bescheid wei\u00df; denn darin erkl\u00e4rt sein Vater, da\u00df er Violettas zur Trennung von ihm veranla\u00dft hat. Er will zu ihr zur\u00fcckkehren. Als er in ihr Zimmer tritt, stirbt sie in seinen Armen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang f\u00e4hrt eine Pferdekutsche in einem Leichenzug zum Andeuten der Beerdigung \u00fcber die B\u00fchne, um damit gewisserma\u00dfen das Ende anzudeuten. Das ist eindrucksvoll, nicht jeder wird das allzusehr geschmackvoll gefunden haben. Sicher, jeder wei\u00df, da\u00df Violetta Val\u00e9rie todkrank ist.<\/p>\n<p>Wenn man zur Arena sich begibt, kommen einem Gedanken wie, kann\u00a0 man ein solches subtiles, eigentlich auf drei Personen bezogenes St\u00fcck werkgerecht auf einer so gro\u00dfen B\u00fchne ad\u00e4quat einrichten? Die Auff\u00fchrung in Verona zeigt, da\u00df man mit der n\u00f6tigen Kenntnis das St\u00fcck gestalten kann.<\/p>\n<p>Fasziniert ist man schon durch die in aller Pracht dargestellte Festgesellschaft. Die Kost\u00fcme Violetta passen, die einzelnen Personen sind genau dem Geschehen angepa\u00dft.<\/p>\n<p>Im 2. Akt: in einem schlichten Garten kommt es zur Katastrophe. Vater Germont verlangt von Violetta die Trennung f\u00fcr immer von seinem Sohn. F\u00fcr Violetta bedeutet das fast den Tod: sich von ihrem Geliebten f\u00fcr immer trennen ist f\u00fcr sie das Ende! F\u00fcr mich etwas unverst\u00e4ndlich, gibt sie dem Dr\u00e4ngen des Vaters ziemlich gleich nach. Aber vielleicht liegt das in den damaligen Verh\u00e4ltnissen, f\u00fcr die wir heute kein Verst\u00e4ndnis mehr haben k\u00f6nnen. Jedenfalls w\u00fcrde eine heutige junge Frau ziemlich anders reagieren. Ganz zum Schlu\u00df umarmen sie einander in gro\u00dfem Einverst\u00e4ndnis. Vom Visuellen gibt es im zweiten Akt keine Unterbrechung. Alles ist weiter auf Farben, Pracht und T\u00e4nzerischem hin ausgerichtet. Die Abbildungen vermitteln etwas vom Eindruck, den man beim Opernerlebnis selbst hatte. Nun kommt Vater Germont mit der Forderung, Violetta solle sich endg\u00fcltig von Alfredo trennen. Das scheint zun\u00e4chst unm\u00f6glich, doch schlie\u00dflich lenkt sie ein, da sie die Verh\u00e4ltnisse in der Familie Alfredos verinnerlicht hat und ihnen zustimmt.<\/p>\n<p>Im dritten Akt liegt die kranke Val\u00e9rie auf einem mit wei\u00dfem Leinen bezogenen Bett. Sie selbst hat einen wei\u00dfen Schlafanzug an. Die damaligen Beziehungen waren doch anders geordnet als das heute der Fall ist. Eine Augenweide sind die vielgestaltigen, bunten Kost\u00fcme von Maurizio Millenotti und Paolo Mazzon, die man gar nicht genug bewundern kann. Sie bilden in ihrer Gesamtdarstellung ein einzigartiges Tableau.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Verona-Traviata2022_2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8323\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Verona-Traviata2022_2.png\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Verona-Traviata2022_2.png 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Verona-Traviata2022_2-300x200.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p>Der Gesang ist durchaus einheitlich, wobei die S\u00e4ngerinnen gegen\u00fcber den S\u00e4ngern den Lorbeer mehr verdienen. Aleksandra Kurzak als Violetta Val\u00e9ry: von dem sehr ausgedehnten Gesang wurde sie immer besser. Ihr warmget\u00f6nter Sopran blieb ohne Makel von Anfang bis zum Ende gleich in Intensit\u00e4t und Wohlklang. Und wie oft habe ich solches Abfallen der Intensit\u00e4t und Innigkeit schon erlebt. Bewundernswert, da\u00df solches bei Aleksandra Kurzak ausblieb! Das mehrmaligen hohe C in der Kabaletta ihrer Arie <em>\u00c8 strano \u2013 es ist seltsam<\/em> trifft sie gut.<\/p>\n<p>Freddie De Tommaso (Alfredo Germont), sehr sch\u00f6n gelingt ihm <em>De\u2018 miei bollenti spiriti \u2013 dies jugendliche Feuer meines erhitzten Gem\u00fcts<\/em> zu Beginn des zweiten Akts. Auch bei Luca Salsi (Giorgio Germont), konnte man keinen Abfall in der Gesangsleistung erkennen: die Leistungen blieben auf dem gleichen Niveau. Vielleicht war der Gesang der S\u00e4ngerinnen dem der S\u00e4nger, etwas \u00fcberlegen. Das fiel aber insgesamt wenig auf. Nein, noch selten habe ich eine solche homogene Leistung aller Beteiligten erlebt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich ist in der Beschreibung alles gesagt, was man zu ber\u00fccksichtigen ist, um nur ein wenig von allem Geschehen beim Lesen mitzubekommen. Es gibt noch zwei Dinge, auf die ich Ihre Aufmerksamkeit lenken m\u00f6chte: die gleichbleibende Darbietung aller Beteiligten und die gleichbleibende s\u00e4ngerische Leistung!<\/p>\n<p>Was auch besonders zu erw\u00e4hnen ist, ist die s\u00e4ngerische Leistung auf hohem Niveau.Ein besonderes Lob verdient \u00fcberhaupt die Gesamtleistung aller: der Solisten, der bunten prachtvollen Darstellung, den B\u00fchnenbilder. Nicht zu vergessen ist der versierte Dirigent Marco Armiliato, der das Orchester, den Chor und das Ballett des Festivals Verona umsichtig leitete, einschlie\u00dflich den Chordirektor: Ulisse Trabacchin sowie Ballettkoodinator: Gaetano Petrosino.<\/p>\n<p>Alles in einem kann man sagen: ein unverge\u00dflicher Opernabend in Verona! Bravi!<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Foto Ennevi<\/p>\n<p>Das Bild 1 zeigt: die gesamte B\u00fchne (Tableau ) mit Tanzeinlagen<br \/>\nDas Bild 2 zeigt: Aleksandra Kurzak (Violetta Val\u00e9ry), Freddie De Tommaso (Alfredo Germont),\u00a0\u00a0 Bildmitte<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901) Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave, UA: 6. 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