{"id":8312,"date":"2022-06-14T12:56:00","date_gmt":"2022-06-14T11:56:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8312"},"modified":"2022-06-15T12:58:45","modified_gmt":"2022-06-15T11:58:45","slug":"il-barbiere-di-siviglia-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=8312","title":{"rendered":"Il Barbiere di Siviglia &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioachino Rossini (1792-1868) Opera buffa\u00a0 in zwei Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, UA: 20. Februar 1816, Rom<\/p>\n<p>Regie: Ruth Berghaus, B\u00fchnenbild &amp; Kost\u00fcme: Achim Freyer<\/p>\n<p>Dirigent: George Petrou und das G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln<\/p>\n<p>Solisten: Alasdair Kent (Graf Almaviva), Enrico Marabelli (Doktor Bartolo), Adriana Bastidas-Gamboa (Rosina), Bjarni Thor Kristinsson (Don Basilio), Claudia Rohrbach (Berta), Wolfgang Stefan Schwaiger (Figaro)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. Juni 2022 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Koeln-Barbier.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-8313\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Koeln-Barbier.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"435\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Koeln-Barbier.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Koeln-Barbier-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/strong><\/p>\n<p>Graf Almaviva ist in Rosina, das M\u00fcndel der Doktor Bartolo, verliebt und m\u00f6chte sie heiraten. Allerdings will er zuvor sichergehen, dass sie sich nicht wegen seines Titels in ihn verliebt. Auf Rat des Barbiers Figaro verkleidet er sich erst als betrunkener Soldat und sp\u00e4ter als Musiklehrer, um ohne Aufsehen in ihr Haus zu kommen und sich ihr zu n\u00e4hern. Beide gestehen sich ihre Liebe. Bartolo plant w\u00e4hrenddessen selbst seine Hochzeit mit Rosina und hat schon den Notar bestellt. Almaviva steckt dem Notar Geld zu, sodass dieser die beiden sofort verheiratet. Als Bartolo mit den Wachen eintrifft, gibt Almaviva sich zu erkennen und Bartolo wird gro\u00dfz\u00fcgig entsch\u00e4digt.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Die B\u00fchne im Staatensaal 2 ist komplett in Wei\u00dft\u00f6nen gehalten und sehr schlicht ausgestattet: ein rechteckiger Kasten mit bemalten Vorh\u00e4ngen an den W\u00e4nden steht in der Mitte der B\u00fchne. Auf die Vorh\u00e4nge sind H\u00e4userfassaden gezeichnet, die Mitte des Raumes dient als Zimmer in dem sich die Handlung abspielt. \u00dcber der B\u00fchne h\u00e4ngt ein Relief im Barock-Stil mit opulenten Figuren und Engeln, darunter h\u00e4ngen Papp-L\u00fcster. Die Kost\u00fcme sind ebenfalls in Wei\u00dft\u00f6nen gehalten und dem Rokoko-Stil des 18. Jahrhundert nachempfunden: die Herren tragen Per\u00fccken, Kniebundhosen und R\u00fcschenhemden, die Damen ausgestellte, gl\u00e4nzende Kleider mit Reifr\u00f6cken und Korsetten. Die Inszenierung ist die \u00dcbernahme einer Berliner Produktion; dabei wird der Opernstoff originalgetreu umgesetzt, viel Raum f\u00fcr das kom\u00f6diantische Schauspiel der Solisten gelassen und die Musik in den Vordergrund gestellt.