{"id":831,"date":"2009-10-04T20:13:15","date_gmt":"2009-10-04T18:13:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=831"},"modified":"2010-03-21T23:41:07","modified_gmt":"2010-03-21T22:41:07","slug":"meiningen-sudthuringisches-staatstheater-guglielmo-tell","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=831","title":{"rendered":"Meiningen, S\u00fcdth\u00fcringisches Staatstheater &#8211; GUGLIELMO TELL"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gioacchino Rossini, Oper in 4 Akten, Libretto von Joseph \u00c8tienne de Jouy und Hippolyte-Louis-Florent Bis<br \/>\nUA: 3. August 1829, Paris<br \/>\nRegie: Philipp Kochheim; B\u00fchnenbild: Thomas Gruber; Kost\u00fcme: Annette Mey<br \/>\nDirigent: Hans Urbanek, Meininger Hofkapelle, Chor, Einstudierung: Sierd Quarr\u00e9<br \/>\nSolisten: Erdem Baydar (Ge\u00dfler), Stan Meus (Rodolfo), Da-Hee Shin (Guglielmo Tell), Xu Chang (Arnoldo), Sybille Sachs (Jemmy), Alla Perchikova (Matilde), Maida Kari\u0161ik (Edwige), Calin-Valentin Cozma (Melchthal), Dominik Nekel (Gualtiero F\u00fcrst)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 2. Oktober 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/meiningen-tell.jpg\" TITLE=\"meiningen-tell.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/meiningen-tell.jpg\" ALT=\"meiningen-tell.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Unter der habsburgischen Fremdherrschaft leidend, haben die Schweizer eine Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung gegr\u00fcndet und bek\u00e4mpfen die Soldaten des Kaiserlichen Landvogts Ge\u00dfler. Wilhelm Tell und seine Mitstreiter verstecken sich in den W\u00e4ldern. Tell wird gefangen und mu\u00df zur Strafe einen Apfel vom Kopf seines Sohnes Jemmy schie\u00dfen. Obwohl ihm dieses gelingt, l\u00e4\u00dft Ge\u00dfler ihn verhaften. Der Vogt erscheint, gefolgt von den Soldaten Ge\u00dflers. Tell erschie\u00dft den Vogt. Die Soldaten, nun ohne Pflicht gegen\u00fcber dem Tyrannen, schlie\u00dfen sich den Freiheitsk\u00e4mpfern an.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Meininger Inszenierung verlegt Rossinis <em>Tell<\/em> in das beginnende 20. Jahrhundert. Der erste Akt spielt in einem vom Brand zerst\u00f6rten Museum, welches den Freiheitsk\u00e4mpfern als Lager dient. \u00dcberall liegen halbverbrannte B\u00fccher und Gem\u00e4lde. Die Kost\u00fcme sind in verschiedenen Graustufen und aus derben, praktischen Stoffen. Die M\u00e4nner haben als Erkennungszeichen wei\u00dfe Sch\u00e4rpen am Oberarm. Die Ausstattung erinnert an Filme \u00fcber den italienischen Widerstand zu Zeiten der deutschen Besatzung. Der dritte Akt spielt nicht auf einem Dorfplatz, sondern in einem Konzertsaal. Das Publikum wird dabei in die Inszenierung integriert, denn das gesamte Geschehen findet bei geschlossenem Vorhang statt. Das Volk str\u00f6mt von beiden Seiten in den Theatersaal, Ge\u00dfler und sein Gefolgsmann Rodolfo sind in  den Logen plaziert, Matilda und Jemmy erscheinen auf den ersten R\u00e4ngen und Soldaten versperren die Ausg\u00e4nge. Erst nach der Verhaftung Tells \u00f6ffnen die Schweizer langsam den B\u00fchnenvorhang und bewegen sich wieder auf der B\u00fchne.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nBereits nach der Ouvert\u00fcre spendete das Publikum Dirigent <strong>Hans Urbanek<\/strong> und der <strong>Meininger Hofkapelle <\/strong>begeisterten Applaus, und es wurde auch im Verlauf des Opernabends nicht entt\u00e4uscht. Das Orchester spielte von der ersten Minute an mit spannungsvoller Intensit\u00e4t, transparent  und technisch pr\u00e4zis. Vor allem das Cellosolo zu Beginn war ausnehmend sch\u00f6n. In der Dynamik h\u00e4tte sich das Orchester jedoch \u00f6fter den s\u00e4ngerischen M\u00f6glichkeiten anpassen m\u00fcssen. <strong>Dae-Hee Shin<\/strong> als Guglielmo Tell begeisterte durch seine B\u00fchnenpr\u00e4senz und seinen volumin\u00f6sen, weichen Ba\u00df. Auch <strong>Sybille Sachs<\/strong> ging in ihrer Rolle als Tells Sohn Jemmy auf. Ihr heller und klarer Sopran unterst\u00fctzte die Wirkung ihrer Rolle, und ihr darstellerisches Talent stach aus der Gesamtleistung des Ensembles in besonderer Weise heraus. Die von Rossini au\u00dfergew\u00f6hnlich hoch gesetzte Tenorpartie des Arnoldo bereitete <strong>Xu Chang<\/strong> nur wenige Schwierigkeiten. Darstellerisch agierte er etwas eindimensional im Vergleich zu seiner Duettpartnerin <strong>Alla Perchikova<\/strong> (Matilda). Deren gro\u00dfe Szene entfachte zu Beginn des zweiten Akts Beifallsst\u00fcrme. Alla Perchikova nahm die hohen Stellen ihrer Arien mit Leichtigkeit, forcierte aber bei den dramatischen Momenten stark in der Mittellage. Besondere Anerkennung verdient neben dem insgesamt ausgezeichneten Solistenensemble der <strong>Chor des Meininger Theaters<\/strong> unter der Leitung von <strong>Sierd Quarr\u00e9<\/strong>. Der Chor bot spielerisch starke Momente, sei es in Gestalt der willenstarken, stimmlich kraftvoll auftretenden Alpenbev\u00f6lkerung, sei es bei den zwischen Pflicht und Vaterlandstreue hin- und her gerissenen Soldaten.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDiese in sich schl\u00fcssige, spannende und beinahe filmisch wirkende Inszenierung von Rossinis Tell hat, obwohl einige Chorszenen gestrichen wurden, die anschlie\u00dfenden langanhaltenden stehenden Ovationen des Premierenpublikums definitiv verdient.<br \/>\nJosephin Wietschel<\/p>\n<p>Bild: H. H. Dohmen<br \/>\nDas Bild zeigt: Hochzeitsgesellschaft (Chor des Meininger Theaters) mit Dae-Hee Shin (Guglielmo Tell), Maida Kari\u0161ik (Edwige), Jacques le Roux (Fischer) und Xu Chang (Adolfo, ganz links)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gioacchino Rossini, Oper in 4 Akten, Libretto von Joseph \u00c8tienne de Jouy und Hippolyte-Louis-Florent Bis UA: 3. 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