<\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Alastair Kent<\/strong> (Graf Almaviva) beginnt den Abend mit einem zarten, sehr lyrischen Tenor, dem es in der H\u00f6he leider nicht gelingt, einen profunden Klang zu erzeugen. Zwar bringt seine Stimme eine sehr klare und helle Stimmfarbe mit, in seiner ersten Arie wirkt er stimmlich aber etwas angeschlagen und singt die schnellen L\u00e4ufe zu abgehackt. <strong>Wolfgang Stefan Schwaiger <\/strong>(Figaro) ist dagegen von Anfang an in seinem Element und bringt stimmlich eine der besten Leistungen des Abends. Die ber\u00fchmte Arie <em>Largo al factotum &#8211; Das Faktotum der sch\u00f6nen Welt <\/em>singt er mit einem strahlenden Bariton, dabei gelingt es ihm besonders den schnellen Rhythmus des typischen canto fiorito zu halten, durch einen sehr akzentuierten Gesang und eine sehr klare Betonung der Silben. In der H\u00f6he l\u00e4sst er seine Stimme warm und anmutig anschwellen, in der Tiefe klingt er sehr sonor und metallisch. Dabei ahmt er Situationen aus seinem Arbeitsalltag als Barbier nach, wetzt sein Messer und pfeift umher. Ebenso \u00fcberzeugend singt <strong>Adriana Bastidas-Gamboa<\/strong> (Rosina), die mit ihrem warmen Mezzosopran unangestrengt und leichtf\u00fc\u00dfig durch die Arien schwebt. W\u00e4hrend sie sich ankleidet, singt sie die tiefen T\u00f6nen sehr inbr\u00fcnstig, und betont durch ein kokettes Wegwerfen ihres Schmucks ihr Selbstbewusstsein als junge verliebte Frau. Besonders die Spitzent\u00f6ne gelingen ihr durch das Anschwellen ihrer Stimme ausgenommen gut, dabei legt sie sich voll in die Stimmung der Musik. <strong>Enrico Marabelli<\/strong> (Doktor Bartolo) bringt ein sehr parodistisches Schauspiel zum Ausdruck und sorgt so f\u00fcr einige Lacher. Er\u00a0 mimt den Doktor als einen etwas schusseligen, tollpatschigen Zeitgenossen, der leicht auf die Scharade um ihn herum herein f\u00e4llt. Sein knurrender, dunkel gef\u00e4rbter Bariton passt ausgenommen gut zu der Rolle des knuttrigen Doktors, dabei unterst\u00fctzt er seinen oft sehr lautmalerisch betonten Gesang durch ein exzessives Schauspiel, beispielsweise indem er sich jedes Mal, wenn er den Grafen erblickt auf den Boden fallen l\u00e4sst. <strong>Bjarni Thor Kristinsson<\/strong> (Don Basilio) sieht in seiner Robe wie ein Pfarrer aus und zeigt einen durchg\u00e4ngig sehr verbissenen Gesichtsausdruck. Dabei singt er mit einem sehr dunklen, donnernden Bass, der ein gro\u00dfes Volumen mitbringt und ein d\u00fcsteres Timbre aufweist. Die Arien singt er sehr akzentuiert, betont dabei den Text sehr klar und zieht dabei durch seine \u00fcbertriebene Strenge alles ein bisschen ins L\u00e4cherliche. Erw\u00e4hnenswert sind ebenfalls die Finali des ersten und zweiten Aktes, in denen alle S\u00e4nger zusammen auftreten, sich hervorragend stimmlich erg\u00e4nzen, einen majest\u00e4tischen Klang erzeugen und dabei sehr synchron miteinander singen. Das Orchester wird von <strong>George Petrou<\/strong>, der nebenher auch das Klavier spielt, sehr sicher durch die vielen rhythmischen Raffinessen der Partitur gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Eine heitere Inszenierung, die besonders durch ihre Schlichtheit besticht; manchmal ist weniger mehr. Das B\u00fchnenbild und die Kost\u00fcme passen perfekt zu der Rossini-Oper. Am besten ist aber die musikalische und schauspielerische Leistung des Ensembles und des Orchesters. Publikumslieblinge sind Wolfgang Stefan Schwaiger und Adriana Bastidas-Gamboa, die f\u00fcr ihren makellosen Auftritt besonders schallenden Applaus erhalten. Insgesamt eine der besten Inszenierungen der laufenden Spielzeit. Absolut sehenswert!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild:\u00a0 Paul Leclaire<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Alasdair Kent (Graf Almaviva), Wolfgang Stefan Schwaiger (Figaro)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioachino Rossini (1792-1868) Opera buffa\u00a0 in zwei Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, UA: 20. 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